Als ich nach einer Weile von der Bank aufgestanden war hatte ich mich wieder auf den Weg gemacht.
Ich hatte nach einem Mann gefragt ob er wusste wo das reiche Viertel hier war. Ein anderes Wort war mir nicht eingefallen.
Er hatte mich jedoch nur abschätzend betrachtet und war weitergegangen, ohne mir zu antworten.
Jedoch hatte ich nach Ewigkeiten den Weg selber gefunden.
Es war schon ein wenig dunkel.
Ich war kaputt.
Ich hatte keine Kraft mehr.
Ich irrte gerade auf der Straße rum und wusste nicht auf welcher Straße sich die Villa befand.
Doch jetzt würde ich nicht aufgeben.
Ich war bald da.
Ich würde das schaffen.
Ich fuhr mir über das Gesicht und strich mir über die Haare um ein Gefühl davon zu bekommen, dass ich ordentlich aussah.
Schließlich bog ich in eine andere Straße ein und blickte her.
Ich stockte.
Ich hatte es wirklich gefunden.
Ich sah tatsächlich die Villa!
Völlig fertig lehnte ich mich an die Gitter. Meine Wangen wurden nass.
,,Endlich", hauchte ich kraftlos.
Ich stoß mich sofort ab und schlenderte die letzten Schritte zu dem Haus.
Ja, ich war tatsächlich da.
Kraftlos hielt ich mich an dem Tor fest und blickte zur Villa.
Ich wollte die Tür zum Grundstück öffnen, doch sofort hielt ich Inne.
Was wenn der Vater da war und er mich sah?
Eine Security kam auf mich zu.
Mit einem ausdruckslosen Blick sah er mich an.
,,Was willst du?", fragte er mich barsch.
,,Ist Matteo zu Hause?", fragte ich ihn hoffnungsvoll.
Er hob die Augenbrauen.
Dann verneinte er schließlich meine Frage.
Ich nickte verstehend und wandte mich von ihm ab.
Er war also nicht da.
Gut, dann würde ich hier darauf warten dass er kommt.
Ich überquerte die Straße und setzte mich dort einfach auf den Gehweg.
Jetzt merkte ich wie mir meine Beine schmerzten.
Gequält streckte ich meine Beine aus und atmete tief aus.
Mein Blick fiel auf die Villa.
Ich konnte es immernoch nicht glauben.
Dass ich hier war. Dass ich ihn wieder gefunden hatte.
Ungeduldig wartete ich darauf dass er kommen würde.
Es war schon dunkel geworden.
Ich war müde.
Und ich hatte einen riesen Hunger.
Noch dazu wurde ich immer hibbeliger als ich immernoch niemanden kommen sah.
Meine Augen fielen schon zu als ich ein Auto hörte.
Schnell huschte mein Blick dahin.
Und als das Auto vor dem Tor stand und schließlich in den Grundstück fuhr weiteten sich meine Augen.
Das war hoffentlich er.
Schnell stand ich auf und überquerte die Straße.
Nervös sah ich in den Grundstück.
Das Auto blieb stehen und drei Leute stiegen dort aus.
Ich konnte jedoch nicht erkennen ob er dabei war.
Doch länger konnte ich nicht warten.
Ich öffnete eilig die Tür und rannte in den Grundstück rein.
,,Matteo!", rief ich und rannte weiter.
Doch plötzlich stellte sich eine Security vor mich und hielt die Waffe zu mir.
Verwundert drehten sich die drei Jungs um.
Und tatsächlich erkannte ich ihn dort.
Ich merkte wie sich seine Augen weiteten.
Er deutete dem Mann dass er die Waffe senken sollte.
Gleich darauf rannte ich auf ihn zu.
Ich hatte Tränen in den Augen.
Vor ihm blieb ich stehen.
,,Sydney?", hauchte er verwirrt.
,,Ich bin wieder gekommen", hauchte ich.
Er sah mich starr an.
,,Warum? Warum bist du nicht gegangen? Warum kommst du wieder zurück."
Meine Tränen lösten sich aus meinem Auge.
,,Weil ich nicht konnte. Ich will hier sein, Matteo", hauchte ich.
Er sah mich an.
,,Ich hatte dir die Möglichkeit gegeben zu gehen. Damit du mich loswirst. Die Gelgenheit wirst du nicht nochmal bekommen.", sagte er leise.
,,Ich will dich nicht loswerden. Ich will bei dir sein", flüsterte ich und schluchzte.
Matteo legte langsam seine Hand auf meine Wange.
Ich sah ihm tief in die Augen.
Dann wagte ich es.
Ich legte meine Hand an sein Nacken und zog ihn zu mir runter.
Dann legte ich sofort meine Lippen auf seine.
Sofort merkte ich wie er meinen Kuss erwiderte.
Seine Hand wanderte an mein Hinterkopf.
Mit der anderen zog er mich an der Hüfte an sich ran.
Langsam trennte ich meine Lippen von ihm und legte mein Kopf in seine Halsbeuge.
,,Lass mich nie wieder gehen", flüsterte ich heiser.
Er zog mich an den Schultern zurück und legte seine Hand auf meine Wange.
,,Du kannst dir sicher sein dass ich das nicht tun werde."
Dann wandte er sich von mir ab und drehte sich zu den Jungs, die sich als Diego und Alex herausstellten.
Beide hatten den Mund geöffnet und sahen uns ungläubig an.
,,Was war denn das?", kam es von Alex.
,,Ich glaube wir sind im Liebesfilm gelandet", konterte Diego.
,,Habt ihr euch gerade geküsst?!", fragte nun Alex.
Schnell sah ich weg.
,,Reg mich nicht auf, Alex", murrte Matteo.
Dann drehte er sich zu mir um.
Er schien als wollte er was sagen.
Jedoch blieb er still.
,,Du siehst wirklich kaputt aus.", murmelte er.
,,Was hast du gemacht? Wo hast du gestern geschlafen?"
Ich sah zu Boden.,,Draußen", murmelte ich.
Matteo fuhr sich durch die Haare.
,,Das ist alles meine Schuld."
,,Nein, ist es nicht", sagte ich.
Planlos sah er mich an.
,,Ist dir irgendwas passiert? Hat dir jemand was angetan?", fragte er eilig und studierte dabei mein Gesicht.
Ich schüttelte den Kopf.
,,Komm erstmal rein", sagte er schließlich und schob mich dann an den Jungs vorbei zur Haustür.
Ich stoppte ihn jedoch.
,,Ist dein Vater da? Ich kann nicht da rein."
Matteo sah mich an.
,,Er ist nicht da. Mach dir keine Sorgen."
Dann öffnete er die Haustür und wir traten gemeinsam ein.
Ich sah mich wie beim ersten Mal um.
Ich sah Elena aus dem Wohnzimmer kommen.
Als sie mich sah öffnete sich ihr Mund.
,,Was? Sydney!"
Sie kam eilig auf mich zu und zerdrückte mich.
,,Ich hab mir so Sorgen um dich gemacht. Wie bist du klar gekommen?"
,,Sydney?", ertönte diesmal eine andere weibliche Stimme.
Es war Matteos Mutter.
Sie kam zu mir und umarmte mich leicht.
,,Gott, du siehst ja völlig fertig aus. Geht es dir gut?"
Ich nickte leicht.
,,Alles gut", murmelte ich.
,,Äh, wir machen das so. Du nimmst jetzt mal eine Dusche. Und dann isst du mal was. Okay", meinte sie völlig hektisch.
,,Elena bring sie hoch und gib ihr frische Sachen.", sagte sie zu ihrer Tochter.
Sofort nickte Elena und zog mich die Treppen hoch.
Ich war wirklich verwirrt.
Nicht einmal zu Hause hatte ich sowas erlebt. Ich wurde gerade so behandelt als wäre ich auch ein Familienmitglied.
Elena zog mich in ihr Zimmer und öffnete ihren Schrank.
,,Such dir was aus", sagte sie.
Ich schüttelte den Kopf.
,,Nein, Gib du mir einfach das was du willst."
Sie nickte verstehend und suchte mir was aus dem Schrank aus.
,,Hier nimm. Und duschen kannst du solange du willst. Benutz ruhig alles was da ist."
Ich zog sie aprubt in eine Unarmung.
,,Danke", flüsterte ich heiser.
,,Wofür denn?"
,,Für das alles. Wie ihr mich behandelt und mir alles anbietet. Ich hab zu Hause nie sowas erlebt."
Elena löste sich von mir.
,,Ich mag dich. Und meine Mutter mag dich auch. Und meine Brüder mögen dich wahrscheinlich auch. Ich kenn dich zwar nicht lange aber du bist mir wirklich ans Herz gewachsen."
Gerührt sah ich sie an.
Sie wischte sich über die Wange.
,,Jetzt aber dalli. Mach schon."
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Gib mir deine Seele
ChickLitFlucht für ein besseres Leben? Ohne Eltern, die einen erniedrigen? Das ist Sydneys Ziel. Ein freies, sorgloses, elternloses Leben. Nur deswegen entscheidet sie sich sogar, ihre zwei besten Freunde loszulassen und ihre kleine Schwester zu verlassen. ...
