Matteo:
Seufzend ging ich im Zimmer auf und ab.
Mein Vater hatte die Hände verschränkt und überlegte stark.
,,Es hindert uns ja nichts mehr daran", sagte ich meine Meinung.
,,Du kannst Recht haben", murmelte mein Vater, ohne den Blick vom Tisch zu lösen.
,,Es gibt kein Grund, es zu verstecken, Papá. Und irgendwann wird es doch rauskommen. Dann soll es lieber jetzt passieren als später irgendwann. Denn dann wird es schlimm enden.", äußerte ich.
Jetzt sah mein Vater auf.
,,Ich hab ja nichts dagegen. Schließlich ist sie jetzt ein Teil von uns. Und sie hat das Recht drauf. Aber überleg selber wie du es ihr beziehungsweise den beiden sagen wirst.", sagte.
Ich nickte seufzend.
,,Irgendwie werde ich das schon machen."
,,Sie weiß ja nicht mal ansatzweise davon Bescheid. Aber er weiß, dass es sowas gibt. Nur eben weiß er nicht dass sie es ist.", erklärte mein Vater und ich nickte wieder.
,,Ich glaube ich werde es heute Abend klären", murmelte ich.
,,Soll ich sie herbringen oder soll er kommen?"
Mein Vater stand auf und ging ans Fenster.
,,Beides wäre nicht gut. Sie sollten es an einem ruhigen Ort besprechen."
Ich fuhr mir durch das Gesicht.
,,Ich gehe", meinte ich.
Mein Vater drehte sich zu mir um.
,,Du musst aber damit rechnen, dass sie, vielleicht sogar dass beide enttäuscht von dir sein werden.", machte er mir klar.
Ich zuckte mit den Schultern.
,,Solange nichts schlimmeres passiert.."
Dann verließ ich sein Zimmer.
Isak kam auf mich zu.
,,Boss, die Männer sind bereit. Kommen Sie?"
Ich seufzte.
,,Warte kurz.", meinte ich dann und zog mein Handy raus.
,,Was gibt's?",meldete sich Carl.
,,Carl, hast du heute was zu tun?", fragte ich ihn.
,,Nein, warum?"
,,Kannst du dann heute die Männer übernehmen?"
,,Wohin denn?"
,,Nach Denver", meinte ich.
,,Öhm, ja gut. Ich machs", sagte er und legte auf.
,,Ihr werdet mit Carl gehen", meinte ich zu Isak.
Dieser nickte und lief dann wieder weg und ich setzte mein Weg fort.
Heute Abend musste ich es erledigen.
●●●
Sydney:
Fragend sah ich mein Freund an.
,,Warum sind wir jetzt hier?", fragte ich ihn.
Wir standen nämlich schon seit 5 Minuten nur rum und das einzige was er machte war verzweifelt in die Ferne schauen.
Erneut seufzte er und drehte sich dann zu mir um.
,,Warte noch kurz", sagte er leise und drehte sich dann weg von mir.
Völlig verwirrt setzte ich mich auf die Bank hinter uns und starrte nur sein Rücken an.
Ich merkte wie jemand eilig auf uns zukam, oder eher auf Matteo.
Sobald er neben ihm stand blickte er kurz zu mir, dann wieder zu Matteo.
,,Sie haben mich gerufen.", meinte er.
Matteo drehte sich zu ihm um.
Jetzt stand ich auf und stellte mich neben ihm hin.
Der Junge war ein zwei Jahre älter als Matteo und ich glaube ich hatte ihn schon mal gesehen. In der Mafia eben.
Matteo sah mich kurz an.
Dann holte er ein Zettel aus seiner Hosentasche.
,,Was ist das?", fragte ich ihn.
Er beachtete mich jedoch nicht, sondern gab es dem Jungen.
Dieser sah ihn fragend an.
,,Was ist das?"
Matteo fuhr sich durch das Gesicht.
,,Ethan, lies es durch und erklär ihr es dann", meinte er zu ihm.
Ich runzelte die Stirn, genauso wie deiser Ethan auch.
,,Sir, ich habe nichts verstanden."
Matteo legte sein Hand auf seine Schulter.
,,Lies es erst durch. Du wirst es schon verstehen. Aber sie weiß es nicht. Deswegen erklär es ihr bitte."
Perplex blickte ich zu meinem Freund.
,,Matteo, ich verstehe absolut nichts."
Er sah mich an. Dann drückte er mir einen Kuss an die Stirn.
,,Ich bin weg", meinte er nur und lief dann plötzlich davon.
Verdutzt sah ich ihm nach.
Was lief hier bitte ab?
Was war denn jetzt los?
Ich drehte mich zu Ethan um.
Er lächelte mir kurz zu.
,,Weißt du vielleicht was passiert?", fragte ich ihn.
Er schüttelte mit dem Kopf.
,,Aber anscheinend werden wir es gleich erfahren.", meinte er und blickte auf den Zettel.
,,Ich kenn dich zwar nicht, aber naja", meinte er.
,,Ich bin Sydney", sagte ich langsam.
,,Ich weiß schon wie du heißt. So hab ich das ja auch nicht gemeint", meinte er.
Ich drehte mich um und sah wieder in die Richtung in die Matteo gegangen war. Ich konnte ihn jedoch nicht mehr sehen.
Dann wandte ich mich wieder an Ethan.
,,Mach doch auf", forderte ich ihn auf.
Er seufzte verwirrt und faltete dann das Blatt aus.
Warum hatte mich Matteo bitte mit ihm alleine gelassen?
Ich kannte den Typ ja nicht mal.
Gut möglich dass Matteo ihn kannte, schließlich gehörte er ja zur Mafia.
Aber ich hatte bis gerade eben nicht mal seinen Namen gewusst.
Und jetzt stand ich hier mit ihm und irgendeinem Zettel hier.
Musste das ein Sinn ergeben?
Abwartend sah ich ihn an.
Er runzelte die Stirn als er das Blatt schließlich ausgefalten hatte.
,,Antrag auf Adoption", las er leise vor.
Dann zog er die Stirn kraus und las weiter.
Diesmal jedoch leise, sodass ich nichts mitbekam.
Gelangweilt und auch leicht genervt betrachtete ich ihn.
Und mit einem Mal riss er die Augen auf und schüttelte den Kopf.
Dann runzelte er wieder die Stirn.
Im nächsten Moment öffnete sich sein Mund ein wenig.
Er kniff die Augen zu und sah dann wieder das Blatt an.
Ich merkte wie er schluckte.
Völlig verwirrt stand ich nur da und versuchte zu verstehen was gerade bei ihm abging.
,,Hey, alles in Ordnung?", fragte ich vorsichtig.
Er antwortete mir jeodch nicht sondern starrte immernoch das Papier an.
Dann sah er langsam zu mir, doch sogleich richtete er sein Blick auf den Zettel.
,,Kann ich das mal haben?", wollte ich wissen.
Er antwortete mir jedoch nicht.
Ich wurde so langsam auch wirklich hibbelig.
Schließlich griff ich nach dem Zettel und entzog es ihm.
Er regte sich nicht.
Ich sah drauf.
Und ich wurde noch verwirrter als ich eh schon war.
Es war der Zettel von meiner Adoption.
Ich las mir die mir schon bekannten Sätze durch und obwohl ich diese Tatsache schon wusste war es noch einmal wie ein Stich ins Herz diese Zeilen zu lesen und die Wahrheit noch einmal zu sehen.
Ich schluckte und sah dann wieder zu Ethan.
,,Und was ist jetzt damit?", fragte ich leise.
Ich merkte dass seine Augen feucht waren.
Ich zog die Stirn kraus.
,,Kann ich mal bitte wissen was hier passiert?", fragte ich ungeduldig.
Jetzt sah der Junge in meine Augen.
,,Sydney", hauchte er schwer.
Ich blickte ihn ahnungslos an.
Seine Augen wurden immer voller.
Und sein Blick wurde immer schmervoller.
Was passierte hier?
Sein Mund öffnete sich, doch dann schloss er es wieder.
Genauso wie er auch die Augen schloss, aus denen sich eine Träne löste.
Mitleidig aber verdutzt blickte ich zu ihm.
Er öffnete wieder seine Augen und sah mich wieder an.
Schmervoll.
Traurig.
Voller Leid.
,,Sydney", hauchte er erneut.
Ich schluckte.
,,Du.. Du bist meine Schwester."
Wer hätte gedacht, dass die zwei Geschwister sind?
Noch zwei Kapitel und das Epilog.
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Gib mir deine Seele
ChickLitFlucht für ein besseres Leben? Ohne Eltern, die einen erniedrigen? Das ist Sydneys Ziel. Ein freies, sorgloses, elternloses Leben. Nur deswegen entscheidet sie sich sogar, ihre zwei besten Freunde loszulassen und ihre kleine Schwester zu verlassen. ...
