Dunkles Schicksal
Kapitel 26
Zwei Monate war Arthur schon bei Sethos und fühlte sich besser. Seine Wunden waren vollständig geheilt und er fühlte sich so stark wie niemals zuvor. Mittlerweile hatten sich die Fähigkeiten, die er für immer von Sethos übernommen hatte, heraus kristallisiert. Telekinese war eine davon und er tat sich schwer, das zu beherrschen. Wenn man bedachte, das seine eigene, die Zeit anzuhalten noch in den Kinderschuhen steckte. Es ging einiges zu Bruch bei den täglichen Übungen, die Sethos mit ihm machte.
Die andere war, die Lüfte zu beherrschen, was noch schlimmer war. Sie übten auf dem kleinen Hang über dem Schwimmingpool, mit dem Arthur schon mehr als ihm lieb war, Bekanntschaft gemacht hatte. Und wenn er tropfnass und frustriert heraus stieg, schmunzelte Sethos oder lachte. Arthur hatte ihn noch nie so lachen gehört. Eigentlich war er eher zurückhaltend. Anchar schimpfte ihn immer aus, sagte, er sollte sich erinnern, als er fliegen lernte. Wieder einmal kletterte Arthur aus dem Pool, in den er schon wieder abgestürzt war und wischte sich frustriert die Haare aus der Stirn. Sethos stand mit überkreuzten Armen über ihm und lächelte.
„Was mache ich denn falsch?", fragte er frustriert.
„Du beherrscht die Lüfte und du musst dir vorstellen, sie bilden unter dir ein Polster, das dich in die Höhe bringt. Du darfst nicht unkonzentriert sein, dann verlässt dich die Kraft. Am Anfang zumindest, später geht das in Fleisch und Blut über und du kannst anderes tun, während du fliegst. Nochmal."
Arthur schaute bekümmert zu den blauen Fluten, die jetzt in der Dunkelheit beleuchtet waren. Der Wasserfall plätscherte und es schien ihm, als würde er ihn verhöhnen. Aber Sethos hatte recht. Er war so abgelenkt, dachte viel zu oft an Merlin. Doch je schneller er alles beherrschte, umso eher konnte er ihn suchen. Er stellte sich wieder an den Abhang.
„Konzentriere dich", sagte Sethos „Stell dir die Lüfte unter dir vor, die dich tragen und erhebe dich in die Luft."
Arthur tat, wie er sagte. Schloss seine Augen und stellte sich die Luft als feste Masse vor, die ihn umschloss und in die Höhe hob. Und tatsächlich schwebte er vom Boden über den Pool, blieb dort in der Luft stehen und öffnete seine Augen. Er flog...er schwebte in der Luft.
„Sethos, sieh nur. Es klappt."
„Nicht die Konzentration verlieren", sagte dieser warnend „Konzentriere di..."
Arthur fiel wie ein Stein. Es platschte, als er ins Wasser fiel und unterging. Ertrinken konnte er nicht, er war schon tot. Prustend kam er hoch und warf Sethos einen vernichteten Blick zu, als er wieder aus dem Pool kletterte.
„Verflucht!"
Sethos ließ die Arme sinken und erhob sich in die Luft über ihm, blieb dort wieder mit überkreuzten Armen stehen und sagte.
„Los, komm hoch zu mir."
Arthur wollte auf den Abhang, doch er rief.
„Von hier aus. Wenn du es beherrschst, kannst du von überall starten. Jetzt los."
Wieder konzentrierte er sich und schwebte nach oben neben Sethos. Er grinste den älteren Vampir überheblich an.
„Geht doch", sagte er und lachte leise.
Dann fiel er, doch Sethos packte zu und hielt ihn an der Hand über dem Pool.
„Du solltest weniger reden und dich mehr konzentrieren."
„Hach, das sagt sich so leicht, wenn man überheblich über dem Pool schwebt", meinte Arthur.
Sethos zog eine Augenbraue hoch und antwortete.
„Das hättest du nicht sagen sollen", und ließ ihn los. Arthur verschwand wieder im Pool und Sethos grinste, als er hoch kam und mit der flachen Hand frustriert auf das Wasser schlug.
„Scheiße!", rief er und kletterte triefend nass aus dem Pool.
Sethos schwebte elegant wieder zu Boden und erwartete ihn. Er meinte.
„Ich denke, es ist genug für heute. Trinken wir einen Bourbon."
Arthur hatte schon bemerkt, das Sethos außer Rotwein auch Whiskey mochte. Er wollte zum Tisch auf dem die Flasche stand und die beiden Gläser nehmen, die Anchar schon eingeschenkt hatte. Doch Sethos hielt ihn am Arm fest.
„Von hier aus. Stelle dir vor, das dein Glas in deine Hand schwebt. Und bedenke, wenn es auf den Boden fällt, das ist eine sehr teure Marke."
„Ich weiß, meine Marke", sagte Arthur, der nach einem Schluck letzte. Er schaute Sethos tadelnd an.
„Sagtest du nicht, es ist genug für heute?"
„Wenn du Bourbon willst, dann nur so."
Er seufzte, doch dann schloss er seine Augen und konzentrierte sich. Sethos hatte sein Glas schon halb leer. Das Glas wackelte und er sagte.
„Mehr, Arthur."
Dann kam das Glas in seine Hand geschwebt und er griff danach. Glücklich lächelte er Sethos an, der bewundernd nickte.
„Dann mal Cheers."
Beide tranken und Arthur lächelte. Es tat gut, den attraktiven Vampir wieder lächeln zu sehen, doch Sethos wusste, das noch nicht alles vorbei war. Alexejs Taten saßen noch zu nah an der Oberfläche. Doch wenn er den jungen Mann fand, der Sethos beeindruckt hatte, dann würde das Arthur ein gutes Stück weiterhelfen. Aber noch war es nicht soweit. Anchar kam heraus, sie lächelte, als sie Arthur tropfnass da stehen sah.
„Ich wusste nicht, das du so verrückt auf das Schwimmen bist."
„Ja, mach mich nur fertig. Es reicht schon, das sich dein Gefährte amüsiert."
Sie küsste Arthur auf die Wange. Anchar mochte ihn sehr. Er war schön und charmant und ein lieber Kerl, der viel mitgemacht hatte. Doch ihr Herz schlug bildlich gesprochen nur für Sethos, ihr attraktiver Gefährte. Es war damals die Liebe auf den ersten Blick und das hatte sich bis heute nicht verändert.
Sie tätschelte ihm seinen feuchten Arm.
„Das wird schon. Sethos tut jetzt so überheblich, doch ich weiß noch, als er in den Misthaufen stürzte."
Sie lachte und bekam einen tadelnden Blick von ihm.
„Hör auf damit."
„Ist das wahr?", fragte Arthur belustigt.
Sie nickte kichernd.
„Er war vollkommen verdreckt und roch auch so."
Jetzt lachte Arthur und Sethos grinste.
„Da hast du es besser mit dem Pool", sagte er und ein Bediensteter kam zur Tür, verneigte sich leicht.
„Es wird bald Tag. Mario ruft uns", sagte er und sie gingen hinein, während alle anderen die Läden schlossen. Eine junge Frau kam herein und Sethos fragte.
„Willst du etwas Gesellschaft heute Nacht, Arthur? Meine Leute wären nicht abgeneigt. Sie vergöttern dich sowieso schon. Du wärst so unheimlich attraktiv", er runzelte die Stirn „Ist mir ein Rätsel."
„Du bist ja auch ein Mann und hast kein Auge dafür", meinte Anchar.
„Kein Auge dafür? Schau mal in den Spiegel, mein Sonnenschein."
Sie küsste ihn und Sethos sah ihn fragend an. Arthur überlegte nicht lange. Es war schon lange her, da er Sex hatte. Zu lange. Er nickte und wusste, das alle Vampire damit freizügig umgingen. Und Scham kannten sie nicht, dafür waren sie zu lange schon auf dieser Welt.
„Mädchen oder Mann?"
Er zögerte und Sethos sah das sehr wohl. Noch immer war ihm sein letzter Sex in Erinnerung, der alles andere als angenehm war und ein Mann ihm das antat. Und Sethos winkte das Mädchen näher. Er wusste, das die meisten beide Geschlechter mochten und die Abwechslung. Auch wenn sie ein bestimmtes Geschlecht vorzogen.
„Das ist Angela. Sie ist total vernarrt in dich und es wird ihr eine Freude sein, dir Gesellschaft zu leisten."
Das Mädchen sah ihn bewundernd an und Sethos fügte hinzu.
„Sie wird deine Bedürfnisse stillen, jeder Art. Auch den Hunger."
Sie nickte und streckte ihre Hand nach Arthur aus. Sie war hübsch. Dunkle lange Haare, gute Figur und bereitwillig. Arthur trank aus und stellte das Glas auf den Tisch und nahm ihre Hand, ließ sich bereitwillig aus dem Zimmer führen. Sethos nahm Anchar in seine Arme und schaute ihm nach, als Arthur sich umdrehte und sagte.
„Gute Nacht und...vielen Dank, für alles."
Sethos nickte. Dann verschwand Arthur in seinem Zimmer mit Angela. Es würde eine angenehme Nacht, beziehungsweise ein angenehmer Tag werden, bevor er ruhen würde.
Als Arthur verschwunden war, widmete sich der alte Vampir, der nicht älter als dreißig wirkte und selbst sehr attraktiv war, seiner Gefährtin. Sie würden auch nicht gleich schlafen.
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Zwei Wochen später war Merlin wieder zu Pferd unterwegs. Noch immer hatte er Arthurs schwarzen Hengst an der Hand, obwohl schon einige ihn fragten, ob er den Hengst verkaufen will. Doch Merlin würde das Pferd nie hergeben. Es gehörte Arthur und er würde es behalten. Obwohl das Tier ihn immer an ihn erinnerte und die Wunde in seinem Herz wieder aufriss. Er hatte Valencia hinter sich gelassen und steuerte das Landesinnere an.
Noch ein paar Wochen und er würde zu Hause sein. Doch er war schon in seinem Land, was alles noch etwas leichter machte. Von hier kannte er sich aus und brauchte keine Karte mehr. Es war früher Abend, als er vom Schiff kam und ritt etwas aus der Hafenstadt hinaus. In einem kleinen Dorf machte er am Abend schließlich halt, um zu rasten.
Er freute sich Maria zu sehen nach so langer Zeit, doch nicht nach Hause zu kommen. Er hatte jeglichen Ansporn verloren, selbst die Jagd auf Vampire kam ihm sinnlos vor. Und er könnte nicht mehr jagen. Der Gedanke, Arthurs Volk zu töten kam ihm wie ein Frevel vor.
Natürlich wusste er, das nicht alle Vampire einigermaßen human waren, so wie Arthurs Clan. Aber er wollte Arthurs Freunde nicht töten. Es würde sich anfühlen, als würde er Arthur einen Pfeil ins Herz jagen. Er hatte keine Ahnung, was er mit seinem Leben anfangen sollte.
Ja, die Hazienda verwalten und die Ernte einbringen. Doch das war nur ein Teil seines Lebens. Der andere Teil bestand daraus, sich in der adligen Gesellschaft zu bewegen und Geschäfte zu machen. Und natürlich sich vergnügen. Doch Merlin hatte sich immer im Rahmen vergnügt und nun hatte das auch kein Nervenkitzel mehr. Im Moment glaubte er, er könnte sich nie wieder vergnügen.
Arthur hatte versucht ihn zu verführen und er hatte die Chance nicht ergriffen. Nun war der Mann, den er liebte tot und er würde nie wissen, wie es sich anfühlt ihn zu küssen und zu streicheln. Er würde nie wissen, wie es sich anfühlt, wenn Arthur tief in ihm wäre.
Was war er doch für ein Volltrottel. Eigentlich verstand er nicht, was Arthur in ihm gesehen hatte. Er war nichts Besonderes, im Gegenteil. Er war anmaßend, überheblich und von sich eingenommen, zumindest was Arthur betraf.
Seufzend wandte er sich von dem Fenster ab, in dem kleinen Zimmer, das er diese Nacht gebucht hatte. Es hatte keinen Sinn länger darüber nachzudenken. Er würde sich nur selbst verletzen. Merlin beschloss mit dem Thema abzuschließen und nach vorne zu schauen. Sein Leben ging weiter und er würde verrückt werden, wenn er Arthur nicht losließ.
Konnte er das?
Er war sich nicht sicher. Und er konnte nichts loslassen, was er nicht besessen hatte. Zumindest hatte er damit aufgehört darüber nachzudenken, was er anders hätte machen können, damit Arthur überlebte. Denn das würde ihn wirklich wahnsinnig machen.
Er war müde, erschöpft. Die lange Reise forderte ihren Tribut. Und er war auch seelisch erschöpft. Die vielen Gedanken und sein Gemütszustand trugen nicht dazu bei, das er sich besser fühlte. Merlin sehnte sich nach Ruhe und Frieden.
Beides hatte er nicht.
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Arthur machte große Fortschritte, er lernte wirklich schnell. Und es ging ihm gut, soweit Sethos das beurteilen konnte. Doch in unbeobachteten Augenblicke war er ernst und nachdenklich. Der ägyptische Vampir wusste, das er diesen Menschen vermisste, der ein Jäger war. Sethos machten die menschlichen Jäger keine Angst. Sie waren nicht wirklich eine Gefahr für ihn. Und dieser junge Mann, der attraktiv war und dazu noch adlig hatte ihm imponiert. Er war unerschrocken genug, um in die Höhle eines mächtigen Vampirs zu gehen, nur um sich zu rächen. Für einen Menschen, die schneller starben wie man sehen konnte war das sehr mutig und verrückt zugleich.
Er hoffte wirklich, das der Jäger noch lebte. Und er hoffte, das er das war, was Arthur in ihm sah und das er dem blonden Vampir die selben Gefühle entgegenbrachte. Was der junge Meistervampir jetzt nicht brauchen konnte, war Kummer über eine unerfüllte Liebe. Arthur war genug belastet, die Vergangenheit saß noch an der Oberfläche und setzte ihm zu. Es schien, als würde der Geist von Alexej noch über ihm schweben.
Arthur nahm keine Männer mit auf sein Zimmer; Sethos wusste, das er dieses Geschlecht vorzog. Daran sah er, das er noch nicht bereit war, sexuell sich mit einem Mann einzulassen. Die Tortur und Demütigung durch Alexej hatten Narben hinterlassen. Die vielleicht nur dieser junge Jäger heilen konnte. Doch Angela nahm er öfter mit und sie ging nur allzu bereit mit. Die Mädchen unter seinen Menschen tuschelten schon, das er der Wahnsinn im Bett sei, so wie ihm Anchar berichtete. Musste wohl so sein, denn die anderen boten sich auch an. Na, wenigstens etwas Positives.
Und Sethos war erstaunt, wie schnell er jetzt lernte, seine Fähigkeiten im Griff zu haben. Seine eigene, das Anhalten der Zeit klappte sehr gut. Inzwischen konnte er das schon variieren und beliebig lang anhalten. Telekinese war auch zufriedenstellend. Und was das Fliegen anging, noch übten sie über dem Pool. Und Arthur hatte sehr viel Berührung mit ihm gehabt, sehr zu Sethos Belustigung. Doch er gab nie auf. Inzwischen flog er Runden über dem Pool und blieb meistens oben. Außer er war zu sehr abgelenkt.
„Heute fliegen wir über das Meer, wenn die Sonne untergegangen ist", sagte er jetzt, als Arthur hineinkam und Angela, die ihm zu Diensten war, küsste ihn auf die Wange. Dann verschwand sie, frische Wunden an ihrem Hals. Sethos schaute ihr nach.
„Bist du zufrieden mit ihr?"
Arthur nickte und schenkte sich einen Bourbon ein, den Sethos ihm wieder aus der Hand nahm.
„Kein Alkohol wenn du fliegst. Das kannst du machen, wenn du es beherrschst."
Arthur seufzte.
„Komm schon, ein Bourbon. Was soll das denn schon ausmachen?"
„Mein Haus, meine Schule, meine Regeln. Capito?"
„Si", sagte Arthur „Capisco, padrone...e tiranno", fügte er leise hinzu.
„Ich gebe dir gleich Tyrann", meinte Sethos scherzhaft „Du sprichst italienisch?"
Arthur nickte.
„Ja und einige andere Sprachen. Spanisch, englisch, französisch, russisch und tschechisch. Und etwas deutsch."
Sethos hob anerkennend seine Augenbraue und Arthur sprach weiter.
„Wir waren viel unterwegs, sind es noch. Wir können nur eine bestimmte Zeit bleiben, bevor es auffällt, das wir nicht älter werden. Prag war einer unserer Lieblingsziele."
„Deine Freunde sind jetzt in Sevilla?"
„Nur einer, Lance. Gwaine wurde vor über dreihundert Jahren von Jäger getötet, als er auf der Jagd war. Das war in Prag. Alexejs Horde wütete dort und rief viele Jäger auf den Plan. Gwaine war unvorsichtig, eigentlich nahm er alles viel zu leicht. Es hat ihn erwischt. Lance und ich gingen kurz danach im Streit auseinander und ich schloss mich Alexejs Gruppe an. Ab da ging es abwärts."
„Tut mir leid, Arthur. Junge Vampire sind eben noch leicht zu töten und man braucht kein Silber. Gwaine war ins Kreuzfeuer geraten, als sie Jagd auf die russischen Vampire machten."
„Ich weiß das auch. Damals waren wir noch leicht zu töten. Merlin wollte mich mit Pfeilen auch töten, doch ich war nur verletzt. Er wusste das nicht mit dem Silber."
„Merlin? Der Jäger?"
Arthur lächelte wehmütig.
„Er dachte, ich hätte seine Eltern getötet. Doch ich lasse die Adligen in Ruhe. So etwas wirbelt Staub auf, wenn einer von ihnen stirbt. Wir jagen in den kriminellen Vierteln. Abschaum, den niemand vermisst."
„Sehr klug, Arthur", lobte der ägyptische Vampir „ Du bist ein wirklich guter Anführer deiner Sippe. Gibst Acht auf sie und bist vorsichtig. Ich wusste immer, das du etwas Außergewöhnliches bist. Und dafür bin ich nach Moskau gekommen und habe den Bastard mit deinem Schwert getötet."
Er schaute Arthur einen Moment an, dann schlussfolgerte er.
„Ich gehe mal davon aus, das der junge Jäger jetzt das mit dem Silber weiß, ja?"
Arthur nickte.
„Er musste es wissen, wegen Alexej. Verstehst du?"
„Ja. Du vertraust ihm?"
Wieder nickte Arthur, ohne darüber nachzudenken.
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„Wir schliefen zusammen in Höhlen und Tavernen, nachdem er das mit dem Silber wusste. Wenn er mich töten wollte, hätte er genügend Zeit und Gelegenheit gehabt, das zu tun. Doch er ist ein Mann von Ehre. Jemanden zu meucheln, der hilflos im Schlaf liegt; das ist nicht Merlin. So etwas würde er nie tun."
Sethos nickte nachdenklich.
„Ich habe ihn so auch nicht eingeschätzt. Er hatte mich überrascht. Du auch, als du in Prag mit einem Jäger im Schlepptau angekommen bist. Du bist er erste Vampir, der Monate lang mit einem Jäger durch das Land zog und noch lebt. Bemerkenswert."
Er machte eine Pause, sprach dann weiter.
„Und du dich mit ihm gemeinsam Alexej gestellt habt, obwohl eure Chancen gering waren. Der junge Mann ist sehr mutig und verrückt. Eigentlich passt er gut zu dir", er winkte ab „Egal, ich habe Alexej sein Maul gestoppt, für immer. Der Bastard wird niemand vermissen, außer vielleicht seine Ahnherrin."
Arthur schaute ihn einen Moment an.
„Denkst du, das wird ein Nachspiel haben? Ich meine...der ganze Clan wurde ausgelöscht."
„Beinahe. Einige sind immer unterwegs, doch nicht genug. Und ja, Tatjana wird toben und wissen wollen, was passiert ist. Ich denke, das sie jetzt schon vor Ort ist und nachforscht. Alexej war ihr Liebling."
„Ich weiß", sagte er leise „Sie...Sie war immer dabei,wenn sie in Moskau war...in jener Kammer und..."
„Vergiss es, Arthur und du brauchst mir das nicht zu sagen. Das weiß ich, das dieses Miststück so geartet war wie sein Schützling oder zumindest Spaß daran hatte. Verfluchte Schlampe, ich mochte sie noch nie", sagte Sethos grimmig „Allein ihr Anblick in der Gilde verursacht in mir der Drang, ihr den Kopf von den Schultern zu reißen."
„Wie alt ist sie?"
„Ungefähr zweitausendfünfhundert Jahre", antwortete Sethos „Ihre Kräfte sind Gedankenmanipulation, das allerdings nur bei Menschen funktioniert. Und sie beherrscht das Element Erde. Sie kann Erdbeben auslösen oder Blumen wachsen lassen. Und sie denkt, das sie allmächtig ist, so wie sie von ihren Kräften spricht. Ich kann mir schlecht diese Schlampe mit Blumen vorstellen."
„Reg dich nicht so auf, Sethos", sagte Arthur „Du kannst sie nicht töten."
„Können schon, nur was danach kommt, wäre nicht schön. Sie würden mich anklagen und das weiß sie, das mir die Hände gebunden sind. Wir haben oder hatten schon immer eine offene Feindschaft, wahrscheinlich weil ich so gegen Alexej im Rat sprach."
Mario kam herein und öffnete die Läden.
„Die Sonne ist untergegangen. Wollen wir los?"
Arthur nickte und sie gingen auf die Terrasse. Sethos drehte sich um zu ihm.
„Konzentriere dich jetzt, denn wir müssen ein Stück über Land fliegen. Wenn du da abschmierst, tut es weh. Danach über das Meer und nicht so hoch."
Arthur nickte und schloss seine Augen, konzentrierte sich auf die Fähigkeit Luft zu manipulieren und stieg in die Höhe, schwebte über dem Pool. Es fiel ihm immer leichter. Sethos folgte ihm und sie flogen das Stück über Land bis sie über dem Meer waren. Arthur hielt sich neben Sethos und in der Dunkelheit flogen sie nicht hoch über dem Meer.
Arthur fühlte sich, ja...frei. Es war herrlich durch die Nacht zu fliegen. In der Ferne sah man Lichter von Schiffen. Über ihnen nur der Sternenhimmel. Es war herrlich. Arthur rief, übermütig geworden zu Sethos.
„Hey, komm. Ein wenig schneller, alter Mann."
Er beschleunigte und bevor Sethos etwas sagen konnte, flog er an ihm vorbei und lachte. Und passte nicht auf, als Sethos rief.
„Vorsicht."
Eine Möwe kreuzte seinen Weg und er zuckte zurück und konzentrierte sich nicht mehr vollständig.
„Oh...oh...oh nein!"
Arthur trudelte, stürzte ab und ins Meer. Zum Glück waren sie nicht sehr hoch. Es platschte, als er aufschlug und unterging, nur um wieder hochzukommen. Sethos schwebte über ihm, als er im Meer paddelte.
„Das kommt davon, wenn man überheblich wird. Und wieder ein Bad. Ich schätze, das du Wasser sehr magst."
„Hör auf zu reden und hilf mir heraus", sagte Arthur, doch Sethos schüttelte den Kopf.
„Du bist allein hineingekommen, sieh zu, das du wieder heraus kommst. Es ist egal von wo aus du fliegst. Auch aus dem Wasser heraus."
„Aber das kann ich nicht."
„Dann...Dann musst du zurückschwimmen."
Arthur schaute zur Küste, sie waren schon sehr weit draußen. Es würde eine lange Strecke zurück sein. Abgesehen davon, das das Meer heute sehr unruhig war. Er schaukelte auf und ab im Wellengang und besonders warm war es auch nicht. Abgesehen davon was unter der Oberfläche lauerte. Er versuchte sich zu konzentrieren. Es klappte nicht, weil er damit beschäftigt war über Wasser zu bleiben.
„Es funktioniert nicht", rief er zu Sethos, der über ihm schwebte. Dieser verzog keine Miene, als er sagte.
„Manchmal kommen nachts die Haie. Ich an deiner Stelle würde schauen, das ich herauskomme. Sonst kann es passieren, das dir ein paar Teile fehlen. Wäre doch schade, wenn sehr wichtige Weichteile, die unter Wasser sind verloren gingen."
„Haie?"
Arthur schaute um sich und unter sich. Es war dunkel unter der Oberfläche. Er würde nichts sehen, sollte sich einer der Raubfische heranschleichen und ein Anflug von Panik machte sich bemerkbar. Er schloss seine Augen und erhob sich so schnell in die Luft, das Sethos ihm nachschaute und lächelte. Dann schloss er zu Arthur auf und rief.
„Es gibt keine Haie hier an der Küste. Aber das war nicht schlecht. Wirklich nicht schlecht."
„Haha, ich wusste gar nicht, das du so spaßig bist", rief Arthur, der mal wieder nass war. War ja nichts Neues.
„Fliegen wir zurück, bevor du dir den Tod holst."
„Sehr lustig", rief Arthur und sie flogen zurück. Sethos landete elegant auf der Terrasse, Arthur etwas holprig, doch er schaffte es.
„Ich gehe mich umziehen", sagte er und verschwand.
Sethos schaute ihm nach, amüsiert und zufrieden. Arthur hatte das Fliegen gut im Griff, nur manchmal ließ er sich zu sehr ablenken. Seine Befürchtungen, das der junge Vampir nicht damit klar kam, hatten sich nicht bewahrheitet. Arthur konnte alle Fähigkeiten gut einsetzen. Noch etwas unsicher, doch bemerkenswert gut und das in relativ kurzer Zeit.
Er war sich sicher, das dies etwas mit Merlin, dem jungen Mann zu tun hatte. Arthur wollte zu ihm, das wusste Sethos. Mit jedem Tag der verging, zog es Arthur mehr weg. Er hoffte nur, das er keine Enttäuschung erleben würde. Arthur schien den jungen Mann wirklich zu lieben und Sethos hoffte inständig, das er nicht wieder verletzt wurde, indem Merlin ihn ablehnte.
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Drei Wochen später erreichte Merlin Sevilla. Es war Nachmittag und viele Leute waren auf den Straßen. Einige grüßten ihn und schauten ihm nach. Er hatte den langen Mantel an und war voller Staub. Arthurs schwarzen Hengst hatte er neben sich. Er steuerte einen der Mietställe an und stieg ab. Einen Moment nahm er Luft und schaute sich um.
Er war zu Hause. Vier Monate waren vergangen, seit er in Moskau aufgebrochen war. Jetzt war es kurz vor Weihnachten und der Winter war in Sevilla eingezogen. Nun ja, was man Winter nennen konnte. Es war nicht kalt, aber auch nicht mehr warm. Doch noch lang nicht solche Temperaturen wie in anderen Ländern oder in Moskau. Trotz allem schlug Merlin den Mantel um sich, fröstelte. Er war so müde und erschöpft. Sein Kummer und seine Gedanken, sowie Alpträume ließen ihn nicht schlafen. Manchmal dachte er, Alexejs Stimme zu hören oder die von Arthur.
Er wollte seine Schwester sehen und sie mit nach Hause nehmen. All diese vielen Leute hier gingen ihm auf die Nerven. Er sehnte sich nach der Abgeschiedenheit seiner Hazienda. Nachdem er die Pferde abgegeben hatte, nicht bevor er sich bei seinem Hengst bedankte, das er ihn all den ganzen Weg nicht im Stich ließ. Die Strapaze war auch den Pferden anzusehen, sie hatten abgenommen. Doch auf den Koppeln und genügend Futter würden sie sich schnell erholen.
Er machte sich auf zum Haus von Marias Freundin, das in einem gehobenen Viertel lag. Er ging die Treppe herauf zur Tür und klopfte. Nach kurzer Zeit öffnete ein Diener und Merlin sagte.
„Ich bin Conte Merlin del la Vega und möchte zu meiner Schwester."
Sein Name zu sagen, hörte sich komisch an. Er hatte lange Zeit nicht seinen kompletten Namen gesagt. Der Diener verbeugte sich leicht.
„Willkommen. Die Herrschaften hatten sie schon jeden Tag erwartet. Treten sie ein."
Auch das kam ihm komisch vor, diese höfliche Anrede. Er war seit Monaten nur ein Jäger oder Lakai oder einfach nur Merlin gewesen. Arthur nannte ihn einfach nur Merlin. Ein Stich ging durch sein Herz, als er an ihn dachte.
Als er eintrat kam Senior Mardena ihm entgegen und lächelte, gab ihm die Hand.
„Na endlich sind sie da. Maria wartet schon jeden Tag auf sie", er wandte sich dem Diener zu „Würden sie Contessa del la Vega rufen?"
„Sehr wohl, mein Herr", sagte der Mann und verschwand.
„Und alles gut gelaufen, Mylord?"
Wäre es doch nur so, dachte Merlin. Was die Mission anging, war alles gut gelaufen. Feind aufgespürt und vernichtet. Doch Merlin hatte viel in Moskau zurückgelassen. Zu viel. Doch er nickte und zwang sich zu einem Lächeln.
„Ja, alles bestens."
Die Übertreibung seines Lebens!
Es erklangen Stimmen und Geräusche, als Maria die Treppe heruntergestürmt kam und Merlin in die Arme fiel. Sie küsste ihn auf die Wangen und auf die Stirn und sie weinte. Typisch Mädchen.
Merlin fuhr ihr sanft über den Rücken.
„Ist ja gut. Ich bin wieder da."
„Ich bin ja so froh, das dir nichts passiert ist", schniefte sie.
Das war Arthurs Werk, er wäre schon lange tot. Wenn nicht durch die Banditen, dann spätestens auf dem Berg. Doch das konnte und wollte er nicht sagen. Maria ließ ihn los und Merlin wandte sich wieder an Senior Mardena.
„Ich bin ihnen so dankbar, das sie Maria in Obhut genommen haben. Was bin ich ihnen schuldig?"
Senior Mardena hob die Arme.
„Nichts, Conte. Es hatte uns Freude gemacht, das Maria hier bei uns wohnte und Carmen auch. Die beiden hatten viel Spaß. Wollen sie hier in der Stadt übernachten oder..."
„Wir wollen gleich weiter zur Hazienda. Ich war lange abwesend und ich sollte die Kleider wechseln."
„Natürlich, meine Kutsche steht bereit. Ich werde die Garderobe der Contessa nachschicken, wenn es recht wäre. Ich denke, sie beide haben viel zu erzählen."
Merlin nickte.
„Natürlich", er wandte sich an Maria „Wollen wir nach Hause?"
„Ja, ich hole mein Cape."
Währenddessen ließ Senior Mardena anspannen und wenig später, als Maria sich von Carmen verabschiedete, brachen sie auf. Merlin holte die Pferde wieder ab und ritt neben der Kutsche. Carmen winkte ihr nach, sie war etwas traurig, denn die Zeit mit Maria war sehr schön gewesen.
Etwas eine gute halbe Stunde später passierten sie das Tor zur Hazienda und blieben wenig später vor dem Haus stehen. Das Personal kam heraus und der Aufseher. Merlin stieg ab und gab dem Stalljungen die Pferde mit den Worten.
„Gut striegeln und genügend Futter und morgen raus auf die Koppeln."
„Sehr wohl, Senior."
Maria, die schon ausgestiegen war, fragte.
„Was ist denn das für ein Pferd? Es ist wunderschön, so schön wie mein Pferd. Hast du es gekauft?"
„Nun...ja, eigentlich schon", versuchte sich Merlin herauszureden. Der Aufseher kam auf ihn zu und Merlin blieb stehen.
„Alles in bester Ordnung, Senior. Wir haben die Orangenernte abgeschlossen und einen guten Preis erzielt. Ansonsten geht alles seinen gewohnten Weg und...herzlich willkommen zu Hause."
„Danke, ich werde mir morgen die Dokumente ansehen. Ich danke ihnen."
„Kein Problem, dafür bin ich da. Und noch einen schönen Tag."
Merlin nickte und ging mit Maria ins Haus. Alles war ordentlich sauber und gepflegt. Maria sah sich um und seufzte.
„Ich wusste nicht, das ich unser Haus vermissen würde, doch es fühlt sich gut an wieder zu Hause zu sein."
„Ja", sagte Merlin nur und sie schaute ihn an.
„Was ist mit dir?"
Er schüttelte den Kopf, sagte ausweichend.
„Nichts, ich bin nur müde. Ich denke, ich werde erst mal ein Bad nehmen", er wandte sich an die Köchin „Und können sie etwas zum Dinner machen? Es muss nichts Großartiges sein."
„Natürlich, Senior."
Merlin verabschiedete sich und ging in seine Räume. Einen Moment schaute er sich um, es war ungewohnt wieder zu Hause zu sein. Und er dachte an den Tag, als er aufgebrochen war. Wie sehr hatte sich alles verändert. Er hatte Arthur kennengelernt, einen Vampir und seine Welt und sich letztendlich verliebt. Und diese Liebe wieder verloren, weil er ein Idiot war und weil er immer noch glaubte, Arthur im Stich gelassen zu haben.
Was wäre passiert, wenn er geblieben wäre? Das hatte er sich auf der Heimreise hundert Mal gefragt. Vielleicht hätte er verhindern können, das Alexej Arthur tötete. Vielleicht hätte er Arthur noch raus geschafft und er hätte mit Noel in dieser Grube Schutz suchen können. Fragen und Möglichkeiten ließen ihn nicht ruhen.
Er wollte damit abschließen, aber wollen und können waren zwei verschiedene Dinge. Doch Merlin war sich bewusst, wenn er mit der Vergangenheit nicht abschloss, würde er vom Grübeln verrückt werden. Er nahm tief Luft und wartete, bis die Bediensteten hinaus gingen, die ihm ein Bad vorbereitet hatten. Er zog sich aus und legte sich in die Wanne.
Er war müde und so erschöpft, seelisch erschöpft. Die lange Reise und wenig Schlaf waren auch an ihm nicht spurlos vorüber gegangen. Merlin war dünner geworden und dunkle Ringe lagen unter seinen Augen, die er jetzt schloss. Er lebte und sein Leben ging weiter und...
Er war zu Hause. Doch er war alles andere als glücklich.
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Lance, der Carmen am Abend zufällig auf der Straße traf, als sie mit ein paar jungen Mädchen aus dem Cafehaus kam, erfuhr von ihr, das Maria wieder zu Hause war. Ihr Bruder wäre vor drei Tagen zurückgekommen und habe sie mit zur Hazienda genommen.
Diese Nachricht machte ihn nicht glücklich und nachdenklich. Und vor allem sorgenvoll. Wenn der Jäger nach Hause kam und das vor drei Tagen, dann fragte er sich wo Arthur war. Denn er ist nicht nach Hause gekommen. Ein ungutes Gefühl machte sich in ihm bemerkbar. Hatte Merlin Arthur getötet oder war etwas in Moskau passiert?
Lance kannte die Leidensgeschichte von Arthur und was er bei Alexej mitmachen musste. Und auch wie er geflohen war. Hatte Alexej ihm das so übel genommen, das er ihn tötete? Er war von Anfang an dagegen gewesen, diese Selbstmordaktion mitzumachen. Aber Arthur war nicht zu stoppen, weil er unbedingt den Jäger flach legen wollte.
Doch er sah ein, das es sinnlos war zu spekulieren über Arthurs Abwesenheit. Alles konnte möglich sein, doch er glaubte auf keinen Fall, das Arthur es vorgezogen hatte, bei Alexej zu bleiben. Er würde ihn nur wieder quälen und demütigen. Lance kannte Alexej nur von den öffentlichen Versammlungen der Gilde. Wer sich vom Äußeren des russischen Meistervampirs blenden ließ, der erlebte ein böses Erwachen. Alexej war sehr schön und attraktiv, deshalb ging Arthur ihm damals als junger Vampir in die Falle. Er verfiel dem Charme des blonden Engels, der sich schnell als Teufel entpuppt hatte, der nur sexuell erregt wurde, wenn er anderen unbeschreibliches Leid zufügte. Arthur war durch die Hölle von Schmerzen gegangen und er konnte sich nicht vorstellen, das er das freiwillig wieder tat.
Vielleicht hielt ihn Alexej fest. Lance wusste, das Arthur ihm nicht gewachsen war. Der Gedanke, das er ihn gefangen hielt und wieder seine abartigen Gelüste an ihm befriedigte, versetzte Lance in Wut und Angst. Er musste Gewissheit haben und nur einer kannte die Wahrheit. Merlin.
Lance beschloss auf eigenes Risiko den Jäger aufzusuchen. Und auch um Maria zu sehen, er vermisste sie so sehr. Er würde morgen Nacht zur Hazienda reiten und versuchen den Jäger zu sprechen, wenn möglich ohne einige Pfeile oder Pfähle abzubekommen.
Für Lance, der eigentlich immer vorsichtig ist, war das ein gewagtes Unternehmen. Doch er musste wissen, was mit Arthur war. Der Gedanke, das er bei Alexej festgehalten wurde, verursachte in ihm eine Art Panik. Arthur würde das kein zweites Mal durchstehen. Er würde wieder eine blutrünstige Bestie werden, denn Alexej würde ihn zu Dingen zwingen, die er irgendwann wieder zu dem Punkt bringen würde, an dem er ihn damals in Rom gefunden hatte.
Doch Lance war sich nicht sicher, ob er es ein weiteres Mal schaffen würde, Arthur wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Abgesehen davon, welche Qualen er erleiden würde.
Nein, er musste es wagen, den Jäger aufzusuchen. Er hatte keine andere Wahl.
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Dunkles Schicksal
FantasyNach dem Tod seiner Eltern, die von Vampiren getötet wurden, wird der junge spanische Graf Merlin del la Vega zum Jäger. Sein Hauptmerkmal ist ein vermögender, hoch angesehener Vampir, den er für den Mörder seiner Eltern hält. Erbittert jagt er ihn...