21 | good company

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JENNA

Chloe stand mitten in meinem Garten.

Was zur Hölle machte sie hier? Fand sie es etwa witzig, da zu stehen wie in einer Liebeskomödie aus den 80ern? Fehlte ja nur noch eine riesige Boom-Box auf ihrer Schulter. Oh Gott, oder noch schlimmer eine Gitarre.

Ich schob das Fenster nach oben und streckte meinen Kopf raus. "Chloe?", fragte ich leise aber auch streng.

Sie war komplett in schwarz gekleidet und auf ihrem Rücken erkannte ich einen Rucksack. "Na, Shelly?", grüßte sie mich ganz gelassen. Ihre Hände waren in ihrer schwarzen Jeansjacke vergraben. Unfassbar, wie cool sie da stand. Als würde sie das jeden Abend bei Leuten machen.

Verwirrt ließ ich meinen Blick durch den ganzen Garten wandern, vielleicht auf der Suche nach versteckten Kameras. "Was ... was machst du hier?"

Sie kratzte sich am Hinterkopf und zog dann das schwarze Beanie auf ihrem Kopf zurecht. "Ich ... äh ... mir ist langweilig. Also dachte ich, ich komme mal vorbei."

"Spinnst du? Was willst du? Mich nerven? Gut, hast du geschafft, also kannst du wieder gehen." Ich war bereit, wieder das Fenster zu schließen, stoppte aber, als Chloe meinen Namen rief. Widerwillig sah ich wieder zu ihr.

"Komm runter."

"Warum sollte ich?"

"Um Zeit mit mir zu verbringen."

Es war 22 Uhr. Ich hatte Hausarrest, genauso wie sie. Und verdammt, wir waren nicht einmal Freunde, geschweige denn mochten wir uns ... Und dennoch stand sie nun da in meinem Garten und bat mich zu ihr runter zu kommen. Woher kam bloß ihr ganzes Selbstbewusstsein? Und wer hat ihr das Gefühl gegeben, dass es in Ordnung ist, wenn sie mit so viel Stolz durch die Gegend läuft?

Ich stieß ein trockenes Lachen aus. "Niemals."

Sie ließ natürlich nicht locker. "Ich will dir etwas zeigen", versuchte sie mich zu locken. "Du wirst es lieben."

"Ach ja? Wieso zeigst du es mir dann nicht hier, wenn es so toll ist?"

"Es ist kein Gegenstand." Trotz der Entfernung konnte ich ein schmunzeln auf ihren Lippen erkennen.

Oh Mann, meine Neugier schlich sich so langsam an die Oberfläche. Ich wollte unbedingt wissen, was sie damit meinte. Aber ich konnte mich unter gar keinen Umständen so vor ihr zeigen. Sie musste verstehen, dass ich nicht nach ihrer Pfeife tanzen würde. "Wenn es so cool ist, dann kann es doch auch warten bis nach meinem Hausarrest", nörgelte ich.

"Scheiß auf Hausarrest. Entweder jetzt, oder nie", trällerte sie in einer sing-sang Stimme. "Komm schon, lass uns etwas Spaß haben. Du wirst sonst die nächsten Wochen in deinem Zimmer verstauben. Ich rette dich hier praktisch."

Was, wenn sie recht hatte? Was, wenn ich hier die nächsten Wochen wirklich ohne Kontakte festsitzen würde? Ein bisschen Spaß konnte doch nicht schaden, oder? Warum hätten alle Teenager immer riskanten Spaß haben dürfen außer ich? Ich meine ... es war ja schon spät. Niemand hätte es mitbekommen. Und erst recht niemand hätte uns zusammen auf der Straße getroffen.

"Wenn du mit mir kommst, darfst du mir eine Frage stellen", sagt sie plötzlich. Ich runzelte verwirrt die Stirn. "Irgendeine Frage, die du dich schon die ganze Zeit fragst. Und ich werde sie ohne Widersprüche beantworten. Das verspreche ich dir."

Na super, damit hatte sie mich endgültig am Haken. Ich fragte mich so viele Dinge über sie. Sie war so ein geheimnisvoller Mensch und das machte mich wahnsinnig! Und irgendwie auch nervös. Sie hätte buchstäblich eine Killerin sein können, ohne dass ich davon wüsste.

Missing part of MineGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt