Matteo:
,,Warum ist heute so viel los hier?", rief Salvador in die Runde.
Ich zuckte mit den Schultern und leerte mein Glas in den Rachen.
Alex sah runter zu der Menschenmenge.
Dann fing er an zu grinsen und sah mich an.
,,Da gibt's genug Leute, die uns beneiden. Wir sind ja schließlich VIP."
Ich musste schmunzeln und Diego fing an zu lachen.
,,Du kannst manchmal echt einen Schaden haben", konterte Carl.
,,Wir sind eine Mafia. Sowas ist normal. Immernoch nicht gelernt?", fragte er ironisch an Alex.
Dieser verdrehte die Augen und exte sein Glas aus.
,,Jetzt mal Spaß bei Seite", fing er an.
,,Was habt ihr mit Fernando gemacht?", fragte er an Diego gewandt.
,,Den haben wir meinem Vater überlassen", meinte er.
Alex hob die Augenbrauen.
,,Er lebt noch", äußerte ich.
,,Er wird gegen eine ordentliche Summe freigelassen."
Carl klatschte sich in die Hände und stand auf. ,,Ich muss pissen, Jungs. Bin gleich da."
Ich hob die Hand und verdeutlichte dem Barkeeper, dass er neue Getränke bringen sollte.
Welche wir wollten wusste er. Oder zumindest sollte er es so langsam verstanden haben.
Kurz darauf kam ein junges Mädchen hoch, die in einer freizügigen Kleidung steckte.
Sie schien hier neu zu sein. Ich hatte sie zuvor noch nie gesehen.
Sie legte vorsichtig die Getränke auf dem Tisch ab. Dabei konnte ich direkt in ihr Ausschnitt reinsehen.
Das interessierte mich aber gerade weniger.
Ich betrachtete ihr Gesicht. Sie sah ganz schön jung aus.
Ich nahm mein Arm von der Lehne und beugte mich ein wenig vor.
,,Wie alt bist du?", fragte ich sie mit ernster Miene.
Sie sah sofort auf und richtete sich hin.
Sichtlich nervös verschränkte sie ihre Hände ineinander.
,,Bald 17", hörte ich dann aus ihrem Mund.
Sofort wurden die anderen hellhörig.
Ich hob meine Augenbraue.
,,Noch 16?", ertönte es von Diego.
,,Wo ist dein Chef?", fragte er sie harsch.
,,Unten", meinte sie schüchtern.
,,Ruf ihn her!", befahl ich ihr.
Sofort nickte sie und lief die Treppen runter.
,,Das gibt's doch nicht!", äußerte Diego.
Salvador schüttelte den Kopf und trank aus seinem Glas.
Ich fokussierte die Treppe, die nun de gewünschte Person hochkam.
Das Mädchen lief ihm nach.
Ich lehnte mich zurück und sah ihn an.
,,Sie haben mich gerufen, Sir", sagte er eilig.
Diego stand energisch auf und blieb dicht vor ihm stehen.
,,Wie alt ist das Mädchen!", zischte er ihn an.
Er blickte zu ihr. Ich merkte wie er hart schlucken musste.
,,Ich hab dich was gefragt!", wurde Diego lauter.
,,Knapp 17, Sir", kam es aus ihm.
Diego rieb sich die Stirn.
,,Was ist hier los?", fragte Carl, als er wieder neben uns Platz nahm.
Ich deutete auf den Mann.
,,Der Idiot hat mal wieder minderjährige auf dem Arbeitsplatz."
Diego griff nach seinem Handgelenk und drehte es schmerzvoll um.
Das Mädchen machte ein geschocktes Gesicht.
,,Du hast schon letztes Mal eine Ermahnung gehabt deswegen!", zischte Diego.
,,Willst du sterben!"
Taylor schüttelte hektisch den Kopf.
,,Boss, das wird nicht nochmal passieren."
Jetzt stand ich auf und gesellte mich zu Diego.
,,Das bringt leider nichts. Du bist gefeuert."
Flehend sah er mich an.
,,Nein, Sir. Bitte."
Ich verdrehte die Augen.
,,Gut. Ich hab eine bessere Idee. 50.000$. In drei Tagen hast du das Geld."
Geschockt sah er mich an.
,,Und das Mädchen lässt du gehen.", fügte ich noch hinzu.
Dann setzte ich mich wieder hin.
Diego förderten ihn zur Treppe und gesellte sich dann zu uns.
Das Mädchen starrte uns einfach an.
Dann löste sie sich aus ihrer Starre und kam auf uns zu.
,,Sir, ich brauche die Arbeit.", meinte sie hektisch.
Salvador hob die Augenbraue.
,,Es gibt genug andere Arbeiten zu erledigen."
Ich merkte wie ihre Augen feucht wurden. Sie schüttelte den Kopf.
,,Sir, ich arbeite schon tagsüber. Diese Arbeit brauche ich auch.", sagte sie.
Ich zog meine Stirn kraus.
,,Warum arbeitest du so viel?"
,,Ich brauche das Geld.", hauchte sie.
,,Hast du keine Eltern?"
,,Sir, ich...", sie seufzte.
,,Die bringen nicht viel. Ich muss die Schulden von meinem Vater zahlen. Er.. Er arbeitet selber nicht.... Meine Eltern sind beide.... Alkoholiker", erklärte sie mit belegter Stimme.
Ach, das war doch alles so Klischeehaft.
,,Was für Schulden?", fragte nun Diego.
Sie zuckte nur mit den Schultern.
,,Wie viel?"
,,35 000", säuselte sie.
Ich trank den Alkohol aus.
,,Du bekommst das Geld. Und jetzt zieh dich um und verschwinde von hier.", erklärte ich.
Sie weitete ihre Augen.
,,Wie denn?"
,,Keine Nachfrage. Und jetzt geh."
Zögernd nickte sie und lief davon.
,,So hilfsbereit kennen wir dich gar nicht", grinste Salvador.
,,Dir ist schon klar, dass ich das Geld dann vom Vater höchstpersönlich holen werde.", konterte ich.
Er zuckte mit den Schultern.
Meine Gedanken schweifen zu Sydney.
Ich war zwar hier, aber meine Gedanken waren dauernd bei ihr.
Ihre intensiven, mal schüchternen mal wütenden Blicke.
Zwar machte es mich sauer wenn sie sich mir andauernd widersetzte, aber irgendwie machte sie das aus.
Ich seufzte und winkte Marc, einen meiner Männer zu mir.
Er beugte sich zu mir runter.
,,Sag Isak er soll nach dem Mädchen schauen", befahl ich ihm.
,,Sofort Boss", meinte er und zog sein Handy hervor.
,,Du musst sie wohl dauernd im Griff haben", spottete Diego.
,,Es ist ein Uhr nachts. Was für eine Kontrolle bitteschön.", fügte er hinzu.
Ich beachtete ihn jedoch nicht.
Marc kam wieder zu mir.
Sehr fröhlich sah er nicht aus.
,,Boss, das Mädchen..."
Ich spannte mich an und legte das Glas auf dem Tisch ab.
,,Was ist?"
,,Sie ist weg."
Aprubt stand ich auf.
,,Was heißt hier sie ist weg!", zischte ich.
,,Boss, Isak meinte, dass die Security vor ihrer Tür weg sei. Außerdem sei ihr Fenster offen gewesen."
Ich fuhr mir durch das Gesicht.
,,Sydney, Sydney!", murmelte ich.
Dann schnappte ich mir mein Autoschlüssel vom Tisch.
Schnell eilte ich die Treppen runter
Alex kam mir nach.
,,Ey Dude. Um was geht es genau?", wollte er wissen.
,,Sydney ist weg", meinte ich harsch und stieg in mein Wagen ein.
Alex setzte sich ebenfalls rein.
,,Ist schon wieder geflüchtet?", fragte er.
,,Was weiß ich!", antwortete ich barsch und drückte heftig aufs Gas.
●●●
Ich stoß heftig die Tür zu ihrem Zimmer auf. Niemand war da. Auch im Bad war sie nicht.
Und das Fenster stand auch wirklich offen.
,,Sie kann doch nicht geflüchtet sein, wenn so viele Männer draußen rumstehen!", brüllte ich beinahe.
,,Wo ist sie!"
,,Ich weiß nicht Boss", erklärte Isak.
Wütend lief ich wieder raus in den Flur.
Noch ein Fluchtversuch von Sydney?🤔
Wie fandet ihr dieses Kapitel?
Lasst es mich gerne wissen. 😊
DU LIEST GERADE
Gib mir deine Seele
ChickLitFlucht für ein besseres Leben? Ohne Eltern, die einen erniedrigen? Das ist Sydneys Ziel. Ein freies, sorgloses, elternloses Leben. Nur deswegen entscheidet sie sich sogar, ihre zwei besten Freunde loszulassen und ihre kleine Schwester zu verlassen. ...
