72

17.7K 468 22
                                        

Sydney:

Stille.
Pure Stille.

Ich starrte geschockt in Matteos Richtung.
Mein Herz schlug wie wild.
Meine Atmung war unregelmäßig.
Ich ließ die Waffe fallen.
Mein Mund ging auf.
Alles war still.
Doch der Schuss hallte trotzdem in meinen Ohren.

Ich traute mich nicht zu atmen.
Stur blickte ich ihn an.
Mit Tränen in den Augen.
Ich war wie gelähmt.
Ich brachte kein Ton raus.

Was hatte ich gemacht?
Was hatte ich gemacht!
Ich... Ich hatte auf ihn geschossen!
Was hatte ich gemacht!?

Ich schüttelte kaum merklich den Kopf.
Mein Blick war starr auf Matteo gerichtet.
,,Nein", hauchte ich leise.

,,Nein", hauchte ich erneut.
Doch dann löste ich mich aus der Starre.
Ich schrie auf.
,,Matteo!"
Ich rannte auf ihn zu.
Schreiend.

Ich kniete mich sofort hin und beugte mich zu ihm.
,,Matteo, Matteo!"
Tränen rannen meine Wagen runter.
Ich hatte auf ihn geschossen!
Ich rüttelte ihn an den Schultern.
,,Matteo!"
Ein roter Fleck hatte sich auf seiner Brust gebildet, das ganz langsam größer wurde.

Er hatte seine Augen geschlossen.
Ich schüttelte den Kopf.
,,Nein, nein! MATTEO!"
Ich rüttelte an seinen Schultern.
Ich versuchte ihn wachzukriegen.
,,Matteo, sieh mich an! Matteo, bitte!"
Ich hatte ihn nicht umgebracht!
Ich wollte ihn nicht umbringen!
Ich wollte es nicht!

Ich fuhr über sein Gesicht.
Ich strich ihm durch die Haare.
,,Matteo, du hörst mich doch. Matteo!"
Er regte sich nicht.
Ich rüttelte ihn stark.
,,Sag doch was! SPRICH MIT MIR!", schrie ich.

Aber er lag nur da.
Regungslos.
Die Augen geschlossen.
Mit einer Wunde.
Von einer Kugel.
Von mir.

Ich schrie auf. Meine Tränen kamen unaufhörlich.
Schluchzend legte ich meine Stirn auf seine Schulter.
,,Bitte bleib hier", schluchzte ich.
,,Bitte Matteo", hauchte ich.

Ich wurde plötzlich hochgezogen.
Ich schrie auf und versuchte mich zu wehren.
,,Lass mich los!", schrie ich den Mann an.
Er hatte ein siegessicheres Grinsen auf seinem Gesicht.
,,Er ist tot. Du hast ihn umgebracht.", sagte er zu mir.
Ich schüttelte heftig den Kopf.
,,Er ist nicht tot. Er lebt", hauchte ich.
Ich sah zu Matteo.
,,Sag es doch! Sag doch dass du lebst!"

Der Mann packte mich an den Haaren und schubste mich weg von ihm.
Ich fiel zu Boden.
Doch schnell rappelte ich mich auf und wollte wieder zu Matteo rennen, doch er hielt mich auf.
,,Du kannst genug an seinem Grab heulen. Steckt sie ins Auto!", befahl er seinen Männern.

Sofort griff einer nach mir und zog mich mit.
Ich schrie.
,,Nein! Lass mich los! Lass mich los!"
Ich zappelte um mich.
Doch dann wurde ich ins Auto gestoßen.

Aber plötzlich hörte ich etwas.
Der Typ wandte sich von mir ab.
Da draußen passierte was.
Ich hörte Schüsse.
Ich richtete mich auf.
Schnell nutzte ich die Gelegenheit, um aus dem Auto zu steigen.
Bevor mich der Typ ergreifen konnte rannte ich an ihm vorbei.

Zwei Autos stoppten dicht vor den anderen.
Und als ich sah wer dort ausstieg fiel mir wirklich ein Stein vom Herzen.
Ich erblickte nämlich Alex.
Aber viel Zeit hatte ich nicht, um mich drum zu kümmern, denn ich rannte auf Matteo zu.

Ich kniete mich zu ihm hin.
Er lag immernoch so regungslos da.
Schüsse ertönten, es wurde umher gebrüllt. Aber der ganze Lärm ging an mir vorbei.
Ich hatte mein Blick stumm auf Matteo gerichtet.
Sein Mund war leicht offen.
Und der rote Fleck war um einiges großer geworden.
Plötzlich wurde ich angerempelt und fiel beinahe hin.

Ich duckte mich, um mich vor den Schüssen zu bewahren.
Ich saß mitten im Weg.
Sofort griff ich Matteo an den Achseln und versuchte so gut es ging ihn zur Seite zu schieben.
Ein wenig klappte es und ich kniete mich schnell wieder zu ihm.

,,Sag mir dass du lebst, bitte", flehte ich ihn mit Tränen an.
Sein Puls!
Daran konnte ich es wissen.
Schnell legte ich meine Hand an sein Hals und versuchte irgendwo den Puls zu finden.
Und tatsächlich spürte ich es unter meinen Fingern.
Jedoch war sein Puls deutlich schwach. Das konnte man auch schon nicht mehr als lebend bezeichnen.

Seine Blutung musste gestoppt werden!
Plötzlich kam jemand zu mir.
Diego.
,,Matteo, Matteo! Fuck!", rief er und kniete sich hin.
Ich sah ihn schuldbewusst an.
Er blickte mich kurz an. Dann zog er sich plötzlich sein Shirt über den Kopf, knüllte es zusammen und drückte es Matteo an die Brust.

,,Was ist passiert!", fragte er mich hektisch.
Meine Unterlippe fing an zu beben.
,,Ich war es", schluchzte ich und fing an zu weinen.
Diego sah mich begriffsstutzig an.
Jedoch wandte er sich von mir ab als er jemanden brüllen hörte.

,,Er flüchtet!", brüllte jemand. Ich glaube es war Alex.
Diego stand auf.
Dann schrie er wütend auf und stoß die Leiche auf dem Boden an.
Doch sofort kniete er sich wieder zu seinem Bruder.
Die anderen rannten zu uns.
Alex weitete die Augen genauso wie die anderen.

Schnell kniete er sich zu Matteo.
,,Was ist passiert!"
,,Eine Kugel in seiner Brust", sagte Diego und stand eilig auf.
,,Er muss ins Krankenhaus!", brüllte er.
Schnell packten sie ihn und zogen ihn von mir weg.

Ich schluchzte auf und legte meine Hände auf mein Gesicht.
Alex kniete sich zu mir hin.
,,Sydney, komm."
Ich sah ihn unter Tränen an.
Er zog mich auf die Beine.
Sofort löste ich mich von seinem Griff und rannte auf das Auto zu, wo sie Matteo reinlegten.
Ich zog Salvador zur Seite und sah zu Matteo.
,,Steigt doch ein!", schrie Diego.

Sofort hob ich Matteos Kopf an und stieg ein. Dann legte ich sein Kopf auf meinen Beinen ab.
Ich strich ihm über die Wange.
,,Ich wollte es nicht tun", hauchte ich ihm zu.

,,Wer war das?", fragte mich Alex, der auf dem Beifahrersitz saß.
Ich sah ihn an und konnte es nicht verhindern loszuweinen.
,,Ich hab auf ihn geschossen", beichtete ich leise.
Alex sah mich Verdutzt an.
,,Wie?"
Ich sah zu Matteo.
,,Ich wollte es nicht tun. Wirklich nicht", schluchzte ich.

,,Wie hast du auf ihn geschossen!", schrie nun Alex.
Meine Unterlippe bebte.
,,Ich wollte es wirklich nicht tun. Hätte ich mich doch dazu entschieden selber zu sterben", wimmerte ich.
,,Wie bitte?", kam es von Alex.
Ich antwortete ihm nicht sondern betrachtete Matteos Lippen.

,,Verlass mich nicht", hauchte ich leise.

Wird Matteo sterben?

Gib mir deine SeeleGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt