Ein aufregendes Ereignis

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Am Tag der Weltmeisterschaft war Draco aufgeregter, als er erwartet hatte.
In der Eingangshalle des Manor stand er ungeduldig vor dem großen Spiegel und begutachtete seine Gestalt.
Er trug eine schwarze Stoffhose und Hemd und Jackett in der gleichen Farbe. Seine Schuhe aus Drachenleder hatte er auf Geheiß seiner Eltern nicht angezogen, was ihm nur recht war, waren diese auf Dauer doch unbequem. Stattdessen trug er zwar schickes, aber schlichteres Schuhwerk, denn seine Mutter hatte ihm erklärt, dass es Auflage des Ministeriums war, dass sie nicht als das zu erkennen sein durften, was sie waren. Daher hatte Draco auch auf seinen Umhang verzichtet.
Als sein Vater die Treppe hinab kam, ging er ihm entgegen.
Auch sein Vater hatte auf seinen typischen Zaubererumhang verzichtet, seine Kleidung war edel, hätte aber auch als sehr teurer Muggelanzug durchgehen können. Lediglich sein Zauberstab, der sich in seinem Gehstock mit dem Schlangenkopf verbarg, war auffallend.
„Ich werde ihn mit einem Muggelabwehrzauber tarnen", erklärte sein Vater, als er den Blick bemerkte. „Ist dein Stab gut versteckt?"
„Ja, Vater."
Draco nickte und tippte mit seiner flachen Hand kurz auf seine Brust - sein Stab befand sich in der Innentasche des Jacketts, welches er über sein Hemd gezogen hatte.
„Hast du die Karten?", fragte er.
Sein Vater zog sie aus seiner Tasche.
„Hier. Sieh sie dir an. Es gibt noch eine kleine Überraschung, die ich dir nicht verraten habe."
Draco nahm die Karten und besah sie sich genau.
Sie hatten einen hübschen Goldrand und auch die Schrift funkelte golden.
Draco klappte der Mund auf.
„Wir sitzen in der Ehrenloge?", fragte er ungläubig.
Natürlich war ihm klar gewesen, dass sie die teuersten (und somit die besten) Plätze bekommen würden, die sich kaum jemand leisten konnte, aber er wusste, dass die Ehrenloge offiziell für niemanden zugänglich war als für den Zaubereiminister und ein paar wenige andere Außerwählte, wie beispielsweise den Leiter für die Abteilung für Magische Spiele und Sportarten.
Ein süffisantes Lächeln umspielte die Lippen seines Vaters.
„In der Tat. Auf persönliche Einladung von Cornelius Fudge."
Draco musste grinsen. Es war unglaublich, was für einen Einfluss seine Familie hatte, und der Stolz ließ regelrecht seine Brust anschwillen.
„Das ist der Wahnsinn, Vater. Wir werden die beste Sicht haben!"
„Ich wusste, du würdest dich freuen. Denk aber bitte an dein Benehmen vor Ort, ja?"
„Natürlich, Vater."
„Wenn deine Mutter fertig ist, können wir nach Devon apparieren."
„Wo genau dort ist es eigentlich?", fragte Draco. „Ich meine, das Stadion, das dort aufgebaut wurde, muss riesig sein. Selbst mit Muggelabwehrzaubern wird es schwierig, die Muggel davon fernzuhalten."
„Wohl wahr", bestätigte sein Vater in einem Ton, als würden sie über lästige Insekten reden. „Wieder einmal müssen wir unangemessene Sicherheitsvorkehrungen beachten, damit wir vor Muggeln sicher sind. Das Stadion wurde auf dem Dartmoor errichtet, also eine Gegend, in die es kaum Muggel verschlägt. Trotzdem müssen wir gestaffelt anreisen, um Aufsehen zu verhindern - wobei sich die Anreise nach der Art der Eintrittskarten richtet. Ich meine, etwa hunderttausend Hexen und Zauberer reisen an. Die Leute mit den billigen Karten mussten bereits zwei Wochen vorher anreisen."
„Zwei Wochen?", wiederholte Draco schockiert.
„Vergiss nicht, dass auch Hexen und Zauberer aus anderen Ländern anreisen. Irgendwie musste das Ministerium das organisieren. Tatsächlich reisen manche sogar mit Muggelbussen oder -bahnen an."
Sein Vater verzog angewidert das Gesicht, ehe er fortfuhr.
„Aber die meisten reisen via Portschlüssel."
Draco nickte nach den Worten seines Vaters.
Das ergab Sinn.
Portschlüssel waren eine gute Möglichkeit, größere Gruppen sicher und schnell über weitere Strecken zu transportieren. Ein Nachteil war nur, dass ein Portschlüssel zu einem bestimmten Zeitpunkt startete, und verpasste man diesen, hatte man eben Pech gehabt.
„Wir jedenfalls apparieren natürlich", schloss sein Vater und rümpfte geringschätzig die Nase über die Menschen, die mit Muggeltransportmitteln oder Portschlüsseln reisen mussten.
Draco konnte es nicht mehr abwarten, endlich zu apparieren, aber er zeigte dies nicht nach außen, wusste er doch, wie sehr es seinen Vater störte, wenn er zu ungeduldig mit solchen Dingen wurde. Er sagte dann stets, Draco solle sich nicht wie ein kleines Kind benehmen.
Also behielt er seine Freude still für sich.
Als seine Mutter schließlich dazukam, war es endlich so weit - sie apparierten Seit-an-Seit zu einem der größten Ereignisse der Zaubererwelt.

A Death Eater's Tale Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt