Anmerkung: Der mit einem * markierten Text ist wortwörtlich übernommen aus dem Kapitel "Tatzes Rückkehr" (in "Harry Potter und der Feuerkelch" von JK Rowling)
Kapitel 90: Herzensleiden
Potter und Weasley standen in den nächsten Tagen gemeinsam im Rampenlicht. Insbesondere Potter wurde als „moralisches Vorbild" gefeiert, da er zwar Erster hätte werden können, aber unter Wasser gewartet hatte, bis alle Menschen geborgen worden waren.
Weasley sonnte sich sehr in der Aufmerksamkeit. Einmal hörte Draco ihn auf dem Gang vor Padma Patil damit prahlen. Nach dem Ball war die Ravenclaw ziemlich genervt von dem rothaarigen Wiesel gewesen, offensichtlich hatte er sich an dem Abend wohl nicht mit Ruhm bekleckert. Allerdings wirkte sie um einiges interessierter an ihm, seitdem er in das Trimagische Turnier involviert gewesen war.
Weasley, hohl wie er nun einmal war, wie Draco fand, genoss zwar ihre Aufmerksamkeit, schien aber nicht zu begreifen, dass sie offensichtlich darauf wartete, von ihm nach einem Date gefragt zu werden.
„Aber ich hatte meinen Zauberstab im Ärmel versteckt", prahlte er vor Patil. „Diese Wasseridioten hätte ich jederzeit erledigen können."
Draco, der gerade mit seinen Freunden vorbeilief, setzte dazu an, stehen zu bleiben und Weasley irgendetwas an den Kopf zu werfen (die Bezeichnung „Wasseridioten" regte ihn maßlos auf), als Granger giftete: „Ach ja? Und wie hättest du das bitte angestellt? Wolltest du sie vielleicht anschnarchen?"
Weasley wirkte verlegen und Draco prustete. Humor hatte sie, das musste man ihr schon lassen.
Allerdings drehte er rasch den Kopf weg und tat so, als hätte er über eine Aussage seiner Freunde gelacht, als Granger sich umwandte und ihn überrascht ansah.
Draco fiel auf, dass sie in ziemlich gereizter Stimmung war, seitdem vor der Schule öffentlich geworden war, dass sie diejenige war, die Viktor am meisten vermissen würde. Sie hatte sich wohl ziemlich viele Sticheleien deswegen anhören müssen.
Anfang März wurde das Wetter trockener.
Hagrid war zum Unterricht zurückgekehrt und wollte wohl beweisen, dass er genauso gut war wie Raue-Pritsche. Leider war auch Draco beeindruckt und fasziniert von dem Einhornfohlen, das er ihnen in den ersten Stunden Pflege magischer Geschöpfe präsentierte. Warum er sich so zu Einhörnern hingezogen fühlte, wusste er selbst nicht, aber irgendwie schien es wohl auf Gegenseitigkeit zu beruhen - zwar war das Fohlen noch zugänglicher als das ausgewachsene Exemplar, trotzdem war es ebenfalls misstrauischer den Jungen gegenüber. Während es sich von allen Mädchen streicheln ließ, gehörte Draco neben Longbottom zu dem einzigen Jungen, von dem es sich ebenfalls berühren ließ.
Das etwas bessere Wetter trieb Draco und seine Freunde zusammen mit Viktor und dessen Anhang noch mehr nach draußen, an den See zum Laufen, aber auch aufs Quidditchfeld, wo sie gemeinsam trainierten. So wütend Draco auch auf Viktor war, trotzdem war es für ihn irgendwie eine Ehre, mit dem Quidditch-Profi zusammen trainieren zu können. Er beobachtete Viktor genau, wenn sie zusammen oder gegeneinander spielten, um sich Tricks und Spielzüge einzuprägen. Der Durmstrang-Schüler spielte unfassbar gut. Er war schnell und geschickt und seine Spielzüge häufig überraschend. Überhaupt schien jede Sekunde seiner Freizeit aus Sport zu bestehen. Dracos Ehrgeiz wurde dadurch geweckt, auch noch mehr Muskelaufbau zu betreiben.
Trotz des Trimagischen Turniers hatte der Alltag sie also ziemlich fest im Griff.
An einem etwas sonnigeren Tag versteckten sie sich nach Kräuterkunde als etwas größere Gruppe hinter einem der derzeit unbenutzten Gewächshäuser - Theo wollte unbedingt eine rauchen, und Draco fiel auf, dass er eine ähnliche Obsession für Zigaretten entwickelte, wie Marcus Flint sie hatte. Mittlerweile hielt er die Schulvormittage kaum ohne eine Raucherpause aus, während er anfänglich zumindest bis zur Mittagspause gewartet hatte.
Neben Vincent und Gregory hatten sich auch Pansy und Millicent zu ihnen gesellt und sahen Theo, Draco und Blaise beim Rauchen zu, während sie sich unterhielten.
Sowohl Draco als auch Blaise hatten kein so großes Bedürfnis nach Zigaretten, aber es war gesellig, mit Theo zu rauchen, und gleichzeitig machte es auch irgendwie Spaß, die Lehrkräfte an der Nase herumzuführen und hinter ihrem Rücken zu rauchen. Außerdem gehörte es für sie irgendwie dazu - schließlich waren sie keine Kinder mehr.
Gerade lachten sie mit Pansy und Millicent, als ein Käfer laut an Dracos Ohr brummte. Genervt wedelte er mit der Hand, in der er die Zigarette hielt, um das Insekt zu verscheuchen, das zornig summend Abstand nahm und dann um die Ecke des Gewächshauses verschwand.
Kurz schoss Draco durch den Kopf, dass er bisher noch kein anderes Insekt auf dem Gelände gesehen hatte und es eigentlich bis vor ein paar Tagen auch noch zu kalt gewesen war für die kleinen Lebewesen, aber der Gedanke war ziemlich schnell wieder nebensächlich, insbesondere, als Rita Kimmkorn ohne Vorwarnung um die Ecke gebogen kam.
Hastig versteckten sie ihre Zigaretten hinter dem Rücken, aber natürlich war es zu spät - Kimmkorn hatte die Glimmstängel sicherlich gesehen. Wie hatten sie es nicht mitbekommen können, dass die Reporterin sich näherte? Eigentlich hätten sie ihre Schritte hören müssen.
„Hallo, hallo ihr Lieben", strahlte Kimmkorn. „Wie schön, euch wiederzusehen, ihr sportlichen Jungs. Und wie ich sehe, habt ihr ganz entzückende Damengesellschaft."
Millicent guckte verdutzt, Pansys Mundwinkel zuckten geschmeichelt.
„Ich dachte, Sie haben Hausverbot", stellte Blaise stirnrunzelnd fest.
Tatsächlich hatten sie mitbekommen, dass die Reporterin seit ihrem Artikel über Hagrid Hausverbot von der Schulleitung bekommen hatte.
Kimmkorn lachte und machte eine wegwerfende Handbewegung.
„Ach, na ja, ich bin mir sehr sicher, mein kleines Geheimnis, dass ich trotzdem ab und an hier vorbeischaue, bleibt unter uns, nicht wahr? So wie euer Geheimnis sicher bei mir ist."
Sie warf einen bezeichnenden Blick auf die kleinen Rauchwölkchen, die hinter ihren Rücken aufstiegen, während sie immer noch versuchten, die Zigaretten zu verbergen.
Sie tauschten verlegene und ertappte Blicke und holten die Hände hinter dem Rücken hervor.
Grundsätzlich war es kein Weltuntergang, wenn Snape erfuhr, dass sie beim Rauchen erwischt worden waren, bei den Mitgliedern seines eigenen Hauses drückte er meistens beide Augen zu, aber sie wussten, dass er nach wie vor mit Theo strenger war als mit dem Rest. Wegen Theos Prügeleien hatte er sowieso schon einen besonderen Blick auf ihn gehabt, doch seit ihrer Auseinandersetzung am Ende der Dritten war Snape in Bezug auf Theo immer mit ein wenig Vorsicht zu genießen.
Wieder lachte Kimmkorn, dieses Mal wohlwollend, als sie die Zigaretten erblickte.
„Keine Sorge, wir schweigen einfach alle wie ein Grab, nicht wahr?"
Zögernd nickten sie.
„Nun", fuhr Kimmkorn gönnerhaft fort. „Da wir nun ja beinahe so etwas wie Freunde sind - noch einmal Lust auf ein Interview?"
Sie ließ ihre Tasche aufschnappen und die Flotte-Schreibe-Feder sowie ein leeres Pergament kamen wie beim letzten Mal herausgeschossen.
„Um was soll es gehen?", fragte Draco misstrauisch.
Nach wie vor gönnte er Hagrid den negativen Artikel von ganzem Herzen, aber er hatte trotzdem aus der letzten Situation mit Rita Kimmkorn gelernt. Jedes Wort, das man sagte, konnte im Nachhinein wortwörtlich in der Zeitung stehen.
„Oh, wie wäre es mit dem Trimagischen Turnier? Ein paar Worte dazu, Draco? Wie stehst du zu den Champions? Sind sie für dich mutige Helden oder leichtsinnige Adrenalinsüchtige?"
„Ich-"
„Insbesondere Harry Potter dürfte bei euch doch Thema sein", fuhr Kimmkorn ungerührt fort, die Augen hinter den auffälligen Brillengläsern blitzten. „Wie ist es für dich, dass er trotz seiner Minderjährigkeit am Turnier teilnehmen kann? Siehst du es als großartige Chance für Hogwarts oder als unfairen Schachzug? Denn vielleicht hätten sich auch andere Minderjährige gerne beworben? Denkst du, dass seine tragische Hintergrundgeschichte ihn emotional labil macht?"
„Äh...", machte Draco, den es furchtbar irritierte, dass die Feder in einem irrsinnigen Tempo über das Pergament huschte, obwohl er noch keinen einzigen Ton gesagt hatte.
„Glaubst du, es gibt jemanden, der Harry Potter in dieser emotional fragilen Phase unterstützt? Jemanden, der ihm sehr nahe steht? Ich sehe ihn häufig mit diesem Mädchen... Wie war ihr Name...?"
Kimmkorn tippte sich nachdenklich an ihr Kinn, ehe sie übertrieben theatralisch den Zeigefinger hob - ihr schwarz lackierter Fingernagel zeigte gen Himmel wie eine Klaue.
„Ah ja richtig, Hermine Granger."
Kimmkorns Augen fixierten Draco fest und er sah die erwartungsvolle Spannung darin; er war sich sicher, dass diese unangenehme Frau keine Sekunde lang wirklich über den Namen hatte nachdenken müssen.
„Was ist mit ihr?", fragte Draco angespannt.
„Wie würdest du sie beschreiben?", fragte Kimmkorn eifrig. „Bodenlos besserwisserisch oder übertrieben altklug? Wie siehst du ihre Beziehung zu Harry Potter? Auf dem Ball war sie mit Viktor Krum, nicht wahr?"
Aufgeregt rückte die Reporterin ihre Brille zurecht, während die Flotte-Schreibe-Feder sich bereits dem zweiten Blatt Pergament zuwandte.
„Ich beschäftige mich nicht mit ihr", antwortete Draco steif.
Kimmkorns Mundwinkel sanken enttäuscht und die Feder erzitterte empört in der Luft.
„Keine einzige Aussage zu diesem Mädchen?", vergewisserte sich die Reporterin. „Nicht mal eine Kleinigkeit? Es gibt ja wohl tatsächlich Menschen, die sie als ziemlich hübsch bezeichnen würden..."
Draco dachte still bei sich, dass Kimmkorn selber sie als „umwerfend hübsch" bezeichnet hatte, er erinnerte sich noch allzu gut an den Artikel.
Pansy schnaubte abfällig und Rita Kimmkorns Blick schnappte zu ihr.
„Ja bitte?"
„Umwerfend hübsch", echote Pansy, hochnäsig und abfällig zugleich. „Lächerlich."
Wieder erzitterte die Feder, aber dieses Mal wirkte es erfreut, ehe sie wieder über das Pergament huschte.
„Wie siehst du denn Hermine Granger?", fragte Kimmkorn interessiert.
Halt die Klappe, Pansy, schoss es Draco durch den Kopf, aber er schwieg.
„Im Grunde genommen ist sie hässlich", stellte Pansy fest.
Kimmkorns Blick bekam etwas Raubtierhaftes.
„Tatsächlich", sagte sie und betonte das Wort so, dass man nicht genau heraushören konnte, ob es eine Nachfrage oder eine Bestätigung sein sollte. „Wie erklärst du dir dann, dass sie mit dem berühmten Quidditchspieler Viktor Krum zum Ball geht, während sie zeitgleich mit dem Jungen, der überlebte und nun auch noch jüngster Teilnehmer des Trimagischen Turniers ist, eine Beziehung pflegt?"
Die Federe huschte übers Pergament.
„Sie wissen doch gar nicht, ob sie mit Potter zusammen ist", rutschte es Draco heraus.
Kimmkorn warf ihm einen beinahe mitleidigen Blick zu, ehe sie sich wieder an Pansy wandte, seine Worte ignorierend.
„Was glaubst du, ist es?", hakte sie nach.
„
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A Death Eater's Tale
Fiksi PenggemarJeder kennt sie - die Geschichte vom Jungen, der überlebte. Auch Draco Malfoy muss in seinem Leben immer wieder feststellen, dass die Geschichte dieses Jungen Einfluss auf seine eigene Geschichte hat. Auch wenn er es anfänglich nicht bemerkt und spä...
