Dunkles Schicksal Kapitel 80

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Dunkles Schicksal


Kapitel 80


Hallo! Freue mich wie immer über eure Meinungen. Danke! LG Pendragon100



Sethos schaute nicht weniger überrascht, als er mitten in der Nacht ins Haus seiner Freunde kam und Maria auf dem Sofa sitzen saß. Sie war allein mit Noel, der neben ihr saß. Die Vampire waren alle auf der Jagd.

„Maria", sagte er „Was machst du hier?"

Sie nahm genervt Luft.

„Was schon? Ich hielt es in Paris nicht mehr aus. Ich mache mir Sorgen um die Mädchen und nun auch um Merlin. Wer hat denn zugelassen, das er so einen bescheuerten Plan in Angriff nimmt?"

„Er selbst. Du kennst deinen Bruder. Er will die beiden Hexen retten und auch alle anderen. Und niemand konnte ihn davon abhalten. Obwohl der Plan nicht so schlecht ist, denn so finden wir sie."

Sie stand auf.

„Arthur hat gesagt, das sie Experimente mit ihnen machen. Denkst du im Ernst, das sie Merlin außen vorlassen?", sagte sie vorwurfsvoll.

„Er kannte das Risiko."

Maria hob die Hände. Sie war aufgeregt, eigentlich ärgerlich.

„Ist euch mal in den Sinn gekommen, Lian zu verhören? Ihr Vampire habt die Möglichkeit, jemanden zu kontrollieren, ich eigentlich auch. Ganz zu schweigen von Merlin, der kann noch ganz andere Dinge. Er hätte vielleicht alles gesagt, ohne das mein Bruder den Märtyrer spielt."

Sethos hob überrascht eine Augenbraue.

„Ich verstehe dich ja, das du dir Sorgen machst, aber du kennst diese Leute nicht. Natürlich hätten wir das tun können, aber das ist ein sehr sensibles Thema. Hätten wir Lian verhört, vorausgesetzt, das er sich suggestieren ließ, denn ich denke, das sie Gegenmaßnahmen für solch einen Fall getroffen haben, dann hätte er unverzüglich die anderen gewarnt. Und nein, ihn danach verschwinden lassen, hätte sie auch alarmiert und sie wären im Untergrund verschwunden...mit den Gefangenen. Unser einzige Chance liegt im Überraschungsangriff und nur dort."

„Maria, er hat recht", sagte jetzt Noel „Alles andere wäre sehr riskant gewesen. Und Merlin ist nicht so leicht zu töten."

Sie schaute Noel an, dann wieder Sethos. Schließlich sagte sie.

„Na gut. Vielleicht habt ihr recht", sie sah Sethos an „Weißt du, das er mit einem Wolf angebandelt hat?"

„Ja, Dante war hier in London. Doch nun ist er wieder nach Hause, bereitet alles vor."

„Auf den Kampf?"

Er nickte.

„Dante ist ein Alpha und sein Rudel groß. Er ist einer unserer Verbündeten und ein guter noch dazu. Merlin ist ihm sehr angetan und ja, er sieht gut aus."

„Wie sieht Arthur das denn?"

„Abgesehen, das er den Wolf den Kopf abschlagen will, ist er schon des öfteren ausgerastet. Und er ist verzweifelt, sollte Merlin sich Dante anschließen."

Maria seufzte.

„Warum ist das alles so kompliziert?"

„Übrigens...Wo ist Arthur? Ist er noch nicht da?", fragte Sethos.

„Er ist jagen", sagte Noel „Schon eine Weile. Vielleicht auch nach ein wenig Sex, um sich abzureagieren", grinste er.

„Umso besser, dann flippt er nicht so schnell aus", meinte Sethos „Er ist sowieso schon ein Pulverfass. Allein schon, weil er Merlin nicht so schnell findet. Jetzt müssen wir an den Übersee Länder arbeiten. Die Anlage ist wirklich sehr versteckt."

Die Tür ging auf und Arthur kam herein.

„Du bist endlich da", begrüßte er den Vampir „Wusste nicht, das du so lange von Norwegen nach England brauchst."

„Auch dir einen schönen Abend", sagte Sethos.

„Können wir an der Karte arbeiten?", sagte Arthur „Ich will morgen Abend wieder los."

„Ruh dich doch erst etwas aus", sagte Maria.

Arthur fuhr sie an.

„Ausruhen? Es reicht doch, das der verfluchte Wolf sich ausruht, während Merlin in Gefahr ist. Nein, ich will gleich wieder los. Falls es dir nicht aufgefallen ist, ist die Welt nicht so klein."

Danach ging Arthur die Treppe hoch und alle sahen ihm nach, bis Maria sagte.

„Du hast recht, Sethos. Er ist wirklich explosiv. Und ich rechne ihm hoch an, das er sich so ins Zeug legt."

„Wundert dich das, Maria?", sagte Noel „Er liebt ihn. Ich denke, wir beide können nicht erahnen wie sehr. Es wird ihn zerstören, wenn Merlin der Gefährte des Wolfes wird."

Sie nickte nachdenklich. Noel hatte recht. Arthur würde das zu Grunde richten, wenn es so wäre. Da er sehr instabil ist und eigentlich immer war, was Emotionen angeht, war das vorauszusehen. Und das machte ihr Angst, denn obwohl Arthur mit Merlin nur Mist gebaut hatte, mochte sie ihn gerne. Er gehörte zu ihrer Familie. Und was das anging, hielten sie zusammen.

Es hörte einfach nicht auf mit den beiden. Und sie wünschte sich, das sie endlich zueinander finden würden und endlich...endlich glücklich werden.



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Merlins Rücken fühlte sich an, wie eine einzige, große, schmerzende Wunde. Wenn er seine Magie nützen könnte, wäre es halb so schlimm. Doch das konnte er nicht, so wenig wie eine Heilsalbe hatte. Sein Hemd war mit Blut verschmiert und klebte teilweise an seinem Rücken. Und es tat verflucht weh, wenn Lexi es ihm auszog, um die Wunden zu kühlen.

„Scheinst nicht gut im Bett gewesen zu sein, wenn er dir das antut", sagte sie, als sie mit einem feuchten Handtuch vorsichtig seinen Rücken reinigte.

„Der Typ willst du nicht im Bett haben", stöhnte Merlin mehr wie er sagte.

„Wieso?"

„Der ist total gestört, macht einen auf Meister und Sklave. Dazu ist er pervers und macht Dinge, die ich dir besser nicht sage, abgesehen davon, das er geil wird, wenn er andere leiden lassen kann."

Lexi verzog das Gesicht.

„Ich fange an, dich zu bewundern."

„Und das hier", sagte Merlin und zuckte vor Schmerz zusammen „Tat er, weil er denkt, ich habe ihn betrogen. Und weil er es genießt, Macht über mich zu haben."

„Ich werde ihn töten, wenn ich die Chance dazu bekomme", meinte Lexi.

„Das überlasse mir. Mir fallen auf Anhieb mehrere Hexensprüche ein, um ihn zu töten, was lange dauert."

„Dazu musst du erst diesen scheiß Ring loswerden", murrte Siton, der ihre Unterhaltung mitbekam „Und ich auch", sagte er mehr zu sich selbst.

„Das heißt", sprach jetzt Lexi „Das wir zumindest einer der drei am Leben lassen müssen, wegen dem Fingersensor."

„Warum?", fragte der Nekromant „Wir brauchen nur seinen Daumen."

Lexi sah ihn kurz an, wandte sich dann wieder Merlin zu. Er setzte sich auf und zog langsam sein Hemd wieder an.

„Danke."

„Ist gut. Wir müssen in dieser Hölle zusammen halten", sagte sie.

Die Tür öffnete sich und die Wache zeigte auf Merlin.

„Mitkommen."

Sie nahmen ihn wieder in die Mitte und führten ihn durch den Gang an den anderen Zellen vorbei.

„Merlin", rief jemand und er wandte den Kopf. Maya stand an den Gitterstäben und sah ihn flehend an.

„Maya. Ist Tess auch hier?"

Der Schmerz war furchtbar, als einer der Wachen ihn mit dem Stock am Rücken traf und Merlin zusammen brach. Maya schrie auf und die Wache sagte.

„Halt deine verdammte Fresse, Schlampe. Oder willst du die Nächste sein?"

Sie schleppten Merlin weiter, bis er in einem Stuhl saß und sie ihn festbanden.

„Was passiert jetzt?", fragte er, doch er bekam keine Antwort.

Sie gingen wortlos heraus und er war allein. Er sah sich in dem Zimmer um. Es war eine Art Untersuchungszimmer. Auf dem Tisch lag medizinisches Besteck und Spritzen. Merlin machte das eine scheiß Angst. Was würden sie ihm jetzt antun? Die Tür ging auf und ein Mann im weißen Kittel kam herein. Er musterte Merlin abschätzend. Ohne ein Wort ging er zu dem Tisch und kam mit einer Nadel und Kanüle zurück. Er krempelte das Hemd hoch.

„Was tun sie?", fragte Merlin. Er sah auf.

„Halt deinen Mund, Freak."

Er stieß die Nadel grob in Merlins Arm, der zusammenzuckte. Rotes Blut kam daraus hervor und er füllte drei Röhrchen. Dann zog er die Nadel heraus und hielt seinen Arm hoch.

„Halte ihn hoch, denn das Letzte was wir wollen, das du hier verblutest. Wir haben noch tolle Dinge mit dir vor."

„Zum Beispiel?"

Er grinste boshaft.

„Wie so ein Hexer wohl von innen aussieht. Und wo die Magie herkommt. Irgendwo muss sie ja sitzen, oder?"

Mit einem leisen Lachen über Merlins entsetztes Gesicht, ging er mit den Röhrchen hinaus. Die Wachen kamen wieder und schnallten ihn ab, führten ihn zu einem anderen Raum, der mehr wie ein OP aussah. Merlin wehrte sich schwach, doch ein Schlag in seinen Rücken ließ ihn aufschreien und seine Knie gaben nach.

Sie banden ihn auf eine Liege und zogen ihn zuvor nackt aus. Dann gingen sie. Merlin fröstelte, denn hier war es nicht sehr warm. Die Tür ging auf und Lian kam herein. Scheiße. Er grinste und blieb vor Merlin stehen, musterte seinen nackten Körper.

„Du siehst immer noch heiß aus", sagte er und blieb mit seinem Blick an seinem Penis hängen „Und du bist mir immer noch ausgeliefert. Das...gefällt mir."

Zwei weitere Männer in Kitteln kamen herein, einer von ihnen war der Kerl, der ihm Blut abnahm. Einer der Ärzte nahm einen Block, der andere untersuchte Merlin und gab Kommentare.

„Der Körper menschlich, zumindest von außen. Alles vorhanden."

Er griff nach seinem Penis und hob ihn an, drückte seine Hoden, das schmerzvoll war, denn Merlin keuchte auf.

„Geschlechtsteile menschlich."

Lian griff an seine Hoden und drückte wieder zu. Merlin verspannte sich und er grinste, als er aufkeuchte.

„Tut es weh?", fragte er grinsend. Der Arzt sah ihn an.

„Würden sie die Untersuchung bitte nicht behindern, Sir."

„Tu ich nicht. Ich möchte nur zusehen."

„Bei was?", fragte Merlin.

„Test des Sexualverhaltens beginnt. Stimulierung der Kreatur."

„Was?" Merlin zog an seinen Fesseln „Das könnt ihr nicht tun."

Lian lachte.

„Wir können alles tun", sagte er und beugte sich zu Merlin hinunter „Und das ist erst der Anfang, mein Geliebter."

Und dann stimulierten sie Merlin mit der Hand, über die der Arzt zuvor einen Handschuh stülpte. Merlin wehrte sich, doch sein Körper reagierte auf die Berührungen und er wurde hart. Lian sah zu und grinste. Das hier war erniedrigend und er verfluchte seinen Körper. Schließlich kam er mit einem Keuchen und sie sammelten sein Sperma auf und verschlossen es in einem kleinen Glasbehälter.

„Das kommt ins Labor", sagte einer der Ärzte „Sexualverhalten normal."

Dann gingen sie und Lian nahm sein Penis in die Hand, quetschte die letzten Tropfen heraus und leckte dann an seinen Fingern.

„Eigentlich schade um dich", sagte er „Ich habe dich gerne gefickt und würde es sogar jetzt tun."

Merlin bekam große Augen. War wohl so eine Hass-Liebe Obsession, die Lian zu ihm entwickelte. Fast so ähnlich wie Alexej, der Arthur liebte und ihm furchtbare Dinge antat. Er war sich eigentlich sicher, das solche Männer nicht lieben konnten, sondern eine abartige Faszination für ihre Opfer entwickelten. Und ihnen Schmerzen zufügten, seelisch wie auch körperlich. Das hier war erniedrigend und beschämend gewesen.

„Ich sagte ja...Du bist jetzt meine Laborratte."

Die Tür ging auf und ein älterer Mann kam herein.

„Was machst du hier?", herrschte er Lian an.

„Ich habe nur die Untersuchung überwacht", antwortete er und hob seine Hände „Sonst nichts."

„Seltsam, das du immer nur bei ihm solch eine Motivation entwickelst. Ich sehe dich nie bei anderen", sagte sein Vater und musterte Merlin „Was ist an ihm so besonders?"

„Er hat mich zum Narren gehalten", zischte Lian.

„Wundert mich nicht wirklich", sagte der Mann zynisch „Du hattest deinen Spaß mit der Auspeitschung; also lass es dabei. Komm jetzt mit, ich habe mit dir zu reden. Der hier ist für heute fertig", sagte er mit einem verachtenden Blick zu Merlin.

Sie gingen, als die Wachen kamen und ihn von der Liege nahmen und Merlin seine Kleider vor die Füße warfen.

„Zieh dich an."

Merlin griff danach und einer der Wachen ging um ihn herum. Er grinste, als er sagte.

„Sieh dir seinen Rücken an. Da hat Lian wohl gut gearbeitet."

Er strich grob mit seinem Stock über die Wunden, einige begannen zu bluten. Merlin zuckte zusammen und er lachte. Wut, unbändige Wut überkam ihn, gepaart mit Erniedrigung und Schmerz. Er würde das nicht vergessen. Sie führten ihn zurück in seine Zelle. Andere Wachen mit einem Ghoul kamen ihm entgegen. Auf gleicher Höhe, grunzte er und machte einen Satz auf Merlin zu. Merlin zuckte erschreckt zurück, doch die Wachen bearbeiten ihn mit ihrem Stromstöcken, bis er zusammen brach.

„Die Beruhigungsdosis ist zu schwach", sagte einer „Wir müssen sie erhöhen."

Dann schleppten sie ihn weiter und Merlin stießen sie in die Zelle. Schlossen sie und gingen wortlos. Lexi kam zu ihm.

„War es schlimm?"

„Es war erniedrigend", sagte er leise. Lexi sah ihn erschreckt an.

„Hast du mit jemanden..."

„Nein, aber sie brachten mich dazu, das ich kam und nahmen mein Sperma. Diese Typen sind echt gestört. Lian ließ sich das nicht entgehen. Er ist der Schlimmste von allen."

„Scheiße."

„Du hast recht, Lexi. Sie wollen uns erniedrigen. Denn was wollen sie aus Sperma lesen können oder aus unserem Blut."

„Das Gleiche taten sie mir auch an", sagte Sitan, der auf seiner Liege saß „Und so einiges mehr."

Merlin sagte nichts und setzte sich auf seine Liege. Er war erschöpft, denn er schlief nicht gut. Sein verletzter Rücken schmerzte und ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Dazu kam, das er schwach war, da er das Meiste dieses Fraßes nicht aß. Es schmeckte wie Kotze und war undefinierbar.

„Essen!", rief einer und stellte die Schüsseln hin. Lexi brachte ihm seine Schüssel und Merlin sah angewidert darauf.

„Iss", sagte sie „Sonst wirst du schwächer. Dein Körper ist schon geschwächt von den Verletzungen. Du wirst das sonst nicht durchstehen."

„Das hier ist widerlich. Selbst Schweinen gibt man so etwas nicht zu essen."

„Wir sind für die weniger wert als Schweine. Und dein Tod kümmert sie wenig", sagte Siton „Doch gib ihnen nicht die Genugtuung, das du unter ihnen zusammenbrichst. Also friss den Dreck; er hält dich neben dem Hass und der Rache am Leben."

Merlin schaute ihn an, danach zu seinem Essen. Er nahm den Löffel und aß das widerliche Zeug, denn Siton hatte recht.

Er wollte seine Rache.



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Lexis Hoffnungen wurden eine Woche nach Merlins peinliche Untersuchungen zerstört. Sie hatten sie abgeholt und sehr viel später wieder in die Zelle gestoßen. Doch Lexi hatte sich sofort in ihr Bett verzogen und kein Wort geredet. Äußerlich sah Merlin keine Verletzungen und er vermutete, das sie sie...anders verletzt hatten. Er dachte an seine Untersuchung, die peinlich war. Vor allem, weil Lian dabei war und das anscheinend genossen hatte. Doch in der Nacht hielt er es nicht mehr aus und stand auf.

„Lexi?", fragte er leise.

Keine Antwort.

„Lexi, sprich doch mit mir. Was haben sie dir angetan?"

Noch immer keine Antwort, doch als Merlin sich umdrehte und sich wieder hinlegen wollte, sagte sie leise.

„Erinnerst du dich, was ich dir gesagt hatte? Das sie uns demütigen, indem..."

„Haben sie?"

Sie drehte sich um und stand auf, setzte sich auf Merlins Bett. Er verstand den Hinweis und setzte sich neben sie. Leise hörten sie den Nekromanten schnarchen.

„Ich musste mit so einem Typ...schlafen. Er sah nicht mal so schlecht aus, vermute Wolf oder Nekromant. So genau habe ich nicht hingesehen. Doch das Schlimmste daran war, das drei dieser widerlichen Ärzte dabei standen und zusahen, grinsten und Notizen machten."

„Scheiße nochmal", fluchte Merlin „Und wie geht es dir jetzt?"

„Ich bin eine Fee und eigentlich kein Mauerblümchen. Das heißt, das ich eigentlich nicht abgeneigt bin, mich zu amüsieren; so wie viele in der Mythenwelt. Doch das war so ziemlich das Peinlichste an Erniedrigung, das ich jemals erfahren habe. Ich bin nicht prüde, doch Menschen, die dabei stehen und mich beobachten, wie dieser Kerl...mich vögelte; das war sehr erniedrigend, vor allem ihre Kommentare.", sie seufzte „Wie du siehst, waren meine Hoffnungen umsonst. Doch das wird mich nicht umbringen. Ich sehe vielleicht nicht so hart aus, doch ich wurde so erzogen. Mein Vater hatte keinen Sohn, sondern drei Töchter; also erzog er uns wie Söhne. Er sagte immer, das wir jeder Situation gewachsen sein sollten und weinen wie jammern nicht weiterhilft. Also beherzigte ich das."

„Aber?"

„Trotz allem musste ich das erst mal verdauen. Und ich bin zu der Ansicht gekommen, das ich noch gut weg kam, im Gegensatz zu anderen oder...dir."

Merlins Rücken heilte sehr schlecht. Die Wunden hatten sich entzündet und schlossen sich nicht; es blutete öfter mal, wenn er sich falsch bewegte. Und die Schmerzen waren kein Deut besser. Er fühlte jeden Schnitt, die diese Peitsche in seinen Rücken geschnitten hatte und jede Brandwunde. Dazu hatte er, wenn ihn nicht alles täuschte, etwas erhöhte Temperatur.

„Das ist nicht zu Ende, Lexi. Sie werden vielleicht wiederkommen."

Sie nickte.

„Ich weiß. Und deshalb müssen deine Freunde kommen, bevor wir hier zugrunde gehen."

„Sie werden kommen."

Sie seufzte und stand auf, Merlin hielt sie am Arm fest.

„Wirklich alles okay?"

Sie nickte in der Dunkelheit.

„Ja. Ich bin ja nur froh, das dem Typ es ähnlich ging. Und er hatte sich während er...Er entschuldigte sich leise bei mir. War doch nett. Zumindest das."

Dann stieg sie wieder in ihr Bett und Merlin legte sich vorsichtig auf seinen Bauch und starrte in die Dunkelheit. Es war schmerzlich, erniedrigend und unter aller Würde, was sie ihnen hier antaten. Und er beschloss, sie alle zu töten. Merlin wollte nie töten; es regte ihn schon immer auf, das Arthur Leute tötete. Wie oft hatte er ihm das vorgeworfen? Zu oft. Und nun plante er den Tod dieser Menschen, die schlimmer als die abartigsten Kreaturen waren.

Das ihn das nicht erschreckte und er sich nach dem Zeitpunkt sehnte, sie alle zum Teufel zu schicken, machte ihm noch nicht einmal Angst. Diese Menschen hatten den Tod verdient, für all das Leid und die Schmerzen, die sie ihnen antaten. Sie würden keine Gelegenheit finden, das wieder zu tun.



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Drei Wochen später flog Arthur über Indien auf dem Weg nach China. Seit er wieder unterwegs war und er hatte es wahr gemacht und war am nächsten Abend wieder aufgebrochen, suchte er unermüdlich nach Merlin. Sethos und er hatten sich wieder aufgeteilt. Und Arthur nahm sich jetzt Südostasien vor. Indien war groß und er hatte etwas Zeit gebraucht, doch nun flog er über Nepal nach China. Er sah den rötlichen Schein und fluchte leise. Seit Wochen war er schlecht gelaunt und zornig, denn sie hatten noch keine Ergebnisse. Er landete in der Dunkelheit in einer etwas größeren Stadt, die noch hell erleuchtet war.

Arthur kam aus der dunkeln Seitengasse heraus und schaute sich um. Anscheinend eine Grenzstadt zu Nepal. Da er nicht mehr viel Zeit hatte, suchte er sich eine kleine Pension, die das Wort nicht verdiente. Die Matratze lag auf dem Boden, ein alter Schrank mit einem Tisch, der bald zusammenfiel und zwei alte Stühle. Doch das interessierte ihn im Moment wenig. Die Vorhänge verschlissen und alt, waren sie doch blickdicht. Was anderes brauchte er nicht, um die verhasste Sonne fern zu halten.

Auf dem Zimmer nahm er sein Handy heraus und wählte Sethos Nummer, der sich gleich meldete.

„Indien ist sauber, fliege heute Abend über Nepal nach China. Wo bist du?"

„Afrika und ich fliege noch. Zeitverschiebung. Bis jetzt noch nichts", antwortete Sethos „Aber ich denke, wir werden bald Erfolg haben."

„Dein Wort in Gottes Ohr."

„Gläubig geworden, Arthur?"

„Nein, eher frustriert. Ich hatte mir das einfacher vorgestellt."

„Ja, aber diese Leute sind nicht blöd und gut organisiert. Da steckt Geld dahinter. Doch das wird ihnen wenig helfen, wenn wir sie finden. Bis dann."

Als Sethos das Gespräch beendete, war die Sonne schon aufgegangen. Arthur fühlte es. Er legte sich auf die Matratze und versuchte zu schlafen. Er war erschöpft. Drei Wochen nur fliegen und das über Tausende von Kilometer. Dazu jagte er oft drei Tage nicht, was auch nicht hilfreich war. Heute Abend würde er noch jagen, bevor er weiterflog.

Er schloss seine Augen und fiel in den typischen Schlaf.



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Ein Glück, das diese Dreckskerle so große Auswahl hatten; Merlin schätzte, das mindestens einhundert Wesen hier waren, ohne diese grässlichen Ghouls, waren sie nicht im Mittelpunkt ihres Interesses. Sie hatten Siton einmal mitgenommen, der danach drei Tage verwirrt war. Anscheinend hatten sie ihm etwas gegeben. Lexi musste nicht wieder etwas Peinliches tun, doch sie hatten ihre Augen untersucht und sie konnte einige Tage nicht gut sehen, abgesehen davon, das es schmerzhaft war.

Doch Merlin blieb weiterhin im Fokus des Geschehens. Allein schon, weil er Lians volle Aufmerksamkeit hatte und wohl seinen Vater stetig daran erinnerte, ihn weiter zu untersuchen. Doch als Lian an dem Tag grinsend mit Wachen vor seiner Zelle stand, wusste er, das er wieder dran war. Wortlos ging er mit, ignorierte Lians Bemerkungen, der ihm wohl durch die Blume sagen wollte, was auf ihn zukam.

Merlin war nicht gut dran, die Wunden auf seinem Rücken infiziert und er hatte Fieber, das ihn schwächte. Als sie ihn auszogen und auf dem OP Tisch festbanden, wehrte er sich nicht. Lian ging hinaus, um hinter einer Glasscheibe zuzusehen.

Nackt lag er auf dem Tisch, als diese Ärzte kamen und einer in sein Diktiergerät sprach.

„Objekt der Gattung Hexer wird auf das Auffinden der Magie und Kontrolle der Menschlichkeit geprüft. Des weiteren Feststellung der Schwachpunkte."

Als einer der Ärzte mit einem Skalpell seinen Bauch aufschlitzte und er bei vollem Bewusstsein war, schrie Merlin seine Pein heraus, bevor die gnädige Dunkelheit ihn in ihre Arme nahm.

Als er später die Augen öffnete, lag er in seiner Zelle und Lexi wie auch Siton saßen neben seinem Bett. Er fühlte sich furchtbar. Nicht nur, das er auf dem Rücken lag und dadurch Schmerzen hatte, fühlte er auch einen stechenden Schmerz an seinem Bauch und er tastete dorthin. Was er fand, war verkrustetes Blut und etwas Metallisches. Lexi nahm seine Hand weg.

„Nicht."

„Was...Was ist passiert?"

„Sie haben dich aufgeschnitten und wieder zusammen getackert", antwortete Siton „Eine gute Arbeit, wenn man bedenkt, das du eigentlich tot sein solltest, wärst du nur menschlich."

„Ich...fühle mich tot."

Lexi strich ihm sanft über die Wangen.

„Bist du nicht. Wenn du auch nicht auf deine Magie zurückgreifen kannst, schützt sie dich doch bis zu einem gewissen Maß. Doch wenn sie dir weiter so etwas antun, wirst du letztendlich tot sein, bevor deine Freunde kommen."

„Gut...Gut zu wissen. Ich habe Schmerzen. Oder besser gesagt, ich fühle mich wirklich scheiße."

„Tut mir leid, Merlin...wir haben nichts dagegen. Da musst du durch. Sie geben uns keine Schmerzmittel."

Merlin nahm zittrig Luft.

„Vielleicht hast du recht und ich überlebe nicht, doch sie werden kommen. Zumindest die anderen kommen raus. Dann ist die Mission erfüllt."

Lexi gab Siton einen Wink mit ihrem Kopf und er verstand. Er stand auf und ging zu seiner Liege. Lexi wandte sich wieder Merlin zu. Es schien ihr, das er langsam aufgab; das würde sie zu verhindern wissen. Sie mochte Merlin sehr. Er war nett und freundlich und ging ein großes Risiko für sie alle ein.

„Merlin, du darfst nicht aufgeben", sagte sie eindringlich „Das Leben ist doch etwas Wunderbares, vor allem für uns, die so viele Leben leben und so vieles sehen."

„Für dich vielleicht", sagte er leise „Mein Leben ist geprägt von Kummer, Sehnsucht und Einsamkeit."

„Wieso? Du bist hübsch und liebenswert. Du wirst nicht allein sein. Hast du nicht gesagt, das du mit einem Wolf liiert bist?"

Merlin nahm zittrig Luft. Er hatte Schmerzen und das nicht wenig. Doch die Unterhaltung mit Lexi lenkte ihn etwas ab.

„Ja. Er ist sehr nett und...gut und...Ich mag ihn wirklich sehr gerne."

„Aber?"

„Ich kann...Kann Arthur nicht loslassen."

Lexi erinnerte sich, das er von einem Wolf und einem Vampir gesprochen hatte. Und das es kompliziert war.

„Erzähl mir davon", bat sie ihn. Sie bemerkte, das er sich mehr auf sie konzentrierte wie auf seine Verletzungen.

„Arthur...Er ist ein Vampir und ich...Ich liebe ihn. Schon sehr sehr lange. Doch wir können nicht zusammen sein. Er ist arrogant, aufbrausend und...oberflächlich."

Sie lächelte leicht und nickte.

„Also typisch Vampir...Weiter."

„Er hat mich sehr oft betrogen. Doch immer wieder ließ ich mich wieder auf ihn ein. Er ist meine große Liebe. Ich wurde sein Gefährte, doch erwischte ihn mit einem anderen. Seitdem sind wir getrennt und er sucht mich. Doch er wird sich nie ändern, auch wenn er das jetzt sagt. Ich...Ich will, das er treu ist."

„Nicht leicht für einen Vampir; sie lieben die sexuelle Abwechslung", meinte sie.

„Ja und deshalb kann ich nicht mit ihm zusammen sein. Verstehst du? Es würde mich zerstören, ihn wieder mit einem anderen zu erwischen. Ich werde ihn immer lieben und mich immer nach ihm sehnen. Kummer und Sehnsucht begleiten mich. Doch ich werde nie haben, was ich so gerne möchte. Einen Gefährten, für den ich das Wichtigste bin. Arthur wird nie so sein."

„Und der Wolf?"

Merlin lächelte leicht.

„Er ist so liebenswert und hat mich gefragt, ob ich sein Gefährte werden will. Ich habe noch nicht ja gesagt. Ich...Ich bin mir nicht sicher. Doch für ihn würde ich der Einzige sein. Ich glaube...Er liebt mich."

„Wie heißt er?"

„Dante und er ist ein Alpha."

„Liebst du ihn?"

Merlin zögerte mit der Antwort.

„Ich weiß es nicht. Doch ich werde ihn nie so lieben wie Arthur. Und ich muss ihn für Dante aufgeben."

„Oh Merlin; du hast recht. Es ist kompliziert."

„Sag ich doch", sagte er leise und nach einer Pause „Lexi...wenn ich sterbe, dann..."

„Du wirst verdammt nochmal nicht sterben. Versuch etwas zu schlafen", sagte sie und strich ihm eine Locke aus seiner Stirn, die schweiß bedeckt war. Sie stand auf und ging zu dem Nekromanten. Sitan schaute zu ihr hoch, als sie vor ihm stand und sagte leise.

„Es geht ihm wirklich dreckig. Wenn sie nicht bald kommen, hat dieses Dreckschwein ihn zu Tode gequält."

„Ich weiß", sagte sie traurig.

Sie sah zu Merlin, der schwer atmete und so unglaublich tapfer war und betete, das sie ihn bald finden würden.



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Arthur flog am nächsten Abend über die dunkle Bergwelt von Nepal. Er hatte seinen Sender in der Hand und wechselte leicht die Richtung, als ein Piepsen ihn zusammenzucken ließ. Unbeweglich in der Luft schaute er auf sein Peilgerät und dort leuchtete ein roter Punkt. Er pulsierte rötlich und es piepste unentwegt. Fassungslos sah er auf den kleinen Bildschirm. Wochenlang hatte er sich gewünscht, das dieser scheiß, verfickte Punkt auftaucht und jetzt war er da.

Er hatte Merlin gefunden. Hier in der einsamen Bergwelt von Nepal.

Langsam nahm er die Richtung des Signals ein und ließ sich führen. Als das Signal am Stärksten war, sah er nach unten, doch er konnte nichts sehen. Alles war dunkel, keine Lichter oder Gebäude. Trotz allem landete er vorsichtig und sah sich um. Hier war nichts, nur Wildnis und Berge. Doch das Signal war stark und stetig da. Wo war Merlin? Da er im Dunklen hervorragend sehen konnte, ging er die Strecke ab. Doch da war nichts, außer eine Steppe und Berge.

Verdammt!

Er war Merlin nah; er fühlte es, abgesehen von dem leuchtend, rotem Punkt, der ihm das bestätigte. Doch die Frage war, wo?

Tue nichts, was Merlin gefährdet. Melde dich sofort, wenn du Kontakt hast.

Das hatte Sethos noch einmal zu ihm gesagt, als er ihn das letzte Mal gesehen hatte. Arthur war kein Teamplayer, noch nie gewesen. Dazu war er zu herrisch und impulsiv. Auch zu arrogant, um sich etwas befehlen zu lassen. Doch seltsamerweise nahm er Sethos Ansage ernst. Vielleicht, weil er Merlin wirklich nicht gefährden wollte oder weil er zähneknirschend einsah, das ein Mann Befreiungsteam vielleicht doch keine gute Idee war. Obwohl er sofort losschlagen wollte, doch er könnte sich niemals verzeihen, wenn Merlin starb. Er zog sein Handy heraus.

„Ich habe ihn!", sagte er, als sich Sethos meldete.

„Gut, bleibe dort, ich komme zu dir. Sag mir wo du genau bist."

Nachdem er die Koordinaten durch gab, würde Sethos hier eintreffen. Arthur sah sich um, denn es würde bis zur nächsten Nacht dauern, bis der ägyptische Vampir hier auftauchte. Und er musste sich vor dem Tag verstecken, doch hier gab es nichts, außer Berge und Wildnis. Schließlich fand er eine Höhle nicht weit von dem Ziel entfernt, auch wenn er geflogen war und auf die Berge zugesteuert hatte. Die Höhle war trocken und unbewohnt.

Er setzte sich in die Höhle, weit genug nach innen, um den Sonnenstrahlen der aufgehende Sonne auszuweichen. Noch immer starrte er auf sein Peilgerät, auf dem immer noch der rote Punkt zu sehen war, jetzt etwas schwächer. Der Gedanke, das dies Merlin war, der auf der kleinen Landkarte blinkte, verführte ihn dazu, doch sofort loszuziehen, um ihm zu helfen. Doch nun war die Sonne da und er konnte nichts tun, als darauf zu warten, das Sethos kam.

Nervös und seufzend lehnte er sich zurück. Geduld war noch nie seine Stärke gewesen, doch nun musste er diese haben.

Der Tag dauerte viel zu lange und Arthur konnte nicht ruhen. So um Mitternacht wartete er an der Stelle, an dem das Signal am Stärksten war und sah zum Himmel. Drei Minuten nach eins landete Sethos neben ihm, auch sein Peilsender zeigte den roten Punkt.

„Na endlich", sagte Arthur genervt.

„Ich komme von Afrika und habe meinen eigenen Geschwindigkeit Rekord gebrochen. Also sag kein Wort. Hast du inzwischen etwas herausgefunden?"

Arthur schüttelte den Kopf.

„Nein, hier ist gar nichts. Und doch ist das Signal sehr stark."

Sethos sagte nichts; er ging den Boden ab und bückte sich. Stand dann auf und sah über das Land, während er sagte.

„Eine so große Einrichtung würde hier auffallen; vielleicht auf den Satellitenfotos. Und sie würden Leute schicken, um nachzusehen, was hier ist. Diese Menschen operieren in absoluter Geheimhaltung. Also werden sie so ein Risiko nicht eingehen."

„Sicher", sagte Arthur, der neben Sethos getreten ist „Sie würden diese Einrichtung verstecken und..."

Er sah Sethos überrascht an.

„Es ist unter der Erde", sagte er erstaunt „Natürlich. Zumal sie vielleicht keine Genehmigung haben, hier zu sein."

„Das denke ich auch", antwortete Sethos „Diese Berge...Sie erstrecken sich meilenweit und sind zerklüftet. Und es gibt verdammt viele Höhlen; ich kenne diese Gegend. Sie erstrecken sich auch unter der Erde. Manche sind sogar für Touristen zu besichtigen, aber nicht hier. Ich würde mich nicht wundern, wenn sie sich dort eingerichtet haben. Völlig unsichtbar und versteckt, um ihrem Treiben zu frönen. Genial."

„Genial? Diese scheiß Menschen foltern die Gefangenen", fuhr ihn Arthur an „Und meinen Gefährten."

„Ja, das tun sie und wir werden das stoppen", antwortete Sethos „Doch dieser Malcolm ist ein kluger Kopf, deshalb sagte ich nicht hineinstürmen zu dir. Ich denke, er ist auf alles vorbereitet, wäre ich an seiner Stelle auch. Das heißt nicht, das ich ihn deswegen verschone."

Arthur sah sich um, als er sagte.

„Aber das alles zu errichten; das war von langer Hand geplant."

Sethos sah ihn an.

„Ja, mit sehr viel Geld und Beziehungen nach ganz oben."

Arthur musterte die Gegend, er sah hervorragend im Dunkeln. Felsen lagen hier, ziemlich große, die sich nach oben erstreckten und irgendwann in der Höhe sich dem Berg anpassten.

„Es muss einen Eingang geben."

„Mit Sicherheit", nickte Sethos „Und eine große Fläche für einen Hubschrauber ist hier auch. Ich vermute, das sie Merlin hierher geflogen haben und vom Flughafen mit dem Hubschrauber weiter. Und auch all die anderen. Ich sagte doch, das dieser Dex Malcolm sehr gute Beziehungen hat. Und genügend Geld, diejenigen zum Schweigen und wegsehen zu ermuntern, das er hier im Land ist. Das sind Fanatiker, die keinen Sinn für Argumente haben, vor allem was unsere Arten angeht. Sie weichen von ihrem fehlgeleiteten Plan niemals ab, egal wie sehr du sie überzeugen willst, das es falsch ist, was sie tun."

„Ich will sie nicht überzeugen. Ich werde sie töten", sagte Arthur kalt. Sethos sah ihn an.

„Das wirst du, daran habe ich keinen Zweifel. Nun gut, legen wir uns auf die Lauer."

Arthur sah ihn verwirrt an.

„Auf die Lauer legen?"

„Wir wissen nicht, wo der Eingang liegt. Und wir sollten keine Aufmerksamkeit erregen, indem wir hier herumstehen. Sie werden vielleicht an die Oberfläche kommen, um Luft zu schnappen oder bekommen Lebensmittel. Was auch immer, wir müssen Geduld haben."

„Ich habe keine Geduld mehr", zischte Arthur „Warten, suchen, warten...Wir haben eine Timeline. Mit jeder Stunde kann es Merlin und den anderen schlechter gehen."

„Okay", sagte Sethos etwas ärgerlich „Ich bin für alle Vorschläge offen. Was willst du tun? Hier alles absuchen? Hast du mal gesehen, wie groß das Ganze hier ist? Dann fröhliches Suchen. Ich für meinen Teil suche mir eine Höhle, von der ich die ganze Gegend übersehe und vor dem Tag geschützt bin."

Er erhob sich in die Luft und Arthur sah ihm nach. Schließlich schaute er sich nochmal um, fluchte und folgte ihm.



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Sie brauchten nicht lange zu warten. Sethos hatte inzwischen seine Leute informiert, die eintreffen würden. Es gab Krieg. Ein Krieg, der vor der Menschheit verborgen war, doch blutig und grausam ausgehen würde. Und auf beiden Seiten mit Verlusten. Sethos wusste, das der Tag kommen würde, in der einige Menschen wissen würden, was sie sind. Und das konnten sie nicht zulassen, zumal diese Menschen Bastarde waren. Sie begnügten sich nicht damit, sie zu töten, sondern quälten sie noch.

Der Hubschrauber landete in der nächsten Nacht. Arthur verbarg sich in der Dunkelheit hinter Felsen, als Leute ausstiegen und begannen, etwas zu entladen. Wahrscheinlich Lebensmittel, Waffen oder sonst etwas. Er drehte den Kopf, als er Geräusche von der anderen Seite hörte. Dort kamen fünf Männer, angeführt von...

Moment mal. Arthur kannte diesen Typ. Er tanzte damals mit Merlin, als er ihn in dem Club fand. Malcolm, der Sohn des Bastards, der hier das Sagen hatte. Arthurs Zorn wurde übermäßig, doch er hielt sich zurück. Doch die Frage war...Wo kamen sie her?

Er hielt die Zeit an. Alles erstarrte zur Bewegungslosigkeit und Arthur verließ sein Versteck. Er ging den Weg entlang, aus dem die Männer kamen. Er führte zwischen Felsen, doch zuerst sah er nichts. Doch dann fielen ihm die Büsche auf und er ging darauf zu. Dahinter war eine Stahltür, die jetzt geschlossen war. Arthur sah, das dies eine wirkliche massive Tür war. Er ging zurück und drehte sich um. Clever. Von weitem sah es ganz natürlich aus, Felsen und ein paar Büsche. Niemand würde etwas anderes vermuten.

Er ging zurück zu dem Hubschrauber und den Männern, die in einem Szenario erstarrt waren. Er blieb vor Malcolm stehen. Seine Augen eiskalt und so voller Zorn, als er sagte.

„Ich werde dich töten, Bastard. Und ich werde es genießen. Du hast meinen Gefährten angefasst, dein größter Fehler. Bald...sehr bald."

Sethos hatte mal wieder auf ihn eingeredet und argumentiert, das er auf keinen Fall jemanden töten soll, denn dann waren sie alarmiert. Es fiel dem blonden Vampir schwer, es nicht zu tun, er war so voller übler Mordlust. Doch er drehte sich um und sah sich die Fracht an. Lebensmitteln, Ampullen, Spritzen, auch OP Bedarf. Wütend drehte er sich wieder zu Malcolm um. Alles in ihm drängte ihn, ihn zu töten. Fluchend wand er sich ab, indem er sich in die Luft erhob, löste jetzt die Zeitfalle. Bewegungslos stand er hoch in der Luft, als er Lian sagen hörte.

„Los, beeilt euch. Der Hubschrauber muss hier weg, bevor ihn jemand sieht."

Nach einer Weile startete der Helicopter und die Männer verschwanden wieder zwischen den Felsen. Sethos war plötzlich neben ihm; selbst in schwarz gekleidet mit einer Jacke, während Arthur wieder seinen langen Mantel trug.

„Ich habe den Eingang gefunden", sagte Arthur, als sie bewegungslos in der Luft standen „Massive Tür. Wird nicht leicht, hineinzukommen."

„Denke ich nicht", antwortete Sethos „Es gibt so viele tolle Dinge, die Menschen entwickelt haben. Setzen wir sie gegen sie ein. Unsere Leute werden bald hier sein. Das hier ist ein kleines, armes Land, für das sich niemand sehr interessiert. Optimal für einen Kampf, der eigentlich nie statt fand."

Er sah Arthur nach einer Weile an.

„Ich bin stolz auf dich. Du hast wirklich mal getan, was ich sagte."

„Es war nicht einfach; ich hätte ihn gerne zerfetzt", antwortete Arthur und schaute ihn an „Aber lass dir das nicht zur Gewohnheit werden, mir vorzuschreiben, was ich zu tun und zu lassen habe."

„Das weiß ich. Lass uns in die nächste Stadt fliegen; ich habe Hunger. Und Arthur...keine blutleeren Leichen, verstanden?"

„Was sagte ich gerade von Gewohnheit? Kannst es nicht lassen. Was?"

„Wir dürfen keine Aufmerksamkeit erregen", antwortete Sethos „ Trinke und lass sie vergessen; trinke wegen mir noch von zwei."

„Aber ficken darf ich sie. Ich muss mich abreagieren."

„Das kannst du halten wie du willst. Aber keine Leichen. Los jetzt, die Nacht dauert nicht ewig."

Sie flogen zur nächsten Stadt, was kein großes Unterfangen war, wenn man fliegen konnte. Bald würde eine kleine Armee auftauchen. Arthur konnte es nicht erwarten, loszuschlagen.




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Eine Woche später war es soweit. Etwas abseits in einem kleinen Tal versammelten sich Wesen aller Art. Langsam wurden es immer mehr und Arthur sah über die vielen unterschiedlichen Wesen, als er auf einem Felsen stand. Er war über achthundert Jahre alt, doch so etwas hatte er noch nie gesehen. Natürlich wusste er, das es verschiedene übernatürliche Wesen gab. Außer Hexen. Das war auch damals neu für ihn gewesen; sie waren Meister im Tarnen.

Sie flogen ein mit normalen Passagiermaschinen, andere privat. Noch andere kamen mit Hubschrauber oder Geländewagen. Oder durch ein Portal. Nymphen und Hexen taten sich zusammen, denn da Nymphen die einzigen waren, die Portale erschaffen konnten. Die Vampire machten es sich in einer Höhle bequem, da sie die einzigen Schattenwesen waren, die keine Sonne vertrugen. Andere campierten in Zelten, die sie mitbrachten. Trotz allem waren sie untereinander misstrauisch, blieben unter sich.

Arthur ging durch die Reihen. Viele schauten ihn skeptisch an, andere ganz offen oder neugierig. Die Hexen waren ziemlich locker. Sie kannten Vampire, da sie ständig hinter ihnen her waren. Und auch die anderen, denn was Hexen anging, waren sie sehr gut über alles informiert. Lag wohl in ihren Genen. Sie sahen Arthur fast höhnisch an, manch andere furchtsam.

Und dann die Nekromanten. Selbst Arthur fand sie gruselig. Sie waren alle in schwarz gekleidet, trugen so eine Art langes Gewand. Ihre Augen blickten ihn teilnahmslos an. Doch das war es nicht, was Arthur mit gemischten Gefühlen sah, sondern ihre Begleitung. Jeder Nekromant hatte einen seiner Bodys dabei. Tote, die nichts mehr Menschliches an sich hatten. Graue Haut und haarlos folgten sie den Befehlen ihres Meisters. Nekromanten würden sie in den Kampf schicken und mental führen. Alles was sie sahen, sah auch der Nekromant. Und alles was sie taten, folgte auf seine Anweisung. Kämpfen und töten. Da sie schon tot waren, konnte man sie nur töten, indem man ihnen den Kopf abschlug. Doch die Nekromanten selbst würden nicht kämpfen und in Sicherheit sein.

Die Nymphen waren teils männlich, teils weiblich. Und alle wunderschön, lockten sie mit unglaublichen Sex und Lust in Spähren jenseits jeder Vorstellung. Ein junger Mann, schön und anmutig lächelte Arthur an, der stehen blieb und ihn musterte.

„Halt dich von ihnen fern, Arthur", sagte Sethos plötzlich neben ihm. Wo war der denn jetzt hergekommen?

„Warum? Dieser Mann ist unglaublich attraktiv und scheint einiges im Sinn zu haben. Mit mir."

„Sicher hat er das. Und wenn du mit ihm geschlafen hast und den tollsten Sex hattest, wirst du mehr wollen. Und du wirst dich nach ihm sehnen und alles tun, um ihn wiederzuhaben. Morden, betrügen, meucheln. Doch er wird weiterziehen und du verzweifelst...bis du dich letztendlich tötest, weil du anders nicht mehr leben kannst", er machte eine Handbewegung zu der männliche Nymphe, die jetzt ganz offensichtlich mit Arthur flirtete.

„Nur zu."

Arthur sah seinen Ahnherr an.

„Ich will ihn wirklich."

„Natürlich willst du das. Sie sondern etwas ab, das du nicht widerstehen kannst. Und sie ernähren sich von Sex, so ähnlich wie ein Incubus, der sich von Sperma ernährt und deshalb Samenräuber genannt wird. Keine Spezies ist vor ihnen sicher."

Arthur schaute wieder zu dem schönen Mann, der ihm mit dem Zeigefinger winkte, das er kommen soll, doch Sethos zog ihn weiter.

„Denk nicht mal daran."

Sie gingen weiter, als Dante auf ihn zu kam, begleitet von Lance und Maria. Sie war wieder nach Paris zurückgekehrt und hatte drei Tage lang eine Diskussion mit ihrem Gefährten gehabt, was das mitkommen anging. Lance hatte es ihr schlichtweg verboten, am Kampfgeschehen aufzutauchen. Da sie jetzt neben ihm ging, konnte jeder sich denken, wie diese Diskussion ausgegangen ist.

„Schon wieder diese...", sagte Arthur abfällig, doch Sethos sah ihn tadelnd an.

„Okay, dann halt Wolfstöle."

„Arthur", sagte Sethos warnend „Spar dir deine Aggressionen für den Kampf auf."

Die Wölfe campierten am Ende der bunten Schar und es waren nicht wenige. Dante blieb bei den beiden stehen und Lance umarmte Arthur, seinen Bruder. Er grinste.

„Lange nicht gesehen."

Arthur ließ ihn los und schaute zu Maria, doch die Frage war an Lance gerichtet.

„Was tut sie hier?"

Doch bevor Lance etwas sagte, antwortete Maria.

„Du denkst doch nicht wirklich, das ich zu Hause seelenruhig sitze, während mein Bruder in Gefahr ist? Und komm mir nicht mit dem scheiß Beschützerinstinkt der Vampire. Das hängt mir wirklich zum Hals raus und ich habe das drei Tage mitgemacht. Ich bin eine verfluchte Hexe, wie viele hier. Und ich soll zu Hause sitzen, da mein geliebter Gefährte mich beschützen will? Ich könnte dich hier töten, ohne mich anzustrengen, aber Vampire sind eben schwer von Begriff."

„Ich hab es kapiert", fuhr Lance sie an „Kannst du jetzt bitte aufhören?"

Genervt sah er zu Arthur, der wusste, das Lance alles andere als glücklich war, das sie hier neben ihm stand. Dante ergriff das Wort.

„Etwas Neues von Merlin?" Er klang besorgt.

„Das hat dich nicht zu interessieren", zischte Arthur „Du bist hier, um deine Wölfe zu finden."

„Denkst du, Vampir? Das sehe ich aber anders. Merlin bedeutet mir sehr viel."

„Das ich nicht lache", fuhr ihn Arthur an.

Maria hatte jetzt auch endlich Dante kennengelernt und sich mit ihm unterhalten. Tja, was soll sie sagen? Merlin hatte schon immer Geschmack, was seine Männer anging. Dante war attraktiv und wild, was ihn sehr anziehend machte. Überaus sympathisch musste sie feststellen und anscheinend mochte er Merlin sehr gerne, wenn nicht noch mehr. Sie kam zu der Feststellung, das Dante ein sehr guter Gefährte wäre, auch für Merlin. Doch wusste Maria, das es nicht das wäre, was er wirklich wollte und das er nie das für Dante empfinden könnte, wie für den arroganten Idiot, der sich mal wieder mit dem Wolf anlegte.

„Kein Wort mehr, Arthur. Was habe ich gesagt?", sagte nun Sethos.

Arthur schaute den Wolf an und schnaubte verächtlich, doch er sagte nichts mehr.

„Wie gehen wir vor", fragte der Wolf Sethos.

So wie es aussah, hatte Sethos das Kommando. Er war mit Abstand das älteste Wesen hier und hatte sehr viel Erfahrung, was Schlachten anging. Auch wenn sie jetzt im Jahre zweitausendfünfzehn stattfand, hatte er viele, sehr viele Schlachten geschlagen. Und er trug wie fast alle hier ein Schwert. Wesen der Mystenwelt hielten nichts von den lauten Schusswaffen der Menschen. Ein Schwert war effektiver, jemanden den Kopf abzuschlagen. Und er wäre tot, endgültig. Was Waffen auch taten, doch nicht immer tödlich waren. Also waren Äxte, Schwerter und Beile am Beliebtesten.

„Um die Tür aufzubekommen, müssen wir auf Sprengstoff zurückgreifen", antwortete Sethos „Doch nicht solchen, der richtig Bumm macht, sondern eher eine Variante eines neu entwickelten Sprengstoffes. Große Wirkung, wenig Krach. Ich habe genug davon."

„Wo bekommst du nur diese Sachen her? Das ist doch bestimmt streng geheim", fragte Lance. Sethos grinste.

„Hab ich mir geborgt."

„Das heißt im Klartext", grinste der Wolf „Geklaut vom Militär."

„Wie ich schon sagte, finde ich geborgt der bessere Ausdruck", meinte Sethos „Wenn die Tür auf ist, dann schleichen wir uns hinein. Erst wenn wir dort sind, schlagen wir los. Und das schnell, bevor sie handeln können. Erste Priorität...Wachen ausschalten. zweitens, die Gefangenen befreien und in Sicherheit bringen, drittens...die Anführer suchen und eliminieren. Viertens, das Ganze nach Verlassen in einen Trümmerhaufen verwandeln. Ich werde den einzelnen Fraktionen den Plan noch erörtern. Wir müssen uns aufteilen. In Kämpfen und das Sicherstellen der Gefangenen. Danach jagen wir die Verantwortlichen."

Sethos ging wieder zurück, Lance und Maria folgten ihm. Doch Arthur beugte sich zu Dante vor.

„Es kann alles da unten passieren. Auch wir werden Verluste haben. Wölfe, denen der Kopf fehlt. In so einem Durcheinander kann das durchaus passieren", zischte er aggressiv. Dante grinste nur.

„Dann pass gut auf dich auf da unten, Vampir."

Er drehte sich um und ging zurück zu seinem Wolfslager. Arthur sah ihm zornig nach. Er hasste den Wolf. Erst dann drehte er sich um und folgte den anderen, denn es wurde Tag.

Morgen Nacht würden sie losschlagen.



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