Während ich in diesem jämmerlichen Zustand war hörte ich drei Tage später, in denen ich kaum was gegessen hatte, dass es Matteo besser ging.
Er würde aber trotzdem noch im Koma liegen.
Jeden Tag hatte ich Alex angefleht, Matteo zu sehen. Er hatte es jedoch immer verneint und darauf bestanden, dass ich erst gehen durfte wenn er aufwachte.
Drei Tage waren um und er war immernoch nicht wach!
Entweder logen sie mich an oder das war die Wahrheit.
Weitere zwei Tage später hielt ich es wirklich nicht mehr aus und stand jetzt vom Sofa auf um mich vor Alex hinzustellen.
Ich war sowieso genug durchgedreht in den letzten Tagen.
,,Ich will Matteo sehen!", sagte ich ihm zum wahrscheinlich hundertsten Mal.
Er rieb sich genervt die Stirn und stand auf.
,,Ich hab dir gesagt, dass du ihn erst sehen wirst wenn er aufwacht", machte er klar.
Sauer sah ich ihn an.
,,Ich will ihn sehen!", schrie ich ihn an.
Ich griff nach dem Wasserglas auf dem Tisch und schmiss es zu Boden.
,,Ich will ihn endlich sehen! ICH WILL IHN SEHEN!", schrie ich und suchte mir noch ein Gegenstand aus um es rumzuwerfen.
Ich griff nach Alex' Handy und schmiss es weg.
,,Hast du mich verstanden!", schrie ich.
In dem Moment tritt Salvador aus dem Zimmer.
,,Was ist hier los?", wollte er wissen.
Er wurde jedoch nicht beachtet.
Alex packte mich plötzlich wütend am Arm.
So wütend hatte ich ihn wirklich noch nie gesehen.
Schmerzvoll drückte er zu und zog mich dann zum Ausgang.
,,Was machst du, Alex!", rief Salvador ihm zu.
,,Mir reichts langsam!", zischte er ihm zu.
,,Ich hab auch irgendwo meine Grenzen!"
Er zerrte mich aus dem Lager.
Ich legte meine Hand auf seine und versuchte seine Finger von meinem Arm zu bekommen.
Ich sah Salvador uns nachkommen.
,,Alex", jammerte ich.
Er stoß mich in den Van und stieg dann ebenfalls ein.
Ihm folgte Salvador.
Alex fuhr sich energisch durch das Gesicht.
Ich rieb mir schmervoll mein Arm.
Sein Griff war wirklich schmerzhaft gewesen.
Es war schon deutlich rot.
Als Alex mein Blick bemerkte griff er nach meinem Arm und sah es sich an.
Dann seufzte er.
,,Tut mir leid.", sagte er schließlich.
Ich sah ihn an.
,,Schon in Ordnung. Ich hab auch irgendwo selber Schuld", murmelte ich.
Ungeduldig wartete ich dass wir vor dem Krankenhaus ankamen.
Sobald wir da waren sprang ich sofort aus dem Van.
Alex griff wieder nach meinem Arm. Diesmal jedoch deutlich sanfter.
Ich war eindeutig ungeduldig.
Ich wollte ihn endlich sehen.
Seit Tagen hatte ich darauf gewartet.
Wir stiegen in den Aufzug und fuhren in den zweiten Stock.
Sobald wir den Gang betraten erkannte ich weiter hinten Diego.
Schnell löste ich mich aus Alex Griff und eilte in die Richtung.
Doch kurz vor ihnen wurde ich langsamer, bis ich einige Meter vor ihnen stand.
Matteos Vater war dort und Diego.
Und eine Frau. Das war wahrscheinlich Matteos Mutter.
Dann war da noch Elena und zwei Securities.
Und alle sahen besorgt aus.
Daran war ich Schuld.
Schluckend sah ich mir die Familie an.
Ich hätte sie beinahe zerstört, wäre Matteo wegen mir gestorben.
Elena erblickte mich und stand von ihrem Stuhl auf.
Sie kam auf mich zu.
Sie sah traurig aus.
Sie wollte mich umarmen doch schnell ging ich einen Schritt zurück.
,,Tu das nicht", hauchte ich unter Tränen.
Sie sah mich verwirrt an.
,,Warum?"
Ich schluckte.
,,Ich hab auf dein Bruder geschossen.
Ich bin Schuld daran dass er dort liegt.
Ich bin Schuld daran, dass ihr in dieser Lage seid", murmelte ich.
Elena schluckte.
,,Ich weiß, dass du es warst", sagte sie plötzlich.
,,Wir wissen das alle."
Sie sah kurz weg.
,,Ich war am Anfang wirklich... so hasserfüllt auf dich gewesen."
Sie sah zu mir.
,,Aber weil ich gedacht hab dass du... dass du es getan hast um ihn loszuwerden.", sagte sie schnell.
,,Aber du kannst ja nichts dafür.", hauchte sie und eine Träne löste sich aus ihrem Auge.
Ich versuchte die Tränen runterzuschlucken, doch lange schaffte ich es nicht.
Schluchzend setzte ich mich auf einen der Stühle und legte meine Hand vor mein Mund.
,,Und wie ich was dafür kann", murmelte ich.
In dem Moment ertönte die Stimme vom Arzt und ich sah auf.
,,Mr. Sanchez ist aufgewacht. Sie können gerne zu ihm. Aber bitte strengen Sie nicht allzusehr an. Gute Besserung.", sagte sie und ging den Gang entlang.
Ich stand vom Stuhl auf.
Vor Freude hatten sich erneut Tränen gebildet.
Ich sah wie die Mutter erleichtert in die Arme vom ihrem Mann fiel.
Elena wandte sich sofort von mir ab und eilte auf die Zimmertür.
Nacheinander traten sie ein.
Alex sah auffordernd zu mir.
,,Komm doch", sagte er schließlich.
Ich wischte mir die Tränen weg.
Unsicher sah ich ihn an.
Dann schüttelte ich den Kopf.
Alex runzelte die Stirn. ,,Du wolltest ihn doch sehen. Komm jetzt endlich."
Doch wieder schüttelte ich den Kopf und setzte mich hin.
,,Ich kann nicht", flüsterte ich.
Alex fuhr sich durch sein Gesicht.
,,Ich verstehe dich gerade wirklich nicht.", sagte er.
,,Ich kann nicht", sagte ich erneut.
,,Ich werde ihn nicht ansehen können. Wie soll ich in seine Augen schauen?"
Ich sah Alex an.
,,Ich bleib hier", sagte ich.
Er seufzte auf.
,,Und deswegen hast du mich tagelang genervt oder was?"
Kopfschüttelnd wandte er sich von mir ab und folgte Salvador ins Zimmer.
Er sagte dem Securitiy etwas ehe er im Zimmer verschwand.
Völlig fertig saß ich da.
Aber ich war so froh, dass er endlich die Augen geöffnet hatte.
Eine große Last fiel von meinen Schultern.
Ich wischte mir die Tränen weg.
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Gib mir deine Seele
Chick-LitFlucht für ein besseres Leben? Ohne Eltern, die einen erniedrigen? Das ist Sydneys Ziel. Ein freies, sorgloses, elternloses Leben. Nur deswegen entscheidet sie sich sogar, ihre zwei besten Freunde loszulassen und ihre kleine Schwester zu verlassen. ...
