18 | nostalgic diner

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JENNA

Angekommen vor dem Diner, mit dem großen roten Neonschild, konnte man schon in das Innere linsen. Es war ein typisches 70er-Jahre Diner. Eins von denen, die ich nur aus Filmen kannte.

Wir gingen rein und sofort schweifte mein Blick über die Sitze, welche weißes und dunkelrotes Polster besaßen. Der holzige Boden glänzte unter unseren Füßen, als wäre hier frisch gewischt worden. An einer Wand weiter hinten, stand eine große Jukebox, dadrüber viele Fotos. Einige schwarz-weiß und andere bunt.

Ich war noch nie in so einem Diner. Meine Mom ging mit mir immer nur in edle Restaurants, weil sie "dem Fraß" in Diners nicht traute. Das hier, war neu für mich. Peinlich, wenn man bedenkt, das das normalste der Welt sein sollte.

Als ich mich im Raum umsah, ertönte plötzlich eine tiefe Männerstimme. "Kleines! Was machst du denn hier? Ich hab dich lange nicht mehr gesehen." Ein korpulenter, grinsender Mann rief hinter der Theke zu Chloe. Er sah aus, als wäre er schon um die Fünfzig Jahre alt, mit ginger-roten, schon leicht weißen, kurz geschorenen Haaren und einem dichten Bart.

"Altes Haus! Wie geht's Dakota und den Kindern?" Chloe zog mich mit sich zu der Theke, an welcher wir uns auf die Barstühle setzten.

"Denen geht es gut. Miranda hat ihren ersten Job bekommen", antwortete der Mann. Er musste das Diner wohl besitzen. "Wer ist denn deine hübsche Freundin?" Er sah mich mit einem warmen Lächeln an.

"Das ist Jenna. Sie war anscheinend noch nie hier, was eigentlich unfassbar ist, weil du das beste Diner des ganzen Staates hast! Ich würde sogar sagen, das beste Diner der Welt, aber ich war noch nie außerhalb von New Jersey."

"Danke Chloe, du bist ein wahrer Engel." Bei genauerem hinsehen fiel mir auf, dass sein unterer Eckzahn fehlte. Ich hätte am liebsten die Geschichte dazu gewusst. Es musste doch eine geben, oder nicht? Wem fehlt schon einfach so ein Zahn?

Chloe verzog das Gesicht. "Sei dir da mal nicht so sicher."

"Freut mich Sie kennenzulernen. Vinnie, richtig?", begrüßte ich ihn.

"Höchstpersönlich Schätzchen. Meiner Familie gehört dieses Diner seit Generationen von Vinnies. Oder ... viel mehr Vincents. Mein Vater und dessen Vater hießen auch Vincent. Damals reiste mein Großvater von Schottland nach New Jersey und erbaute dieses hübsche Diner. Er war der beste Angler mit großem Talent für–" Schnell wurde er von Chloe unterbrochen.

"Halt, halt, halt! Du hast gerade eine neue Kundin gewonnen, also bring sie nicht gleich dazu wieder wegzugehen." Wir fingen an zu lachen.

"Du bist fies. Wieso seid ihr denn so schick angezogen?", fragte er irritiert und deutete zu unseren Kleidern. Verständlich. Der Anblick von zwei schick angezogenen Mädchen in einem Diner um diese Uhrzeit, hätte auf jeden seltsam gewirkt.

"Lange Geschichte", stöhnte Chloe frustriert.

Vinnie kratzte sich an seinem dichten Bart. "Wie auch immer, was kann ich euch beiden hübschen bringen?"

Meine Finger zitterten, doch ich versuchte sie mit den Ärmeln von Chloes Sweatshirtjacke zu verdecken.

"Chicken Wings, Pommes mit doppelt Ketchup, einen Schoko-Milkshake und ... welchen möchtest du?" Sie sah zu mir.

Missing part of MineGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt