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Sydney:

Gestresst fuhr ich mir durch die Haare.
Wie lange konnte man bitte in einem Raum eingesperrt sitzen ohne verrückt zu werden?
Also ich wurde so langsam verrückt.
Und es kam mir so vor, als ob es nicht mehr genug Sauerstoff in diesem Raum gab.

Das Essen stand schon seit Stunden immernoch da rum. Wer weiß wann es anfangen würde zu gammeln.
Ich hatte mordsmäß Hunger. Und trotzdem rührte ich das Essen nicht an.

Ich wusste nicht einmal, ob es morgens, mittags oder abends war, weil es in diesem schrecklichen Raum kein Fenster gab. Nur das hässliche Licht.
Ich seufzte.

Die Tür ging auf und der Junge kam rein. Er war schon zwei mal bei mir gewesen, in gleichmäßigen Abständen.
Er schloss die Tür und kam dann zu mir.
Noch beim letzten Mal als er hier erschienen war war er gut gelaunt gewesen. Jetzt war seine Laune eindeutig im Keller.

Und obwohl er ein wenig sympathisch auf mich gewirkt hatte hatte ich jetzt Angst vor ihm. Denn er sah mich ausdruckslos an.
Schluckend sah ich ihm entgegen.
,,Was willst du?", hauchte ich.
Er blieb vor mir stehen und wollte gerade zum reden ansetzen, als von draußen was zu hören war.

Genau so wie er auch sah ich zur Tür.
Er runzelte die Stirn. Dann sah er mich nochmal an und öffnete die Tür.
Er lief in den Gang. Ich beobachtete ihn.
Ich merkte, wie er große Augen bekam.
Und dann knallte er die Tür zu.

Hatte ich es gerade überhört oder hatte er gar nicht abgeschlossen?
Gebannt starrte ich auf die Tür.
Langsam stand ich vom Bett auf und lief drauf zu.
Normalerweise war es immer ruhig, aber jetzt drangen undeutlich irgendwelche Stimmen zu mir.

Hoffnungsvoll sah ich die Türklinke an. Dann legte ich meine Hand drauf und drückte sie runter.
Und tatsächlich öffnete sie sich.
Einen Moment verharrte ich in der Position, um sicher zu gehen, dass niemand bemerkt hatte, dass ich die Tür geöffnet hatte.

Nichts geschah. Freudig lächelte ich. Das war meine Chance. Vielleicht konnte ich ja wirklich fliehen.
Vielleicht konnte ich endlich frei werden.
Mein Herz pochte immer schneller, als ich die Tür immer weiter öffnete.
Jetzt konnte ich die Stimmen deutlicher hören, aber ich konnte mich gerade nicht darauf konzentrieren, was sie sagten.

Noch hatte mich niemand bemerkt.
Zum Glück.
Ich schloss kurz die Augen und atmete tief ein.
Dann traute ich mich, mein Kopf ganz leicht rauszustrecken. Ich sah nach rechts.

In der Ecke wo die Sofas standen saßen drei Leute und einer stand.
So genau konnte ich nicht sehen, was da ablief.

Das Problem war, dass alle in meine Richtung saßen. Aber das gute war, dass sie irgendwie mit etwas beschäftigt waren. Mit ein wenig Glück könnte ich mich unbemerkt davonschleichen.

Mein Blick fiel auf die Tür.
Durch die musste ich raus, um in die Freiheit zu gelangen.
Dafür musste ich quer zur anderen Wand rennen, da sie ungefähr 5 Meter versetzt zu mir war.
Gorillas sah ich hier nicht.
Vielleicht waren sie ja draußen.

Ich atmete nochmal tief ein.
Jetzt oder nie!
Ich musste es wenigstens probieren.
Und ich überlegte auch nicht lange.
Noch ein letztes Mal huschte mein Blick zu den Jungs auf dem Sofa, die mich immernoch nicht bemerkt hatten.

Dann fixierte ich die Tür.
Und schon rannte ich mit pochendem Herz los.
Ohne noch einmal zu den Jungs zu blicken.

,,Hey, wohin!"
Mist, sie hatten mich gesehen!
Eine Träne benässte meine Wange.
Ich war an der Tür angelangt.
Hektisch sah ich den Jungen, der auf mich zukam.
Aber ich war schneller und riss die Tür auf.

Doch weiter konnte ich nicht rennen, denn ein Gorilla baute sich direkt vor mir auf und im gleichen Moment wurde ich von hinten gepackt und reingezogen.

Hilflos versuchte ich den starken Griff von dem Jungen abzuschütteln.
,,Lass sie, Alex", ertönte es von dem Typ, der mich entführt hatte.
Und dann wurde ich losgelassen.
Eingeschüchtert sah ich zu den Sofas, auf dem er saß. Und neben ihm saß noch jemand. Ohne Shirt.
Mit einer fetten Wunde unterhalb der rechten Schulter, die von einem anderen Jungen verarztet wurde, der nur flüchtig zu mir sah.

Dieser Alex stellte sich neben mich und jetzt stand mein Entführer auf und kam auf mich zu.
Er hatte einen kalten Blick, das mich noch mehr einschüchterte. Ich glaube ich hatte einen großen Fehler gemacht.

Direkt vor mir blieb er stehen.
,,Du wolltest also flüchten. Ich hoffe, du machst das nicht nochmal. Denn das wird nicht klappen und deshalb solltest du dir nicht unnötige Probleme vorbereiten."
Ich schluckte.

Er sah jetzt zu Alex.
,,Bring sie rein. Und schließ diesmal bitte ab."
Sofort fing an zu wimmern.
Alex packte mich am Arm und zog mich mit.
Ich versuchte mit meiner freien Hand seinen festen Griff loszuwerden.

,,Bitte, ich will da nicht nochmal rein. Bitte", flehte ich schluchzend.
Ich hielt mich an der Türschwelle fest.
Ich wollte da nicht rein.
Langsam bekam ich dort wirklich Angst und Panik. Ob man es mir glaubte oder nicht.

,,Ey, Dude. Sag ihr was! Ich will keine Gewalt gegen ein Mädchen anwenden.", hörte ich von ihm.
Und er zog mich nicht mehr so verrückt ins Zimmer rein.
Mit der freien Hand wischte ich über meine Wange.

Ich sah, wie der Typ, dessen Name ich immernoch nicht kannte, auf uns zukam.
Mit einem kalten Blick.

Jetzt packte er mich am Arm. Aber er zog mich nicht ins Zimmer, sondern in Richtung der Sofas.
Ich musste ein wenig schnelle Schritte machen, um nicht wie ein Sack hinterhergeschlürft zu werden.
Und aprubt wurde ich auf das freie Sofa geworfen.
Mit meinen Händen stoß ich mich ab.
Ich presste fest meine Lippen zusammen, damit man mein schluchzen nicht hörte.

Kurz verweilte ich in der Position, bis ich mich dann langsam ordentlich hinsetzte.

Dieser Alex nahm neben mir Platz.
Langsam hob ich mein Kopf.
Kalte Augen sahen mich an.
,,Ich will nichts von dir hören!", schnauzte er mich an und setzte sich neben dem Verletzten hin, den ich noch nie zuvor gesehen hatte.
Er hatte seine Augen geschlossen und ließ seine Wunde behandeln, ohne dass ein Ton von ihm rauskam. Nur ab und zu verzog er sein Gesicht.
Aber höchstwahrscheinlich tat ihm das sehr weh, denn die Wunde sah ekelhaft und sehr schmerzhaft aus, sodass ich wieder schnell wegsah.

Wie konnte er da einfach so ruhig sitzen?!

Mein Blick fiel auf den Tisch, der in der Mitte stand. Außer den Arzneisachen lagen da reichlich viele Waffen und Munitionen.
Fremd sah ich die Dinge an.
Noch nie hatte ich sowas in meinem echten Leben gesehen. Nur in Filmen oder so.
Und obwohl sie da nur lagen waren sie äußerst gefährlich.
Denn man musste nur hingreifen und auf den Abzug drücken und man könnte in sekundenschnelle jemanden umbringen.

An was für Zeugs ich wieder dachte!
Ich wischte die unnützen Gedanken zur Seite und fuhr mit einer schnellen Bewegung kurz über meine Wange, um sie vollkommen von Tränen zu lösen.

Gib mir deine SeeleGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt