Das Thema ZAGs wurde in diesem Jahr tatsächlich von keiner einzigen Lehrkraft ausgespart. Die Professorinnen und Professoren wurden nicht müde, sie darauf hinzuweisen, dass sie sich dieses Schuljahr besonders anstrengen mussten, was Draco unfassbaren Stress machte. Ja, er war sehr gut in der Schule - aber an diesem Abend würde das Quidditchauswahltrainung stattfinden und er wollte definitiv wieder in die Mannschaft kommen, am liebsten erneut als Sucher. Draco wusste, dass Harper sich nach wie vor ebenfalls für den Posten interessierte. Er wusste, dass er die besseren Chancen als Harper hatte, aber es sorgte ihn, dass er eben den gehäuften Schulstoff und die Vertrauensschülerarbeit auch noch bewältigen musste. Harper war jünger und ein Jahrgang unter Draco, er musste sich also weder um ZAGs Gedanken machen, noch hatte er einen Vertrauensschülerposten. Hinzu kam, dass sie einen neuen Mannschaftskapitän hatten. Marcus Flint hatte seinen Abschluss gemacht, als Draco die Dritte beendete, und das Trimagische Turnier hatte es im vergangenen Jahr unnötig gemacht, einen neuen Kapitän zu wählen.
Draco hatte bereits mitbekommen, dass Graham Montague, der Jäger für Slytherin war, seitdem Draco die Schule besuchte, in den Ferien sein Kapitänsabzeichen zusammen mit der Schulbuchliste erhalten hatte. Wie das Vertrauensschüleramt entschied auch beim Quidditch der jeweilige Hauslehrer, wer Kapitän wurde. In diesem Fall musste Draco aber einräumen, dass Snapes Wahl Hand und Fuß hatte: Graham spielte großartig, er verstand etwas von Taktik und war hoch angesehen im Team. Draco war sich sicher, dass er einen guten Job machen würde.
Aber gerade, weil er Graham für sehr fähig hielt, hatte er Sorge, dass dieser ihn nicht ins Team wählen würde; nicht, weil Draco schlechter war als Harper - sondern weil Harper viel mehr Zeit hatte, die er ins Training investieren konnte.
Draco nutzte schon in den ersten Tagen des neuen Schuljahres jede freie Minute, um zu trainieren - er flog auf seinem Nimbus 2001 auf dem Schlossgelände, er lief um den See und machte Krafttraining.
Als er an diesem Tag zum Unterricht ging, war er angespannt und aufgeregt. Er wünschte sich, der Schultag würde einfach schnell vergehen, damit das Auswahlspiel stattfinden konnte und er endlich wusste, woran er war.
Es nervte ihn maßlos und noch mehr als sonst, dass auf dem Weg zu Pflege magischer Geschöpfe die Gryffindors vor ihnen gingen. Insbesondere Granger und das Wiesel, die ununterbrochen die Köpfe zusammensteckten waren ein absolut ätzender Anblick. Leider bemerkte auch noch Potter seine Blicke und drehte sich immer wieder um, wobei er scheinbar versuchte, Draco nur mit den Augen einen Fluch auf den Hals zu jagen. Er zeigte diesem dämlichen, arroganten Idioten den Mittelfinger, woraufhin Potter seinen Freunden etwas aufgeregt zuflüsterte. Granger und Weasley drehten sich um und sahen ihn verärgert an. Draco zog eine Grimasse und sie wandten sich wieder ab.
Bei Salazar, konnten diese Gryffindors nicht einmal bei sich bleiben und nicht nerven? Seine Nerven waren schon angespannt genug in Ausblick auf das Auswahlspiel heute Abend!
Potter und Weasley tuschelten immer noch über ihn, als sie am Treffpunkt bei Raue-Pritsche ankamen. Draco knirschte mit den Zähnen. Er wünschte sich so sehr, Potter dieses Jahr den Schnatz vor der Nase weg zu schnappen. Er konnte diese bebrillte, arrogante Fresse einfach nicht mehr triumphieren sehen.
Raue-Pritsche begrüßte sie knapp und wollte mit dem Unterricht beginnen, doch Potter schob sich dicht zu ihr nach vorne, kurz darauf gefolgt von Granger und Weasley. Interessiert trat auch Draco näher, um zu lauschen.
„Wo ist Hagrid?", fragte Potter in quengelndem Ton.
Draco verdrehte die Augen. Als der Halbriese letztes Schuljahr schon einmal gefehlt hatte, hatte Potter doch auch schon keine Auskunft bekommen, daran würde sich bis jetzt wohl nichts geändert haben. Und genauso war es auch.
„Das geht Sie nichts an, Potter", schnauzte die Professorin.
„Es geht mich sehr wohl-", begann Potter, aber Raue-Pritsche ignorierte ihn.
„Professor-", begann Potter erneut und Draco platzte der Kragen. Das fehlte noch, dass dieser Idiot den Unterricht aufhielt und sie so mehr Hausaufgaben aufbekamen! Er hatte keine Zeit, er musste zum Auswahlspiel und mit Pansy einen Vertrauensschülerrundgang machen!
„Vielleicht hat der Riesentölpel sich was Ernsthaftes getan", zischte er leise, aber laut genug, dass Potter ihn hörte.
Granger drehte den Kopf.
„Hör auf!" Sie bildete die Worte stumm mit den Lippen und Draco kräuselte verärgert die Nase. Warum nahm sie ihre beiden dämlichen Freunde ständig in Schutz, egal wie idiotisch sie sich benahmen?
„Vielleicht hat er sich in Angelegenheiten eingemischt, die zu groß für ihn waren, wenn du verstehst, was ich meine?", setzte Draco noch eins drauf.
Oh, wie gerne würde er diesem Idioten auf die Nase binden, dass er wusste, wo der Wildhüter sich aufhielt!
Draco entfernte sich, grinste Granger noch einmal über die Schulter provokativ an und stellte sich zur Lerngruppe, die bereits zusammen mit Raue-Pritsche vor einem Haufen kleiner Zweige stand, zwischen denen es sich unauffällig bewegte.
„Wer kann mir sagen, wie man diese Dinger hier nennt?" Die Professorin zeigte auf den Haufen Zweige.
Theo neben Draco hob langsam den Arm, aber Granger hatte sich mittlerweile vor sie geschoben und ihr Arm schoss in die Höhe.
Draco konnte es sich nicht verkneifen, sie hinter ihrem Rücken nachzuäffen. Ständig musste sie Theo zuvorkommen.
„Miss Granger?"
„Das sind Bowtruckle, Professor", antwortete Granger. „Baumwächter. Sie leben für gewöhnlich in Bäumen, aus denen Zauberstäbe hergestellt werden."
„Fünf Punkte für Gryffindor."
Aufgeschreckt durch Pansy, die kreischend über Dracos Nachäffen gelacht hatte, machten die Bowtruckle zwischen den Zweigen erschrockene Hüpfer. Nun konnte man sie besser sehen: knubbelige braune Arme und Beine, zwei zweigartige Finger an jeder Hand und ein lustiges, flaches Rindengesicht, in dem ein Paar käferschwarze Augen funkelten.
„Oooooooh", machten Parvati Patil und Lavender Brown aus Gryffindor und Tracey Davis flüsterte Daphne Greengrass zu: „Die sind aber niedlich..."
„Ruhig, Mädchen!", bellte Raue-Pritsche. „Kann mir auch jemand sagen, was sie essen?"
„Holzläuse", antwortete Granger prompt. „Aber auch Feeneier, wenn sie welche bekommen können."
„Sehr gut. Weitere fünf Punkte für Gryffindor!"
Theo gab einen verärgerten Laut von sich und auch Draco war sauer. Sie hätten die Antwort genauso gewusst und hatten nicht einmal die Chance, dran zu kommen.
„Also, merkt euch", fuhr die Professorin fort. „Wenn Sie einen Zweig oder Blätter eines Baumes benötigen, in dem Bowtruckle leben, sollten sie immer ein paar Holzläuse als Besänftigung dabei haben. Bowtruckle sind grundsätzlich friedlich, aber wenn man sie verärgert, versuchen sie, einem mit ihren spitzen Fingern in die Augen zu stechen. Gut, nun nehmen Sie sich bitte zu zweit oder zu dritt ein Exemplar und ein paar Läuse aus dieser Schüssel hier. Ihre Aufgabe ist es, sie so genau wie möglich zu zeichnen."
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A Death Eater's Tale
FanfictionJeder kennt sie - die Geschichte vom Jungen, der überlebte. Auch Draco Malfoy muss in seinem Leben immer wieder feststellen, dass die Geschichte dieses Jungen Einfluss auf seine eigene Geschichte hat. Auch wenn er es anfänglich nicht bemerkt und spä...
