Kurze Anmerkung vorweg:
In diesem Kapitel kommt es zu einem kurzen Austausch in französischer Sprache. Ihr könnt die Sätze direkt beim Lesen kopieren und euch übersetzen lassen - oder ihr schaut unter das Kapitel, dort habe ich die Übersetzung für euch notiert.
Und jetzt viel Spaß beim Lesen! :)
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„Merlin, die gucken schon wieder rüber", sagte Theo und nippte an seiner Flasche Butterbier.
Leider würden sie es heute Abend auch bei diesem Getränk belassen müssen, schließlich waren sie mit ihren Familien hier, die würden allesamt ausrasten, wenn sie erfahren würden, dass sie richtigen Alkohol tranken.
Die Fans der irischen Mannschaft feierten, und auf dem gesamten Platz rund um das Stadion herum hatten immer noch alle Läden geöffnet. Nichts deutete darauf hin, dass hier irgendjemand vorhatte, die Feierlichkeiten bald abzubrechen.
„Was glaubst du, von welcher Schule sind sie?", fragte Draco.
Es ging um eine Gruppe hübscher Mädchen, ein wenig älter als sie selbst, die sie definitiv nicht aus Hogwarts kannten und die so eindeutig in der Laune waren, mit ihnen zu flirten, dass bei Draco sämtliche Unsicherheiten beiseite gewischt worden waren.
„Keine Ahnung", meinte Theo. „Schade, dass Blaise schon weg ist, der würde sofort rüber gehen und sie anquatschen."
„Wir müssen auch los", mischte sich Gregory ein.
„Genau, habt ihr mal auf die Uhr geschaut?", ergänzte Vincent. „Unsere Eltern haben deutlich gesagt, wann wir wieder in den Zelten sein müssen."
„Unsere Eltern haben deutlich gesagt, wann wir wieder in den Zelten sein müssen", äffte Draco seinen Freund in ätzendem Ton nach. „Ehrlich, Crabbe, wir sind doch keine Babys mehr."
Vincent tauschte einen raschen Blick mit Greg.
„Alter, weißt du nicht, was sie vorhaben?"
„Hä?", machte Draco.
Er erfuhr nicht, wovon Vincent redete, denn die Gruppe hübscher Mädchen war ein gutes Stück näher gerückt, und Draco hätte seinen Nimbus 2001 darauf verwettet, dass das kein Zufall war.
„Ich bleibe auch noch", sagte Theo und zündete sich lässig eine Zigarette an.
„Dein Vater wird das nicht witzig finden, dass du dich dem widersetzt, was er gesagt hat", ätzte Greg. „Er hat dir doch gesagt, dass-"
„Ja, ja", unterbrach Theo ihn unwillig.
Kurz hatte Draco es in den dunkelblauen Augen seines Freundes unsicher flackern sehen, als sein Vater erwähnt wurde, aber er überspielte es gekonnt.
„Lasst das mal meine Sorge sein."
Vincent und Greg zuckten mit den Schultern, trollten sich aber.
„Theo, du sollst aber keinen Stress mit deinem Vater bekommen", sagte Draco leise.
Er hasste es, wenn Theo Ärger mit Nott Senior hatte, und er wollte es nicht provozieren.
„Ach, jetzt hör auf", entgegnete Theo augenverdrehend und zog an seiner Zigarette. „Ich komm schon klar."
Das war eine glatte Lüge, das wusste Draco, zumindest was das Thema Theo und seinen Vater anging.
„Ich möchte jetzt viel lieber mit diesen Mädchen da sprechen, als über meinen Alten."
„Die sind echt ziemlich heiß", bestätigte Draco.
Theo grinste.
„Hey, ich darf gucken - ich darf sie sogar angraben, wenn ich will. Du nicht! Du hast eine Freundin, schon vergessen?"
„Ja, Mama", bestätigte Draco und verdrehte die Augen.
Theo lachte.
„Ich meine es ernst, Blödmann."
„Naja, gucken werde ich ja wohl noch dürfen", verteidigte Draco sich.
Wenn er ganz ehrlich war, langweilte Maira, seine Freundin, ihn. Sie waren gegen Ende des letzten Schuljahres zusammen gekommen und hatten sich in den Ferien schon häufiger getroffen, aber irgendetwas fehlte ihm an ihr. Er konnte beim besten Willen aber nicht sagen, was.
Die hübschen Mädchen standen nun ganz in der Nähe des Butterbier-Stands, von dem auch Theo und er die Getränke hatten.
„Ich bring unsere Flaschen zurück", sagte er hastig und riss Theo sein Butterbier aus der Hand, obwohl noch mindestens ein Schluck darin war, da eins der Mädchen gerade alleine direkt am Stand war.
Theo lachte und rauchte ruhig seine Zigarette weiter.
Französisch.
Draco schnappte Wortfetzen auf, als er bei den Mädchen stand.
Er war nun direkt neben dem Mädchen, das etwas abseits ihrer Freundinnen stand. Ihre Arme berührten sich, und sie warf ihm einen flüchtigen Seitenblick zu.
Dunkle Augen. Brünett. Sie gefiel ihm außerordentlich gut.
„Est-ce que quelqu'un veut encore boire quelque chose?", fragte das Mädchen über die Schulter an ihre Freundinnen gewandt.
Allgemeines Kopfschütteln und vereinzeltes „Non, merci" antwortete ihr.
Das Mädchen stellte ein paar leere Flaschen an dem Stand ab, offensichtlich um Pfand zurück zu bekommen.
„Tu veux boire encore quelque chose, toi?", fragte Draco rasch.
Sein Herz klopfte ihm wortwörtlich bis zum Hals, aber er lehnte sich lässig an den Verkaufsstand, um sich nicht anmerken zu lassen, wie nervös er war.
Sie wandte sich ihm zu und Draco hatte sich noch nie so nackt gefühlt, obwohl er mehrere Schichten Kleidung am Leib trug.
Die dunklen Augen musterten ihn aufmerksam, von Kopf bis Fuß und wieder zurück, und er war sich sicher, dass sein Gegenüber in diesem Moment alles an ihm analysierte: Seine Körperhaltung, seine (auffallend teure) Kleidung, den Sitz seines Haares, seinen Blick.
„Wieso?", fragte sie kokett. „Wolltest du mir ein Getränk ausgeben?"
Draco unterdrückte das Bedürfnis, nervös an seinen Ärmeln herumzufummeln, aber er schluckte schwer und hoffte, dass sie dies nicht an der Bewegung seines Kehlkopfes sah.
Sie sprach überraschend gut Englisch, der deutlich herauszuhörende Akzent war irgendwie charmant, fand Draco.
„Wenn du das möchtest", antwortete er.
Der Zauberer, der den Butterbier-Stand betrieb, nahm ihnen die Flaschen ab.
Das Mädchen nahm das Pfandgeld zurück, Draco winkte beiläufig ab, als der Betreiber ihm sein Geld ebenfalls zurückgeben wollte. Die junge Französin quittierte dies mit einer leicht angehobenen Augenbraue und einem ebenso leichten Zucken eines Mundwinkels.
„Nein danke", antwortete sie und Draco befürchtete schon, dass damit das Gespräch beendet war, aber dann ergänzte sie: „Aber sehr freundlich, vielen Dank."
Dracos Mundwinkel hoben sich instinktiv.
„Dein Englisch ist sehr gut", sagte er.
Sie lächelte leicht. Wieder musterte sie ihn kurz.
Minimal drehte sie sich in seine Richtung.
„Danke", sagte sie und dann: „Wie heißt du?"
Dracos Herz machte einen freudigen Hüpfer.
„Draco. Und du?"
„Océane."
„Océane", wiederholte er. „C'est un très joli prénom... Presque aussi joli que toi."
War das zu viel des Guten? Hatte er sich zu weit vorgewagt?
Andererseits... Terence hatte mal zu ihm gesagt: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Sie schmunzelte.
War das ein gutes Zeichen?
„Dankeschön", sagte sie. „Ton français est impeccable."
„Merci bien", lächelte Draco.
Er war in seinem ganzen Leben noch nie so froh gewesen, dass seine Eltern wollten, dass er so viele Sprachen lernte.
„Wir haben beide ungewöhnliche Vornamen", stellte Océane fest.
„Das stimmt", bestätigte Draco. „Wie schön, dass unsere Namen scheinbar kompatibel sind."
Sie lachte.
„Du bist süß", sagte sie und Dracos Herz stolperte.
„Das höre ich ständig", behauptete er und sie lachte erneut. „Ich nehme an, du gehst in Beauxbatons zur Schule? In welche Klasse?"
„Du willst wissen, wie alt ich bin", sagte sie neckend.
Was nun? Rückzieher machen oder dran bleiben?
Dran bleiben, dachte Draco.
„Qui", sagte er ehrlich. „Das würde ich gerne wissen."
„Ich bin sechzehn. Und du?"
Draco hatte sich gedacht, dass sie älter war, aber gehofft, dass sie nur ein Jahr trennte.
Zwei waren vermutlich zu viel.
Zumindest befüchtete er, dass sie das so sehen würde.
„Fünfzehn", hörte er sich lügen. Bei Merlin, er würde sie nach dem heutigen Tag sowieso nie wieder sehen. Bewusst verlegen lachend ergänzte er: „Ich bin jünger als du."
„Ich dachte, du könntest genauso alt sein wie ich", sagte sie. „Es war meine Vermutung."
Draco straffte stolz die Schultern.
Er hatte sich bereits ein Jahr älter gemacht, als er tatsächlich war, und sie hatte sogar vermutet, er könnte genauso alt sein wie sie.
Vermutlich lag es an seinem Anzug und auch daran, dass er über den Sommer ziemlich gewachsen war. Und trainiert hatte er auch ordentlich. Er war immer noch sehr schlank, aber seine Schultern waren um einiges breiter als noch vergangenes Schuljahr.
„Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen", sagte er in leicht flirtendem Ton. „Zumindest in Bezug auf mein Alter kann ich nicht mit dir mithalten."
Sie hob eine zarte Braue.
„Bei was denkst du denn, mit mir mithalten zu können?"
Draco versuchte, so charmant wie möglich zu lächeln.
„Da fallen mir schon ein paar Dinge ein."
Sein Herz schlug schmerzhaft gegen seine Rippen aus Angst, sie mit dieser Aussage zu verärgern oder zu verschrecken.
„Nun, Draco", sagte sie lächelnd. „Wollen wir sehen, ob bei uns mehr kompatibel ist als unsere Namen?"
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A Death Eater's Tale
FanfictionJeder kennt sie - die Geschichte vom Jungen, der überlebte. Auch Draco Malfoy muss in seinem Leben immer wieder feststellen, dass die Geschichte dieses Jungen Einfluss auf seine eigene Geschichte hat. Auch wenn er es anfänglich nicht bemerkt und spä...
