Eine feurige Aufgabe und eine kitzelige Birne

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„Drachen?"
Theo hatte es geflüstert, aber trotzdem hörte man den Schreck aus seiner Stimme heraus.
Er war gerade zu ihnen gestoßen - Draco saß mit seinen und Viktors Freunden zusammen an einem Tisch in der Bibliothek, zahlreiche Bücher über die eben gerade von Theo genannten Tierwesen auf der Holzplatte verteilt.
Theo hatte sich wieder einmal mit der Durmstrang Schülerin getroffen, um Merlin weiß was zu machen. Draco war sich ziemlich sicher, dass Theo gerade in großen Schritten dabei war, ihn und Blaise einzuholen, was Erfahrungen mit Mädchen anging.
Nun glitt er zu ihnen an den Tisch und ließ seinen Blick über die Bücher gleiten.
„Glaubt ihr ehrlich, dass ihr in denen etwas Gutes findet?"
Er nahm mit skeptischem Blick das Buch mit dem Titel „Männer, die Drachen zu sehr lieben" in die Hand.
„Vermutlich nicht", seufzte Viktor.
Theo besah sich das Inhaltsverzeichnis.
„Krallenschneiden mit Zauberkraft... Behandlung von Schuppenflechte... Das ist sicher nichts, was geeignet ist", stellte er fest. „Woher wisst ihr eigentlich, dass Drachen die erste Aufgabe sind?"
Viktor sah sich flüchtig um, dann beugte er sich näher.
„Karkaroff hat es mir gesagt", flüsterte er.
Theos Augenbraue rutschte hoch.
„Und der wusste es woher?"
„Er hat heimlich beobachtet, wie die Drachen angeliefert wurden", erklärte Draco leise, da er die Geschichte bereits von Viktor kannte.
„Wahnsinn!", sagte Theo beeindruckt und beunruhigt zugleich. „Aber ist es nicht gegen die Regeln, dass die Champions vorher wissen, was genau die Aufgabe ist?"
„Na und", meinte Draco. „Es wäre doch total gut, wenn Viktor Vorteile hat und womöglich sogar gewinnt. Wir gönnen es ihm schließlich."
Theo nickt zustimmend.
Viktor hob den Kopf, da er gerade in einem Buch über Flüche gelesen hatte, was er aus der Verbotenen Abteilung geholt hatte. Durch seine Volljährigkeit und mit der Begründung, dass er in die Verbotene Abteilung musste, weil er für das Turnier recherchieren wollte, hatte er sofort eine Bescheinigung der Lehrkräfte für den Zugang bekommen.
„Ich finde es wirklich toll von euch, dass ihr euch so für mich ins Zeug legt", sagte er. „Schließlich habt ihr eigentlich zwei Champions eurer Schule, die ihr anfeuern müsstet."
Draco schnaubte.
„Sankt Potter wird sicherlich niemand von uns anfeuern", schnarrte er. „Diggory soll zwar lieber gewinnen als Potter, aber so richtig sympathisieren wir nicht mit diesem Hufflepuff. Und mit der Delacour haben wir ja gar nichts zu tun. Daher sind wir für dich."
„Oh, aber mit Delacour hätte ich schon gerne was zu tun", meinte Blaise. „Die ist echt extrem hübsch."
Allgemeines, leises Gelächter und zustimmendes Gemurmel am Tisch nach Blaise' Aussage.
Viktor blieb ernst.
„Fleur ist zum Teil Veela", sagte er.
„Oh, das erklärt, warum alle sie so anstarren", stellte Theo fest.
„Ich hab's gewusst!", sagte Blaise triumphierend. „Erinnert ihr euch noch an das erste Abendessen mit den Gästen? Ich habe gesagt, sie sieht aus wie eine Veela!"
„Ja ja", bestätigte Draco. „Aber eigentlich ist ihre Freundin noch heißer."
„Die mit den Locken?", fragte Theo.
Draco öffnete den Mund, und kurz kam kein Ton heraus, es war, als seien ihm die Worte im Hals stecken geblieben.
Die mit den Locken.
Warum, zur Hölle, hatte er sofort ein detailliertes Bild von Granger vor Augen?
Er schob das Bild beiseite und dachte an die rothaarige Freundin von Fleur Delacour, Léonie.
„Na klar, wer denn sonst?", bestätigte er.

„So, das sieht doch schon mal gut aus", meinte Terence.
Der Vertrauensschüler war mit einigen anderen älteren Slytherins dabei, den Gemeinschaftsraum für die erste Party in diesem Schuljahr fertig zu machen. Draco und seine Freunde, die die Feier kaum abwarten konnten, halfen mit, was eine willkommene Abwechslung nach der langen Recherche heute in der Bibliothek war.
Seit der ersten Klasse wünschte Draco sich, endlich zu denen zu gehören, die bei den Partys dabei sein durften, und nun würde es an diesem Abend das erste Mal soweit sein.
„Ich glaube, wir sind soweit fertig."
Draco stellte sich instinktiv lässiger hin, als Lu Baddock, die den Satz gesagt hatte, sich neben ihn stellte. Da sie mit Terence das Vertrauensschülerpaar bildete, kümmerte sie sich mit ihm um die Hauptorganisation.
Er erwischte sich dabei, wie er sie fasziniert beobachtete, als sie sich mit der Hand durch das glatte, glänzende braune Haar fuhr, es nach hinten strich, dieses aber augenblicklich wieder an den angestammten Platz zurückglitt.
Himmel, sie war einfach total hübsch, und dieser Körper...
„Welche Musik habt ihr ausgesucht?", fragte Draco.
Eigentlich interessierte es ihn nicht besonders, er war sich sicher, dass die Musik sowieso gut sein würde, aber er hatte das dringende Bedürfnis, Lu irgendwie anzuquatschen.
Bei Salazar, was würde er dafür geben, wenn Lu das bei ihm tun würde, was Océane getan hatte...
„Oh,viele Songs von 'Weird Sisters', Lynn hat sich letztes Jahr ständig beschwert, dass wir zu wenig von ihnen spielen, nicht wahr?"
Zum Schluss wurde sie lauter, und Lynn, eine von Dracos Ex-Freundinnen, die gerade schmückte, drehte sich um und zeigte einen hochgereckten Daumen.
„Was ist mit 'Moonlit Hex?'", fragte Pansy vom Sofa aus und schwenkte ein Magazin in der Luft. „Hier ist gerade ein aktueller Bericht über sie drin, die sind richtig cool, die machen Dark Indie Magic. Ihre Auftritte müssen voll beeindruckend sein, da gibt's Mondlicht-Illusionszauber und- hey!"
Blaise hatte im Vorbeigehen das Magazin aus Pansys Hand geschnappt.
„Du liest 'Witch & Wow'?", fragte er amüsiert und blätterte in der Zeitschrift.
„Und wenn schon!", giftete Pansy. „Da sind tolle Schminktipps drin und die Bands, die sie darin vorstellen, sind total cool. Die Zeitschrift ist besser als eure dämlichen Rennbesenmagazine und wir wollen mal gar nicht über diese bescheuerte 'Lumos! Girls' oder die 'HexAppeal' reden, nicht wahr?"
Draco warf einen beunruhigten Blick auf Lu, als Pansy die Magazine erwähnte - die Vorstellung, dass Lu Baddock wusste, was für Bilder sie sich heimlich ansahen, beunruhigte ihn schon ein wenig. Erleichtert sah er, dass sie nur amüsiert schmunzelte.
„Hey", kam es da beeindruckt von Blaise, der Pansy gar nicht zugehört zu haben schien. „Schaut mal! Hier ist sogar ein Artikel von 'The Venomous Vipers' drin! Wenn eine Band cool ist, dann ja wohl die!"
„Doch nicht so blöd, meine Zeitschrift, was?", schnarrte Pansy arrogant.
„Wer?", fragte Draco Blaise.
Er gab es nur ungern zu, aber seine Eltern hielten von neumodischer Musik überhaupt nichts, daher bekam er von solchen Dingen nicht wirklich etwas mit, und bisher hatte es ihn auch noch nicht so wirklich interessiert.
Blaise kam näher und hielt ihm das geöffnete Magazin hin. Auch Theo beugte sich interessiert näher.
„'The Venomous Vipers'! Mensch, Leute!" Blaise wedelte mit dem Artikel vor ihrer Nase herum. „Zu denen muss ich unbedingt mal auf ein Konzert."
„Die sind echt toll", bestätigte Lu, während Theo und Draco den Artikel ansahen.
Offensichtlich hatten die 'Vipers' als Logo einen schlangenförmigen Notenschlüssel, was Draco schon mal ziemlich sympathisch war.
„Die machen rockige Musik", fuhr Lu fort. „Die Musikrichtung nennt sich Magical Punk Vibe."
„Sowas hörst du?", fragte Draco amüsiert Blaise, der daraufhin bloß grinsend die Schultern zuckte.
„Es wird bei der Party musiktechnisch für euch alle was dabei sein", versprach Lu.
„Aber ums Essen haben wir uns noch nicht gekümmert", mischte sich Vance Urquardt ein.
„Wen kümmert das Essen, Hauptsache wir haben Alkohol!", lachte Miles Bletchley.
Allgemeines Gelächter.
„Hab nicht so eine große Fresse, Miles", meinte Vance, der aber auch gelacht hatte. „Du bist dann der Erste, der sich über einen leeren Magen beschwert."
„Ein leerer Magen kotzt wenigstens nicht so viel aus", grinste Miles.
Vance verdrehte schmunzelnd die Augen.
„Also, ich gehe jetzt jedenfalls los, um das Essen zu organisieren."
Draco hob den Blick von dem Artikel über die 'The Venomous Vipers', den er gerade las. Dann eilte er Vance, der auf dem Weg zum Ausgang war, hinterher.
„Warte mal."
Vance drehte sich zu ihm um.
Draco wusste, dass der große, bullige Slytherin ein guter Freund von Marcus Flint war und durch Marcus hatten sie in den vergangenen Jahren auch immer mal wieder Kontakt gehabt.
„Wo organisierst du denn das Essen für die Party?", fragte Draco ehrlich interessiert.
Er hatte immer mal wieder mitbekommen, wie Mitschüler in Hogsmeade für die Partys eingekauft hatten, aber meistens waren das dann Dinge - und viele Substanzen - gewesen, die sie heimlich ins Schloss schmuggeln mussten, kein Essen.
„In der Küche, natürlich", antwortete Vance, wobei er beiläufig klang, aber der Schalk in seinen Augen schimmerte.
Draco zog eine Augenbraue hoch.
„In der Küche? Aber niemand aus der Schülerschaft weiß, wo die Küche liegt."
Vance' Mundwinkel zuckten.
Draco musste grinsen.
„Oder?", fragte er.

A Death Eater's Tale Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt