Zum gefühlten hundertsten Mal atmete ich tief aus.
Elena legte die Pinsel zur Seite und sah mich fragend an.
,,Sydney, geht es dir gut?"
Einen Moment blickte ich sie stumm an, bis ich schließlich den Kiof schüttelte.
,,Nein, ich bin zu nervös."
Elena schmunzelte.
,,Du bist also nervös. Gut gut. Das heißt, du freust dich auf diesen Date."Jetzt stand ich vom Hocker auf.
,,Können wir das nicht einfach lassen? Ich weiß sowieso nicht, warum Matteo mich ausführen will. Also das kommt mir so grundlos und unlogisch vor. Und dann wird sich später doch herausstellen dass du das Kleid anziehen solltest und ich werde mich blamieren weil ich mir was dabei gedacht hab. Und dann werde ich noch blöder dastehen als ich sowieso schon bin. Also ich meine ich kann sowieso nicht ruhig mit Matteo sprechen wenn ich vor ihm stehe und wenn ich mich jetzt blamiere werde ich gar nicht mehr vor ihm stehen können.", redete ich pausenlos und hektisch.Elena sah mich abwartend an.
,,Bist du fertig?", sagte sie schließlich gelangweilt.
Ich sah sie finster an.
,,Ja, bin ich!", sagte ich dann beleidigt und setzte mich wieder hin.
,,Also, soweit ich gehört habe hast du gerade eben gesagt dass du vor Matteo nicht ruhig sprechen kannst. An was liegt das?", fragte sie mich grinsend.Empört schaute ich zu ihr hoch.
,,Ist das gerade dein ernst? Ist das das einzige was du aus der ewiglangen Rede entnommen hast?"
Sie zuckte mit den Schultern.
,,Der Rest war ja auch irrelevant.", meinte sie.Sie zog ihr Handy aus der Tasche und keuchte erschrocken auf.
,,Wir haben ja schon 20:10 Uhr!", rief sie.
Sofort stand ich auf.
Ich stellte mich vor den bodenlangen Spiegel und sah mich an.
Das Kleid betonte meine Kurven und das Make Up passte perfekt dazu. Es war weder zu viel noch zu wenig. Und meine Haare waren zu einem hübschen Dutt geformt, aus denen auf beiden Seiten eine Strähne rausschaute.,,Er ist schon da", sagte Elena als sie aus dem Fenster blickte.
Ich sah sie unsicher an.
,,Ich kann nicht", sagte ich aprubt.
Irritiert blickte sie zu mir.
,,Wie Bitte?"
,,Ich bin zu nervös. Ich kann mich nicht beherrschen gerade", sagte ich hilflos.Elena kam seufzend zu mir.
,,Du kannst dir sicher sein dass mein Bruder auch nervös ist."
,,Ich weiß nicht einmal warum er das gerade macht.", entgegnete ich noch.
Elena schmunzelte.
,,Um das zu erfahren musst du jetzt runter. Komm schon. Hallo! Wenn du dich jetzt schon so benimmst will ich mir gar nicht vorstellen wie du auf deiner Hochzeit drauf sein wirst."Fassungslos sah ich sie an.
,,Nicht mal ich hab gerade daran gedacht."
Dann atmete ich tief ein und lief auf die Tür zu.
,,Warte, wo gehst du hin ohne High Heels?", hielt mich Elena auf.
,,Oh, stimmt", meinte ich völlig verplant und setzte mich auf den Hocker um die schwarzen, mit Diamant beschmückten High Heels anzuziehen.
Dann stand ich auf.
,,Hoffentlich fall ich damit nicht hin", murmelte ich.
,,Das schaffst du schon", lachte Elena und machte dann die Tür auf.Sie reichte mir die Hand um mir bei den Treppen zu helfen.
Vorsichtig betrat ich die erste Stufe.
Dann stöckelte ich in Entengeschwindigkeit die Treppen runter.Ab der Hälfte bemerkte ich Diego, der im Flur stand.
Als er mich sah weiteten sich seine Augen.
Sobald ich heil unten ankam kam er auf mich zu.
Er nickte völlig begeistert.
,,Du siehst zugegeben wirklich hübsch aus.", sagte er schließlich.
,,Danke", meinte ich leise.,,Wo ist Matteo?", fragte ihn Elena.
,,Im Wohnzimmer.", antwortete er.
Wie als hätte er uns gehört kam er aus dem Wohnzimmer zum Vorschein.
Hinter ihm erschien seine Mutter.
Als er mich sah starrte er mich sprachlos an.
Ich merkte wie er schlucken musste.
Er selber stand in einer perfekten Jeans, Hemd und einer modernen Jackett vor mir.Als er immennoch nicht sein Blick vom mir löste tat ich es, denn so viel Blockkontakt hielt ich nicht aus.
Er kam langsam auf mich zu und blieb dicht vor mir stehen.
,,Ich wusste dass es dir stehen wird", raunte er mir zu, so leise dass nur ich es hören könnte.
,,Ihr vertrötet eure Zeit hier. Geht schon", forderte uns seine Mutter auf.Matteo drehte mich an der Schulter um und dirigierte mich Richtung Tür.
Dann liefen wir raus auf sein Auto zu.
Er öffnete mir selber die Tür und ließ mich einsteigen.
Dann stieg er selber ein.
Sein Blick blieb auf mir haften.
Seine Augen wanderten meinen Körper hinab zu meinen Beinen und wieder in mein Gesicht.,,Du siehst wirklich... hübsch aus", sagte er leise.
Dann räusperte er sich und startete den Wagen.
Ich spürte schon die Röte in meinem Gesicht.
Außerdem war ich total aufgeregt und spielte mit meinen Händen rum.,,Wohin gehen wir?", fragte ich leise.
,,Das wirst du erst wissen wenn wir da sind.", antwortete er mir.
Er nahm seine Hand vom Lenkrad und legte die andere drauf.
Ich merkte wie seine Hand langsam zu mir wanderte.
Schließlich griff er nach meiner Hand, die auf meinem Oberschenkel lag und verschränkte sie miteinander.Ich starrte seine Hand an.
Selbst diese kleine Nähe gab mir ein angenehmes Gefühl. Und ich merkte dass es meine Nervosität vertrieb.Es war still zwischen uns. Aber es war eine angenehme Stille.
Ich sah zu Matteo.
Er hatte sein Blick auf die Straße gerichtet und sah ab und zu in die Spiegel.
Wie konnte sich ein Mensch so sehr verändern?
Am Anfang war er ein richtiges Arschloch, kalt, emotionslos.
Doch jetzt war er genau das Gegenteil.
Jetzt merkte ich wieder dass ich mich wirklich in ihn verliebt hatte.Ob es stimmte was Elena gesagt hatte? Ob er mich auch liebte?
,,Du bist mal wieder ganz weit weg mit den Gedanken.", ertönte es aprubt von ihm.
Schnell nahm ich mein Blick von ihm.
,,An was hast du diesmal gedacht?"
,,Nichts", sagte ich schnell.
Gott sei Dank beließ er es dabei.Das erste Date der Beiden!🥳
Ich glaube wir sollten uns Shipnames überlegen, oder?😁

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Gib mir deine Seele
ChickLitFlucht für ein besseres Leben? Ohne Eltern, die einen erniedrigen? Das ist Sydneys Ziel. Ein freies, sorgloses, elternloses Leben. Nur deswegen entscheidet sie sich sogar, ihre zwei besten Freunde loszulassen und ihre kleine Schwester zu verlassen. ...