Matteo:
In Gedanken versunken klopfte ich immer wieder mit dem Messer auf den Tisch.
,,Ey, Hör endlich auf damit!", kam es genervt von Alex. ,,Ich versuche hier etwas zu machen."
Energisch legte ich das Messer auf dem Tisch ab und lehnte mich zurück.
Ich fuhr mir über das Gesicht.
Was sollte ich mit dem Mädchen machen?
Ich hatte sie hergebracht. Schön und gut. Und jetzt? Sie würde in der Mafia sowieso nicht viel bringen.
Dann blieb also nur die andere Möglichkeit, und zwar, dass sie einfach starb.
Und das wollte ich nicht.
Ja, ich war ein Mafia Boss. Und so unschön es auch klang, bei solchen Sachen zeigte ich keinerlei Emotionen.
,,Was machst du da überhaupt?", fragte ich Alex.
Er sah mich an. Dann sah er unschuldig weg.
,,Äh, ich recherchiere über das Mädchen."
,,Das hast du doch schon gemacht."
,,Ich stoße aber immer wieder auf neue Sachen.", meinte er halb belustigt.
Ich beugte mich nach vorne.
,,Zum Beispiel?"
,,Zum Beispiel, dass sie von der Polizei gesucht wird."
Ich hob meine Augenbrauen.
,,So verdächtig, die Kleine."
Alex lachte kurz.
,,Sie sei von einem Tag aufs andere von zu Hause verschwunden. Ihre Eltern wüssten nicht, wo sie sei. Ja, so kurz gefasst."
Verwundert lehnte ich mich zurück.
,,Sie ist also von zu Hause geflüchtet. Warum wohl?"
Alex verschränkte seine Hände ineinander.
,,Der Grund kann alles mögliche sein. Beispielsweise häusliche Gewalt, oder vielleicht die Liebe zu einer anderen Person, oder... etwas anderes halt."
Leicht schmunzelnd verdrehte ich die Augen.
,,Wenn du es so gerne wissen willst kannst du sie ja gerne ausquetschen."
Ich machte eine abwertende Handbewegung.
,,Unwichtig. Und außerdem redet sie nicht."
Alex sah mich belustigt an. ,,Wow, die erste Person, die sich wirklich traut, vor dir so sturköpfig zu sein."
,,Sie ist nicht sturköpfig. Ich glaube eher, dass sie Angst hat, etwas falsches zu sagen. Und deswegen schweigt sie lieber."
,,Was auch immer.", meinte Alex und wandte sich dem Bildschirm zu.
,,Hast du nichts zu tun?", fragte er mich.
,,Ich warte auf den Anruf von Carl. Dann muss ich los.", antwortete ich.
Und genau jetzt klingelte mein Handy.
Sofort nahm ich ab.
,,Ist alles bereit?", fragte ich direkt rein.
,,Ja, alles abgesichert. Ich denke nicht, dass es Probleme geben wird.", stellte er klar.
,,Na, das hoffe ich mal. Ich fahr direkt los. Bin in 5 Minuten da."
,,Alles klar", kam noch von ihm, bevor ich auflegte.
Ich stand auf und steckte meine Pistole in den Gurt.
Alex hob eine Augenbraue und sah mich an.
,,Du gehst nur mit einer Pistole und ungeschützt? Zieh dir doch 'ne Schutzweste an, Dude."
,,Die ist bei Carl. Keine Sorge.", gab ich Bescheid.
Dann klappte ich noch das Messer zu und steckte es in die Hosentasche.
,,Pass auf die Kleine auf. Ich werde erst heute Nacht wieder zurückkommen. Wenn alles gut läuft. Du weißt ja Bescheid", sagte ich zu Alex.
,,Mach ich. Aber wenn sie mich nervt lass ich sie vielleicht auch einfach gehen.", grinste er.
Ich verdrehte die Augen.
Dann schlug ich bei ihm ein und verschwand dann aus dem Lager.
Draußen warteten schon 5 meiner Männer auf mich.
Ich nickte ihnen zu. Gemeinsam liefen wir los auf den Van zu, in dem schon jemand bereit am Steuer saß.
Als ich einstieg bekam ich ein Anruf.
Mein Vater.
,,Ja?"
,,Matteo, wie weit seid ihr?"
,,Wir fahren gerade los. Carl wartet schon.", informierte ich ihn.
,,Muy bien. Ich will keine Fehler. ¿Me entiendes?"
,,Ja, du kannst beruhigt sein, Papá.", stellte ich klar.
,,Das hoffe ich. Hasta pronto."
Dann legte er auf.
5 Minuten später stieg ich aus dem Wagen und lief auf Carl zu, der bereits voll bewaffnet auf mich wartete.
Direkt reichte er mir die Schutzweste rüber.
Schnell zog ich es mir an.
Eilig nahm ich ihm noch den breiten Gurt ab und steckte die Munitionen rein.
Ich klopfte Carl auf die Schulter.
,,Wir können los."
Sofort nickte er den Männern zu.
Jeder stieg ein und wir fuhren wieder los.
Wir hatten jetzt eine 40 minütige Fahrt vor uns.
Unser Ziel, ein Lager stürmen und mein Bruder holen, der seit 2 Tagen dort festgehalten wurde.
Er war zuvor in Mexico gewesen, wegen geschäftlichen Gründen und dann hätte man ihn ungünstig erwischt und "entführt". Von Garcia.
Wenn es überhaupt stimmte, was der Mistkerl von sich gab. Wer weiß was dahinter steckte.
Damit er mein Bruder freilassen könnte bräuchte er ⅔ unserer Waren.
Solche Gedanke konnte er direkt in den Arsch schieben.
Sollte er nur warten, dass ich komme.
●●●
Wir stiegen aus den Autos aus. Ich lief ein wenig vor und blieb dann schließlich stehen.
Meine Hände verschränkte ich hinter dem Rücken und sah unser Ziel an, das man von hier undeutlich erkennen konnte.
Noch näher konnten wir nicht ranfahren, denn das wäre auffällig gewesen.
Carl gesellte sich zu mir. ,,Sollen wir den Plan nochmal durchgehen?"
Ich nickte und drehte mich dann zu den Männern um, die sich hinter uns aufgestellt hatten.
,,Also, noch einmal und ein letztes Mal. Wir werden uns dem Lager gemeinsam nähern. Vorsichtig, ohne gesehen zu werden.
Sobald ich das Zeichen gebe teilen wir uns auf.
Die Männer, die mit mir gekommen sind bleiben bei mir, der Rest bei Carl."
Ich drehte mich seitlich zu Carl. ,,Du nimmst den Eingang rechts, aber trete davor noch mir Alex in Kontakt und frag ihn, ob da alles sicher ist und er die Kamera schon deaktiviert hat. Wenn er natürlich fertig ist, weiter über das Mädchen zu recherchieren."
Carl musste über mein Satz hin schmunzeln.
Ich holte mein Handy wieder raus, um mir noch einmal den Plan von dem Lager zu studieren.
,,Du wirst rechts den Gang nehmen und erst bei der letzten Abzweigung nach links, dann die Treppen runter. Und während du unten die Männer erledigst muss ich oben mein Bruder holen. Wenn wir unten sind musst du schon fertig sein."
Carlos nickte mir zu.
Ich sah in die Runde.
,,Ich will keine Fehler. Verstanden!"
Die Männer nickten mir zu.
Carl klopfte mir auf die Schulter.
Dann liefen wir los.
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Gib mir deine Seele
ChickLitFlucht für ein besseres Leben? Ohne Eltern, die einen erniedrigen? Das ist Sydneys Ziel. Ein freies, sorgloses, elternloses Leben. Nur deswegen entscheidet sie sich sogar, ihre zwei besten Freunde loszulassen und ihre kleine Schwester zu verlassen. ...
