Missverständnisse und Neuerungen

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A/N: Der mit einem * gekennzeichnete Text wurde wortwörtlich übernommen aus: JK Rowling, Harry Potter und der Orden des Phönix.

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Die Zugfahrt war nur halb so spaßig, wenn man Vertrauensschüler war, stellte Draco fest.
Normalerweise liebte er es, die Zeit mit seinen Jungs zu verbringen, aber dieses Mal war er ununterbrochen mit den Patrouillengängen beschäftigt.
Pansy schien dies nichts auszumachen, im Gegenteil. Draco hatte den Eindruck, dass sie es sogar ganz gut fand, ihn mal komplett für sich alleine zu haben.
Draco für seinen Teil war beinahe erleichtert, als sie endlich im Bahnhof von Hogsmeade einfuhren und schließlich den Zug verlassen konnten.
Da er kurz vor Halt noch einen letzten Rundgang mit Pansy gemacht hatte, stieg er ohne seine Freunde aus. Die Nachtluft schlug ihm entgegen und mischte sich mit dem Geruch der Kiefern, die in der Nähe wuchsen. In der Ferne konnte er bereits die Kutschen sehen, die auf sie warteten. Alles war so vertraut, und instinktiv lauschte er auf die Stimme des Wildhüters, der die neuen Erstklässler zu sich rief, doch überraschenderweise wehte eine strenge, weibliche Stimme zu ihm herüber: „Erstklässler zu mir! Hierher, Erstklässler!"
Draco reckte den Hals und sah zu seinem Erstaunen Professor Raue-Pritsche, die Lehrerin, die Hagrid bereits einmal vertreten hatte. Merkwürdig. Wo steckte der Halbriese?
„Draco, komm", verlangte Pansy.
Er wollte sich gerade in Bewegung setzen, als er ein rotes Fellbündel über den Bahnsteig huschen sah. Draco runzelte die Stirn. Wieso war Krummbein nicht in seinem Katzenkorb? Er wusste, dass Granger ihm sowohl im Zug als auch in Hogwarts gestattete, sich vollkommen frei zu bewegen, doch auf dem Weg zum Schloss transportierte sie ihn sonst immer in einem Weidenkorb mit Gittertür. War der Knieselmix ihr entwischt?
Instinktiv suchte er mit den Augen den Bahnsteig ab, aber natürlich konnte er Granger in dem Durcheinander nicht entdecken.
„Draco!", drängte Pansy.
„Zur Hölle, dann geh doch einfach schon mal vor, Pansy!", schnauzte Draco sie unfreundlicher als beabsichtigt an.
Was sollte er tun? War es zu verantworten, den Kniesel-Mix alleine herumlaufen zu lassen? Würde er selbstständig in eine Kutsche steigen und so zum Schloss kommen?
„Sei nicht so unfreundlich!", fauchte Pansy.
Aber Draco hörte ihr nicht zu, denn in diesem Moment beobachtete er einen kleinen Jungen, sehr offensichtlich ein Erstklässler, der seine Freunde anstupste und feixend auf Krummbein deutete. Dann lachte er dreckig.
Draco schnaubte. Offensichtlich machten diese Vollidioten sich über den - zugegebenermaßen nicht sehr hübschen - Kater lustig.
Er überlegte gerade, ob der Kleine dafür einen Rüffel verdient hatte oder nicht, als es noch mal ganz andere Dimensionen annahm: Der Junge bückte sich nämlich, hob einen Stein auf - und warf ihn nach Krummbein!
Draco sah rot.
Ohne die zeternde Pansy zu beachten, überbrückte er die wenigen Meter zu dem Jungen. Glücklicherweise hatte er den Kniesel-Mix verfehlt, aber Dracos Wut wurde dadurch nicht gemindert.
„Hey du kleiner Mistkerl!", zischte er und schubste den Jungen mit der flachen Hand an der Schulter. Die Freunde des Kleinen wichen erschrocken zurück und auch der Junge selbst wurde deutlich blass um die Nase. Erst in diesem Moment wurde Draco bewusst, wie groß, wie viel breiter gebaut, wie viel älter er war als die Erstklässler. Himmel, als er damals eingeschult wurde, war Marcus Flint in der Fünften, genauso wie Draco heute, und wie erwachsen und riesig war dieser ihm damals vorgekommen! Natürlich konnte er sich heutzutage immer noch nicht mit Marcus vergleichen. Er war ein ganz anderer Typ und auch anders gebaut. Vermutlich würde er niemals so ein Schrank werden wie Marcus oder Lucian. Trotzdem musste er auf die Erstklässler beeindruckend wirken - insbesondere, weil er einen offensichtlich wütenden Eindruck machte.
Aus dem Augenwinkel sah er, wie das Weasley-Mädchen Krummbein auf den Arm nahm und zu den Kutschen trug.
„Pass bloß auf, dass nicht zufällig mal was in deine Richtung fliegt", fauchte Draco ihn an.
Einen Augenblick starrte der Erstklässler ihn verschreckt an, dann schien er sich zu besinnen.
„Was soll das?", fragte er, wobei er halb angriffslustig, halb eingeschüchtert klang.
„Was das soll? Ich bin Vertrauensschüler, und ich sage dir gleich, deine kleine, miese Visage merke ich mir, du-"
„Malfoy!" Grangers Stimme überschlug sich vor Zorn. Sie kam mit so schnellen Schritten herüber gehastet, dass sie schon beinahe rannte. „Wie kannst du es wagen? Einen neuen Schüler bedrohen und beleidigen..."
Der Neue schien seine Chance zu wittern und flüsterte seinen Freunden etwas zu, ehe sie sich als Gruppe in Richtung Raue-Pritsche davonschlichen.
„Pass auf, dass du auf der Bootsfahrt nicht im See ertrinkst!", rief Draco ihm noch nach.
„Malfoy!", keifte Granger erneut, jeder Zentimeter an ihr pure Empörung. „Das ist ein Erstklässler!"
„Das ist ein kleiner Drecks-"
„Hör auf! Und ich habe genau gesehen, wie du ihn geschubst hast! Und beschimpft hast du ihn auch!"
„Hat er verdient", schnarrte Draco und tat unnahbar. Unter gar keinen Umständen wollte er, dass Granger erfuhr, warum er so auf den Jungen reagiert hatte.
„Verdient?", kreischte Granger. „Er ist ein Kind!"
„Gibt eben auch scheiß Kinder", behauptete Draco.
„Das ist ja wohl die Höhe! Du hast das Abzeichen erst ganz frisch und schon schikanierst du die Leute schlimmer als vorher! Unfassbar!", schnauzte sie, fuhr herum und stürmte mit wehenden Locken davon.
Dracos Laune war im Keller. Er hoffte, dass die kleine Weasley sich gut um Krummbein kümmerte und dass Granger herausfand, wo ihr Kater abgeblieben war.
Er bemerkte, dass er sich beeilen musste, denn die meisten Kutschen waren tatsächlich schon abgefahren. Seine Freunde waren vermutlich schon längst auf dem Weg zum Schloss. Von Pansy war auch nichts zu sehen - offensichtlich hatten sie sich aus den Augen verloren.
Draco suchte sich eine Kutsche, in der ein paar Slytherins aus der Sechsten saßen und mit denen er auch nette Gespräche führen konnte, bis sie Hogwarts erreichten.
Mittlerweile knurrte ihm der Magen und er war froh, als sie endlich ankamen und sich in der Großen Halle einfanden. Die Jungs hatten ihm einen Platz freigehalten.
„Da bist du ja endlich!", begrüßte Blaise ihn. „Die Auswahlzeremonie müsste gleich schon beginnen."
„Draco!"
Es war Malcolm, Lu Baddocks kleiner Bruder aus der Dritten, der ihm schräg gegenüber saß und ihn gerufen hatte. Draco grinste ihn freundlich an.
„Vertrauensschüler!", sagte Malcolm bewundernd. „Das ist richtig cool. Glückwunsch!"
„Danke", lächelte Draco. „Wenn du oder deine Freunde Anliegen habt, könnt ihr immer zu mir kommen."
„Ich weiß", strahlte Malcolm. „Du bist echt spitze, Draco!"
Draco schmunzelte und tippte sich kurz mit zwei Fingern an die Stirn. Malcolm mochte ihn schon immer, aber seine Bewunderung war ins Unermessliche gestiegen, seitdem Draco ihm den Miniatur-Viktor von der Quidditch-Weltmeisterschaft geschenkt hatte.
Still und ein wenig amüsiert fragte er sich, ob Malcolm immer noch so von ihm denken würde, wenn er wüsste, dass Draco mit seiner großen Schwester geschlafen hatte.
„Was zur Hölle ist das denn?"
Draco wandte seine Aufmerksamkeit Gregory zu, der die Worte gemurmelt hatte. Gerade wollte er seinen Freund fragen, was er meinte, aber dann sah er, dass Greg zum Lehrertisch hinüber sah, der sich zu füllen begann - die Zeremonie würde tatsächlich jeden Augenblick beginnen.
Und schon nach wenigen Sekunden begriff er, was Greg gemeint hatte.
Die Lehrkräfte nahmen nach und nach Platz, die gewohnten Gesichter, wie jedes Jahr.
Auch der Anblick von Raue-Pritsche war nicht ungewöhnlich. Hagrid vermissten sie sowieso nicht. Aber natürlich musste es eine neue Lehrkraft für Verteidigung gegen die Dunklen Künste geben. Allerdings wagte Draco zu bezweifeln, dass diese merkwürdige... Person, die sich direkt neben Dumbledore setzte, wirklich ihre neue Lehrerin für Verteidigung gegen die Dunklen Künste werden sollte.
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A Death Eater's Tale Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt