"Bei allen Heiligen, habt ihr die jungen Hexen aus Castelobruxo gesehen?", fragte Blaise eifrig.
Draco war froh, als seine Freunde endlich ebenfalls mit ihren Familien angereist waren und sie zusammen die Verkaufsstände unsicher machen konnten.
Anfänglich waren sie in einer sehr großen Gruppe unterwegs gewesen, auch mit den Mädchen zusammen, aber in der Menschenmenge hatten sie sich aus den Augen verloren, so dass Pansy und Millicent nun sonstwo waren, während sie Vincent und Gregory an einem Imbissstand zurückgelassen hatten, da sie bereits satt waren und noch so viele Attraktionen wie möglich sehen wollten.
Plötzlich war Draco sich nicht mehr so sicher, ob es wirklich nur Nachteile hatte, bereits Tage vorher hier anzureisen. Es gab einfach so viel zu sehen!
„Woher weißt du, dass sie aus Brasilien sind?", erkundigte Draco sich irritiert.
„Ich hab vorhin kurz mit diesen süßen Mädchen geredet", grinste Blaise. „Als ihr damit beschäftigt ward, das Plakat mit der Hakennase anzustarren."
„Hey, Viktor Krum ist ein grandioser Sucher", schimpfte Draco, gespielt beleidigt. „Man könnte fast sagen, er ist mein Vorbild."
„Trotzdem hat er eine Hakennase", behauptete Blaise. „Da guck ich mir lieber die Mädchen an als sein Gesicht."
„Krum ist wirklich toll", mischte sich Theo ein. „Wen interessiert es, wie er aussieht?"
„Keinen, sag ich doch", bestätigte Blaise. „Deshalb habe ich ja die Mädchen angesehen."
„Und er ist noch total jung", fuhr Theo ungerührt fort. „Erst achtzehn oder so. Ich frage mich, wie er seine Karriere neben der Schule geschafft hat."
„Hallo! Fokus auf die Mädchen, Theo!"
„Ja ja", lachte Theo. „Sie sehen wirklich richtig gut aus, du hast Recht. Tausch doch deine Adresse mit ihnen. Hogwarts hat ja sogar ein Austauschprogramm mit Castelobruxo. Vielleicht kannst du mal hin reisen."
„Echt?", meinte Blaise begeistert.
„Ja", bestätigte Theo. „Castelobruxo liegt mitten im Regenwald, wie Hogwarts ist auch diese Schule natürlich getarnt, sie sieht für Muggel wie eine alte Ruine aus. Aber eigentlich ist die Schule ein goldener Tempel."
„Voll cool", befand Draco und Theo nickte.
„Denke ich auch. Caipora bewachen die Schule und-"
„Caipora?", fragte Blaise dazwischen.
Theo nickte erneut.
„Ja, so kleine pelzige Tierwesen."
„Gibt's da auch Häuser wie in Hogwarts oder Ilvermony?", erkundigte Draco sich.
„Drei", antwortete Theo ihm. „Juno, Asterilla und Scondio."
„Oh, drei?"
„Genau. Wenn man sie mit Hogwarts vergleichen will, ähneln sie am meisten vermutlich Slytherin, Ravenclaw und Gryffindor."
„Kein Hufflepuff?", lachte Blaise.
Auch Theo lachte.
„Nein, kein Hufflepuff."
„Die braucht ja auch kein Mensch", prustete Draco und seine Freunde grinsten breit.
„Aber echt spannend, wie es so an anderen Schulen läuft", fuhr Draco fort. „Mein Vater wollte damals, dass ich nach Durmstrang gehe. Er sagt, dort wird viel mehr Wert auf Reinblütigkeit gelegt, außerdem werden die Alten Wege dort noch mehr befolgt."
„Die Dunklen Künste", spezifizierte Blaise mit einem merkwürdigen Unterton.
„Genau. Vater sagt, wahre Größe erlangt man über den Pfad der Dunklen Künste, und die kann man in Durmstrang beschreiten. Jede Schule hat eben ihren Schwerpunkt."
„In Castelobruxo ist es Zoologie und Pflanzenkunde", sagte Theo.
„Also doch Hufflepuff", lachte Blaise und auch Draco grinste flüchtig.
„In Durmstrang liegt die Betonung auf Kampfmagie und Duellierkunst", fuhr Draco fort. „Das ist bestimmt auch total spannend."
„Total", bestätigte Theo. „Aber ich habe gehört, dass die Ausbildung dort sehr streng und diszipliniert sein soll."
„Wo liegt die Schule eigentlich?", fragte Blaise stirnrunzelnd.
„Das ist geheim", erklärte Draco. „Das war unter anderem ein Grund, warum meine Mutter nicht wollte, dass ich da hin gehe. Sie meinte, es sei zu weit weg und außerdem würde man selbst den Angehörigen nicht verraten, wo die Schule liegt. Das gefiel ihr nicht, da ich im Notfall nicht erreichbar gewesen wäre."
„Sie ist aber vermutlich im Norden oder Nordosten Europas", ergänzte Theo. „Möglicherweise in Skandinavien oder Osteuropa. Vielleicht sogar in Bulgarien."
„Aber jetzt lasst uns noch so viele Verkaufsstände wie möglich ansehen", verlangte Blaise.
Das taten sie dann auch.
Jetzt, in der Abenddämmerung, wo es für die Muggel nicht mehr so leicht zu erkennen war, apparierten an allen Ecken und Enden weitere Verkäufer mit ihren Zelten, in denen sie Ware anboten.
Es gab leuchtende Rosetten - grün für Irland, rot für Bulgarien (sie kauften grüne und steckten sie an) - die mit schriller Stimme die Namen der Spieler der jeweiligen Mannschaft verkündeten, wenn man sie drückte, grüne Spitzhüte, die mit tanzenden Kleeblättern verziert waren, Schals in Farben des bulgarischen Teams und dem Logo der Mannschaft, Flaggen aus beiden Ländern, die die Nationalhymne spielten, wenn man sie schwenkte, kleine Modelle von Besen, nur so lang wie eine Hand, die aber tatsächlich flogen (auch hier konnten sie nicht widerstehen) und natürlich die herumstolzierenden Sammlerfiguren, von denen Draco bereits den Miniatur-Krum gekauft hatte.
Omnigläser hatte Draco vorhin bereits für seine vier Freunde gekauft, so dass sie damit bereits alle - Theo, Blaise, Greg, Vince und natürlich er selbst - ausgestattet waren.
Dann, ganz plötzlich, drang von irgendwo jenseits des Waldes, ein lauter, dröhnender Gong zu ihnen herüber.
An den Bäumen flammten rote und grüne Laternen auf und wiesen so den Weg zum Spielfeld.
„Es geht gleich los", sagte Theo aufgeregt. „Kommt, gehen wir!"
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A Death Eater's Tale
FanfictionJeder kennt sie - die Geschichte vom Jungen, der überlebte. Auch Draco Malfoy muss in seinem Leben immer wieder feststellen, dass die Geschichte dieses Jungen Einfluss auf seine eigene Geschichte hat. Auch wenn er es anfänglich nicht bemerkt und spä...
