3. Kapitel Erstkontakt

419 12 0
                                    

So und jetzt sitze ich in der Memberslounge einer Fluggesellschaft, versuche mich zu entspannen und hoffe, dass dieser ach so wichtige Promi mir meine Ruhe lässt und kein ADHS-Kind ist. Während ich so vor mich hin sinniere bringt mir die nette Servicekraft meinen Caramelmacchiatto sowie mein Thunfischsandwich. Japp und noch ein Grund warum ich so gerne First-Class fliege. Bevor ich allerdings freudig in dieses leckere Ding beissen kann, plumpst irgendetwas sonnenbebrilltes neben mir in den Sessel und versucht sich hinter mir zu verstecken. Ich weiß nicht so wirklich, was das bringen soll, da ich mit meinen zierlichen 45 kg und 1,64 m Körpergröße jetzt nicht wirklich dafür geeignet bin. Ein Blick zur Seite lässt mich auch ahnen, dass diese Versteckbemühungen umsonst sind. Erst ertönt ein lautes und ziemlich hohes Gekreische von der anderen Seite und keine 2 Sekunden auf der anderen Seite ein tiefes Gefluche in finnischer Sprache. Na mein lieber Herr Gesangsverein, das ist aber nicht die feine englische Art, was er da von sich gibt. Dementsprechend pikiert schein ich ihn anzuschauen, was ihn anscheinend verwundert schauen lässt, soweit man seine Mimik unter der überdimensionalen Sonnenbrille überhaupt erkennen kann. Na gut ich muss ihm zugestehen, dass er ja nicht wissen kann, dass ich auch dieser wundervollen Sprache mächtig bin. Nichtsdestotrotz wollte und will ich immer noch meine Ruhe haben und nicht von wild gewordenen Weibern und deren Objekt der Begierde belästigt werden. Also schnappe ich mir mein Handgepäck sowie meine Verpflegung und begebe mich auf die Suche nach diesem ersehnten ruhigen Plätzchen. Lasse mich erneut an einem solchen nieder und hoffe inständig, dass ich jetzt bis zum Boarding verschont bleibe. Kurz kommt mir noch der Gedanke, dass es sich bei meinem ungewollten Sitznachbarn um den Taxi-Pfosten handeln könnte, was meinen Puls schon wieder negativ beschleunigt und ich diesen Tag erneut verfluche. Nach dem ersten Bissen in das Sandwich und einem anschließenden großen Schluck meines Koffeingetränkes ist es mir aber egal und ich genieße einfach nur. Allerdings wird die Ruhe in der Lounge wohl durch die Anwesenheit dieses Weibermagnetens, der sich bei näherem Hinsehen auch noch als der Taxi-Pfosten entpuppt, empfindlich gestört, so dass ich mich sofort und ohne Umschweife erhebe und zügig zum Gate begebe als zum Boarding aufgerufen wird. Eigentlich ein untypisches Verhalten für mich, da ich gerne den ersten Rummel bei solchen Aktivitäten abwarte. Hab ja feste Sitzplätze gebucht und die sind eher selten belegt. Am heutigen Tag leider nur ein Platz, aber auch der ist festgelegt, so dass es eigentlich keinen Grund zu übertriebener Eile gibt. Allerdings habe ich die leise Hoffnung, dass ich dem Szenario um dieses Blondie dadurch entkomme und er in der Lounge auf einen anderen Flug wartet. Tja und auch da habe ich mich zu früh gefreut. 

Wieso immer ich?Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt