3 Tage später:
Seit drei Tagen saß ich hier in diesem Lager rum, ohne dass ich was tat. Ich hatte nicht mal probiert zu flüchten. Ich wollte nicht mein Leben riskieren.
In diesen drei Tagen waren die Jungs hier gewesen. Der eine hieß Salvador und Carl. Matteo war nie da gewesen.
Alex war mal einen kompletten Tag weg. Ich hatte trotzdem nicht die Flucht ergreifen können, weil zwei Gorillas auf mich aufgepasst hatten.
Jetzt saß hier auf der Couch und machte absolut nichts, sowie die letzten Tage auch.
Das ganze langweilige rumsitzen ging mir langsam auf die Nerven.
Während ich irgendwelche Kreise auf meine Handfläche malte ging die Stahltür auf. Ich sah auf und mein Blick fiel auf Matteo, der reingekommen war.
Ließ er sich also doch blicken.
Alex stand auf und lief auf ihn zu.
Sie schlugen ein dann huschten seine Augen zu mir.
Er hob eine Augenbraue.
,,Warum ist sie nicht im Zimmer?", fragte er Alex aber er sah mich dabei immer noch an.
,,Weil es nicht nötig ist sie im Zimmer einzusperren", antwortete er.
Ich senkte mein Blick und sah auf den Boden.
,,Hat sie also nichts angestellt oder was?", fragte er jetzt.
,,Nein, hat sie nicht, Dude. Sie saß einfach immer so da wie jetzt.", erklärte Alex.
Die Jungs setzten sich hin.
,,Anscheinend lernst du doch was", kam es von Matteo. Es war wohl an mich gerichtet. Aber ich hob trotzdem nicht mein Kopf um ihn anzusehen.
Irgendwie verletzten mich seine Worte.
Jetzt stand er wieder auf und lief auf mich zu.
,, Steh auf. Wir gehen."
,,Wohin denn?", fragte Alex.
,,Ich bring sie wieder zurück ins Hauptrevier.", entgegnete Matteo.
Sofort kamen mir die Szenarien von meiner Flucht in den Sinn und wie er mich danach in dem dunklen kleine Raum eingesperrt hatte.
Bei den Erinnerungen pochte mein Herz schneller und ich bekam eine Gänsehaut.
,,Steh jetzt auf.", ertönte wieder seine Stimme.
Ich bekam feuchte Augen.
Wollte er mich dort wieder einsperren?
Nur zögerlich stand ich von meinem Platz auf. Unsere Blicke kreuzten sich kurz. Dann sah ich schnell weg.
Ich merkte wie er seine Hand hob. Dann drehte er mein Kopf an meinem Kinn zu sich.
Mit einem unverständlichen Blick sah er mich an.
,,Warum weinst du jetzt?"
,,Tu ich doch nicht", säuselte ich.
Jetzt erhob sich noch Alex.
,,Sie will eben bei mir bleiben. Sie mag mich halt."
Ich konnte sein Grinsen raushören.
Matteo verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf.
,,Bild dir nichts ein, Alex", meinte er schließlich. Dann schaute er wieder mich an.
Er fasste mein Handgelenk und zog mich dann mit.
Ein letztes Mal sah ich zu Alex, der mir aufmunternd zulächelte.
Dann verschwanden wir nach draußen.
Draußen standen ein paar Securitymänner rum.
Was mich Verdutzte war aber, dass wir uns im Wald befanden. Das Lager war wirklich im Wald.
Ich ließ mich von Matteo einfach mitziehen. Sehr tief waren wir nicht im Wald gewesen. Nach wenigen Minuten kamen wir auf einer freien Fläche an, wo ein Van stand, in den wir jetzt einstiegen.
Drinnen befanden sich drei Männer. Zwei vorne und einer saß hinten bei uns.
Stumm sah ich aus dem Fenster während wir fuhren. Das einzige was ich sah waren Bäume oder einfach eine freie Fläche.
Ich merkte die Blicke von Matteo auf mir.
Ich löste mein Blick vom Fenster und sah zu ihm.
Er sah jedoch nicht weg.
,,Warum bringst du mich zurück? Was willst du machen?", fragte ich leise.
,,Nichts. Ich werde nichts machen."
Na das hoffte ich Mal.
Schlagartig bremsten wir ab.
Verwirrt sah ich zu Matteo.
Er saß mit dem Rücken zur Fahrerseite. Jetzt drehte er sich seitlich um und sah nach vorne aus dem Frontfenster.
,,Boss, wir haben ein Problem", ertönte es im selben Moment von dem Fahrer.
Matteo murmelte etwas was ich nicht so sehr verstand.
Ich erkannte draußen zwei Wagen aus denen jetzt lauter schwarz gekleidete Männer raustraten. Noch dazu waren sie bewaffnet.
Bei dem Anblick sah ich panisch zu Matteo.
Er zog plötzlich eine Pistole hervor. Mit aufgerissenen Augen sah ich ihm zu. Die Securtities holten ebfalls eine Waffe hervor.
Ängstlich sah ich einfach umher.
Matteo sah mich an.
,,Du bleibst im Auto und Steigst nicht aus! Hast du mich verstanden!"
Wie gelähmt nickte ich nur.
Ein Schuss ertönte. Reflexartig zuckte ich zusammen.
Draußen standen zu viel Männer rum. Nie im Leben konnten die 4 alle erledigen.
,,Isak, sag Alex Bescheid! Oder nein, sag Salvador Bescheid!", rief Matteo dem Mann neben uns zu.
Die Männer vorne stiegen aus dem Wagen aus. Jetzt stieg auch noch Matteo aus. Ihm folgte Isak.
Dann schloss sich die Tür. Ich blieb alleine im Van.
Schüsse ertönten.
Mehrmals.
Ich traute mich nicht rauszusehen.
Ich rutschte runter vom Sitz und hockte mich auf den Boden hin.
Meine Beine zog ich an mich.
Ich schloss meine Augen.
Die Schüsse hallten in meinen Ohren.
Es hörte nicht auf.
Ich bekam nasse Augen.
Ich legte meine Hände auf meine Ohren.
Mein Herz schlug schneller.
Ich hatte Angst.
Aber nicht Angst um mich.
Sondern Angst um Matteo.
Aber warum?
Warum war es mir so wichtig, dass ihm nichts passierte?
Er hatte mir so viel angetan.
Aber trotzdem wollte ich jetzt nicht, dass ihm was passierte.
Obwohl ich meine Ohren zuhielt hörte ich die Schüsse trotzdem.
Wer weiß wie viele gerade draußen nacheinander umgebracht wurden.
Jetzt fing ich an zu weinen.
Aus welchem Grund auch immer.
Die Minuten kamen mir wie Stunden vor. Die Schüsse hatten kein Ende.
Es hörte nicht auf.
Ich wollte nicht wissen, was da draußen los war. Wie viele Leichen dort gerade lagen.
Ich schluchzte.
Und plötzlich hörte ich, wie sich die Türe des Vans öffnete.
Schnell drehte ich mich um und sah hin.
Und mir stockte der Atem.
Es war nicht Matteo. Es waren nicht die Männer die vorhin mit uns im Auto waren.
Es war ein anderer der seine Waffe auf mich gerichtet hatte.
Mit aufgerissenen Augen starrte ich die Waffe an.
Mein Atem ging stoßweise.
Ein Kloß bildete sich in meinem Hals.
Der Mann sah mich siegessicher an.
Dann griff er schlagartig nach meinem Arm und zog mich aus dem Wagen.
Panisch versuchte ich mich loszureißen. Was aber nicht klappte.
Es wurde immernoch rumgeschossen.
Niemand beachtete mich.
Ich suchte mit meinen Augen Matteo.
Dann schrie ich.
Laut.
Um Hilfe.
Ich schrie seinen Namen.
Aprubt legte der Mann seine Hand auf mein Mund.
Undeutliche Laute kamen aus mir.
Er schleppte mich zum Auto, das an der Seite stand.
Ich wollte nicht mit. Ich wollte da nicht rein.
Ich versuchte mich zu wehren.
Immer mehr Tränen befeuchteten meine Wangen.
Panisch und hoffnungslos suchte ich die Männer nach ihm ab.
Viele lagen Tot auf dem Boden.
Der Mann versuchte mich ins Auto zu stoßen. Mit meiner ganzen Kraft weigerte ich mich davor.
,,Matteo!"
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Gib mir deine Seele
ChickLitFlucht für ein besseres Leben? Ohne Eltern, die einen erniedrigen? Das ist Sydneys Ziel. Ein freies, sorgloses, elternloses Leben. Nur deswegen entscheidet sie sich sogar, ihre zwei besten Freunde loszulassen und ihre kleine Schwester zu verlassen. ...
