Anmerkung: Content Warnung! In diesem Kapitel wird kurz das Thema sexuelle non-con (nicht einvernehmliche) Handlungen angesprochen.
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Die Sache mit den Briefen begann bereits einen Tag nach dem Artikel, den Kimmkorn veröffentlicht hatte. Zuerst waren es nur vereinzelte, die Granger bekam, aber über die Tage wurden es immer mehr.
Es fiel nicht nur Draco auf, und schnell wurde auch klar, warum Granger ununterbrochen Eulen mit Post bekam - es waren Drohbriefe.
Die Gryffindor wurde regelrecht überhäuft mit Umschlägen, die Pergamente mit Beleidigungen und Bedrohungen enthielten. Anfänglich konnte Draco noch beobachten, wie sie die Briefe belächelte. Häufig warf sie sie mit einem abfällig Schnauben sofort weg oder stopfte sie augenverdrehend in ihre Schultasche.
Tatsächlich machte Draco sich einmal die Mühe, ein paar zerknüllte Pergamente heimlich wieder aus dem Papierkorb in der Bibliothek zu fischen, nachdem er gesehen hatte, wie Granger sie dort entsorgt hatte.
'Harry Potter verdient eine Bessere. Verschwinde dahin, wo du herkommst, Muggel!' stand da oder:'Gleich zwei Jungen das Herz brechen, schäm dich! Dich sollte man in Froschlaich kochen!' und andere nette Dinge. Auch verlangten einige, sie solle ihre schmutzigen Muggelfinger von Viktor Krum lassen. Andere Briefe enthielten Beleidigungen bezüglich Grangers Strebsamkeit oder ihres Äußeren.
Granger schien die Briefe einfach lächerlich zu finden.
Aber irgendwann nahm die Häufigkeit zu - und es blieb nicht bei einfachen Briefen.
Es kamen mit Doxymist oder Eulendreck gefüllte Umschläge und zu unpassendsten Zeiten Unmengen von Heulern. Für Granger wurde es irgendwann zu einem regelrechten Spießrutenlauf. Die Post kam häufig beim Frühstück, aber auch zu anderen ungünstigen Momenten. Draco konnte deutlich sehen, dass es eine Belastung für Granger wurde. Aber natürlich musste es unmöglich sein, herauszufinden, von wem die Briefe stammten, denn selbstverständlich waren sie mit verzauberten Federkielen geschrieben oder mit ausgeschnittenen Buchstaben aus dem Tagespropheten zusammengeklebt.
Draco glaubte, dass aufgrund des Turniers und des Stresses, den die Lehrkräfte bereits jetzt, im Frühjahr, machten, weil sie immer wieder auf die anstehenden Abschlussprüfungen hinwiesen, der Artikel rund um Potter und Granger schnell in Vergessenheit geraten würde, aber er irrte sich. Die Drohbriefe schienen nach ein paar Tagen sogar noch einmal zuzunehmen, so als würden die Schreiberinnen bemerken, dass sie nun doch anfingen, Schaden bei Granger anzurichten.
Draco für seinen Teil war tatsächlich mit Lernen beschäftigt; wie jedes Mal, wenn das zweite Halbjahr begonnen hatte, startete Theo mit dem Lernen und sie waren automatisch ebenfalls involviert, obwohl ihnen die Prüfungen noch unendlich weit weg vorkamen. Andererseits war Draco auch sehr ehrgeizig - er hatte durchaus den Anspruch, gute Ergebnisse bei den Prüfungen zu erzielen.
Theo seinerseits war noch mit etwas anderem beschäftigt. Bei ihrem letzten Hogsmeade Ausflug hatte er bei Tomes and Scrolls mehrere Bücher gekauft, die nun immer neben den Werken lagen, die er zum Lernen benötigte - nämlich Bücher mit Titeln wie 'Regelwerk und Vorbildfunktion - Ein praktischer Ratgeber für Vertrauensschüler', 'Leitfaden für angehende Vertrauensschüler' und 'Wie man der perfekte Vertrauensschüler wird - ohne den Verstand zu verlieren'.
Draco wusste, dass es seit der Zweiten Theos Wunsch war, Vertrauensschüler zu werden, und genau genommen war aus ihrem Jahrgang für Slytherin einfach niemand anders besser geeignet, darin waren sie sich einig. Draco wusste, es ging Theo nicht um Vorteile für eine spätere Karriere (es war üblich, das Amt des Vertrauensschülers auch in Bewerbungen zu erwähnen), denn selbstverständlich würde keiner von ihnen jemals arbeiten müssen. Es ging ihm um das Amt an sich - er war stolzer Slytherin und wollte sich für sein Haus stark machen sowie für Jüngere da sein. Draco war sich sicher, dass er ausgewählt werden würde und Theo das Amt großartig ausführen würde.
Zwischendurch fragte Draco sich, wer aus den anderen Häusern wohl Vertrauensschüler werden würde. Wer immer es auch werden würde, es würde für Theo nicht leicht werden. Die Slytherins wurden immer besonders streng von den Vertrauensschülern der anderen Häuser behandelt, Theo würde sich viel für sie einsetzen müssen.
Draco war froh, dass bisher nicht besonders unangenehme Exemplare dieses Amt bekleidet hatten, wie beispielsweise der Mistkerl McLaggen oder diese Schnepfe Milana. Zweitere war im Übrigen ständig damit beschäftigt, Hermine Granger abfällig zu mustern, jedes Mal, wenn sie die Gryffindor sah. Einmal beobachtete Draco, wie Milana versuchte, Granger einen Stolperfluch auf den Hals zu hetzen, aber sie zielte miserabel und der Fluch schlug fehl, während Granger den Angriff nicht einmal mitbekam, so vertieft war sie in ein Buch, das sie mit sich führte.
Der Hass gegen die Gryffindor war sogar noch weiter verbreitet, als Draco zuerst klar gewesen war. Dass sie angeblich eine Liaison mit dem heiligen Potter und dem berühmten Viktor Krum hatte, schien so ziemlich die ganze Schule zu beschäftigen.
Sogar Pansy.
„Geschieht dem Schlammblut recht, dass man ihr im wahrsten Sinne des Wortes Scheiße schickt", sagte sie eines abends im Gemeinschaftsraum, „Hässliche Person ist das! Und dass sie mit den beiden zusammen ist, zeigt deutlich, dass es ihr nur um berühmte Leute geht. Ich meine, guckt euch diese Witzfigur Potter an! Aber im Grunde genommen passen die beiden toll zusammen... Sind beide unfassbar hässlich. Ich meine, Granger kann mit ihrem Aussehen nur mit Hilfe von Liebestränken jemanden wie Viktor um den Finger wickeln."
„Zumindest lässt sie sich nicht von Schleimfiguren wie McLaggen um den Finger wickeln."
Der Satz war heraus, ehe Draco überhaupt bemerkt hatte, dass er ihn sagen wollte.
Die anderen Slytherins, die in seiner Nähe saßen, wurden still und guckten leicht schockiert. Sie alle waren von ihm gewohnt, dass er solche Sprüche Mitgliedern der anderen Häuser an den Kopf warf, aber innerhalb seines Hauses war er stets friedlich und auch sehr beliebt.
Draco wusste, dass es sich mittlerweile herumgesprochen hatte, was Pansy am Abend des Balls getan hatte, und die Slytherins sie dafür schon verurteilten - trotzdem griff niemand sie so offensichtlich deswegen an.
Draco bereute die Worte, kaum, dass sie heraus waren, und am liebsten hätte er sie dahin zurück gestopft, woher sie gekommen waren.
Er verstand selber nicht, warum Pansys Worte ihn so wütend machten. Oder im Grunde genommen wusste er es sehr wohl, und ebenso bewusst war ihm, dass er diesen Gedanken erfolgreich wegdrückte, weil er ihn nicht wahrhaben wollte.
Pansy schwieg, ihr Blick huschte umher. Offensichtlich war es ihr unangenehm, dass Draco diese Sache so offen angesprochen hatte. Dann blieb ihr Blick an ihm selber hängen, und Draco sah unfassbare Wut darin - und noch etwas anderes, doch nur, weil er Pansy so gut kannte, erkannte er es als das, was es war: Verletztheit.
Mit einem Ruck stand Pansy auf und stürmte los in Richtung Mädchenschlafsäle.
Draco presste zornig den Kiefer zusammen.
„Das war echt nicht nötig, Draco", tadelte Greg.
Seitdem er mit Millicent zum Ball gegangen war, verstand er sich mit ihr viel besser als früher und hatte dadurch auch mehr Kontakt zu Pansy.
„Sie ist selber Schuld", schnarrte Draco, aber das schlechte Gewissen drückte in seinem Magen.
Leise gab er ein wütendes Geräusch von sich, dann stand er auf und beeilte sich, Pansy zu folgen.
Er holte sie im Gang zu den Schlafsälen ein.
„Pansy!"
„Verpiss dich, Draco."
„Pansy, hör zu..."
„Ich sagte: Verpiss dich."
Pansy machte sich nicht einmal die Mühe, stehen zu bleiben oder sich zu ihm umzudrehen, während sie ihm die Worte entgegen schleuderte.
Draco machte zwei schnelle, große Schritte, dann hatte er sie eingeholt, packte sie am Oberarm und drehte sie mit einem Ruck um.
„Pansy, hör zu, verdammt!"
Sie starrte wütend zu ihm hinauf, schwieg aber.
„Es tut mir leid, ok?", fuhr er aufgebracht fort. „Aber wenn du ganz ehrlich mit dir selbst bist, war es wirklich eine beknackte Aktion-"
„Der Satz bis zum "Aber" hätte gereicht", fauchte Pansy.
„Es ist aber nun einmal die Wahrheit, dass-"
„Draco, halt die Fresse."
„Warum? Weil du selber weißt, dass es eine blöde Aktion war?"
„Nein, weil du manchmal einfach ein dämliches Arschloch sein kannst", hielt Pansy gegen.
„Oh, jetzt bin ich also ein dämliches Arschloch, nicht McLaggen, habe ich das richtig verstanden?"
„Hör auf, Draco."
Aber er konnte nicht aufhören.
Er war wütend auf Pansy. Wütend, weil sie sich auf McLaggen eingelassen hatte und somit das ganze Haus Slytherin lächerlich gemacht hatte, wütend, weil McLaggen sie immer noch dreckig angrinste. Und er war noch aus einem sehr aktuellen Grund wütend auf Pansy, doch nach wie vor verdrängte er gekonnt die Erkenntnis.
„Hör zu, es tut mir leid, dass ich das vor den anderen gesagt habe", erklärte er mit zusammen gebissenen Zähnen. „Aber im Grunde habe ich Recht. Ich verstehe wirklich nicht, was in deinem Kopf vor sich gegangen ist!"
„Ich muss mich dir gegenüber wohl kaum rechtfertigen!", fauchte Pansy. An ihrem Hals erschienen rote Flecken vor Zorn. Draco hatte sie selten so wütend gesehen.
„Dachtest du, du wischst mir damit eins aus?", fuhr er ungerührt fort, „Sag mir bitte nicht, dass McLaggen tatsächlich ein guter Liebhaber ist."
Pansy schwieg. Sie schluckte und ihr Blick flackerte.
Draco zögerte.
Ja, da war etwas. Er hatte gar nicht mehr daran gedacht, dass ihm bei ihrem ersten Gespräch über diesen Bastard McLaggen aufgefallen war, dass Pansy eindeutig etwas verschwieg.
Aber was zur Hölle war es?
Und instinktiv kippte er in die Verhaltensweise, die er an den Tag legte, wenn er aus anderen etwas herauskitzeln wollte: Er wurde bewusst provokativ und arrogant.
„Du willst mir nicht erzählen, du hast Gefühle für diesen scheiß Gryffindor, oder?"
Pansys Lippen wurden zu einem schmalen Strich, wieder flackerte ihr Blick.
Was zur Hölle verschwieg sie?
„Habe ich etwa Recht?", hakte Draco nach, obwohl er sich sicher war, dass es das nicht war. Nein, es lag nicht daran, dass Pansy Gefühle für McLaggen hatte. Irgendetwas anderes war da, und er wollte endlich wissen, was es war.
„Sei endlich still, Draco", zischte Pansy zwischen zusammengebissenen Zähnen.
„Hat er dich schwer beeindruckt in dieser Nacht?", fuhr Draco fort. Ein wenig hasste er sich selbst. Pansy war seine Freundin, er wollte sie nicht provozieren, sie nicht verletzen. Aber momentan regte ihn einfach so viel an ihr auf. „Es kann nicht dein Ernst sein, dass du wirklich gerne mit ihm-"
„Es war schrecklich, ok?!"
Draco schwieg perplex und starrte Pansy an, die ihm den Satz ins Gesicht gebrüllt hatte.
Einen Augenblick sahen sie sich schweigend an, Pansy atmete schwer und hatte die Hände zu Fäusten geballt.
„Was?", flüsterte Draco nach ein paar Atemzügen.
Pansy schluckte schwer, in ihren Augen schimmerte es verdächtig.
„Es war schrecklich", wiederholte sie wütend. „Jede Sekunde daran. Bist du jetzt zufrieden?"
Draco schüttelte leicht den Kopf. Nur langsam begann die Erkenntnis in sein Bewusstsein zu sickern.
„Dein ganzes Gerede davon, dass man das erste Mal nicht überbewerten soll", sagte er langsam, „war Quatsch, nicht wahr? Du hättest es dir anders gewünscht."
Pansy gab einen zornigen Ton von sich und fuhr sich mit dem Ärmel über die Augen, verschmierte ihren Kajal dabei.
„Stell dir vor, ja", fauchte sie.
Draco trat näher, fasste ihre Oberarme.
„Pansy, was ist passiert?"
„Lass mich los, Draco."
„Nein.Was zur Hölle ist passiert? Was hat dieser Bastard getan?"
„
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A Death Eater's Tale
FanfictionJeder kennt sie - die Geschichte vom Jungen, der überlebte. Auch Draco Malfoy muss in seinem Leben immer wieder feststellen, dass die Geschichte dieses Jungen Einfluss auf seine eigene Geschichte hat. Auch wenn er es anfänglich nicht bemerkt und spä...
