Dunkles Schicksal Kapitel 10

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Dunkles Schicksal


Kapitel 10



Sie waren schon eine Woche unterwegs und Merlin schaute zu Arthur, der sein Pferd fertig machte. Sie hatten nicht mehr viel geredet seit diesem Tag, da Merlin aus dieser Höhle gestürmt war, nur das Nötigste. Doch sie waren ein eingespieltes Team, rasteten am Tag und reisten in der Nacht. Und immer fanden sie rechtzeitig einen Unterschlupf, bis jetzt.

„Morgen erreichen wir Madrid", sagte Merlin, während er seinen Sattelgurt nachzog.

Arthur gab keine Antwort und Merlin schaute nochmal zu ihm rüber. Das war er gar nicht gewöhnt, der Vampir suchte immer ein Gespräch, das Merlin im Keim erstickte. Vielleicht war er ja eingeschnappt. Konnten denn Vampire beleidigt sein? Und wieder stellte er fest, das er eigentlich gar nichts über sie wusste.

Er schlief jetzt besser, zwischendurch hatten sie in kleinen Dörfer in Tavernen den Tag verbracht. Jeder in seinem Zimmer, doch Merlin schlief auch gut in Höhlen mit ihm. Arthur stand zu seinem Wort, doch bevor sie aufbrachen, verschwand er immer eine Weile. Trotz allem hatte Merlin den Pfahl und Silberdolch neben sich, wenn er schlief. Vorsicht war besser als Nachsicht.

„Ich muss noch kurz weg", sagte Arthur plötzlich und bevor Merlin etwas sagen konnte, war er verschwunden. Verdammte Vampirgeschwindigkeit!

Natürlich wusste Merlin was er tat; er musste Blut trinken. Und er war sich bewusst, das dann jedesmal jemand starb und das störte ihn gewaltig. Nun gut, bei diesen Halunken, die ihn töten wollten nicht, aber was die Anderen betraf....

Nach einer Weile kam er zurück und Merlin fragte.

„Wo warst du?"

„In diesem kleinen Dorf, das wir gestern passiert haben."

„Aber das ist meilenweit weg."

„Nicht für mich."

„Und wer musste sterben?", fragte er etwas sauer.

Arthur schaute ihn an, ernst und nahm die Zügel von seinem Pferd. Er kam etwas näher.

„Erinnerst du dich an den Kerl, der das Mädchen auf der Straße halbtot schlug, als wir kamen? Er schlägt niemanden mehr."

Merlin stieg auf und schaute ihn an.

„Du willst mir doch nicht weismachen, das du nur Menschen aussaugst, die schlecht sind."

Er hatte das Mädchen brutal verprügelt, als sie durch diese kleine Gasse ritten. Merlin hatte sich mit ihm angelegt und seine Pistole gezogen. Das Mädchen lief weg und dieser Kerl bedrohte Merlin, sagte, das er ihn finden würde. Nun ja, Merlins Reisegefährte fand ihn.

„Das habe ich nicht gesagt. Ich sagte nur, das dieser Kerl niemanden mehr schlägt."

Er schaute Merlin an, der das Pferd umdrehte und durch den Wald ritt. Arthur stieg auf und folgte ihm und als er neben ihm war, sagte er.

„Du kannst das nicht tolerieren, nicht wahr?"

„Das du jeden Abend jemanden tötest? Nein."

„Merlin..."

„Ich will jetzt nicht darüber reden, wir haben einen langen Weg vor uns und ich will morgenfrüh Madrid erreichen, noch bevor die Sonne aufgeht. Und du besser auch, sonst wirst du die Stadt nicht sehen, denn es gibt nur Steppe zwischen hier und Madrid. Kein schattiges Plätzchen für dich."

Damit war diese Unterhaltung beendet und Merlin spornte sein Pferd an und galoppierte voran, Arthur schnaubte frustriert, dann folgte er ihm.

Er war keinen Schritt weitergekommen. Lance hatte wohl in dem Punkt recht. Er ernährte sich von Lebenden und das stand zwischen ihnen. Aber er hatte keine Wahl.


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Merlin wusste, das er sehr grandig gegenüber Arthur war. Und er hatte bemerkt, das der Vampir Gespräche suchte, doch Merlin blockte ab. Und tief in seinem Inneren wusste er, warum er Arthur nicht an sich heranließ. Jetzt in der Zeit, indem sie zusammen reisten, vergaß er oft, das er eigentlich ein Vampir war. Und tief in seinem Herzen wusste er, das er ihn sehr anziehend fand. Doch er würde sich eher die Zunge herausreißen, als das zuzugeben. Und noch immer verstand er nicht seine Beweggründe, Merlin zu begleiten. Doch das würde er noch herausbekommen.

Wenn Arthur in seinem Schlaf war und Merlin schon wach, beobachtete er ihn oft sehr lange und ertappte sich bei dem Wunsch, wieder über seine glatte Haut zu streicheln. Arthur war für ihn die Versuchung selbst und ein Rätsel. Er war tot und lebte doch, eigentlich etwas Unmögliches. Jung, schön, attraktiv und diese unendlich blauen Augen schienen ihn manchmal zu foltern und er blockte ab. Das war falsch, er durfte nicht so über ihn denken. Also blieb er grandig und unnahbar.

Nach Madrid steuerten sie die spanische Grenze an. Sie waren schon in der dritten Woche unterwegs, zumal sie nur eine bestimmte Strecke mit dem Pferd schafften, obwohl beide edle Tiere ritten. Man sah ihnen an, das die von guter Abstammung waren. Arthurs Pferd war schwarz wie die Nacht mit langer, dichter Mähne. Manchmal dachte Merlin, das dieses Pferd zu ihm passte, zu seinem düsteren Leben, das er führte. Wieder ertappte er sich dabei, das er Leben dachte, es war keines, er existierte nur.

Merlins Hengst war dunkelbraun mit schwarzer, langer Mähne. Sein Vater hatte ihm den Hengst zu seinem einundzwanzigsten Geburtstag geschenkt. Merlin mochte Pferde, vor allem die schönen, temperamentvollen, andalusischen Pferde, das teilte er mit seiner Schwester. Er musterte den dunklen Hengst von Arthur, er kannte sich aus. Sein Pferd war aus edler Zucht und mit Sicherheit nicht günstig gewesen. Oder er hatte den Besitzer getötet.

„Schönes Pferd", musste er sagen, eher aus Neugier, um zu wissen, wie er dazu gekommen war. Arthur schaute ihn an, ein amüsierter Zug auf seinem Gesicht.

„Ja, sieht so aus, als kommt er aus der gleichen Zucht von Marias schwarzem Hengst. Und ein sehr gutes Pferd, nicht wahr Naciento?", lächelte er und klopfte seinen Hals „Er ist etwas unruhig, weil er spürt, das ich kein Mensch bin, doch er und ich kommen klar."

„War wohl teuer, was?"

Er lachte leise und schaute wieder rüber zu Merlin.

„Wenn du wissen willst, ob sein früherer Besitzer noch atmet, ja. Ich habe ihn ganz formell gekauft."

Merlin schnaubte abfällig, doch sagte nichts dazu.

Arthurs Lächeln verschwand und er sagte nur.

„Ich töte keinen Menschen, weil ich das Pferd haben wollte. Ich bin sehr vermögend, nach so langer Zeit habe ich genug Geld. Dein Bild von deinem Monster hat jetzt wohl einen Schlag bekommen, was?"

Merlin antwortete kalt.

„Du bist ein Vampir. Du kannst dir nehmen, was du willst."

Arthur schaute ihn in der Dunkelheit an, er war nicht mehr begeistert. Was dachte er sich denn? Das er jeden tötete, der ihm im Weg war, wenn er ein Ziel hatte? Arthur frustrierte das, ja, er musste sich von Blut ernähren, doch tötete er nicht ziellos und erst recht nicht, wenn er mit finanziellen Mittel sich kaufen konnte, was er wollte. Wieder spürte er, das Merlins Vorurteile sehr tief saßen und er ihn immer noch als Abscheulichkeit sah. Er sagte nichts mehr, froh gewesen, das er ein Gespräch angefangen hatte, doch es endete frustrierend.

Merlin ritt in Gedanken neben ihm, doch warf er Arthur einen Blick zu, als er nicht darauf achtete. Er sah in dem Mondlicht umwerfend aus. Seine alabasterfarbige Haut schien im Mondlicht zu leuchten und selbst jetzt in der Nacht sah er seine ebenmäßige Gesichtszüge, fast wie in Marmor gemeißelt. Er schaute weg und nahm Luft. Vielleicht hatte der Vampir recht, er urteilte vorschnell. Vielleicht sollte er ihn wirklich besser kennenlernen.

Merlin war schon neugierig, er hatte tausend Fragen. Schließlich ritt ein Vampir neben ihm und normalerweise unterhielt er sich nicht mit ihnen, sondern tötete sie. Insgeheim fragte er sich, wieso Arthur ein Vampir war und wie es dazu kam. Wann er geboren wurde und wie alt er war. Doch sein stures Ich wollte das nicht zulassen. Merlin fühlte sich sicherer, wenn er der Meinung war, das er ein Monster ist und fertig.

Es war ein sonniger Nachmittag, als beide in der kleinen Höhle hoch über dem Land saßen. Madrid hatten sie hinter sich gelassen, das war schon fast zwei Wochen her. Sie hatten geschlafen und warteten nun den Sonnenuntergang ab, um weiterzuziehen. Sie mussten die Berge überqueren und dann waren sie in Frankreich. Merlin aß etwas Brot und Schinken, trank dazu Wasser. Arthur saß auf der anderen Seite und beobachtete ihn, schließlich packte Merlin alles weg.

„Warum kann ich nicht mit dir reden, Merlin? Warum rennst du immer weg, wenn ich es versuche? Ich weiß, das du mich hasst, aber können wir nicht wenigstens reden?", fragte Arthur.

Merlin schaute zu ihm rüber, er saß da und schaute ihn fast flehend an. Merlin verzog keine Miene, doch war er versucht nachzugeben, allein schon weil er wirklich neugierig war. Es war ja auch nicht garantiert, das der Vampir aus seinem Leben erzählte und aus irgendeinem Grund wollte er nicht fragen. Das hieße in seinen Augen, das er nachgeben würde. Trotz seiner Gedanken behielt er seine abweisende Haltung bei, als er antwortete.

„Warum? Willst du mir erzählen, wer dein letztes Opfer war?", antwortete er grimmig „Ich reise mit dir und hinterlasse eine Spur von Leichen. Nicht sehr erbauend für mich."

Arthurs flehender Blick verwandelte sich in eiskalten Zorn. Seine Augen zeigten leuchtende, grüne Schlieren in dem schönen Blau.Warum musste er ihm immer das vorhalten? Er war ein Vampir und kein Kuschelhäschen. Und Blut war lebenswichtig für ihn. Warum verstand er das denn nicht? Dementsprechend herrschte er den Jäger an.

„Was willst du denn? Das ich verhungere? Ich bin was ich bin und fertig."

Merlin lachte freudlos.

„Du machst es dir ziemlich einfach."

„Einfach? Du hast keine Ahnung."

Merlin funkelte ihn an.

„Keine Ahnung? Jede Nacht ziehst du los und irgendjemand muss sterben."

„Ja", schrie Arthur ihn an „So ist das bei Vampiren. Ich brauche Blut um zu leben. Menschen sterben sowieso, ich habe gesehen wie Hunderttausende dem schwarzen Tod zum Opfer gefallen sind. Sie starben einen qualvollen Tod. Ich habe gesehen, wie Kriege fast ganze Generationen auslöschten und niemand hatte sich aufgeregt. Menschen sterben jeden Tag, aus Krankheit oder weil sie schlichtweg verhungert sind oder wurden wegen ein paar Kreutzer abgestochen. Du denkst so engstirnig, das es schon fast lächerlich ist. Ich töte um zu leben und nicht aus Spaß."

„Du lebst nicht, du existierst."

Arthur lachte bitter.

„Du solltest dich mit Lance zusammen tun. Ich bin sicher, ihr beide würdet euch wunderbar ergänzen. Er ist auch so super logisch und spießig, wie du. Du weißt gar nichts über mich und hältst mich für grausam. Soweit mit nicht schnell urteilen."

Er schnaubte frustriert.

„Seht euch doch an. Ihr tötet euch selbst und habt perverses Vergnügen an euren so hochgeachteten Stierkämpfen. Das ist in meinen Augen grausam. Ich töte schnell und effizient, das kann man von euch nicht behaupten, ihr quält gerne vorher."

„Ich mag diese Kämpfe auch nicht, du Blödmann. Nicht jeder ist gleich", schrie ihn Merlin an, zornig weil er ihn mit anderen über einen Kamm zog.

Arthur sprang so geschwind auf, das Merlin ihn erstaunt ansah, denn er konnte das nicht mit seinen Augen verfolgen. Verdammt, er war schnell und dabei wusste er nicht, das Arthur am Tag schwächer war als in der Nacht. Der Vampir zeigte mit dem Finger auf ihn.

„Hach, jetzt hast du das Richtige gesagt. Schreib dir das hinter die Ohren, Jäger. Warum sollte das bei meiner Spezies anders sein? Ich sagte dir schon, das wir nicht alle gleich sind."

Merlin schaute ihn einen Moment an, dann setzte er sich wieder. Er war aufgesprungen, als dieser Streit wieder losgegangen war, Arthur dachte schon, das er wieder in die Sonne flüchtete. Doch Merlin setzte sich wieder und Arthur hatte die Hoffnung, das er ihm jetzt bei käme.

Sich bewusst, das sie sofort stritten, wenn sie sprachen, setzte sich Merlin wieder und nahm Luft, um sich zu beruhigen. Also gut, er würde versuchen mit ihm zu reden, die ewige Anschreierei ging ihm auf die Nerven. Und er musste noch sehr lange mit ihm zusammen reiten. Er erlaubte sich, ihm etwas entgegenzukommen und wusste natürlich, das seine Neugier das vorantreibte. Und so sagte er, ohne das Arthur bemerken sollte, das er eigentlich seine Geschichte hören wollte, etwas abfällig.

„Okay, dann mal los, Vampir. Du beschwerst dich, das ich nichts über dich weiß? Wir haben Zeit, es ist drei Uhr Nachmittags, dann erzähle mal über dich. Dann muss ich mir nicht immer anhören, das ich dich nicht kenne."

Arthur schaute ihn bewegungslos an, bis Merlin zu dem Platz gegenüber zeigte.

„Na los, setz dich und erzähl mir was. Du bist doch ganz wild darauf", forderte er ihn auf.

Das war Merlin auch, doch würde er lieber sterben, als das zuzugeben.

Arthur setzte sich und sagte nichts. Merlin schaute ihn an.

„Was ist?"

Arthur, der bis dahin ins Feuer starrte, sah auf.

„Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Du bist so voreingenommen, das ich die Befürchtung habe, das es keinen Sinn hat."

Merlin bemerkte sehr wohl der traurige Unterton in seiner Stimme und seufzte leise. Na gut, dann würde er anfangen und stellte ihm die Frage, die er sich schon öfter gestellt hatte.

„Wie alt bist du?"

Arthur presste seine Augen zusammen, es schien das er überlegte, doch dann sah er auf.

„Sechshundertdreiundzwanzig, mehr oder weniger."

„Jahre?", fragte Merlin fassungslos.

„Natürlich", antwortete er brüskiert und schaute ihn verständnislos an.

Es war schon schwer, sich die Jahre einigermaßen zu merken, da würde er nicht in Tagen zählen. Doch das zeigte ihm auch, das sein Jäger gar nicht soviel über sie wusste und es wunderte ihn, das er noch lebte. Er sprach weiter, weil Merlin ihn abwartend anblickte.

„Ich wurde im Jahre zwölfhundertachtundsiebzig in London, England geboren. Mein Vater war Kaufmann und wir hatten ein großes Haus etwas außerhalb von London. Meine Mutter war Lehrerin und wir waren nicht reich, aber auch nicht arm. Meines Vaters Geschäft ging nicht schlecht und so hatten wir ein angenehmes Leben. Ich ging mit Lance und Gwaine dort in die Schule, mit meinen besten Freunden. Wir kannten uns schon als Kinder. Und ich hatte eine Schwester, sie war drei Jahre jünger als ich...Kathy", er schaute abwesend ins Feuer „Ich liebte sie sehr, sie war meine kleine Schwester, so ähnlich wie bei dir", er hob den Blick „Wie auch immer, sie ist schon lange tot."

Und Merlin fragte sich automatisch, ob er sie getötet hatte, als er zum Vampir wurde. Doch er wollte nicht vorschnell urteilen und hörte weiter zu.

„Ich machte die Schule mit Bravour und arbeitete im Geschäft meines Vaters, das ich später übernehmen sollte. Verbrachte Zeit mit meinen Freunden; wir machten Pläne für die Zukunft, wollten reisen, die Welt sehen", er lachte bitter „Nun ja, wenigstens diesen Teil haben wir in die Tat umgesetzt."

Er wurde ernst, schaute wieder ins Feuer, in Erinnerung an etwas, was sehr lange her war und er seufzte leise.

„Doch es kam alles anders."

Merlin schaute ihn fasziniert an, da saß ein über sechshundert Jahre alter Mann vor ihm und er sah nicht älter als sechsundzwanzig aus. Das war unglaublich, trotz allem. Was hatte er in all diesen Jahrhunderten erlebt und gesehen? Etwas, was Merlin spannend fand und er nie erleben würde. Er wollte nie, das Arthur etwas sagte, doch nun war er neugierig und hörte zu. Als er nicht weitersprach, fragte er nach. Er wollte es wissen und es erschreckte ihn, wie sehr er alles wissen wollte.

„Und dann?"

Arthur schaute nicht hoch; es schien, als wäre er weit weg in seiner Erinnerung. Immer noch schaute er in die Flammen, als er weitersprach.

„Wir machten am Wochenende einen kleinen Ausflug", er lächelte leicht, als er in die Vergangenheit schweifte „Lance, Gwaine und ich waren an den Wochenenden immer unterwegs. Wir ritten durch den Wald zum See oder manchmal weiter, bis an die Küste. Wir waren jung und genossen unser Leben. Bei einem der Ausflüge waren wir spät dran und galoppierten durch den schon düsteren Wald nach Hause, als plötzlich zwei Männer vor uns auftauchten. Die Pferde scheuten und warfen uns ab, rannten davon, als wäre der Teufel hinter ihnen her. Ich schlug hart auf dem Boden auf und war benommen, doch spürte ich, wie man mich wegschleppte. Und auch meine Freunde, die auch gestürzt waren. Ich wusste es nicht mit Sicherheit, doch ging ich davon aus."

Er machte eine Pause, doch Merlin schlussfolgerte.

„Es waren Vampire, nicht wahr?"

Er nickte abwesend, während er sich erinnerte.

„Damals wussten wir das noch nicht. Wer glaubt schon an Vampire? Ich dachte eher, das es Halunken waren, die uns ausrauben wollten. Ich wachte mitten im Wald auf, meine Freunde neben mir, die mich ansahen, als wüssten sie, das dies nicht gut ausgehen würde. Diese zwei Männer standen über uns und grinsten uns an. Wir waren benommen, teilweise verletzt, Gwaine hielt sich den Arm, wahrscheinlich gebrochen. Lance hatte Blut im Gesicht und ich spürte eine tiefe Wunde am Kopf. An Gegenwehr war nicht zu denken und heute weiß ich, es hätte auch nichts genützt. Einer kam auf mich zu und hob mein Kinn an, sagte.

„Du bist wirklich sehr hübsch. Es wäre eine Schande, so etwas zu töten, nicht wahr, Tom?"

„Ja, seine Begleiter auch. Wir sollten ihnen eine Freude machen, schließlich werden sie sterben."

Arthur nickte andächtig.

„Ja, das sagte er und sein Freund auch und all unsere Befürchtungen nahmen Gestalt an. Wir würden sterben, nie mehr nach Hause kommen und nie mehr unsere Familien sehen. Gwaine wollte sich aufrappeln, in einem letzten Versuch, dem allem zu entkommen, doch einer der Männer schlug ihn hart und er sank zurück an den Baum, an dem wir gelehnt saßen. Und ich wusste, das es zu Ende war."

Jetzt sah Arthur hoch zu Merlin und der dunkelhaarige Mann glaubte einen Moment Trauer in seinen Augen zu sehen. Doch dieser Moment war so schnell weg, das er dachte; er habe sich getäuscht.

„Er zog mich hoch", erzählte Arthur und schnipste mit dem Finger „Einfach so, ohne Anstrengung. Seine Augen so grün wie Smaragde kam er nah an mein Gesicht. Ich schaute ihn voller Angst an, dachte der wahrhaftige Teufel stand vor mir. Er musterte mein Gesicht und dann lächelte er. Ich weiß noch, das ich voller Entsetzen auf seine Fänge sah und wusste, das ich heute sterben würde. Das wir alle heute sterben würden. Doch dann sagte er etwas, was ich nicht verstand."

„Ich werde dir etwas schenken. Unsterblichkeit und ewige Jugend, mach was draus. Und deinen Freunden auch, schließlich will ich nicht, das du einsam bist. Obwohl...in einer gewissen Weise wirst du es immer sein, aber das ist der Preis, den du zahlen musst."

Arthur lächelte leicht, es sah wehmütig aus.

„Ich wusste damals nicht, wie recht er hatte, mit jedem Wort. Einsamkeit würde von da an mein ständiger Begleiter sein...und Verlust. Obwohl ich meine Freunde hatte und ich weiß, das du das nicht verstehst. Das kannst du nicht."

Merlin sagte nichts dazu. Er wusste, er konnte nicht erahnen, was es bedeutete so lange zu existieren, denn er hatte nur ein Menschenleben. Er fragte.

„Hat er sonst noch etwas gesagt?"

Arthur nickte leicht, presste seine Lippen zusammen, so das sie nur einen schmalen Strich bildeten, dann seufzte er leise.

„Ja, er sagte noch...Ich hoffe, du weißt das zu würdigen, denn das tue ich eher selten. Heute ist dein Glückstag. Du wirst die Zukunft sehen und durch die Jahrhunderte wandeln. Es wird dir gefallen, hübscher Junge."

Arthur schaute wieder in die Flammen.

„Und dann biss er mir in den Hals und trank mein Blut. Mir wurde übel und ich verlor bald das Bewusstsein. Als ich wieder aufwachte, schmeckte ich Blut in meinem Mund und die beiden Männer waren verschwunden. Nur Lance und Gwaine lagen neben mir, auch sie Bisswunden."

Er nahm Luft und schaute Merlin an.

„Wir wussten gar nichts und was wir waren oder im Begriff zu werden. Sie ließen uns einfach liegen und verschwanden, ohne Erklärung, ohne Hilfe. Der Morgen graute und mit ihm kamen die Schmerzen. Das Licht, es tat weh und als die Sonne aufging, verbrannte unsere Haut. Wir taten das einzige Richtige, unbewusst suchten wir Schutz in einer Hütte im Wald, die Jäger normal nutzten, kauerten uns in die dunkelsten Ecken. Wir waren verwirrt und desorientiert, wussten nicht was mit uns war. Unser Gehör, wir hörten jedes Geräusch, selbst die Schaben, die über den Fussboden krochen. Unsere Augen, sie sahen alles, jedes kleinstes Detail, selbst im Dunkeln. Alle unsere Sinne waren super empfindlich und scharf und die Verbrennungen und andere Verletzungen heilten mit solch einer Geschwindigkeit, das wir uns ungläubig anstarrten. Und noch immer wussten wir nicht, was wir waren und doch froh, am Leben zu sein."

Er lachte leise.

„Aber wir lebten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, nur war uns das noch nicht bewusst. Wir dachten eher, das wir in einem Alptraum waren und vielleicht immer noch bewusstlos", er schüttelte leicht den Kopf „ Gott, wir waren so jung und so naiv."

Er schaute wieder Merlin an, der gebannt zuhörte.

„Wir blieben in dieser Hütte bis die Sonne unterging, bemerkten das die Dunkelheit uns gut tat.Und mit der Dämmerung kam der Durst nach Blut. Wir liefen ziellos durch den Wald und als wir in ein kleines Dorf nahe London kamen, fielen wir unkontrolliert Menschen an und tranken ihr Blut. Es war, als wüssten wir genau, wie wir uns ernähren mussten und das wir Kraft bekamen, wenn wir es taten. Ich war nicht dumm und uns wurde bald sehr schnell klar, was wir waren, obwohl ich nie daran glaubte, das es sie gab. Vampire, die nachts auf die Jagd nach Blut gingen und sich am Tag verstecken mussten. Denn die Sonne verbrannte uns und als wäre diese Angst in uns, versteckten wir uns vor ihr."

Er schüttelte den Kopf in der Erinnerung.

„Wir waren verzweifelt, allein und als wir in dieser Hütte saßen, wussten wir alle drei, das wir nie wieder zurück zu unseren Familien konnten", er schaute Merlin traurig an „Wir hätten sie in unserem Blutdurst alle getötet. Doch wir hatten noch unsere Menschlichkeit und so beschlossen wir, so weit wie möglich von ihnen weg zu sein. Entsetzt und geschockt, was wir ihnen antun könnten, verließen wir England und zogen seitdem durch die Welt. Mit der Zeit lernten wir unsere Fähigkeiten zu nutzen, Menschen zu manipulieren, die uns Geld gaben und sonst was wir brauchten. Zumindest das war einfach. Und wir jagten nicht mehr so unkontrolliert, wollten kein Aufsehen erregen. Mit der Erfahrung kam auch die Kontrolle."

„Du hast deine Familie nie wiedergesehen?"

Arthur schüttelte energisch den Kopf, als würde er sich immer noch weigern, das zu akzeptieren.

„Nein, ich wollte sie nicht gefährden, wir alle nicht. Wir waren junge Vampire, die sich nicht kontrollieren konnten und wir hatten niemanden, der uns unterwiesen hatte."

„Unterwiesen?", fragte Merlin und stellte fest, er wusste gar nichts über Vampire.

Arthur nickte und schaute ihn wieder an, grinste.

„Wäre ich ein neugeborener Vampir, wärst du schon lange tot. Neue Vampire können ihre Triebe nicht kontrollieren, sie fallen jeden an, der Blut in sich hat. Sie brauchen es nur zu riechen. Meine Vampire sperre ich ein und sie lernen das zu kontrollieren, bevor sie raus dürfen. Ich bin ihr Herr und Meister, sie gehören zu meinem Clan, den ich beschütze und sie geloben mir Treue. Dafür stehen sie unter meinem Schutz. Ein herrenloser Vampir ist Freiwild für seine eigene Rasse."

Merlin starrte ihn an, er wusste gar nicht, das sie eine eigene Hierachie hatten, eigene Gesetze. Er wollte mehr darüber erfahren, doch später, denn Arthur sprach weiter.

„Selbst wenn du jetzt bluten würdest und ich habe Hunger, kann ich hier sitzen ohne das ich den Wunsch habe, dich anzufallen. Das ist etwas, was mit den Jahren, Jahrhunderten kam. Mit der Erfahrung von etlichen Menschenleben, die ich gelebt habe."

„Du hast andere zu Vampiren gemacht?"

„Ja, aber nur diejenigen, dessen ausdrücklicher Wunsch war, es zu werden. Ich würde nie jemanden verwandeln, der das nicht möchte. Ich wollte das damals nicht und könnte ich zurück, würde ich nie diesen Weg wählen. Ich hatte damals keine Wahl und weiß wie das ist. Keiner meiner Freunde würden das tun. Mein Clan besteht aus Menschen, die ein Vampir werden wollten und mir ewige Treue schworen. Es sei denn, ich gebe sie frei oder sie erkämpfen ihr Recht frei zu sein."

„Aber dann wärst du schon lange tot, wenn diese Vampire nicht gekommen wären", stellte Merlin fest.

Arthur grinste ihn an.

„Das bin ich jetzt auch, nach deiner Aussage."

Merlin schüttelte den Kopf.

„Nein, nicht wirklich. Du bist irgendwo dazwischen. Tot und nicht tot. Ich dachte nie, das es so etwas geben könnte und nie, das so etwas meine Familie zerstören würde", sagte er grüblerisch, doch dann schaute er auf, nahm den Faden wieder auf „Okay, seid ihr jemals nach England zurück?"

Wieder nickte er.

„Ein Jahrhundert ging vorbei, wir blieben zusammen, waren beste Freunde. Unsere Familien waren tot und so gingen wir eines Tages zurück. Aber was wir vorfanden, hatte nichts mehr mit unserer Erinnerung an Zuhause zu tun. Alles hatte sich verändert und wir konnten nichts über unsere Familien herausfinden. Es war, als hätten sie nie existiert. Es gab ein Feuer im Rathaus und alle Unterlagen verbrannt. Und es lebte niemand mehr, der sie kannte. Ich...Wir wussten, wir würden nie erfahren, ob sie ein schönes Leben hatten. Was mit meiner Schwester geschah, meinen Eltern. Sie waren bestimmt alle am Boden zerstört gewesen, als ich spurlos verschwand", sagte er wehmütig.

Er sprach nicht weiter und Merlin schluckte. Er hätte nie gedacht, das Arthur auch eine traurige Vergangenheit seiner Familie hatte. Der Gedanke, das er nie wüsste, wie Maria ihr Leben lebte oder ob sie glücklich war, erschreckte ihn. Doch er wartete geduldig, das er weitersprach.

„Wir konnten nie sehr lange an einem Ort bleiben, es würde Misstrauen aufkommen, wenn wir nicht älter wurden. Also zogen wir nach einiger Zeit weiter. In Prag dann verloren wir Gwaine an Jäger, er hatte nicht Acht gegeben. Alexejs Bande wütete dort und rief viele Jäger auf den Plan. Gwaine kam eines Nachts nicht nach Hause und Lance und ich wussten, das die Jäger ihn erwischt hatten. Wir stritten uns furchtbar und Lance verließ mich und eines Nachts in Prag traf ich Alexejs Leute, die mich mit nach Moskau nahmen. Dort bei Alexej verbrachte ich ein Jahrhundert."

„Du warst mit ihm befreundet?"

Arthur schaute ihn einen Moment an, als wäge er ab, was er sagen sollte, doch dann.

„Schlimmer, ich war sein Geliebter."

Merlin nahm Luft. Arthur war ein Jahrhundert mit Alexej zusammen? An seinem Gesicht sah Arthur, was er dachte und hob die Hand.

„Es ist nicht mehr so, schon lange nicht mehr. Ich war damals noch ein relativ junger Vampir und hatte nicht viel Erfahrung. Und ich war froh, nicht allein zu sein. Doch ich wusste eines Tages, das ich nicht bleiben konnte. Ich habe ihn verlassen, weil..."

„Weil was?"

Es klang vorwurfsvoll, denn Merlin dachte automatisch, das er in eine Falle tappte, wenn Arthur Alexejs Geliebter war. Er konnte doch unmöglich zusehen, wenn Merlin ihn töten würde. Ein Jahrhundert war doch verdammt lang, ein Menschenleben und noch mehr.

„Alexej...", er suchte nach Worten „Merlin, er ist durch und durch grausam und böse. Du sagst, das ich ein Monster bin? Wenn du Alexej kennenlernst, dann wirst du wissen, was ein Monster ist. Er ist das Böse. In dieser Zeit wüteten wir in Moskau und auch in anderen Länder. Ich tat unvorstellbare Dinge...Blutorgien, Menschen, die als Blutbeutel gehalten wurden. Wir töteten ohne scheu und waren grausam, bis...".

Er nahm Luft, denn er wollte sich nicht an die Zeit erinnern. Sie war das dunkelste Kapitel in seiner Existenz. Er sprach weiter.

„Bis ich eines Tages bei etwas klarem Verstand sah, was ich tat. Ich war ein Monster geworden, tötete ohne Gnade, Männer, Frauen, Kinder und er hatte das aus mir gemacht. Wir waren ewig im Blutrausch. Das ist so ähnlich, als wenn man ewig betrunken ist, nur noch schlimmer. Alexej stand darauf, er ist verrückt. Und dann verließ ich ihn und zog nach Rom. Und ich will das du weißt; ich habe ihn nie geliebt. Ich hatte Sex mit ihm, ja...aber auch nicht mehr. Und es fiel mir nicht schwer von dort zu verschwinden."

„Er ließ dich ziehen?"

„Nein, ich stahl mich davon. Er hätte mich nicht gehen lassen, ich tat, was er wollte, war zügellos und das gefiel ihm. Und natürlich der Sex, er war...ausgefallen wie alles was er tat und ich zog mit. Vielleicht hat er ja etwas für mich empfunden, wenn er dazu in der Lage war, ich weiß es nicht. Ich wusste nur, wenn ich nicht von ihm wegkomme, wäre ich für immer verloren. Böse und blutrünstig würde ich alles töten, was mir über den Weg lief. Ich wollte nie so sein, aber diese dunkle Seite eines Vampirs ist sehr verführerisch. Du fühlst nichts und alles ist dir egal. Hier in Sevilla traf ich wieder auf seine Leute, doch er selbst war nicht hier. In Rom hatte ich Glück und traf nach hundert Jahren durch Zufall Lance, der dort auch verweilte. Wir sprachen uns aus und beschlossen zusammenzubleiben. Wir waren einsam und dachten, das wir zusammen es nicht wären, doch..."

„Was?", fragte Merlin. Er war gefesselt von Arthurs Geschichte und wollte jetzt alles wissen. Arthur nahm Luft.

„Lance brachte mich wieder zu meiner Menschlichkeit zurück, die ich vollkommen bei Alexej abgelegt hatte. Wir sind keine mordgierigen Monster. Lance und ich waren immer sehr stolz darauf, das wir uns ein Teil Menschlichkeit erhalten hatten. Ich will das nicht beschönigen, wie ich schon sagte, ich bin was ich bin. Doch ich würde nie Kinder töten oder Mütter. Meistens jagen wir in diesen Armenvierteln. Und so zogen wir wieder weiter und nun sind wir in Sevilla. Doch auch hier werden wir nicht ewig bleiben."

Es klang traurig und Merlin konnte nicht den Grund feststellen.

„Und wieso habe ich das Gefühl, das dir das nicht gefällt?"

Arthur schaute ihn wieder an.

„Ich sagte, das du keine Ahnung von uns hast. Hast du auch nicht, du siehst nur das Monster in mir. Doch ein Vampir zu sein ist auch ein Fluch, denn wir sind tot und doch sehnen wir uns nach einem Partner, Liebe und Freundschaft. Etwas Beständiges, denn an uns rast die Zeit vorbei, als würden wir nie stehen bleiben. Wir können uns nicht für immer niederlassen, sind immer in Bewegung. Wir wollen Anschluss, Liebe und Freundschaft. Aber das ist schwierig, denn Menschen sterben und wir sind wieder allein mit dem Schmerz, was wir verloren haben."

„Hast du das schon erlebt?"

Er lachte freudlos.

„Ja, ich habe viele meiner Freunde zu Grabe getragen, die es vorzogen Menschen zu bleiben. Und immer blieb ich zurück, mit dem Schmerz und an die Erinnerung meiner Freunde. Zwei Mal starb mein Gefährte an Altersschwäche in meinen Armen und ich beschloss mich nicht mehr zu verlieben. Es tat einfach zu weh. Aber selbst Vampire können sich das nicht aussuchen, du verliebst dich, ob du willst oder nicht."

„Warum hast du sie nicht verwandelt?"

„Weil sie dann nicht mehr die Selben sind und auch, weil es nicht ihr Wunsch war. Ich liebte sie genug, um das zu akzeptieren, auch mit dem Wissen, das ich sie eines Tages verlieren würde. Sie ändern sich, wenn sie Vampire werden. Mag sein, Vampire langweilen sich schnell oder es war nicht die große Liebe. Menschen sehnen sich nach der einmaligen, großen Liebe, die über den Tod hinausgeht und nur wenige finden sie. Auch ich und alle meiner Art sehnen uns nach so etwas, nur mit dem Unterschied, das unsere Liebe ewig währt. Zumindest sollte sie das, doch es ist nicht einfach."

Er seufzte wieder leise.

„Lance hatte ein Mädchen, Bianca. Er liebte sie und sie ihn auch. Sie versprachen sich ewige Liebe, doch nach einem Jahrhundert verließ sie ihn, gelangweilt von ihm. Soviel zur ewigen Liebe. Lance war daran fast zerbrochen und schwor sich nie wieder zu lieben."

Einen Moment sprachen sie nicht, Merlin musste das alles erst mal realisieren. Er wusste gar nicht, das sie Gefühle hatten. Er dachte immer, das sie seelenlose Monster waren. Sehnsüchte, die auch Menschen hatten, darauf wäre er niemals gekommen. Er schaute Arthur wieder an.

„Ich gehe mal davon aus, das deine Gefährten alle männlich waren, oder?"

Er hatte keine Ahnung, wieso er das wissen wollte. Oder doch? Merlin war verwirrt, denn Arthur machte ihm gerade sein Bild eines Vampirs zunichte. Er sah sie als seelenlose Monster, die alles töteten, was ihnen über den Weg lief und machte sich nie Gedanken, wieso sie Vampire wurden. Er musste zugeben, das die Vergangenheit Arthurs und das seiner Freunde traurig war. Sie wurden aus ihrem jungen Leben gerissen und alleine zurück gelassen. Konnten nie wieder zu ihrem alten Leben zurück, nicht ohne ihre eigenen Familien zu töten. Das war grausam.

Arthur schaute ihn überrascht an.

„Wieso..."

„Wieso ich das weiß? Nun ja, in der Nacht, als ich auf dich geschossen hatte, da hast du den Kerl...ähm, ich konnte es sehen."

„Spanner, was?"

Merlin schaute ihn ärgerlich an.

„Du spinnst doch, ich konnte ja nicht wissen, das du den Kerl sexuell benutzt, bevor du sein Blut trinkst. Ich habe Besseres zu tun, als dein Sexualleben auszuspionieren."

Arthur schaute etwas verlegen weg, er wollte nicht, das Merlin das gesehen hatte. Normalerweise tat er das nicht auf der Straße, doch an diesem Abend in dieser Gasse machte er eine Ausnahme. Er würde Merlin gerne fragen, ob er Mädchen mochte, doch aus einem instinktiven Grund wusste er, das es zu früh war. Er würde ihm das nicht sagen, denn wäre es so, dann würde er ihm brisanten Stoff in die Hände geben.

In seiner aristokratischen Gesellschaft wäre so ein Geheimnis, sollte es öffentlich werden, einem gesellschaftlichen Selbstmord gleichgestellt. Er würde sein Ansehen verlieren und auch Maria wäre darin involviert. Er würde ihm das niemals sagen, jetzt noch nicht. Vielleicht, wenn er ihm mehr vertraute. Der Vampir schaute zum Höhleneingang, in seinem Inneren wusste er, das sein Feind gegangen war.

„Die Sonne ist untergegangen. Wir müssen los, der Abstieg wird bei Dunkelheit gefährlich und...", begann er, um das Thema zu wechseln, doch Merlin fiel ihm ins Wort.

„Das sollte dich ja nicht kümmern. Wenn du verletzt wirst, heilt es wieder."

Arthur stand auf.

„Aber dich. Du bist menschlich und sehr verletzlich. Ein verletzter Jäger kann es mit Alexej gar nicht aufnehmen. Es wird schon schwer im Vollbesitz deiner Kräfte."

Da musste Merlin ihm recht geben und stand auf. Draußen standen die Pferde, und sie begannen sie zu satteln. Als sie abreisebereit waren, löschten sie das Feuer, denn in den Bergen war es kühl und stiegen auf. Sie begannen vorsichtig den Abstieg, unten im Tal sahen sie Lichter. Dort war Frankreich, sie hatten Spanien verlassen.


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Maria stand am Fenster und schaute in die großen Gärten. Sie war auf dem Sommerball, doch so richtig wollte keine Stimmung aufkommen. Sie vermisste Merlin, wenn er auch immer nur ihretwegen mitgegangen war. Doch es war anders ohne ihn, der durch die Reihen schlenderte und ihr zulächelte, wenn sie tanzte. Es war wie üblich wieder der Hochadel anwesend, doch von Arthur war keine Spur. Sie hatte unbewusst nach ihm Ausschau gehalten, doch er war nicht da. Sie hatte Merlin versprochen, sich nicht mit ihm zu treffen, doch sie hätte gerne mit ihm getanzt.

„Na, junge Dame? Ein Tänzchen gefällig?"

Sie drehte sich um und schaute den älteren, dicken Mann an. Er war betrunken und schaute sie gierig an. Sie schüttelte den Kopf.

„Nein, danke."

Er wurde ernst und schnaufte.

„Wohl was Besonderes, was? Ich bin Graf Etienne de Lorain, die spanischen Mädchen sind sich wohl zu fein."

Er war Franzose, das hörte sie an seinem Namen und seinem Dialekt.

„Ich bin ein guter Freund des Marquis, also...tanzen sie mit mir."

Er kam näher und roch nach Alkohol und nahm ihre Hand, doch sie entzog sie ihm.

„Lassen sie mich, ich möchte jetzt nicht tanzen."

„Sie haben die junge Dame gehört. Deshalb bitte ich sie zu gehen, Senior."

Maria wirbelte herum, da stand ein hübscher junger Mann mit langen dunklen Haaren, die er zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte. Elegant und ihr Retter in der Not funkelte er den betrunkenen Franzosen an.

„Ich muss doch sehr bitten. Ich bin Graf de..."

„Was sie sind, interessiert mich nicht wirklich", antwortete der Mann und trat auf ihn zu, blieb dicht vor ihm stehen „Ich denke, sie sind durstig und wollen noch unbedingt etwas trinken."

Der Mann nickte apathisch und sagte.

„Ich habe Durst, werde wohl noch etwas trinken."

Maria schaute ihn sprachlos an, als er von dannen ging, dabei entging ihr das kurze grüne Funkeln in den Augen des Mannes, der sie rettete. Er drehte sich zu ihr lächelnd um und verbeugte sich leicht.

„Seniorita."

Dann wollte er gehen, doch Maria griff nach seinem Arm.

„Warten sie. Wer sind sie?"

Er lächelte und verbeugte sich galant, nahm ihre Hand und küsste sie.

„Lancelot DuLac, zu ihren Diensten."

„Sie sind Franzose?"

Er schüttelte den Kopf.

„Nein, Engländer. Meine Familie war nach England gezogen und dort wurde ich geboren."

Sie lächelte, denn er war gutaussehend und sehr galant und sie fragte, ohne zu denken.

„Würden sie mit mir tanzen?"

Sie erschrak und lächelte entschuldigend.

„Tut mir leid, gesellschaftliche Etikette. Eine Dame fragt nie, was ich übrings blöd finde."

Er lachte und sie fand ihn auf Anhieb symphatisch und er beugte sich leicht vor und sagte leise.

„Das bleibt unter uns und..., er verbeugte sich leicht „Darf ich um den Tanz bitten?"

„Sie dürfen", sagte sie und Lance führte sie zur Tanzfläche.

Er nahm sie in seine Arme und sie glaubte mit ihm zu schweben. Nur Arthur hatte ihr jemals das Gefühl gegeben, auf der Tanzfläche zu schweben und sie lächelte glücklich. Anscheinend konnte er das auch und er sah auch so gut wie Arthur aus, nur ein anderer Typ. Dunkelhaarig mit dunklen, braunen Augen.

„Sie sind mir noch nie aufgefallen. Waren sie schon öfter hier?"

„Ich halte mich eher im Hintergrund und ja, ich war schon öfter hier."

Sie lachte.

„Da kenne ich noch jemanden, der im Hintergrund bleibt. Mein Bruder, er mag die Bälle nicht so."

„Ist er auch hier?"

„Nein, er ist auf Reisen. Ich wohne bei meiner Freundin in dieser Zeit, hier in der Stadt."

„Interessant", antwortete Lance und wirbelte sie herum.

Maria könnte stundenlang mit ihm tanzen, er war traumhaft. Und sie hoffte, das er nicht verheiratet war und das Merlin ihn diesmal mochte.

„Sind sie mit ihrer Frau hier?"

Er schaute sie amüsiert an.

„Wenn sie wissen wollen, ob ich verheiratet bin...nein."

„Schön", sagte sie nur.

„Und wie ist ihr Name, schöne Seniorita?"

Er fragte einfach so, obwohl er sehr genau wusste, wen er im Arm hielt. Er hatte Arthur versprochen, Maria zu beschützen und das tat er dann auch. Aber er wusste nicht, wie bezaubernd sie war und langsam im Laufe des Abends verstand er, warum Arthur ihr nie etwas tun konnte.

Sie hatte das gleiche Temperament, das Arthurs Schwester hatte. Sie gab auch nie viel auf das höfliche Getue und sprach wie sie dachte. Nur das Maria nicht blond war und keine Engländerin.
Maria machte ihren Wunsch wahr und tanzte den ganzen Abend nur mit ihm, bis beim letzten Tanz Senior Mardena winkte. Es war spät und sie musste gehen.

„Vielleicht kommen sie zum Kaffee zu mir?", fragte sie „Wenn sie gerne möchten."

„Ich wäre sehr erfreut, aber ich kann vor dem Abend nicht", sagte er bedauernd.

Sie lächelte, denn sie hatte Merlin versprochen, sich nicht mit Arthur zu treffen. Also brach sie kein Versprechen und fragte.

„Wollen sie mich wiedersehen?"

„Ja", antwortete er spontan.

Und er wunderte sich etwas. Eigentlich wollte er keinen näheren Kontakt, doch jetzt konnte er sie nur fasziniert ansehen. Und wieder kam ihm Arthur in den Sinn, der verrückt nach Merlin war. Wenn er so wie seine Schwester war, konnte er ihn verstehen. Er hatte mit dem Jäger nie zu tun gehabt. Diese Geschwister schienen etwas an sich zu haben.

„Dann treffen wir uns in dem kleinen Kaffeehaus, so um sieben. Am Mittwoch, meine Freundin wird dabei sein, aber sie wird uns nicht stören."

Der Tanz war zu Ende und er führte sie zum Rand, nahm ihre Hand und küsste sie.

„Dann bis Mittwoch", und dann ging er und Maria schaute ihm nach. Carmen kam heran und sagte schwärmerisch.

„Wer war das denn? Du hast nur noch mit ihm getanzt. Er sieht ja wirklich toll aus. Sag mir nur nicht, das er verheiratet ist."

Sie schaute Carmen an und lächelte.

„Nimm mal Luft. Frage eins, er heißt Lanzelot DuLac, zweite, ja er ist sehr gutaussehend und ich habe nur noch mit ihm getanzt, dritte Frage, er ist nicht verheiratet."

„Ist ja toll", sagte Carmen.

„Senioritas, darf ich bitten."

Carmen verdrehte die Augen und sagte.

„Ja, Vater, wir kommen."

Maria war glücklich, so wurde der Sommerball doch noch zu einem Highlight. Und sie hoffte inständig, das Merlin gegen ihn nicht auch hundert Einwände hatte.


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Nachdem sie über die Pyrenäen nach Frankreich kamen, schlugen sie den Weg nach Marseille ein Richtung Italien. Merlin wusste nicht mehr, wie lange sie schon unterwegs waren. Noch immer fand er seine Begleitung seltsam, schließlich war er ein Jäger und reiste mit einem Vampir. Das er nachts reiste und tagsüber ruhte, daran hatte er sich schnell gewöhnt. Und war irgendwie auch froh, denn tagsüber war es manchmal zu warm, auch hier im Süden Frankreichs.

Arthur hatte ihn nie bedroht oder er hatte nie die Befürchtung, das er sein Versprechen brach. Er war sehr bemüht, Merlin davon zu überzeugen, das er nicht das Monster war, das er in ihm sah. Merlin war nicht blöd, natürlich war ihm das aufgefallen. Und Arthur schaute ihn manchmal so an, er glaubte Sehnsucht in seinen Augen zu sehen, doch wusste er nie nach was er sich sehnte. Vielleicht nach seinem Blut, das er anscheinend sehr mochte, doch nie fühlte er sich bedroht.

Inzwischen war eine gewisse Art Vertrautheit zwischen ihnen, die sich eingeschlichen hatte, ob er wollte oder nicht. Und insgeheim war Merlin froh, das er nicht allein reiste, denn das wäre sehr einsam gewesen. Was allerdings Alexej und Arthurs Vergangenheit mit ihm anging, war er sich nicht sicher. Schließlich war er hundert Jahre mit ihm intim zusammen. Ein Paar und half ihm jetzt ihn zu töten? Da war sich Merlin nicht sicher.

Sie ritten am dunklen Meer entlang, indem sich der Mond spiegelte. Es war eine laue Nacht und es duftete nach den Blüten, die am Wegrand blühten. Merlin schaute über den Ozean und zog die Luft ein. Mein Gott, es gab so schöne Plätzchen auf dieser Welt, wo man leben könnte. Maria hätte es hier auch gefallen, sie liebte das Meer und Merlin fuhr mit ihr manchmal dorthin. Maria. Er hatte ihr geschrieben, das er so schöne Plätzchen gesehen hatte und es ihm gut ging. Allerdings schrieb er nie etwas von Arthur. Er schaute den Vampir, der still neben ihm ritt an, er hatte Fragen.

„Wieso hast du Maria nicht getötet? Das hat mich ewig verwirrt, denn sie lief dir ja quasi in die Arme."

Arthur schaute ihn an, seine Augen dunkel in der Nacht.

„Ich wollte sie töten, wegen dir. Doch als ich mich in dieser Nacht mit ihr traf und sie kennenlernte...
Sie war so...bezaubernd, sie liebte ihr Leben und zeigte mir freudestrahlend ihr Pferd. Sie konnte sich an so kleinen Dingen erfreuen, wie im Mondlicht im See zu schwimmen. Sie erinnerte mich an Kathy, meine Schwester, denn auch sie konnte sich immer an so kleinen, fast unbedeutende Dingen erfreuen. Und sie schaute mich so an, wie Kathy mich oft ansah."

„Wie?"

Arthur schaute ihn an.

„Als wäre ich ein Mensch, als wäre ich etwas Besonderes. Ich...konnte ihr nichts tun, ich werde ihr nie ein Leid antun. Ich habe Lance gebeten, auf sie aufzupassen, während wir weg sind."

Merlin schaute ihn erstaunt und erschreckt an.

„Was?"

Er lächelte.

„Lance achtet auf sie, das ihr nichts zustößt. Keine Angst, Merlin, er würde sie nie anfassen. Lance ist so alt wie ich, erfahren und...nun ja, etwas anders als ich. Immer sehr vorsichtig, früh zu Hause und eigentlich ein Spießer."

Merlins Mundwinkeln zuckten in der Dunkelheit. Er konnte sich schlecht einen Vampir als Spießer vorstellen. Er schaute zum Himmel. Es war spät und bald würde der Morgen kommen.

„Suchen wir uns einen Unterschlupf, es wird bald hell."

Arthur lächelte still vor sich hin, sein Jäger war sehr bemüht, das sie rechtzeitig ins Dunkle kamen. Anscheinend wollte er nicht, das Arthur in der Sonne verbrannte. Für ihn war das schon fast schmeichelhaft, doch er würde sich hüten, das zu Merlin zu sagen. Stattdessen sagte er nur.

„Da vorne ist ein kleines Küstendorf, vielleicht bekommen wir dort ein Zimmer."

Merlin nickte und spornte sein Pferd an, während er sagte.

„Und Arthur...du bist etwas Besonderes. Ein Vampir."

Arthur schaute ihm grinsend nach, nicht das er ihm ein Kompliment machte. Er war sicher, das er es nicht als Kompliment meinte. Nein, das war es nicht, was ihn erfreute.

Er hatte ihn das erste Mal bei seinem Namen genannt.

Die Straßen waren noch leer und sie steuerten die einzige Gaststätte an, die dieses kleine Dorf hatte. Sie stiegen ab und traten ein, eine dickliche Frau sah auf und schaute sie fragend an. Sie war am Boden wischen. Anscheinend war noch geschlossen, es war noch sehr früh, kurz vor Sonnenaufgang.

„Wir haben noch geschlossen und öffnen erst um zehn Uhr", sagte sie auf französisch.

„Das wissen wir", antwortete Merlin in perfekten Französisch, so das Arthur ihn einen Moment erstaunt ansah „Wir wollen nur ein Zimmer oder zwei."

Sie musterte beide einen Moment und Merlin hielt ihr einen Goldtaler hin. Gold war sozusagen die Währung, mit der er in jedem Land zahlen konnte. Sie nahm ihn und prüfte ihn auf Echtheit, indem sie darauf biss, dann nickte sie.

„Ich habe nur ein Zimmer frei. Jetzt im Sommer kommen viele an die Küste. Wenn ihnen das reicht, können sie es gerne haben. Wie lange wollen sie bleiben?"

„Einen Tag, wir reisen heute Abend weiter", antwortete Merlin „Und wir nehmen das Zimmer, sie können den Rest behalten. Vielleicht noch ein Frühstück und jemand, der unsere Pferde versorgt?"

Sie lächelte und rief nach hinten. Ein dicklicher Junge, etwa sechzehn kam aus einem Raum und sie sagte ihm, das er die Pferde versorgen sollte. Die beiden nahmen ihre Wertgegenstände und Waffen und stiegen die Treppe hoch. Das Zimmer war klein, doch das Bett breit. Arthur ging zum Fenster und zog die dunkelbraunen Gardinen zu, der Himmel schon rötlich. Es wurde dunkel im Zimmer und Merlin zündete die Kerzen an.

Er war müde und zog seufzend den langen Mantel aus. Dazu tat ihm alles weh. Er war das Reiten gewöhnt, doch nicht über so langen Strecken. Er ließ sich in den Sessel fallen und Arthur lächelte.

„Müde?"

„Ja und alle Muskeln tun mir weh, inklusive meinem werten Hinterteil."

Arthurs Grinsen wurde breiter.

„Einer der Vorteile, wenn man ein Vampir ist. Alles regeneriert sich in Sekunden, Wunden, Muskeln, Sehnen und auch werte Teile", er runzelte die Stirn, als er Merlin beobachtete, der sein Gesicht in seine Hand gelegt hatte.

„Wieso sprichst du Französisch?"

Merlin nahm die Hand weg und antwortete müde.

„Ich bin ein Graf und aristokratisch. Mein Vater bestand darauf, das Maria und ich einige Sprachen lernten. Er sagte, das wir so etwas beherrschen müssten."

„Welche?"

„Französisch, Englisch und portugisisch, da wir ja in der Nähe wohnen."

Arthur wechselte in seine Muttersprache, er hatte bis jetzt spanisch gesprochen.

„Du überrascht mich immer wieder."

Merlin sah wieder hoch zu ihm.

„Echt jetzt? Englisch?"

„Warum nicht?"

„Ich bin zu müde dafür", antwortete er. Es klopfte an der Tür und er stand auf und öffnete sie. Die Sonne ging auf und er wollte nicht, das diese Frau einen Schock bekam, wenn die Sonne schien und Arthurs Gesicht verbrannte. Sie gab ihm ein Tablett mit Speisen und Getränke und Merlin nickte dankbar, schloss die Tür.

„Sie hat zweimal Frühstück gebracht."

Arthur kam näher und nickte.

„Gut, dann kannst du dich satt essen."

„Du kannst das nicht essen?"

„Nein, aber dafür Bourbon trinken ohne betrunken zu werden", sagte er grinsend.

„Na toll, ich esse später", antwortete Merlin „Muss jetzt schlafen."

Er stellte das Tablett ab und zog seine Stiefel aus, legte sich auf das Bett und schloss seine Augen. Arthur beobachtete ihn und er fragte mit geschlossenen Augen.

„Hast du Hunger?"

Arthur lachte.

„Soviel zu Vertrauen. Nein, wir trinken nie am Tag."

„Sehr beruhigend", murmelte Merlin und war drei Minuten später eingeschlafen.

Arthur setzte sich neben ihn und musterte sein Gesicht. Seine sonnengebräunte Hautfarbe, die ihm so gut zu seinem fast schwarzem Haar stand. Seine langen, schwarzen Wimpern lagen wie ein Fächer unter seinen Augen. Er wanderte weiter zu seinen Wangenknochen und blieb an den schönen Lippen hängen. Er seufzte, denn er würde sonst etwas geben, seine Lippen zu kosten.

Sein Blick fiel auf seinen schlanken Hals, er konnte sein Blut rauschen hören, sein Herzschlag gleichmäßig und langsam...er schlief. Und Arthur war wirklich glücklich, das er ihm vertraute und in seiner Gegenwart schlief, denn er hatte diesmal nicht seine Waffen griffbereit neben sich. Sie lagen neben dem Sessel. Vielleicht hatte er sie vergessen, weil er so müde war oder er vertraute ihm.

Arthur zog seine Stiefel aus, spürte die Sonne, die sich langsam entfaltete, doch nicht bis ins Zimmer drang. Er legte sich neben Merlin, der sich leicht bewegte und ihm unbewusst Platz machte. Arthur lächelte und legte sich neben ihn, das erste Mal, das er ihm so nah war. Er wand den Kopf und schaute zu dem schlafenden Jäger. Er war amüsiert.

Denn er war wohl der einzigste Vampir, der neben einem Jäger schlief und noch aufwachen konnte, ohne das er Asche war.



Neue Geschichte und freue mich auch hier sehr über eure Meinungen, also schreibt mir. Danke. 

LG Pendragon 100

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