24. Kapitel

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Josh blinzelte müde, als er von einem Klingelton geweckt wurde. Als er seinen Wecker ausschalten wollte, um weiterzuschlafen, stellte er jedoch fest, dass es sein Handy war das klingelte. Er wurde angerufen?

Er würde demjenigen den Kopf abreißen, der ihn geweckt hatte! Josh setzte sich auf. Er fühlte sich wie in Watte gepackt, aber nur so lange, bis ein scharfer Schmerz durch seinen Kopf schoss.

Blinzelnd sah er auf das Display seines Handys, um zu wissen, ob er diesen Anruf wirklich annehmen musste. Es war Mark.

Josh seufzte. Mark wusste, dass er immer erreichbar war, es würde also nicht bringen, den Anruf zu ignorieren, da sein Freund dann genau wissen würde, was er tat und vermutlich direkt bei Kendra oder einem seiner Kollegen anrief, um zu fragen, ob etwas passiert sei. Und Josh hielt es dann doch für besser, Mark selbst von den Geschehnissen des letzten Abends zu erzählen.

Er räusperte sich, damit seine Stimme nicht so verschlafen kling und nahm endlich den Anruf an. „Ja?"

„Hallo, Josh. Hast du ein bisschen Zeit zum Quatschen? Neela hat mich gerade für die nächsten zwei Stunden alleine am Strand stehen lassen."

„Strand klingt fabelhaft", versuchte Josh sich nichts anmerken zu lassen.

„Der ist direkt vor unserem Hotel", erklärte Mark gut gelaunt. „Also, hast du ein bisschen Zeit? Wenn ich mich recht erinnere und du keine Arbeitszeiten getauscht hast, müsstest du erst in drei Stunden zum Dienst."

Joshs Augen weiteten sich überrascht. Es musste schon mittags sein, wenn er nur noch drei Stunden Zeit hatte, und das weckte die Frage in ihm, wie lange er wohl geschlafen hatte. Normalerweise war er eher Frühaufsteher als Langschläfer, aber nach gestern... Nach vier Jahren hatte er scheinbar seinen Vorsatz aufgegeben, nicht zu viel zu trinken.

„Josh?"

„Hm?"

„Also hast du Zeit?"

„Sicher." Etwa eine Stunde dürfte schon drin sein, aber dann müsste er sich noch mal überlegen, wie er mit Kendra und auch Ryan weitermachen wollte. Eigentlich hatte er heute Morgen mit Officer Hayes deswegen telefonieren wollen, aber in seinem Zustand kam das ja wohl nicht in Frage.

„Okay, sehr gut. Wie geht es dir?"

„Bitte, Mark, du weißt genau, dass du die spannenderen letzten zwei Wochen hattest", wehrte Josh ab. Hoffentlich würde Mark das Kratzen seiner Stimme auf eine schlechte Telefonverbindung zurückführen anstatt zu dem Schluss zu kommen, dass er bis gerade eben noch geschlafen hatte.

Er hörte seinen Freund leise lachen. „Na gut, du hast recht."

„Wie spät ist es jetzt bei euch?"

„Sieben Stunden vor euch. Gleich sieben Uhr abends also."

„Und da lässt du Neela alleine draußen rumlaufen?"

„Wer hat was von draußen gesagt? Sie hat in unserem Hotel zwei junge Frauen aus Illinois, Zwillinge, kennengelernt, von denen sie heute zum Abendessen eingeladen wurde. Ich hätte auch kommen dürfen, aber sie wollen sich allen Ernstes im Anschluss an das Essen Kinderfilme ansehen!"

Josh musste über die Entrüstung in Marks Stimme lachen. „Sowas soll es geben, Mann."

„Ich weiß", seufzte Mark gespielt theatralisch. „Ich dachte mir, ich räche mich danach an ihr indem ich sage, dass ich mit dir telefoniert habe ohne dass sie dabei war und jemals den Inhalt unseres Männergespräches erfahren wird."

Josh musste lachen, brach jedoch sofort ab, als sein Kopfschmerz verkündete, immer noch da und keineswegs weniger geworden zu sein. „Ganz der Gentleman, wie immer", spottete er.

Never Too FarWo Geschichten leben. Entdecke jetzt