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Matteo:

Ich hievte das Mädchen hinten auf die Rückbank. Mein Blick fiel auf ihre Tasche. Sofort griff ich danach und kontrollierte den Inhalt. Das Handy konnte schon mal weg. Ich schmiss es einfach irgendwo auf das Feld.
Ihr Geldbeutel war drin in dem sich unter anderem ihr Pass befand. Ich hatte aber keine Zeit, es durchzustudieren, ich musste nämlich eilig hier weg.

Ich stieg ein, um weiterzufahren.
Das Mädchen war selber Schuld. Zum falschen Zeitpunkt war sie am falschen Ort gewesen. Also musste sie mitkommen. Was mit ihr passieren würde könnte ich ja dann später entscheiden.

Es könnte gut sein, dass ich ihr ein wenig zu fest mit der Pistole übergezogen hatte. Aber sollte sie mich nur in Ruhe lassen und schlafen.

Ich nahm meine Hand vom Oberschenkel. Meine Wunde blutete immenoch.
Ich musste schnellstmöglich ankommen, bevor ich mehr Blut verlor.

Keine halbe Stunde später hielt ich am Waldrand an. Dann stieg ich aus und lief humpelnd Richtung Lager, das gut versteckt war.
Auf halber Strecke kamen zwei meiner Männer auf mich zu.
,,Boss, was ist passiert?"
Ich winkte ab.
,,Hinten steht ein Taxi. Bringt das Mädchen in den Lager. Und vernichtet den Wagen danach", befahl ich ihnen.
Ohne nachzufragen nickten sie und liefen los.

Ich stoß die Tür auf und betrat unser Lager.
Die Jungs saßen auf der Couch mit jeweils einem Laptop vor ihrer Nase und recherchierten etwas.
Sobald sie mich sahen standen sie auf.
,,Dude, was ist dir denn passiert?", wollte Salvador wissen.
Ich setzte mich auf die Couch und lehnte mich zurück.
,,Nichts, bring du mir den ersten Hilfe Kasten."
Sofort lief er davon.

,,Was ist passiert?", fragte nun diesmal Alex.
Ich seufzte. ,,Der Miskerl hat seine Leute nach mir geschickt."
,,Wer? Diaz?"
Ich nickte. ,,Ich bin grad noch so entkommen."
,,Wie bist du geflüchtet?"
,,Mit einem Taxi."

,,Mit einem Taxi? Ernsthaft?",kam es von Salvador, der wieder neben mir erschien.
Augenverdrehend schloss ich die Augen.

,,Boss, wohin mit ihr?", kam es plötzlich.
Ich öffnete meine Augen und sah einen meiner Männer mit ihr auf dem Arm.
,,Bring sie in das hintere Zimmer und schließ ab."
,,Soll ich ihre Hände binden?"
,,Nicht nötig. Sie kann sowieso nichts anrichten. Und gib ihre Tasche her."
Nickend kam er zu mir und reichte mir die Tasche. Ich sah kurz in ihr Gesicht, dann verschwand er.

,,Wer ist die denn?", wollte Alex wissen.
,,Die war auch im Taxi.", meinte ich desinteressiert.
,,Und warum hast du sie hergebracht? Hättest du sie doch direkt erschossen."
,,Ich hab mich aber dazu entschieden, sie herzubringen. Was dagegen?"
,,Ich hab nichts gesagt.", wehrte sich Alex.

,,Wo ist Carl?", fragte ich in die Runde.
,,Dein Vater hat ihn gerufen.", erklärte Salvador, während er die Hose an der Stelle aufschnitt wo die Wunde war, um sie zu behandeln.
Er war gut in solchen Dingen. Da überließ ich es lieber ihm.

Ich öffnete die Handtasche und holte ihr Pass raus.
,,Sydney Larson", murmelte ich.
,,Ich will alles über das Mädchen wissen.", sprach ich meine Gedanken aus.
,,Das ist ein Kinderspiel. Mach dir keine Sorgen.", meinte Alex und nahm mir den Pass ab.

,,Boss, ich muss Ihnen was sagen."
Ich drehte mein Kopf zu Isak.
,,Was gibt's?"
,,Das Mädchen ist die, die wir im Parkhaus gesehen hatten."
Ich richtete mich ein wenig auf.
,,Bist du dir sicher?"
,,Ja, Boss."
,,Was für ein Zufall.", murmelte ich und nickte ihm dann zu, um ihm zu verdeutlichen, dass er gehen konnte.

Mein Handy klingelte. Sofort holte ich es hervor. Es war mein Vater.
,,Ja?", ging ich ran.
,,Matteo, ¿dónde estás?" Er klang leicht gereizt.
,,Ich bin im Lager. Bin jetzt gekommen.", antwortete ich.
,,Du kommst sofort her. ¡Inmediatamente!"
,,Mach ich.", sagte ich und legte auf.

,,Mein Vater ruft mich. Ich muß gehen", gab ich den Jungs Bescheid.
,,Ich bin noch nicht fertig mit deinem Bein", hielt mich Salvador auf.
,,Ich werde das schon erledigen", gab ich von mir und stand gegen sein Willen auf.
Kurz blickte ich zu der Tür, hinter dem das Mädchen war.
Um sie würde ich mich morgen kümmern.

Ich trat aus dem Lager und lief humpelnd davon auf mein Auto zu.
Schnell stieg ich ein und fuhr davon.

Vor dem Haus angekommen, wartete ich darauf, dass mir das Tor geöffnet wurde. Dann fuhr ich rein.
Sobald ich das Auto abgestellt hatte stieg ich aus und lief ins Haus.

Meine Mutter kam mir entgegen.
,,Matteo, was ist dir denn passiert?", fragte sie hektisch, als sie mein Bein sah.
,,Nichts wichtiges, Mamá. Du solltest dich mal daran gewöhnen, dass ich nicht immer heil nach Hause komme.", sprach ich aus. ,,Wo ist Papá?"
,,Im Wohnzimmer."

Ich humpelte an ihr vorbei und trat in das riesige Wohnzimmer ein, wo mein Vater auf dem Sessel saß.
Sobald er mich sah stand er auf.
,,Wie kann dir sowas passieren, ¡hijo!" Er zeigte auf mein Bein.
Ich seufzte.
,,Diaz hat seine Leute nach mir geschickt. Wahrscheinlich weil ich seine Rechte Hand im Parkhaus ermordet ha-."
Mein Vater hob die Hand.
,,Ich weiß was passiert ist."
,,Woher denn?", fragte ich verwirrt.
,,Sowas bekomme ich direkt Bescheid... Warum bist du nicht mit den Männern klar gekommen? Das meine ich."

,,Es waren zu viele, Papá. Und außerdem hab ich nicht damit gerechnet. Ich saß in der Bar."
Er schüttelte den Kopf und setzte sich wieder hin.
,,Wenn du immer so unvorsichtig bist, wie willst du dann später meine Mafia übernehmen?"
,,Rodrigo, ich bitte dich! Er ist noch 20.", kam es von meiner Mutter, die hinter mir erschien.
Mein Vater sah sie eindringlich an.
,,20 ist nicht klein.", erklärte er.

Sie seufzte nur und sah dann zu mir. ,,Ich sag Ella Bescheid, sie soll sich um deine Wunde kümmern." Dann war sie weg.

Ich setzte mich auf die Couch und verschränkte meine Hände miteinander.
,,Ich hab jemanden ins Lager gebracht.", sprach ich schließlich aus.
,,Wie bitte?", kam es von meinem Vater.
,,Ich bin mit dem Taxi davongeflüchtet. Den Taxifahrer hab ich erschossen. Aber für das Mädchen hab ich keine Zeit gehabt. Also musste ich sie herbringen."
,,Ein Mädchen also.",.murmelte mein Vater. ,,Ist Sie im Hauptlager?"
Ich schüttelte den Kopf. ,,Bis dahin bin ich nicht gefahren. Sie ist gerade bei den Jungs."
,,Und was hast du vor mit ihr?"

Ich zuckte mit den Schultern.
Mein Vater seufzte auf. ,,Wir sind eine Mafia, Matteo. Wir sind gefährlich. Und deswegen sollst du endlich mal darauf achten, andere Zivilbewohner aus deinen Sachen rauszulassen. Ich hoffe du verstehst mich."
Ich nickte.
Dann stand ich auf.
,,Buenas noches."
Dann verschwand ich aus dem Wohnzimmer.

Gib mir deine SeeleGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt