Als ich den Flur entlanglaufen wollte sah ich um die Ecke aprubt Sydney auf mich zukommen.
Neben ihr lief die Securtiy der vor ihrer Tür gestanden war und hinter ihr waren nochmal zwei Männer.
Energisch lief ich auf sie zu.
Alex eilte mir nach.
Ich kam vor ihr zum Stehen.
Ihre Augen hatten eine rötliche Farbe. Sie hatte anscheinend geweint.
,,Wo warst du!? Warum bist du nicht im Zimmer?", fragte ich schroff.
Sie antwortete mir jedoch nicht.
,,Wolltest du wieder verschwinden? Ich frag dich was!"
,,Nein Boss", entgegnete Carlo neben ihr.
,,Ich hab sie zur Behandlung gebracht. Sie ist nicht geflüchtet, Boss.", erklärte er.
Ich hob die Augenbrauen und blickte zu Sydney, die stur den Boden ansah.
,,Warum?", fragte ich an sie gewandt.
Sie schluckte.
Dann eilte sie plötzlich an uns vorbei und lief in ihr Zimmer.
Verdutzt sah mich Alex an.
Ich erwiederte nichts, sondern lief ihr nach.
Alex folgte mir.
Sie saß auf ihrem Bett.
,,Sydney", meinte ich sanft.
Ich blieb vor ihr stehen.
Alex nahm neben ihr Platz.
Eine Träne benässte ihre Hose.
Warum hatte sie überhaupt eine Hose an, und nicht ihr Schlafzeug?
,,Warum warst du bei der Behandlung?", wollte ich endlich wissen.
Sie fing an zu schluchzen.
Ich kratzte mich am Nacken.
Alex seufzte auf.
,,Hey, jetzt sieh uns mal an und erklär mal die ganze Sache.", versuchte er.
Sie schniefte und wischte über ihre Wange.
,,Nichts neues", hauchte sie schließlich. ,,Das was mir vor paar Tagen regelmäßig passiert ist."
Ich spannte mich an.
Sie meinte wohl ihre Drogensucht.
,,Das geht doch vorbei", entgegnete ich.
Jetzt hob sie ihren Kopf und sah mich sauer an.
,,Das habt ihr mir vor 2 Tagen auch gesagt! Warum hab ich dann wieder das Bedürfnis nach dem dreckigen Zeug gehabt!", rief sie.
Alex sah mich warnend an, um mir zu simulieren, dass ich nicht auf sie zugehen sollte.
Das würde ich jetzt sowieso nicht machen.
,,Sydney, du hast Heroin abbekommen. Du kannst für einige Wochen nichts anderes erwarten. Mal kann es dir gut gehen, mal kannst du die Sucht spüren. Aber das wird dann immer seltener.", belehrte ich sie.
Sydney weitete ihre Augen.
,,Das konntest du mir auch früher sagen!", schrie sie mich dann an.
Ihre Augen füllten sich erneut.
Ich blickte zu Alex und verdeutlichte ihm, dass er uns alleine lassen sollte.
Er nickte und stand auf. Ich konnte jedoch noch sein Grinsen sehen bevor er aus der Tür verschwand.
Ich verdrehte kurz die Augen.
Dann setzte ich mich neben Sydney hin.
Ich legte langsam meine Hand auf ihrer Schulter ab.
Als sie sich nicht wehrte legte ich ihre Haare zurück, damit ich ihr Gesicht von der Seite sah.
,,Dir geht es ja schließlich besser als vor paar Tagen.", meinte ich langsam.
Sie drehte sich zu mir.
Dann füllten sich ihre Augen mit Tränen und im nächsten Moment wurde ihre Wange nass.
Sie schüttelte den Kopf.
,,Mir geht es psychisch und physisch einfach beschissen.", krächzte sie.
Sie so zu sehen machte mich irgendwie schwach.
Ich zögerte einen Moment. Dann fuhr ich über ihre nasse Wange.
,,Und du machst es mir nicht leichter", sagte sie schließlich.
,,Wie meinst du das?"
,,Ich kann dich nicht einschätzen. Mal bist du so, im nächsten Moment siehst du mich kalt an. Ich weiß nicht was ich machen soll." Verzweiflung sprach aus ihrer Stimme.
Ich stand auf und zog sie auf die Beine.
,,Du musst nichts machen. Benimm dich einfach ganz normal wie immer.", raunte ich ihr zu.
Aprubt fing sie wieder an zu weinen.
Ich war deutlich überfordert mit der Situation.
Ratlos stand ich einfach da.
Ich hob zögernd meine Hand.
Dann zog ich sie mit einem Mal an meine Brust und legte meine Hand an ihr Hinterkopf.
Ich hörte sie schniefen.
Wie konnte jemand bitte so unschuldig wirken?
Ich zog sie nach einer Weile von den Schultern weg von mir.
,,Schlaf jetzt lieber", hauchte ich.
Sie nickte. Dann sah sie mir tief in die Augen.
,,Danke", hauchte sie schließlich.
Ich sah sie verwundert an.
,,Wofür?"
Sie zuckte mit den Schultern.
Ich merkte wie sie leicht errötete.
Schnell drehte sie sich um und setzte sich auf das Bett.
,,Gehst du raus?", fragte sie mich auffordernd.
,,Hallo, mit wem spreche ich!"
Ich musste schmunzeln. Da war wieder ihre sture Art.
Mit einem letzten Blick lief ich raus wo Alex gespannt auf mich wartete.
Er versuchte sein Grinsen zu verstecken.
,,Und was habt ihr gemacht? Du hast mich ja nicht umsonst rausgeschickt", äußerte er, als wir die Treppen runterliefen.
,,Nichts", meinte ich desinteressiert.
Alex stoppte mich am Arm.
Dann schielte er auf meine Brust.
Mein Blick wanderte langsam dahin.
Ein kleiner nasser Fleck hatte sich auf dem grünen Shirt gebildet.
,,Ja, anscheinend hat sie in deinen Armen, oder ich korrigiere, an deiner Brust geweint.", meinte Alex grinsend.
,,Alex!", zischte ich drohend.
Er sah mich unschuldig an. ,,Ich sag ja nichts. Es wäre halt nur nett gewesen, wenn du es von Anfang an zugegeben hättest.", machte er weiter.
Vernichtend sah ich ihn an. ,,Machst du weiter oder willst du Schläge?"
,,Ich bin weg", sagte Alex schnell und rannte davon.
Augenverdrehend ging ich ihm nach.
Im Auto hielt er zum Glück die Klappe.
Vor der Villa hielt ich an. Wir stiegen aus. Leise schloss ich die Haustür auf und wir traten ein.
Alex seufzte. ,,Ich hätte eigentlich noch feiern können."
,,Könntest du doch. Ich hab dir ja nicht gesagt, dass du mitkommen sollst."
Alex erwiederte nichts mehr darauf. Wir machten uns auf den Weg in unsere Zimmer.
,,Matteo?"
,,Was?"
,,Denk aber nicht so viel an sie.", meinte Alex mit einem ernsten Blick, der nicht lange hielt.
Finster sah ich ihn an und wollte auf ihn zulaufen. Doch er verschwand schnell in seinem Zimmer und knallte die Tür zu.
,,Das geht auch leiser, du Idiot!", zischte ich und verschwand daraufhin selber in meinem Zimmer.
Mein Blick fiel wieder auf meine Brust. Der Fleck war nicht mehr da.
Sie kam mir wieder in den Sinn.
,,Mir geht es psychisch und physisch beschissen."
Das glaubte ich ihr.
Soviel sie durchmachen musste...
Wegen mir...
Ich fuhr mir durch die Haare und zog mir das Shirt aus.
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Gib mir deine Seele
Chick-LitFlucht für ein besseres Leben? Ohne Eltern, die einen erniedrigen? Das ist Sydneys Ziel. Ein freies, sorgloses, elternloses Leben. Nur deswegen entscheidet sie sich sogar, ihre zwei besten Freunde loszulassen und ihre kleine Schwester zu verlassen. ...
