Ja, er hatte ihren Zettel in sein Buch geklebt, genauso wie er es bereits zuvor einmal mit dem Brief getan hatte, den sie ihm aus Dankbarkeit in der Zweiten geschickt hatte, und er hasste sich selbst dafür.
Er hasste sich dafür, den Zettel und den Brief eingeklebt zu haben und er hasste sich dafür, sie schon mehrfach gezeichnet zu haben.
Er war wütend auf sich selbst, und automatisch war er auch wütend auf sie.
So als könnte sie etwas für sein bescheuertes Verhalten.
Merlin, er hatte ihr Schokolade geschenkt! Bestand sein Hirn aus einem Haufen Doxymist, oder was hatte ihn dazu gebracht?
Das ganze verwirrte ihn, er war sogar so zerstreut, dass er sich kaum auf seine Freundin konzentrieren konnte, mit der er gerade über das Gelände schlenderte.
„Draco, hörst du mir überhaupt zu?"
Verdammt, erwischt.
„Natürlich", beeilte er sich zu sagen und Megan sah ihn misstrauisch an.
„Jedenfalls", fuhr sie dann mit dem fort, was sie ihm wohl offensichtlich gerade erzählt hatte. „habe ich zu ihr gesagt: Wenn du das so siehst, können wir das ganze gleich vergessen. Du denkst doch nicht einmal richtig darüber nach, was er gemacht hat. Und diese Milana aus Ravenclaw, die nutzt das aus, die weiß eben, wie man einen Jungen um den Finger wickelt..."
Draco hatte nicht den blassesten Schimmer, von was sie da redete. Aber vermutlich war es wieder irgendein typisches Mädchengeschwafel. Und dabei kam diese Ravenclaw, Milana, über die er sich seit seiner ersten Zugfahrt nach Hogwarts geärgert hatte, offensichtlich mal wieder nicht gut weg.
Allerdings interessierte es ihn eigentlich gar nicht.
Draco atmete genervt aus.
Eine Freundin zu haben war schön und gut, aber gerade kam es ihm einfach nur anstrengend vor.
Er schlenderte an der Seite von Megan weiter, ohne ihr richtig zuzuhören.
Und dann sah er sie.
Hermine Granger mit Potter und Weasley, in vollkommener Eintracht, so als hätten sie sich niemals gestritten.
Zorn wallte heiß in ihm.
Sie hatten sie so lange schlecht behandelt und ignoriert, sie hatte sich die Augen ausgeheult wegen dieser beiden Idioten, und nun war alles wieder gut?
Sie lachten, sie redeten.
„Dämliches Pack", knurrte er leise.
„Was?", fragte Megan verwirrt.
„Nichts", murrte Draco. „Lass uns zurück gehen."
Mit einem Ruck wandte er sich ab und stapfte zurück, Richtung Schloss.
Seine Freundin folgte ihm perplex.
Er hatte den Eingang fast erreicht, als von der Seite der riesige Wildhüter, Hagrid, angestapft kam.
„Malfoy!", bellte er, die käferschwarzen Augen blickten zornig. „Was treibst du dich hier herum? Weißt du nicht, dass es gefährlich ist auf dem Gelände, wegen der Dementoren?"
„Wollen Sie mir etwa verbieten, mich hier frei zu bewegen?", schnarrte Draco und musterte den großen Mann abfällig.
Genau genommen machte der Wildhüter ihm manchmal etwas Angst, insbesondere, wenn er so bedrohlich guckte wie jetzt gerade. Es war verrückt, dass er einerseits so gefährlich wirken konnte und andererseits eine solche Witzfigur war.
„Werd nicht frech, Malfoy", rügte Hagrid ihn. „Du denkst auch, du kannst dir alles erlauben, was?"
Natürlich, er war wütend auf Draco, wegen der Sache mit dem Hippogreif. Noch war nicht sicher, dass er hingerichtet wurde, schließlich gab es noch die Berufungsverhandlung, aber die Chancen standen nicht gut, das war Draco klar. Und der Wildhüter projezierte seinen ganzen Zorn auf Draco.
Draco fand interessant, dass Hagrid ihn ansprach, aber nichts zu der Hufflepuff an Dracos Seite sagte.
Daraufhin fiel ihm etwas ein.
„Nun, wenn es so schlimm ist, sich auf dem Gelände herum zu treiben, sollten Sie das auch Potter und seinen Freunden sagen, die laufen dahinten nämlich auch einfach so herum."
Hagrids Blick verdüsterte sich noch mehr.
„Willst Harry wieder in Schwierigkeiten bringen, heh?", knurrte er. „Hast ihn letztens schon verpetzt, habe ich mitbekommen, als es um Hogsmeade ging. Nutzt jede Gelegenheit, um Harry schlecht zu machen, nur weil er dich in Quidditch schlägt, oder was?"
Draco spürte Wärme in seinen Wangen.
Er fühlte sich bloßgestellt und auch vor seiner Freundin blamiert, die stillschweigend zuhörte und sich offensichtlich nicht traute, etwas zu sagen.
Er hasste diesen dämlichen Möchtegern-Lehrer einfach!
Schon in der Ersten, im Wald, hatte er ihn so unfair behandelt, als Longbottom behauptete, Draco hätte ihn erschreckt. Schon damals hatte der riesige Mann Potter, Granger und Longbottom bevorzugt und war total ungerecht Draco gegenüber gewesen.
„Ich-"
„Ab ins Schloss!", befahl der Wildhüter, ohne ihn zu Wort kommen zu lassen.
Wütend wandte Draco sich ab und stapfte ins Schloss.
„Er hat Recht, weißt du", meinte Megan an seiner Seite. „Wir müssen wirklich vorsichtig sein wegen der Dementoren. Und ich verstehe auch nicht, warum du eigentlich immer solchen Streit mit Harry Potter-"
Draco blieb abrupt stehen und sah sie an.
„Was geht es dich an?", fauchte er. „Potter ist ein dämliches Arschloch!"
Ein dämliches Arschloch, das offensichtlich wieder Grangers Zuneigung gewonnen hatte.
Was fand sie nur an diesem bebrillten Vollidioten?
Megan starrte ihn an, halb gekränkt, halb wütend.
„Du musst mich nicht so anschnauzen."
„Sei nicht so empfindlich."
Ihre Augen füllten sich mit Tränen.
Salazar, sie strapazierte seine Nerven wirklich.
„Du bist total unsensibel! Ich habe mir eine Beziehung mit dir wirklich anders vorgestellt!"
Draco konnte sich nicht zurück halten. Er war zu wütend.
Wütend wegen dieses Wildhüters, wütend wegen Megans blödem Gerede, und wütend wegen Granger, die zu Sankt Potter und seinem blöden Wiesel zurück gekrochen war. Die beiden hatten sie doch in der Ersten schon total mies behandelt!
„Überraschung: Es interessiert mich nicht, was du dir vorgestellt hast!"
Was dachte diese Hufflepuff sich eigentlich, mit wem sie hier redete?
„Was? Das kann nicht dein Ernst sein!"
Draco verdrehte die Augen.
„Es nervt, Megan", entfuhr es ihm.
Die Ohrfeige traf ihn vollkommen unvorbereitet.
Megan hatte nicht besonders stark zugeschlagen, es tat eigentlich so gut wie gar nicht weh, trotzdem konnte er es kaum glauben.
„Du bist ein Arsch", zischte Megan.
Einen Moment starrten sie sich an, dann bekam Megan einen erschrockenen Gesichtsausdruck.
„Oh, tut mir leid, ich hätte das nicht-"
„Sei ruhig", schnarrte Draco so überheblich wie möglich. „Und geh mir in Zukunft aus dem Weg. Auf so ein Theater habe ich echt keine Lust."
Mit diesen Worten ließ er sie einfach stehen.
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A Death Eater's Tale
Fiksi PenggemarJeder kennt sie - die Geschichte vom Jungen, der überlebte. Auch Draco Malfoy muss in seinem Leben immer wieder feststellen, dass die Geschichte dieses Jungen Einfluss auf seine eigene Geschichte hat. Auch wenn er es anfänglich nicht bemerkt und spä...
