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Elena hatte endlich aufgehört mich zu blamieren, mit den Worten:
,,Ich werde der Sache später auf den Grund gehen."
Jetzt fragte sie mich mit all möglichen Fragen aus, weil sie mich kennenlernen wollte.

,,Ich wurde adoptiert", entfuhr es mir.
Elena sah mich irritiert an.
,,Echt jetzt?", hauchte sie.
Ich nickte.
,,Ich hab das aber nicht von ihnen erfahren... Matteo hat es mir gesagt."
Jetzt war sie noch irritierter.
Ich atmete zitternd ein.
,,Es tut weh, zu wissen, dass man unschön aufgewachsen ist, dass man fast tagtäglich Gewalt erleben musste und schlussendlich die Leute gar nicht die leiblichen Eltern waren."
Elena sah mich betrübt an.
,,Ich weiß echt nicht was ich sagen soll", murmelte sie.

Eine Stille legte sich in den Raum.
,,Deswegen bin ich von zu Hause geflüchtet. Ich wollte meine Ruhe von ihnen. Und da ich sowieso bald 18 gewesen wäre hatte ich alles geplant. Ich hab es schließlich aber doch nicht mehr ausgehalten und bin vor meinem 18. Geburtstag geflüchtet.
Und dann bin ich... in diese Mafia geraten.", vertraute ich ihr meine Geschichte an.

Elena legte ihre Hand auf meine Schulter.
,,Ich weiß nicht wie ich dich aufheitern kann, aber vielleicht hilft es dir wenn ich dir sage dass du ab jetzt glücklicher leben kannst."
Unsicher sah sie mich an.
,,Also damit meine ich halt dass du hier deine Ruhe haben könntest."
Ich seufzte.
Was sollte ich denn dazu sagen?

Es klopfte an der Tür und im nächsten Moment ging die Tür auf.
Alex erschien im Zimmer.
Als er mich sah schmunzelte er.
,,Jetzt muss ich mich noch an dich gewöhnen. Obwohl, so schwer wird es nicht. Wir waren ja tagelang im Lager gemeinsam gewesen. Naja auch egal jetzt. Kommt ihr runter zum Essen?", sprach er ohne Pause.

,,Wir kommen gleich", meinte Elena und schickte Alex aus dem Zimmer.
,,Also, komm. Steh auf.", forderte sie mich auf.
Zögernd stand ich auf.
Da war jetzt wahrscheinlich die ganze Familie unten.
Ich würde da völlig überflüssig erscheinen.
Schon jetzt fühlte ich mich dabei unwohl.

Ich setzte mich schnell wieder hin.
,,Ich hab kein Hunger.", meinte ich.
Elena sah mich Verdutzt an.
,,Lüg doch nicht. Hunger ist was menschliches. Ich zum Beispiel hab immer Hunger. Also, steh jetzt auf."
,,Elena, ich will wirklich nicht essen.", erklärte ich.
Sie verschränkte die Arme von der Brust.
Dann setzte sie sich neben mich.
,,Du willst nicht runter, stimmt's?"

Als ich nicht antwortete nickte sie wissend.
,,Das muss dir doch nicht unangenehm oder so sein. Wir sind auch nur Menschen", sagte sie lachend.
Ich sah sie leicht lächelnd an.
,,Das weiß ich."
,,Also dann komm."

Sie zog mich auf die Beine und lief dann mit mir aus dem Zimmer die Treppen runter.
Dann betraten wir das Wohnzimmer das mehr als nur riesig war und liefen auf den Esstisch zu, das auf der einen Hälfte stand.
Ich erkannte Matteo und Alex am Tisch.
Die Mutter saß auch dort und ich erkannte noch ein Mann.
Er blickte jetzt zu uns als wir an den Tisch kamen.

Jetzt erkannte ich ihn.
Er war doch Matteos Vater.
Sein Blick durchbohrte mich beinahe.
Ich fühlte mich wirklich unwohl.
Ich wollte mich garnicht an den Tisch setzen.
Für einen Moment hatte ich mich sogar dafür entschieden wieder zu gehen.
,,Setz dich hierhin", erklang jedoch Elenas Stimme. Sie zeigte auf den Stuhl.

Schluckend setzte ich mich hin.
Jetzt saß ich direkt gegenüber von Matteo.
Elena saß zwischen mir und ihrem Vater, der auf der schmalen Seite saß.
Ich blickte zu Matteo der mich jedoch nicht betrachtete.

Ignorierte er mich jetzt oder so?

,,¿Qué hace la muchacha ahí?", ertönte eine feste Stimme.
Ich sah auf.
Der Mann betrachtete Matteo mit einem festen Blick.
Matteo legte seine Gabel zur Seite.
,,Yo la traje aquí", antwortete er auf spanisch zurück.
So ungefähr hatte ich verstanden um was es ging. Nämlich um meine Anwesenheit.

Elena stoß mich leicht an und verdeutlichte mir, dass ich ruhig essen sollte. Doch mir war gerade nicht danach, denn der Vater ließ mich gerade unwohl fühlen.

,,¿Y porqué?", ertönte seine Stimme wieder.
,,Rodrigo, nicht jetzt. Wir sind am Tisch", ertönte es von Matteos Mutter.
Rodrigo hieß der Vater also.
,,Ich will jetzt die Antwort haben", äußerte er und sah Matteo abwartend an.
,,Porque eso es lo que quería."
Zugegeben, er hatte einen perfekten Akzent.

Jetzt wurde der Vater ernster.
,,Und seit wann machen wir sowas?", erhöhte er seine Stimme.
,,Wie kommt es jetzt dazu?!"
Matteo nahm tief Luft.
,,Esta es mi decisión!"

Ich merkte wie Alex leicht den Kopf schüttelte.
Unauffällig betrachtete ich den Vater.
,,¿Es tu decisión? ¡No quiero ver la chica aquí, haz lo que quieras con ella, me entiendes! ¡De lo contrario la mataré! "
Ich schluckte.

Elena schob eilig ihren Stuhl zurück und zog mich plötzlich am Arm vom Stuhl hoch.
Dann lief sie mit mir aus dem Wohnzimmer und brachte mich die Treppen nach oben, wo sie mich endlich losließ.

Ich sah stumm zu Boden.
Elena legte ihre Hand auf meine Schulter.
,,Sydney, alles gut?"
Ich nickte bloß. Aber eigentlich ging es mir gar nicht gut.
,,So wie es aussieht hast du verstanden um was es ging.", flüsterte sie vorsichtig.
Ich antwortete nichts darauf.

Ich hörte jemanden die Treppen hochkommen.
Gleichdarauf stand Matteo neben mir.
,,Komm mal mit, Sydney", sagte er und griff nach meinem Arm, doch ich entzog es ihm wieder.
,,Warum hast du mich hierher gebracht? Du wusstest wohl ganz sicher, dass mich hier niemand will. Was tue ich hier überhaupt?", wollte ich von ihm wissen.
Matteo spannte sich an.
,,Der einzige der dich hier nicht will ist mein Vater. Und das werde ich erledigen. Und jetzt komm."

,,Warum machst du dann das?", fragte ich ihn.
,,Er ist dein Vater. Wer bin ich für dich? Niemand. Du musst gar nichts für mich tun!", sagte ich und mit einem Mal füllten sich meine Augen mit Tränen.

Alex gesellte sich jetzt auch zu uns.
,,Bro, ich glaube du hast keine andere Wahl als sie zurück ins Lager zu bringen.", meinte er.
,,Nein", entfuhr es mir.
,,Lasst mich endlich in Ruhe.", wurde ich laut.
,,Was wollt ihr eigentlich von mir! Ich werde nur von dort nach da geschlürft. Ich hab mein eigenes Leben! Und das will ich endlich zurück haben!"
Ich merkte wie meine Wange nass wurde.

,,Warum bin ich denn hier! Lass mich doch einfach gehen! Ich verspreche dir auch dass ich nicht zur Polizei gehen werde oder so. Aber lass mich doch endlich gehen", hauchte ich verzweifelt zum Ende hin.

Matteo sah mich ausdruckslos an.
,,Dann geh!", rief er plötzlich.
Ich zuckte zusammen und blinzelte perplex.
Hatte er das wirklich gesagt?
,,Geh! Ich lass dich frei! Verschwinde!", brüllte er mich an.

Ich hatte es zwar selber gewollt, doch es tat gerade irgendwie weh, wie er mich anschrie.
Ich sah kurz zu Elena.
,,Auf was wartest du denn noch!", schnauzte Matteo mich an.
Schmervoll sah ich ihn an.
Dann drehte ich mich um und rannte die Treppen runter.

,,Du kannst manchmal echt herzlos sein!", hörte ich Elena sagen.
Ich lief auf die große Eingangstür zu.
Elena stellte sich plötzlich vor mich.
,,Sydney, wo willst du hin?", fragte sie mich hektisch.
,,Ich werde schon was finden", hauchte ich. Eine Träne rollte über meine Wange.
,,Sydney, du... du hast gar nichts. Also versteh mich jetzt nicht falsch.
Außerdem wird es bald dunkel. Wo willst du schlafen?"
,,Elena lass mich. Ich habe gerade wirklich die Möglichkeit frei zu sein. Wenn dein Bruder mich nicht verarscht. Lass mich jetzt gehen."

Ich lief an ihr vorbei und öffnete die Tür.
Dann lief ich tatsächlich alleine raus.
Draußen standen zwei Männer die mich nicht wirklich beachteten.
Ich sah zum Tor.
Dann rannte ich drauf los.

Gib mir deine SeeleGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt