~Kapitel 28~

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Namjoon
Da das ja jetzt erledigt war, konnte ich beruhigt zurück nach hause gehen. Jungkook hatte den anderen bestimmt schon erzählt was passiert war. Das heißt alle wussten jetzt bescheid. Hoffentlich ging das auch alles gut, nicht das sich einer von ihnen verplapperte. Seufzend kickte ich ein kleines Steinchen vor mir her. "Hey warte mal!", rief jemand. Ich blieb stehen und sah mich verwundert um. Vor mir stand ein Junge, mindestens genauso groß wie ich und sah mich nervös an. "Kennen wir uns?", fragte ich. Mein Kopf ratterte schon sämtliche Erinnerungen durch, fand aber nichts was irgendwie mit ihm zu tun hatte. "Nein tun wir nicht. Aber ich kenne Alena", erklärte er. Jetzt war ich noch verwirrter. Wieso sollte er dann mich ansprechen. Vielleicht war er ja ein Fanboy und wollte ein Autogramm haben, das gab es ja auch immer wieder. Gerade als ich schon deswegen fragen wollte, vergewisserte er sich das niemand in der Nähe war und kam ganz dicht. "Es geht um ihre Schwester", flüsterte er mir ins Ohr.

Meine Augen weiteten sich. Woher wusste er bescheid? Hatte sie es doch gehört und nur nichts gesagt? Wenn ja, dann hatten wir ein riesiges Problem. Ich packte diesen Jungen an den Schultern, wohl etwas zu fest denn er verzog das Gesicht. "Oh tut mir leid. Aber woher weißt du von ihrer Schwester?", fragte ich ihn. Dabei lockerte ich meinen Griff damit er nicht weiterhin solche Schmerzen hatte. "Also die Sache ist die. Ich bin ihr Bruder", erklärte er. Jetzt war ich noch sprachloser. Also hatte sie eine Schwester und einen Bruder? Wieso hatte Mino denn nichts davon erzählt? Oh man das wurde immer verzwickter. "Sie ist wieder aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Und jetzt ist sie noch wütender als zuvor", riss er mich wieder aus meinen Gedanken. "Ich weiß einfach nicht wie wir sie aufhalten sollen. Auf keinen Fall will ich das sie auch nur noch irgendeinem von euch etwas antut." Nickend sah ich ihn an. Also war er schon mal auf unserer Seite, das war auch gut zu wissen.

"Komm mit. Hier draußen auf der Straße weiß man nie, wer einen so belauscht", sagte ich also und bedeutete ihm mitzukommen. "Zieh dir deine Kapuze tief ins Gesicht. Dann erkennt dich niemand. Und hier, zieh die Jacke noch über." Mit diesen Worten überreichte ich ihm meine Jacke, nur für den Notfall das sie uns irgendwo sehen könnte und ihn sonst erkannt hätte. "Danke", sagte er leise und zog sich die Jacke über. Den ganzen Weg bis nach hause redeten wir kein Wort mehr. Langsam fing es auch schon an zu dämmern, hoffentlich würde Alena noch ruhig weiter schlafen, so das wir alle in Ruhe noch darüber reden konnten. "Mensch das hat aber auch lange gedauert", bemerkte Hoseok der mir die Tür aufgemacht hatte. Verwundert betrachtete er meine Begleitung. "Bist du jetzt auf Jungen umgestiegen als Tarnung?", fragte er. Ich sah wie sich die Wangen von ihm rot färbten. Sofort entschuldigte sich Hoseok für den Kommentar. "Jetzt husch rein, bevor alle wach sind die nicht wach sein sollen", bemerkte ich. Nicht nur das ich das jetzt endlich hinter mir haben wollte, ich war auch einfach nur noch müde. Immerhin war ich die halbe Nacht unterwegs gewesen.

Wir setzten uns zu den anderen Jungs an den Tisch und er erzählte uns alles was er wusste. Immerhin wussten wir jetzt, das Alenas Vater auch eine Affäre mit der Mutter von ihm und seiner Schwester gehabt hatte. Obwohl Alena seine eheliche Tochter war, hatte er sich immer nur für seine andere Tochter interessiert. Er hatte uns auch endlich erzählt wie sie hieß, Yeseo. "Und wie heißt du, das wissen wir auch immer noch nicht", fragte Jin interessiert nach. "Ich heiße Daehyun", antwortete er knapp. Mittlerweile war es schon hell draußen. "Du solltest besser gehen, bevor die anderen beiden aufwachen. Gib uns deine Nummer, dann können wir im Kontakt bleiben", schlug Suga vor. Mit einem Nicken schrieb er die Nummer auf und wir begleiteten ihn zur Tür. Dann endlich konnte ich mich wieder ins Bett legen. Auf jeden Fall hatte ich das gehofft, die anderen wohl auch.

"Guten Morgen Jungs", sagte eine völlig erfrischt wirkende Alena. "Morgen", antworteten wir knapp. Im Gegensatz zu ihr, sahen wir alle wie Leichen aus. "Was ist denn mit euch passiert?", fragte sie verwundert und sah uns einen nach dem anderen an. "Ach sind nur schon früh aufgestanden um den heutigen Tag zu planen", erklärte ich schnell. "Na dann. Lasst uns das Frühstück vorbereiten", schlug sie vor. "Yeah", sagten wir und versuchten so motiviert zu klingen, wie es nur ging. Uns blieb jetzt nichts anderes übrig, als einfach den Tag so durchzuziehen. "Ich glaub ich brauch drei Kannen Kaffee, damit ich nicht einschlafe", raunte Hoseok mir mit rauer Stimme zu. "Was du nicht sagst. Ich mindestens einen Lastwagen voll", antwortete ich und unterdrückte ein Gähnen.

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