"War ja klar, dass der Wichser wieder damit angeben muss", schnarrte Draco.
Er ließ sich in der Großen Halle neben seinen Freunden auf eine Bank sinken.
Eben war er zum Gryffindor-Tisch hinüber geschlichen, um sich zu vergewissern, dass Granger, die ja nun einmal keine Ahnung von Rennbesen und Quidditch hatte, tatsächlich nichts durcheinander gebracht hatte, aber es stimmte: Potter hatte, bewusst für jeden sichtbar, den neuen Feuerblitz vor sich auf den Tisch gelegt und posaunte heraus, was für ein tolles und schnelles Modell es doch sei.
Weasley hatte Draco gesehen und zynisch bemerkt, dass er sich ja einen dritten Arm wachsen lassen konnte, um so vielleicht eine kleine Chance zu haben, den Schnatz vor Potter zu fangen.
Draco erwiderte daraufhin nur, dass der Feuerblitz Potter wohl nichts nutzen würde, schließlich hatte er keinen eingebauten Fallschirm, der aber nötig wäre, wenn Potter wegen der Dementoren wieder abstürzen würde.
Während sie sich beschimpften, sah Draco sehr deutlich, mit wieviel Abstand Granger zu allen anderen Gryffindors dasaß und wie traurig und müde sie ihr Frühstück auf dem Teller betrachtete.
Offensichtlich war sie immer noch unglücklich wegen des Streits mit Potter und Weasley.
Draco kochte vor Wut.
Wieder einmal wurde Potter bevorzugt.
Draco wusste sehr wohl, welches Tempo der Feuerblitz erreichen konnte, es würde also tatsächlich schwer für ihn werden, gegen Potter auf dem Spielfeld zu bestehen.
Aber ersteinmal war sowieso das Spiel Gryffindor gegen Ravenclaw dran.
„Cho wird keine Chance gegen den Feuerblitz haben", stellte Theo trocken fest, aber man hörte heraus, dass es ihm nicht passte und dass es ihm natürlich tausend Mal lieber wäre, seine Freundin würde den Schnatz fangen, nicht Potter.
Draco beobachtete, wie ein paar Jungen und Mädchen aus Hufflepuff und Ravenclaw zum Gryffindor-Tisch gingen und Potter scheinbar fragten, ob sie den Besen einmal berühren durften.
Selbst Diggory, der Kapitän der Hufflepuff-Mannschaft, ging zu dem bebrillten Vollidioten, klopfte ihm auf die Schulter und gratulierte ihm zu dem neuen Besen.
„Ich hasse Potter", spie Draco aus vollstem Herzen.
„Hey, rück mal bitte Blaise, ja?"
Es war Marcus Flint, und Blaise rutschte brav, um dem Quidditch-Kapitän mit dem breiten Kreuz Platz zu machen.
„Ein Feuerblitz, ist das zu fassen?", knurrte Marcus, an Draco gewandt. „Weißt du, wie schnell der ist? Der beschleunigt so stark, da reißt es dir fast die Haare vom Kopf. Wie sollen wir denn da eine Chance haben?"
„Mit wir meinst du mich", seufzte Draco.
Marcus sah ihn an.
„Nun... ja. Gryffindor wird Ravenclaw platt machen, egal wie gut die Ravenclaw-Mannschaft derzeit aufgestellt ist, Gryffindor ist leider besser."
Er sah zähneknirschend zu Potter, neben dem gerade Oliver Wood stand, der sich begeistert mit dem Narbengesicht über den Feuerblitz austauschte.
„Diese Chang ist gut, aber Potter wird sie locker abhängen mit dem Feuerblitz. Und Draco, du bist der bessere Sucher von euch beiden, aber auf dem Nimbus 2001 hast du keine Chance gegen Potter."
Immer noch starrte er zum Gryffindor-Tisch, sein Blick saugte sich an Wood fest.
Der schlanke Gryffindor legte gerade freundschaftlich den Arm um Potters Schultern und lachte.
Irgendetwas an Marcus' Blick irritierte Draco, aber er konnte einfach nicht sagen, was.
Da sprach Marcus auch schon weiter.
„Man müsste dafür sorgen, dass Gryffindor bereits gegen Ravenclaw verliert, damit die Kätzchen in der Rangfolge absteigen", meinte er.
„Aber wie?", fragte Draco.
Marcus seufzte und fuhr sich mit der Hand durchs Haar.
„Ich habe keine Ahnung", gestand er.
Draco sah nachdenklich zum Gryffindor-Tisch, wo Potter immer noch mit Wood plauderte. Sein Blick glitt zu Granger, die sich lustlos einen Löffel Müsli in den Mund schob.
Sein Kiefer spannte sich an.
„Man müsste ihn ablenken", murmelte er.
„Was?"
Marcus sah ihn fragend an.
Draco riss seinen Blick mühsam von Granger los.
„Man müsste ihn ablenken", wiederholte er und sah nun Marcus an. „Man müsste beim Spiel Gryffindor gegen Ravenclaw dafür sorgen, dass Potter stark abgelenkt ist."
Marcus machte ein nachdenkliches Gesicht.
„Aber wie?"
„Vielleicht könnte man wieder dafür sorgen, dass er vom Besen fällt, der Idiot. Toll wäre ja, wenn wieder Dementoren auftauchen würden."
Sie schwiegen einen Augenblick.
„Wieso werden wir nicht zu Dementoren?"
Marcus und Draco sahen Vincent an, der gesprochen hatte.
„Was?", fragte Marcus perplex.
„Naja, wir könnten uns als Dementoren verkleiden und Potter beim Spiel erschrecken", erklärte Vince.
Draco blinzelte, Marcus schwieg einen Moment.
„Vincent, das ist eine total bescheuerte Idee", stellte er fest.
Vincent zuckte mit den Schultern.
„Ich wollte nur helfen", sagte er beleidigt.
Marcus' Blick glitt wieder zu den Gryffindors. Oliver Wood war gerade dabei, die Halle zu verlassen, und Marcus sah ihm nach, sein Blick glitt über Woods Rückseite.
„Ich hasse Wood", murmelte er in einem seltsamen Ton.
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A Death Eater's Tale
Fiksi PenggemarJeder kennt sie - die Geschichte vom Jungen, der überlebte. Auch Draco Malfoy muss in seinem Leben immer wieder feststellen, dass die Geschichte dieses Jungen Einfluss auf seine eigene Geschichte hat. Auch wenn er es anfänglich nicht bemerkt und spä...
