81 | old behavior

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JENNA

Ich sah auf das Display meines Handys. Wieder keine Nachricht.

Ich werde dich umbringen, Chloe.

Ohne Chloe fühlte ich mich unwohl und wie ein richtiger Versager. Allein in der Cafeteria zu sitzen fühlte sich einfach falsch und seltsam an. Ich saß noch nie irgendwo alleine! Allgemein in der Cafeteria zu hocken war nicht gerade unterhaltsam und sehr ungewohnt.

Chloe und ich verbrachten jede freie Minute miteinander. Sei es auf dem Schulhof oder auf dem Dach der Schule. Dort waren wir andauernd unter uns. Es gab niemand anderen außer sie – und mich. Wir aßen dort oben oft unser Lunch. Chloe kaufte mir jeden Tag etwas aus der Cafeteria, um sicherzugehen, dass ich etwas aß.

Konnte man das glauben? White brachte mich tatsächlich dazu, zu essen und es war mir nicht mehr so unangenehm. Sie respektierte mich und meinen Zustand, wollte nur helfen und war für mich da. Auch wenn wir uns ein paar mal deswegen gestritten hatten ... Sie fand heraus, dass ich immer noch an manchen Tagen nichts außer Kaugummis oder kalorienarmen Smoothies "aß". Sie war so traurig, während ich sauer wurde und sie anschrie, sie solle mich doch in Ruhe lassen.

Ich bereue jede Sekunde von diesem Streit.

Nichtsdestotrotz blieb sie ruhig. Wir vertrugen uns schnell.

Ein paar Tage später erwischte sie mich dabei, wie ich pures Salzwasser trank. Sie verstand schnell, dass ich das tat, um meinen Magen zu füllen, ohne etwas richtiges essen zu müssen. Auch an dem Tag war sie enttäuscht von mir. Sie dachte, ich hätte mich gebessert. Ich versicherte ihr, dass ich mich mit ihrer Hilfe wirklich gebessert hatte, ich aber nichts gegen diese leise Stimme in meinem Kopf unternehmen konnte, die mir jeden Tag zuflüsterte, dass ich nicht dünn genug war.

An genau diesem Abend stand ich vor dem Spiegel, zog an meiner vermeintlich überschüssigen Haut und fing an zu weinen, so wie ich es schon oft getan hatte.

Chloe schlich sich von hinten an mich ran. Sie umarmte mich so stark wie noch nie zuvor und sagte mir, dass ich die schönste Frau in ganz New Jersey war und dass weder "überschüssige Haut" noch die Zahl auf der Waage etwas daran ändern würde. Meine Tränen waren fortan versiegelt. Zum ersten Mal seit langem glaubte ich, dass ich wirklich nicht all zu dick ausschaute. Und selbst wenn war ich mir sicher, dass Chloe nicht verschwinden würde ...

Einen Tag später aßen wir zusammen billiges Sushi auf dem Schuldach. Ich stöhnte genussvoll, was Chloe permanent zum Lachen brachte. Und sobald ich still weiter aß, spürte ich immer noch ihr Grinsen auf mir. Ich wusste gar nicht, was besser war: Das Essen, welches sie mir immer mitbrachte, oder doch das rumknutschen im Anschluss.

Die Küsse variierten von Tag zu Tag. Mal waren sie stürmisch und voller Verlangen ... Oftmals auch mich dem ein oder anderen Brustgrabscher, bei dem ich Chloes Hand lachend wegschlagen musste, um das zu stoppen, was danach hätte folgen können. Mal waren die Küsse dann wiederum so sanft und behutsam, dass es den Anschein machte, dass Chloe Angst hatte mich zu verletzen, wenn sich der Druck auf ihren Lippen auch nur ein Wenig verstärken würde.

Als ich also ganz alleine an einem Tisch in der Cafeteria saß und mit einer Gabel in meinem Salat herum pickte, wünschte ich mir nichts sehnlicher als Chloes Hand unter meinem T-Shirt, wie sie meine Brust umklammerte.

Hör auf, Jenna! Meine Güte, nimm dir ein Bad oder so. Du verhältst dich ja schrecklich!

Tja, so endeten Leute wie ich, die sich zu sehr an eine Person klammerten und ohne diesen jemand nicht mal richtig atmen konnten.

Unwillkürlich schweifte mein Blick die ganze Zeit zu dem Tisch, an dem ich früher ständig mit all meinen Freunden saß. Keiner der Anwesenden sah zu mir rüber. Immer noch saß jeder an seinem Platz. Jeder außer mir und Cindy, welche übrigens mit ihren anderen Freunden an einem anderen Tisch saß.

Missing part of MineGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt