Dunkles Schicksal
Kapitel 81
Hallo! Es geht weiter und ich freue mich auf eure Reviews, denn dafür bin ich sehr dankbar.
In diesem Sinne....LG Pendragon100
Drei Tage später, nachdem sie ihn aufgeschnitten hatten, bekam Merlin Fieber. Seine Wunden auf dem Rücken hatten sich entzündet und auch die schlampige Arbeit, als sie ihn wieder zusammen getackert hatten, sah auch nicht gut aus. Lexi legte ihre Decke über ihn, weil er gleichzeitig zitterte vor Kälte und auch Fieber hatte. Besorgt sah sie zu Siton, kam schließlich zu ihm rüber.
„Es geht ihm immer schlechter", sagte sie leise „Ich verstehe das nicht. Sie haben Werwölfe aufgeschnitten und Vampire. Sie heilten alle wieder, auch wenn es länger dauerte."
„Er ist keiner der beiden Spezies", antwortete der Nekromant „Er ist ein Hexer. Und wenn er auch unsterblich ist, bezieht sich das eigentlich mehr auf das nicht altern. Doch er ist zum Teil menschlich. Seine Magie schützt ihn vor Verletzungen und es mag sein, das er schnell heilt oder sich hilft mit Magie, wenn er verletzt ist. Doch im Moment kann er darauf nicht zurückgreifen. Es ist ein Wunder, das er überhaupt noch lebt. Ich vermute mal, das er ein sehr mächtiger Hexer ist und trotz des Halsrings schützt seine Magie ihn bis zu einem gewissen Punkt."
Er sah Lexi an.
„Wäre er ein Mensch, dann...wäre er jetzt schon tot. Hätte vielleicht nicht mal die scheiß OP überlebt. Doch das hier sieht nicht gut aus. Wenn sie ihm noch mehr antun, wird auch seine Magie nicht mehr verhindern können, das er stirbt."
Die Tür ging auf und Lian kam mit drei Wachen herein. Er sah zu Merlin, der auf seiner Pritsche lag.
„Aufstehen, mein Lieber. Heute geht es weiter."
Lexi bewegte sich, doch Sitan hielt ihren Arm fest und schüttelte den Kopf.
„Er wird ihn umbringen", sagte sie leise „Er ist doch schon so schwach. Lass mich los."
Sie riss sich los und blieb vor Lian stehen, der sie verächtlich ansah.
„Was willst du, Schlampe?"
„Du kannst Merlin nicht mitnehmen. Er ist noch so schwach von der OP."
„Ach? Kann ich nicht? Dann sieh mal zu", antwortete er.
„Sir", sagte Lexi und es fiel ihr schwer, dieses Arschloch so zu nennen „Wir haben alle mitbekommen, das Merlin ihr bevorzugtes Opfer ist. Und das sie...sehr viel Aufwand um ihn betreiben. Wenn sie ihn jetzt mitnehmen, dann wird er das nicht überleben. Wollen sie das? Ich denke, das es ihnen lieber ist, wenn sie noch länger an ihm haben. In ein paar Tagen wird es ihm besser gehen."
Lian schlug ihr ohne Vorwarnung ins Gesicht. Hart und brutal. Sie fiel auf den Boden.
„Hat hier jemand nach deiner Meinung gefragt?"
Er ging zu Merlin und sah sich ihn an. Jeder Laie hätte gesehen, das es ihm wirklich dreckig ging und was Lian heute vor hatte, würde er nicht überleben. Das wusste er auch. Und er wollte nicht, das Merlin starb. Er würde ihn um sein Vergnügen bringen, abgesehen, das er eine Obsession zu Merlin entwickelt hatte. Merlin gehörte ihm. Sein Arsch, sein Schwanz und der Rest. Er würde leiden und auch Lian erfreuen. Auch wenn sein Vater verboten hatte, ihn zu ficken, war er nicht überall. Und Lian wollte ihn und würde ihn vögeln bis er besinnungslos wäre. Es gab genug Verstecke, um das durchzuziehen. Aber er wollte, das er es bei klarem Kopf mitbekam, wenn Lian ihn nehmen würde. Er drehte sich um und sagte zu den Wachen.
„Wir lassen ihn sich ein paar Tage erholen, bevor wir den nächsten Eingriff machen."
„Ja, Sir."
Er schaute zu Lexi, die noch auf dem Boden lag und grinste.
„Deine Einmischung wirst du bereuen", sagte er grimmig amüsiert und sprach zu den Wachen ohne den Blick von ihr zu nehmen.
„Nimmt sie mit. Ihr habt eine Stunde mit ihr."
Die Wachen grinsten und zogen sie vom Boden hoch, schleppten sie nach draußen. Lexi sah sich nach Siton um, der ihr nachsah und leise sagte.
„Hättest du doch nur deinen Mund gehalten, Fee."
Die Zelle schloss sich wieder und sie waren fort. Lexi würde für ihren Einsatz für Merlin bitter bezahlen, indem sich die drei Wachen mit ihr amüsierten.
Siton fand, das sie mutig war. Sie stand für andere, die sich nicht verteidigen konnte ein, so wie Merlin.
Und er fand auch, das sie mutig wie auch dumm war. Lian würde sich das nicht gefallen lassen, das sie ihn angesprochen hatte. Er war ein widerlicher Sadist.
Das Endergebnis sagte das offensichtlich. Es würde ihn nicht wundern, wenn er dabei auch noch zusah.
Er stand auf und legte die zweite Decke, die von Merlin gerutscht war wieder über ihn und sagte leise.
„Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, das deine Freunde kommen, Hexer. Denn sonst werden sie nur noch deine Leiche finden."
Merlin sagte nichts. Er war etwas weggetreten durch das Fieber und die Schwäche. Er schlief fast unentwegt.
Siton setzte sich wieder auf sein Bett. Eine Stunde später brachten sie Lexi wieder. Ihre Haare waren zerzaust, anscheinend hatte sie sich gewehrt. Sie sprach kein Wort und legte sich auf ihr Bett.
Doch es war klar, das diese drei bekommen hatten, was sie wollten. Siton schüttelte leicht den Kopf.
Wie konnte es soweit kommen, das sie verschiedenen Wesen quälten, folterten und ihnen Gewalt antaten? Sie nannten sie Monster.
Was waren sie dann?
In der Nacht sah Lexi nach Merlin.
„Lexi?"
Sie drehte sich nicht nach Siton um, als sie sagte.
„Ich werde es überleben. Ist schon gut, Siton. Ich werde es überleben und ihnen die Schwänze abschneiden."
Der Nekromant grinste. Seine Achtung vor Waldfeen war gerade gestiegen.
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Es war dunkel, als sich die einzelnen Fraktionen sammelten. Sethos hatte die Hexen eingeteilt, die Gefangenen zu finden und in Sicherheit zu bringen. Was sie mit den Wachen taten oder denjenigen, die sie daran hindern wollten, überließ er der Fantasie der Hexen. Doch sie sahen alle nicht aus, als würden sie Gnade walten lassen.
Die Wölfe, die Untoten der Nekromanten, wie die Vampire waren Sturmtruppen, die sämtliche Gefahr ausschalten würden und die Anführer dieser kranken Menschen ausfindig machen. Arthur war da eine große Hilfe; er wusste zumindest wie Lian aussah. Wo er war, würde auch sein Vater nicht weit sein.
Sethos brachte den Sprengstoff an der Tür an, der aussah wie eine weiche, helle Masse. Doch es war kein herkömmlicher Plastik Sprengstoff, sondern eine viel weiterentwickelte Form von diesem. Fast geräuschlos, was die Sprengung anging. Sethos verkabelte das Ganze und rollte das Kabel aus, bis er hinter einem Felsen neben Arthur Deckung suchte. Hinter den beiden stand ein großer, schwarzer Wolf und hinter ihm noch andere. Arthur drehte sich nach ihm um.
„Kannst du dich nicht irgendwo anders hinstellen, als mir im Rücken zu stehen, du Tier. Ich mag das nicht."
Der Wolf bleckte die Zähne, es sah fast so aus, als grinste er Arthur an, der natürlich wieder zornig wurde.
„Verdammte Dreckstöle", sagte er und Sethos gab ihm einen Stoß.
„Verflucht nochmal, Arthur. Er ist nicht der Feind. Jetzt reiß dich mal zusammen."
Arthur fluchte leise und sagte für sich.
„Doch; er ist mein Feind, einer meiner Schlimmsten."
Sethos hob die Hand. Das Zeichen für Achtung Sprengung. Wenn die Tür weg war, würden sie sich ins Innere schleichen. Alle starrten mit Spannung auf die Tür, bis Sethos den Auslöser drückte. Ein nicht sehr lautes Peng war zu hören und Rauch stieg auf. Einen Moment sah man nichts, doch dann lichtete sich der Rauch und die Tür war weg. Sie lag einige Meter entfernt auf dem Boden.
Wieder hob Sethos die Hand und sie schlichen auf den breiten Eingang zu. Es war still und niemand zu sehen. Eine Treppe führte hinab in die Erde; sie war schwach beleuchtet. Sie waren ungefähr siebzig Mann stark. Hinter Arthur gingen drei der Nekromanten Zombies. Sie bewegten sich fließend und waren bis an die Zähne bewaffnet. Sie sahen schaurig in dem dunkel beleuchteten Gang aus, als sie geräuschlos mit dem Schwert in der Hand hinabstiegen. In ihren dunklen, schwarzen Augen spiegelte sich kein Leben; sie sahen tot aus. Arthur wandte den Blick ab. Er war zwar auch tot, aber wenn er so aussehen würde, wäre ein Weiterleben keine Option. Sie wurden kontrolliert. Er hasste Kontrolle.
Die Treppe führte in einen breiten Gang. Auch hier war es still. Doch ein Schild an der Felswand zeigte an, in welcher Richtung die Zellen waren. Sethos gab den Hexen einen Wink. Deren Anführerin nickte und führte die Hexen in die andere Richtung. Arthur wollte etwas zu Sethos sagen, als die Hölle ausbrach. Eine Wache hatte sie gesehen und schlug Alarm. Einen Moment später stürzen schwer bewaffnete Soldaten auf sie zu, mindestens dreißig.
Die Schlacht begann.
Schüsse fielen; einige der Wölfe heulten auf und stürmten nach vorne. Arthur holte mit seinem Schwert aus und köpfte einer der Wachen. Er fühlte den Einschlag von Kugeln, die ihn nicht außer Gefecht setzten. Wieder schlug er zu und enthaupte einer der Wachen. Doch er hielt den Körper und trank von dem Blut, das aus dem Stumpf sprudelte und seine Wunden heilte. Die Kugeln wurde aus seinem Körper ausgestoßen und die Wunde schloss sich.
Ein Wolf lag tot vor seinen Füssen, von vielen Kugeln getroffen, als Sethos schrie.
„Weiter!"
Sie hatten die besseren Karten, doch die Maschinenpistolen waren schon nervig. Einer der Soldaten stieß ein Messer in seine Brust. Arthur grinste, zog das Messer heraus und leckte es ab, während er den Soldat festhielt, der ihn mit schreckgeweiteten Augen ansah.
„Das hat weh getan, du Arschloch", zischte Arthur und biss in seinen Hals, riss ein Stück Fleisch heraus. Er trank etwas und ließ ihn fallen. Er würde verbluten. Der Vampir sah sich um. Wölfe zerrissen Menschen entzwei, Vampire labten sich am Blut der Sterbenden. Doch Arthur sah Dante nicht. Würde nicht auffallen, wenn er hier unten starb. Doch er war nicht zu sehen. Sethos stürmte weiter, die anderen hinter ihm. Doch Arthur drehte sich um und rannte in die andere Richtung. Dort, wo die Zellen waren.
Unterwegs sah er mehrere Wachen, die wirklich furchtbar aussahen. Ihre Augen voller Blut, andere hatten kein Gesicht mehr. Einem lief eine grünliche Flüssigkeit aus dem Mund, ein weiterer war über und über bedeckt mit großen, giftigen Spinnen.
Hexenwerk. Arthur schüttelte sich, als er über die Leichen stieg; es erinnerte ihn an seine Beulenpest, denn sie stanken auch und sahen zum Fürchten aus. Wie er damals.
Für ihn selbst waren Hexen die meist gefürchtete Spezies; sie waren grausam und rücksichtslos, wenn sie töten wollten. Und der Tod durch einen Hexenspruch war alles andere als schnell und schmerzfrei. Arthur liebte Hexenblut wie jeder Vampir; es war eine Delikatesse. Doch er hielt sich von ihnen fern, aus gutem Grund, wie die Leichen ihm zeigten. Er wollte nicht so enden, als furchtbar aussehende Leiche. Er rannte weiter. Wachen stellten sich ihm nicht in den Weg; sie lagen höchstens im Weg. Und alle starben sehr grausam. Er hörte einen Wolf heulen, nicht weit entfernt.
„Verfluchte, scheiß Töle", sagte Arthur.
Dante hatte wohl die gleiche Idee wie er, nämlich sich abzusetzen und Merlin zu suchen. Er wollte wohl seinen zukünftigen Gefährten retten. Arthur war mehr als nur zornig, denn er würde verhindern, das dieser Wolf hier lebend herauskam. Merlin war sein Gefährte und gehörte ihm. Wenn Sethos ihm sagen würde, das Dante beim Kampf starb, wäre er aus dem Schneider.
Er öffnete eine Tür und trat in einen sehr spärlich beleuchteten Raum ein, in dem es fürchterlich stank. Arthur verzog sein Gesicht, denn seine Vampirnase war sehr empfindlich. Er hatte diesen grässlichen Geruch schon mal gerochen. Als er etwas näher an die Gitterstäbe kam, sprang ihm knurrend ein Ghoul entgegen. Arthur wich zurück.
Verdammt nochmal. Die hatten Ghoule hier. Arthur kannte sie; wer in der Mytenwelt würde nicht die abscheulichste Spezies kennen? Und jetzt wusste er wieder, wo er diesen Geruch in der Nase hatte...auf einem Friedhof. Rote Augen starrten ihn durch die Gitter an. Arthur tippte auf mindestens vierzig Ghouls. Im Grunde genommen eine ganze Einheit von ihnen. Sie lebten zusammen unterirdisch in einer Einheit, meistens in der Nähe eines Friedhofes, um Nachschub an Essen zu haben.
Arthur verzog das Gesicht, wenn er daran dachte, das sie sich von Leichen ernährten. Ghouls waren die unterste Kategorie in der Mythenwelt. Niemand mochte sie.
„Wie zum Teufel haben sie es geschafft, eine ganze Kolonie zu fangen?", fragte er sich leise.
Er wusste nur zu gut, das ein Kratzer ihrer Krallen sehr gefährlich war. Man wurde langsam selbst zum Ghoul, egal welcher Spezies man zuvor angehörte. Es war nicht rückgängig zu machen. So pflanzten sie sich fort, da sie nicht imstande waren, natürlichen Nachwuchs zu erzeugen. Ähnlich wie Vampire, die auch nicht zeugungsfähig waren. Doch meilenweit von der anmutigen, eleganten Rasse entfernt.
Er ging weiter, verschloss die Tür hinter sich und atmete ein paar Mal durch.
„Widerlich", sagte er und ging weiter.
Hexen kamen ihm entgegen. Sie hatten Gefangene bei sich, die sie heraus begleiteten. Arthur suchte die Reihen durch, während sie an ihm vorbeirannten. Merlin war nicht dabei. Eine Hexe rief.
„Bleibt zusammen."
Arthur hielt eine der Hexen fest.
„Sind das alle Gefangenen?"
„Nein, es gibt vier Blöcke mit Zellen. Das hier ist der vorderste. Andere von uns sind in die anderen Zellenblöcke."
Arthur ließ sie los und rannte weiter. Im ersten Abschnitt waren alle Zellen auf und die Gefangenen weg. Leise hörte er noch Kampfgeräusche, als er in den nächsten Block rannte. Hexen befreiten gerade die Gefangenen und auch hier war kein Merlin. Eine Hexe rief ihm zu.
„Dahinten sind noch mehr. Ein Wolf ist auf dem Weg dorthin. Das hier ist Block B. Es gibt noch einen Block C und D."
Arthur rannte weiter. Verfluchte Dreckstöle. Er wollte zu Merlin, das wusste Arthur. Und er konnte den Gedanken nicht ertragen, das Dante Merlin vor ihm fand. Er wurde schneller, durchforschte die Zellen in Block C. Auch hier öffneten Hexen jetzt die Zellen. Wesen, die eingesperrt waren riefen durcheinander. Es klang hoffnungsvoll, doch Arthur rannte weiter. Block D. Die einzige Möglichkeit noch, wo Merlin sein konnte. Es sei denn, er war tot. Arthur hasste den Gedanken, doch sollte es so sein, würde er Dante töten. Denn er ließ ihn allein dort in die Gefahr laufen. Zornig betrat er den Block D.
Auch hier schon Hexen, die den Mechanismus für die Zellen aktivierten. Im Vorbeigehen sah Arthur, das man einzelne wie auch alle öffnen konnte. Gefangene standen an den Gittern, konnten teils nicht glauben, teils nicht erwarten, aus dieser Hölle herauszukommen. Und dann sah er Dante. Der große Wolf stand regungslos vor einer Zelle. Als die ersten begannen, sich zu öffnen, verwandelte sich der Wolf und Dante stand nackt vor der Zelle.
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Lexi horchte auf, als in der Nacht seltsame Geräusche erklangen. Sie setzte sich auf und starrte in den beleuchteten Gang. Ihre Zellen waren dunkel. Es klang wie...Schüsse und Kampfgeräusche. Sie war sich nicht sicher, denn sie waren sehr leise. Doch irgendetwas war los.
„Siton; hörst du das auch?"
„Nein. Was denn?"
„Es klingt wie Schüsse und als wäre da ein Kampf. Leise, aber ich bin mir fast sicher."
Der Nekromant setzte sich auf und lauschte.
„Ich höre nichts."
Lexi sprang von ihrer Pritsche und ging an die Gitter. Siton kam neben sie. Es war klar, das er es nicht hören konnte; er war ein Mensch, der dunkle Magie ausführte, sie aber nicht in sich hatte, so wie Merlin. Und er war sterblich wie ein Mensch und ausgestattet mit menschlichen Sinnen. Die Fee dagegen hatte hervorragende Ohren, so hellhörig wie sie spitz waren.
„Vielleicht kommen Merlins Freunde", sagte sie leise.
Die Kampfgeräusche wurden lauter und Frauen schrien Befehle. Sie hörte wie die Gefangenen aus Block C im Gang waren und sich entfernten. Es erklang Gemurmel und freudige Rufe wie...Wir kommen heraus. Oh mein Gott.
„Etwas passiert hier", sagte sie.
Was sich bestätigte, als Wachen durch den Gang liefen, bewaffnet und die Waffe im Anschlag.
„Formiert euch", schrie einer „Wir werden angegriffen."
Lexi sah lächelnd zu Siton.
„Merlins Freunde kommen. Wir kommen hier heraus. Er hat es immer wieder gesagt und jetzt ist es wahr."
Jetzt kamen Frauen in ihren Block. Zwei gingen durch die Reihen und riefen zu den Zellen.
„Wir sind das Befreiungskommando. Und wir sind Hexen. Jeder stellt sich auf und wir verlassen diesen Ort ohne Panik. Schnell und effizient. Wer sich nicht daran hält und Panik macht, der..."
Sie hielten Feuer in den Händen, als sie weitersprachen.
„Der wird hier sein Grab finden. Eingeäschert in ewiger Ruhe in den Trümmern dieses Gewölbes."
Alle murmelten, doch taten, was die Hexen verlangten. Lexi stürzte zu Merlin, der immer noch vom Fieber glühte und rüttelte ihn.
„Merlin...Merlin, deine Freunde sind da."
„Arthur...", murmelte er.
„Bestimmt", sagte sie „Du sagst, das er dich liebt, dann kommt er auch."
Sie sah auf, als Siton rückwärts zurückwich und den Blick starr zum Gitter hatte. Sie folgte seinem Blick und zog die Luft ein. Vor den Gittern stand ein riesiger, schwarzer Wolf mit Augen, die an glühende Kohlen erinnerten. Er war groß, verflucht groß.
„Bist du sicher, das dies Merlins Freunde sind", fragte Siton „Das da ist ein wirklich scheiß großer Wolf. Und wenn die Tür aufgeht..."
„Scheiß dir nicht in die Hose, Siton. Ohne deinen Body bist du ein richtiger Angsthase. Das kommt davon, weil du ihn kämpfen lässt, anstatt es selbst zu tun. Das ist bestimmt der Wolf mit dem Merlin zusammen ist."
Die Zelle öffnete sich und plötzlich stand dort ein Mann. Groß, muskulös mit langen, schwarzen Haaren und Augen, die immer noch ein Wolf waren und...nackt. Lexi musterte ihn mit hochgezogenen Augenbrauen. Verflixt, er war ein verflucht ansehnliches Exemplar von einem Mann und vollkommen nackt. Lexi konnte den Blick nicht von ihm nehmen.
„Verdammt nochmal", flüsterte sie „Du hast einen sehr guten Geschmack, Merlin."
Dante stürmte auf sie zu und Lexi stand auf.
„Bist du der Wolf von Merlin?"
„Ja, Dante", sagte er und beugte sich zu Merlin hinab „Wir müssen hier raus. Sie werden alles sprengen."
„Er ist sehr verletzt", sagte Lexi „Und sehr schwach. Du kannst ihn nicht einfach hochheben. Sein Rücken ist verletzt und sein Bauch."
Dante hob das Hemd und erstarrte.
„Sie haben ihn aufgeschnitten?", fragte er fassungslos.
„Wen haben sie aufgeschnitten", sagte ein anderer Mann, der plötzlich neben ihr stand. Lexi starrte ihn ungläubig an. Er war bleich und...verdammt schön. Das Blau seiner Augen war fast unnatürlich blau und erinnerte sie an klare Bergseen. Dieser Mann war jede Sünde wert und ein Vampir.
„Verfluchte Scheiße", sagte sie „Sag mir jetzt nicht, das du Arthur bist. Ich muss Merlin wirklich fragen, wo er solche Männer findet", sagte sie bewundernd, als sie ihn musterte. Arthur interessierte das nicht, nur Merlin.
„Bin ich", sagte er kurz angebunden und kniete sich neben Merlin, indem er Dante einen Stoß gab.
„Hör jetzt auf, hier den Aggressiven zu spielen. Merlin ist sehr verletzt", sagte Dante „Diese Schweine haben ihn aufgeschnitten, ausgepeitscht und verbrannt. Wir müssen ihn sehr vorsichtig transportieren."
Merlin öffnete die Augen.
„Arthur...bist du das?"
„Ja, Merlin. Ich bringe dich hier heraus. Ich habe dich gefunden."
Dante verdrehte die Augen.
„Wir haben dich gefunden."
„Dante?", fragte Merlin.
Dante schob sich wieder vor Arthur und fuhr ihm zärtlich durch sein verschwitztes Haar.
„Ich bin hier."
„Ich dachte...ihr kämt früher. Hattet euch wirklich Zeit gelassen."
Der Wolf grinste.
„Du kannst dich später beschweren. Jetzt bringen wir dich hier heraus."
„Wir brauchen einer der Bosse", sagte Lexi „Nur sie können diese Ringe öffnen. Vorher macht es keinen Sinn zu gehen. Wir sind schwach mit diesen Ringen; sie blockieren unsere Kräfte."
Arthur griff danach, doch Lexi wich zurück.
„Nicht. Sie explodieren, wenn ihr sie mit Gewalt öffnet. Wir brauchen Lian, diesen Dreckskerl, der das Merlin angetan hat oder seinen Vater."
„Wo sind sie?", fragte Arthur.
„Die Räume, die an diesen Block angrenzen. Dort sind OP Räume und Untersuchungszimmern, aber auch die Unterkünfte der Wachen und von diesen Arschlöchern. Ich komme mit, denn dort ist auch die Waffenkammer, ich will meine Schwerter zurück. Mein Vater hat sie mir geschenkt."
Arthur sah zu Dante.
„Ich warte hier. Beeilt euch."
Arthur und Lexi rannten heraus. Arthur sagte zu den Hexen im Vorbeigehen, das sie mit den Zelleninsassen von Merlins Zelle nachkämen. Sie nickte und führte die anderen heraus. Rief aber noch.
„Beeilt euch, Sethos wird alles sprengen."
Arthur und Lexi rannten los.
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Sethos sah auf die vielen toten Soldaten. Sie hatten gesiegt, doch für welchen Preis? Diese Männer wurden bezahlt, um zu kämpfen, doch der ägyptische Vampir fragte sich, welcher Preis hoch genug wäre, um sein Leben aufs Spiel zu setzen. Er sah sich um. Auch sie hatten Verluste. Wölfe, Vampire und auch diese untote Zombies. Anscheinend hatten diese Soldaten eine Ausbildung für Wesen ihrer Art zu töten. Wölfe lagen tot da, vollgepumpt mit Silber. Aschehäufchen zeugten davon, das sie Vampire gepfählt hatten. Diesen Untoten fehlte der Kopf; die Verbindung zu ihren Meistern erloschen. Nun ja, sie waren schon tot und die Nekromanten hatten mehrere am Start. Wenn einer zerstört wurde, kamen andere. Tote gab es immer.
Lance kam neben ihn. Er war voller Blut, sowie auch ein großer brauner Wolf, der sich jetzt verwandelte. Es störte ihn wenig, das er nackt war. Ein Zustand, in denen Gestaltwandler wie auch Werwölfe öfter waren. Sethos kannte den braunhaarigen Mann, den Dante als seine rechte Hand vorgestellt hatte. Sein Name war Drew.
„Wir haben alle getötet, so wie es aussieht, doch keiner unter ihnen war Malcolm. Ob Vater oder Sohn", sagte er.
„Das sind doch Feiglinge", antwortete Lance verächtlich „Sie sind nur stark, wenn sie eine Truppe hinter sich haben und den Obermaker spielen können oder andere quälen."
„Wo ist Maria?", fragte Sethos.
„Bei den Hexen, die die Gefangenen herausholen. Ich hoffe, das sie gleich kommt", sagte Lance und schüttelte den Kopf „Ich sagte bleib oben, aber dieses sture Hexe hört einfach nicht."
„Du wolltest sie unbedingt haben, dann lebe auch damit", sagte Sethos „Sind die Sprengladungen angebracht?"
Der Wolf nickte und gab Sethos den Fernzünder. Er grinste.
„Ein Knopfdruck und diese scheiß Einrichtung ist Geschichte."
Serena kam auf sie zu und Lance fragte sofort.
„Maria?"
„Sie ist schon draußen und versorgt die Gefangenen. Sie haben alle Ringe um den Hals und sagen, das diese ihre Kräfte lähmt. Man kann sie auch nicht so entfernen; sie haben einen Sprengzünder. Tessa sagt, das ein Mann der Wachen sie mit seinem Fingerabdruck geschlossen hat und man sie so auch wieder öffnet."
Sie sahen zu den Toten, alle die gleichen Gedanken.
„Sie sagt, auf seinem Anzug steht Major Thomson", sagte Serena dazu.
Wie auf Kommando gingen die drei durch die Reihen der Toten und drehten sie um. Nach einer Weile rief Lance.
„Hab ihn."
Sethos und Drew kamen zu ihm und Drew fragte.
„Welcher Finger?"
„Keine Ahnung. Das sagte sie nicht", antwortete Serena.
„Ist auch egal", murrte Sethos und holte mit seinem Schwert aus, trennte die Hand vom Arm und hob sie auf.
„Jetzt haben wir alle", war seine trockene Antwort. Lance zuckte die Achseln und der Wolf grinste.
„Wo ist eigentlich Arthur und Dante?", fragte jetzt Lance.
„Wahrscheinlich Merlin suchen", antwortete Sethos zynisch „Das Arthur grundsätzlich nicht macht, was ich sage, bin ich ja schon gewöhnt. Doch was Dante angeht..."
„Er hatte von Anfang an vor, seinen baldigen Gefährten zu suchen", fiel ihm Drew ins Wort „Deshalb führte ich die Wölfe an. Er ist mein Alpha und ich muss gehorchen."
„Sicher. Doch noch haben wir nicht die Anführer", sagte Sethos „Ich wette, das Malcolm geflohen ist, als das hier los ging. Er war der Planer des Ganzen und hat mit Sicherheit auch einen Fluchtplan für sich gehabt. Doch wir werden ihn kriegen. Wenn nicht heute, dann an einem anderen Tag. Die Welt ist zu klein, um sich vor uns zu verstecken. Gehen wir nach oben. Wir müssen sprengen."
„Sethos. Da ist noch etwas. Sie haben Ghoule hier."
Sethos schnellte herum.
„Was?"
Sie nickte.
„Ungefähr vierzig. Ich habe sie gesehen; eine ganze Einheit von ihnen. Wenn sie herauskommen, dann..."
Lance schaute Sethos an.
„Das dürfen sie nicht. Unsere Leute sind da draußen und noch machtlos. Abgesehen davon, das hier in der Nähe eine Stadt ist und sie jetzt noch aggressiver als normal sind. Sie müssen hier in den Trümmern untergehen."
„Sehe ich auch so", sagte Drew „Das sind widerliche Dinger und hoch gefährlich. Ein Kratzer von ihnen und..."
„Das weiß ich", sagte Sethos und nickte.
„Okay, raus und wir sprengen."
„Was ist mit Arthur und Dante, Merlin?"
„Wir warten noch zehn Minuten. Jetzt alle Mann raus."
Sie verließen das grausige Geschehen wieder über die Treppe nach oben. Serena sah sich ein paar Mal um, hoffte, das sie endlich kamen. Draußen saßen, standen die vielen Wesen, die monatelang durch die Hölle gegangen waren. Einige waren verletzt oder verstümmelt, andere ausgehungert und durstig. Viele sahen stumpfsinnig vor sich. Konnten nicht verarbeiten, das sie draußen waren, andere nicht ihre schrecklichen Erlebnisse.
Sethos sah zum gesprengten Eingang und hoffte, das die anderen bald kamen, denn lange konnte er nicht mehr warten. Mit Ghouls hatte er gar nicht gerechnet. Diese Spezies war verachtet, wie auch gefürchtet. Sie würden die anderen sofort angreifen. Selbst Sethos hielt sich von ihnen fern. Ein Kratzer an seiner Haut würde ihn in einen Ghoul verwandeln, egal wie alt und mächtig er auch war. Er konnte sie nicht retten, denn sie wären nicht dankbar, eher das Gegenteil.
Er sah auf den Zünder. Er musste sprengen, auch wenn die anderen nicht kamen. Vielleicht gab es ja noch einen zweiten Ausgang.
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Lexi und Arthur schlichen durch die Gänge, die jetzt verlassen da lagen, wie auch die Zimmer und das Labor. Arthur erinnerte sich, das unter den Toten auch Menschen waren, die einen weißen Kittel trugen. Wahrscheinlich wollten sie alle flüchten, hatten aber das Pech auf die Hexen zu treffen. Tja, dumm gelaufen. Er fand, das auch sie den Tod verdient hatten, schließlich haben sie ohne Mitleid an den Wesen experimentiert. Er wurde zornig, als er daran dachte, das sie Merlin aufgeschnitten hatten. Was wollten sie damit bezwecken? Auch die schlampige Arbeit danach war offensichtlich. Arthur hatte kein Mitleid...mit keinem.
„Hier ist die Waffenkammer", sagte Lexi und schlüpfte hinein. Einen Augenblick später kam sie lächelnd wieder; in der Hand zwei wirklich schöne Schwerter mit Verzierungen und einer Schrift, die Arthur nicht lesen konnte.
„Vater schenkte sie mir, als ich die Prüfung bestand."
„Welche Prüfung?", fragte Arthur, der weiterging.
„Die Kampfprüfung. Ich habe mit Bravour bestanden und mein Vater war sehr stolz."
„Gut. Vielleicht treffen wir ja noch auf ein paar Wachen, denen kannst du dann den Kopf abschlagen."
„Mit dem größten Vergnügen", sagte sie.
Sie blieben stehen, als sie Geräusche hörten. Kurz und leise, ein Schaben. Arthur hob die Hand und sie blieben stehen.
„Das hier sind Lians Räume, glaube ich", flüsterte sie „Er scheint sich hier zu verstecken und wartet bis alle fort sind."
„Da hat er leider Pech", antwortete Arthur und hielt die Zeit an.
Er ging in die Räume und öffnete die Tür. Lian versteckte sich hinter dem Sofa, während drei Wachen an der Tür lauerten. Er grinste, als er Lian hinter dem Sofa sitzen sah.
„Feiges Schwein. Das wird dir auch nichts nützen."
Arthur nahm den Wachen die Waffen ab und warf sie in das nächste Zimmer, schloss die Tür. Dann ließ er die Zeit wieder fließen und rief hinter den Wachen.
„Hey Fee, komm rein."
Die Wachen schnellten herum und sahen verdutzt auf ihre leeren Hände, dann zu Arthur, der kalt lächelte und die Arme ausbreitete.
„Überraschung!", rief er.
Lexi stürmte herein, die zwei Schwerter in der Hand. Sie blieb überrascht stehen, doch dann griffen die Männer an. Es dauerte nicht lange, bis sie stöhnend auf dem Boden lagen. Lexi kam näher.
„Ich hab mir selbst ein Versprechen gegeben", sagte sie zu den drei, die zurückwichen. Denn es waren die drei Wachen, die sie festhielten, als sie sich mit ihr amüsierten.
„Zieht euch aus!", befahl sie, während Arthur Lian hinter dem Sofa hochzog und ihn grausam anlächelte.
„So sieht man sich wieder, Arschloch."
„Bitte, tun sie mir nichts. Ich habe nichts getan."
„Halt deinen Mund, bevor ich mich vergesse", zischte Arthur und grinste diabolisch, als Lexi den drei ihre Männlichkeit nahm und Lians entsetztes Gesicht sah.
Sie schrien und bluteten, während sie fassungslos auf ihre abgetrennten Penisse starrten.
„Wir müssen gehen", sagte Arthur „Bring es zu Ende."
Etwas später lagen drei Köpfe neben den Schwänzen und Lexi drehte sich um und ging hinaus.
„Etwas nachtragend, die Kleine", sagte Arthur und zog Lian mit sich „Kann mir denken, warum sie das getan hatte. Tja, nicht jeder Sex endet gut."
„Lass mich doch gehen", jammerte er „Ich werde niemanden etwas sagen. Ich verschwinde einfach."
„Du verschwindest nur noch an einen Ort, Bastard. Nämlich in die Hölle."
Lian wimmerte und flehte, doch bei Arthur war er da eindeutig an der falschen Adresse. Dante hatte Merlin vorsichtig hochgenommen, doch er keuchte vor Schmerzen. Aber er war bei Bewusstsein.
„Los jetzt", rief Dante und sie wollten gehen, als sie Sprengungen hörten. Danach ein fürchterlicher Krach, als etwas mit Poltern zusammenstürzte.
„Warum wartet der verfluchte Vampir nicht", rief Arthur über weitere Sprengungen „Sethos sprengt alles, der Idiot."
Was er nicht wusste; die Ghouls hatten sich befreit und zwei kamen die Treppe hoch. Sie wurden getötet, doch Sethos musste sprengen, bevor noch weitere kamen. Lance und Maria sahen besorgt zum Eingang, der jetzt blockiert war, wie auch Drew. Sein Alpha war noch drin. Doch sie hatten keine Wahl. Die gefangenen Wesen wären ein leichtes Opfer für die Ghoule. Viele waren verletzt, schwach, manche traumatisiert; nicht jeder steckte das locker weg.
„Ich hatte keine Wahl", sagte Sethos und es klang, als wollte er sich selbst beruhigen „Doch Arthur ist ein Überlebenskünstler und Merlin ein Hexer. Sie werden es schaffen...irgendwie. Ich hoffe doch."
Maria kam und strich ihm beruhigend über den Arm. Es tat Sethos gut, das Merlins Schwester das tat. Und Maria wusste, warum er sprengen musste.
„Sie werden es schaffen. Ich glaube fest daran", sagte sie und sah zu dem Eingang, der hoffnungslos verschüttet war. Wenn das der einzige Ausgang war, dann hatten sie keine Chance, wenn sie nicht unter den Trümmern lagen.
Nach einer Weile kehrte Ruhe ein und der Staub verzog sich. Alle Sektionen waren gesprengt. Diese Einrichtung gab es nicht mehr. Und auch die Ghoule nicht mehr.
Doch weit gefehlt.
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Alle sahen hoch, doch die Sprengungen hörten auf. Der Zellenblock D war zu der Seite, dort wo die Labore waren und Arthur wie Lexi zuvor waren, eingestürzt und blockiert. Es ächzte und Sand rieselte auf sie hinab. Es würde nicht lange dauern, bis auch der Teil einstürzte und alle unter sich begrub. Doch das war nicht ihre einzige Sorge.
„Vielleicht kommen wir noch irgendwie durch", sagte Lexi „Wir sollten es versuchen. Das hier wird nicht lange halten und auch einstürzen."
Es ächzte über ihnen, was ihre Vermutung bestätigte. Sie gingen in die Richtung des ehemaligen Zellenblocks C, der teilweise eingestürzt war.
„Da ist ein Durchgang", sagte Lexi „Schmal aber begehbar. Vielleicht kommen wir durch."
„Okay", meldete sich jetzt Dante „Einer nach dem anderen. Vielleicht ist die Treppe nicht blockiert. Wir müssen es versuchen."
„Ich gehe vor", sagte Arthur und schickte sich an, durch den schmalen Durchgang zu gehen, doch verharrte. Seine feinen Vampirohren hatten etwas gehört.
„Was ist?", fragte Siton.
„Psch..."
Nach einem Moment drehte er sich um und sagte.
„Die gute Nachricht, es gibt noch einen Weg hier durch. Schmal aber machbar. Die schlechte Nachricht...Auch die Ghoule nehmen diesen Weg und der führt sie direkt zu uns. Anscheinend haben sie überlebt oder ein Teil von ihnen. Kein Wunder; sie leben unter der Erde. Und sehr wahrscheinlich ist der Weg nach draußen blockiert, also kommen sie in unsere Richtung."
„Scheiße", fluchte Lexi und sah auf ihre Schwerter, dann zu den anderen „Wie viele sind es?"
„Ich hab sie gesehen", antwortete Arthur „Eine ganze Kolonie. Selbst wenn die Hälfte tot ist, sind es immer noch zu viele."
„Das sind zu viele", sprach jetzt Siton „Wir können sie nicht besiegen, bevor sie uns verletzen. Und Merlin ist verletzt; ihn würden sie zuerst ins Visier nehmen."
„Er hat recht, Arthur", sagte jetzt Dante „Wenn es so viele sind, sind wir am Arsch. Wir sind nur zu dritt, den Bastard nicht mitgerechnet. Lange werden wir uns gegen eine Meute Ghoule nicht wehren können. Sie sind schwer zu töten, nur Enthauptung."
„Wir müssen verschwinden", jammerte Lian „Sie werden uns kriegen und dann werden wir so wie sie. Ich will nicht so ein widerliches Monster werden."
„Du bist schlimmer als ein Monster", sagte Dante verächtlich „Und du lebst nur noch wegen den Ringen."
„Wir könnten ihnen Lian vorwerfen und dann versuchen zu verschwinden", grinste Arthur.
„Wohin? Der einzige Weg nach draußen ist von Ghouls belagert, die langsam näher kommen", sagte Dante und konnte sie schon hören. Das widerliche Grunzen und Knurren, während sie sich einen Weg zu ihnen bahnten.
„Wir sind am Arsch", sagte jetzt Siton „Und haben die Wahl. Entweder ein Leichenfresser werden oder uns umbringen und zum Dinner werden."
„Sind Nekromanten immer so?", fragte Arthur „Die Wahl haben? Beide Optionen sind scheiße."
„Hast du eine bessere Idee, denn gleich werden sie da sein?", antwortete Siton.
„Was ist mit deinem Zeittrick?", fragte Dante Arthur. Arthur sah ihn zornig an.
„Gibt es etwas, was Merlin dir nicht über mich erzählt hat?"
„Mhm...das Meiste war negativ", antwortete Dante „Was ist jetzt?"
„Ich bin erschöpft, habe das im Kampf so oft eingesetzt. Ich glaube nicht, das ich es lange genug aufrecht halten kann, um alle Ghoule zu töten. Das ist anstrengend."
„Ist ja toll", sagte Dante und sah auf Merlin hinab.
„Es reicht aber, um dir den Kopf abzuschlagen, verfluchter Wolf", zischte Arthur.
„Es reicht", rief Lexi „Gleich müsst ihr euch über viel Schlimmeres aufregen, als euren Scheiß. Leute, verdammt nochmal. Da kommen Ghoule und ihr droht euch gegenseitig umzulegen. Fein, Fressen für die Ghoule."
Arthur schwieg und drehte sich um. Jetzt konnte man sie gut hören. Sie arbeiteten sich den einzigen Weg entlang und der führte direkt zu ihnen. Er wusste das erste Mal nicht weiter.
„Toll, wäre besser gewesen, unter den Trümmern begraben zu sein", sagte Siton.
„Es...Es gibt noch eine andere Möglichkeit", sagte jetzt Merlin in die bedrückende Stille „Ich weiß nicht...ob ich genug Kraft habe. Der Ring..."
Arthur schnappte Lian und zog ihn grob zu Merlin.
„Öffne das scheiß Ding oder ich sauge dir langsam das Blut aus und werfe dich den Ghoulen zum Fraß vor. Und ich werde darauf achten, das du noch ein bisschen lebst, wenn sie an dir nagen."
Lian legte hektisch den Zeigefinger auf das Sensorfeld und der Ring sprang auf. Arthur zog ihn vorsichtig von Merlins Hals, während Lexi sich Lian schnappte und ihn mit dem Schwert bedrohte. Er befreite auch sie und Siton von dem Ring. Lexi warf ihn verächtlich zu Boden, während sie sagte.
„Es ist schade, das du keine Macht hast, sonst würdest du ihn tragen, Dreckskerl. Legen wir ihn um. Er hat seinen Zweck erfüllt."
Lian hob die Hände und sagte entsetzt.
„Nein...bitte nicht."
„Wenn es ans Sterben geht, bist du wohl nicht der Erste", sagte sie „Nur wenn du andere quälen kannst."
„Lass mich runter", sagte Merlin und Dante gehorchte.
Merlin schwankte und Dante hielt ihn fest. Der Hexer nahm Luft, sammelte sich; er fühlte wieder seine Macht, seine Magie. Doch er selbst war sehr schwach und so schnell konnte er nicht bei voller Kraft sein. Doch er musste es versuchen, denn sonst starben sie alle oder wurden Schlimmeres. Er streckte seine Arme aus, die Hände nach oben. Leise sprach er in einer anderen Sprache Beschwörungen. Alle sahen ihn gebannt an. Arthur kam näher. Merlin hexen zu sehen, das hatte er noch nie bewusst wahr genommen. Fasziniert schaute er den Hexer an und auf seine Hände, die jetzt bläulich zu leuchten anfingen.
Schweiß tropfte von Merlins Stirn, teils von der Anstrengung, teils von den Schmerzen. Diese Magie war schon anstrengend, wenn man bei vollen Kräften war, doch er war geschwächt und hatte Schmerzen. Doch der Gedanke, das Arthur, Dante und die anderen ein grausames Schicksal ereilen würde, wenn er es nicht tat, mobilisierte die letzten Kräfte in ihm. Die Beschwörungen wurden intensiver; jedes Wort trug Macht in sich. Seine Magie baute sich auf und gehorchte ihm. Wieder schwankte er, sein Rücken fing an zu bluten, doch der Wolf hielt ihn. Die Wunden heilten einfach nicht. Noch nicht.
Langsam erschien ein blauer, wallender Punkt in der Luft, der größer wurde. Blau wallten Nebel in ihm, während er wuchs und wuchs.
„Oh mein Gott", hörten sie Lexi ehrfürchtig sagen.
„Was tut er?", fragte Arthur.
„Ein Portal. Merlin öffnet ein Portal. Ich wusste nicht, das er so mächtig ist. Es ist sehr schwierig, so etwas zu tun und nur Nymphen können das. Doch Merlin...bei allen Göttern, er öffnet ein verfluchtes Portal und wir kommen hier weg."
„Wohin?"
„Das ist doch scheiß egal, nur weg von den Ghouls und aus dieser Falle. Wenn ich mich nicht täusche, kann er bestimmte Orte anvisieren", erklärte sie.
„Na hoffentlich New Orleans", sagte Dante, der Merlin immer noch hielt.
Jetzt war das Portal fast offen und Lexi sagte.
„Okay, wenn es stabil ist, alle durch und zügig. Es wird sich nach dem Letzten schließen und die Ghouls können nicht folgen", rief sie jetzt.
Merlin nickte schwach.
„Jetzt", sagte er und brach zusammen. Dante fing ihn auf und nahm ihn wieder hoch. Er hatte das Bewusstsein verloren.
„Los! Merlins Magie hält es nicht lange aufrecht, bevor das Portal verschwindet."
Die ersten Ghoule waren zu sehen, als Lexi hineinsprang. Nach ihr Siton und dann Dante mit Merlin. Arthur zerrte Lian mit sich, der eigentlich freiwillig mitkam, denn er hatte mehr Angst vor den Ghouls als vor dem Vampir.
Als Arthur mit Lian auf der anderen Seite herauskam, schloss sich das Portal und er sah sich um. Das hier war nicht New Orleans. Das hier war eine Wüstenlandschaft. Hinter ihnen sah man in der Dunkelheit Berge. Sie waren nicht weit weg. Und es war Nacht, was Arthur aufatmen ließ. Keinen gewagten Sprung in das Sonnenlicht; zumal er der Einzige war, der nicht in der Sonne wandeln konnte.
„Wo sind wir?", fragte er und sah zu dem zweiten Mond „Anscheinend nicht...auf der Erde?"
„Nein", antwortete Dante „Wir haben keinen zweiten Mond."
Alle sahen zu Lexi, die sich anscheinend mit Magie auskannte. Feen hatten ihre eigene Magie, die nicht annähernd so stark wie die von Merlin war. Doch sie kannte sich aus.
„Portale können dich auf der Erde von A nach B bringen. Doch das kann auch schief gehen und man landet in einer anderen Dimension. Es erfordert sehr viel Konzentration, dort hin zu wollen, wo man hin will. Doch Merlin ist so schwach und verletzt; ich befürchte, das er sich nicht ausreichend konzentrieren konnte."
„Ist doch egal", meinte Siton „Hauptsache weg von den Ghouls."
„Ich weiß von einer Nymphe, das man auch in anderen Dimensionen landen kann, wenn man nicht aufpasst. Und auch, das manche von sehr gefährlichen Kreaturen besiedelt sind."
„Na klasse", murrte Siton „Von einem Monster weg zu einem anderen. Und derjenige, der uns wegbringen kann...besinnungslos."
„Kannst du auch noch etwas anderes als nur meckern", zischte Arthur „Wir sind die Ghouls los. Vielleicht lebt niemand hier. Du kannst ja eigentlich gar nichts."
„Warte bis du tot bist, dann sehen wir weiter", antwortete der Nekromant. Arthur warf ihm einen vernichtenden Blick zu.
„Ich will hier weg", jammerte Lian und Arthur schlug zu.
Diese ganze Gesellschaft ging ihm an die Nerven. Die Töle, die nicht von Merlin wich, der Nekromant, der nur herum nörgelte und zu nichts imstande war, außer Tote zu wecken und sie zu manipulieren. Lian, der sich wünschen wird, tot zu sein, weil er Merlin verletzt hatte. Einzig Lexi war ihm sympathisch. Sie kannte sich aus und konnte exzellent ihre Schwerter führen und auch so töten. Und sie war noch hübsch dazu. Und er war hier mit ihnen gefangen. Dazu noch der jammernde Mensch, der nur stark war, wenn er andere erniedrigen konnte und jetzt Arthurs Unwille ausbadete.
„Halt deine verdammte Fresse."
Der Sand bewegte sich und alle erstarrten. Etwas weiter weg auf einem Hügel stand eine Gestalt. Und jeder wusste, was die Umrisse bedeuteten. Lexi sprach es aus.
„Spinnen. Große...eklige Spinnen. So viel zu nicht bevölkert. Warum müssen es Monsterspinnen sein?", sagte sie fast verzweifelt.
„Los weg. Lauft zu den Bergen", rief Dante und rannte los. Alle anderen folgten ihm. Arthur sah sich um, während Lian rannte, als wäre der Teufel hinter ihm her. Jetzt waren es schon mehrere, die sich aber nicht bewegten. Anscheinend hatten sie sie noch nicht gesehen. Doch nun setzten sie sich in Bewegung. Sie waren schnell.
„Schneller", rief Arthur.
Sie erreichten die Berge und kletterten hinauf. Sie waren zerklüftet und gut zu besteigen. Dante kam nicht gut voran und warf sich Merlin über die Schultern.
„Da oben ist eine Höhle", rief Lexi, die vorne kletterte „Hoffentlich nicht bewohnt."
Sie hievte sich hoch und stand vor dem Eingang. Die anderen kamen auch und langsam tastete sich Arthur und Lexi vor. Da Arthur ausgezeichnet sah, sagte er nach einer Weile.
„Niemand hier."
Lexi und Siton setzten sich und nahmen Luft. Sie keuchten von dem schnellen Laufen und klettern. Selbst Lian kletterte wie ein Affe nach oben und Arthur schnaubte verächtlich, als er ihn ansah. Zu was Menschen imstande waren, wenn es ihnen an ihr erbärmliches Leben ging. Dante legte Merlin vorsichtig ab und ging wieder zum Ausgang. Doch nichts war zu sehen.
„Entweder haben sie uns nicht gesehen oder sie können nicht klettern", sagte er, als er zurück kam.
„Hoffentlich nicht klettern", sagte Lexi „Oder hoffentlich blind."
Dante beugte sich zu Merlin hinab und fühlte seinen Puls. Er lebte, doch das Portal zu erschaffen kostete ihn seine letzte Kraft. Er zitterte und gleichzeitig glühte er.
„Er hat Fieber", sagte Lexi, die ihn beobachtete. Ein nackter, sehr attraktiver Mann machte sie nervös „Die Wunden sind infiziert. Lian", sprach sie weiter und sah zu dem Häufchen Elend in der Ecke „ Hat ihn ausgepeitscht und mit glühenden Eisen gequält. Danach hat er veranlasst, das sie seinen Bauch aufschneiden und er hat zugesehen."
Arthur fuhr herum und stürzte auf ihn zu, riss ihn hoch. Lian hob die Arme.
„Das war ich nicht. Das war mein Vater", jammerte er.
„Du hast ihn ausgepeitscht, weil du dachtest, das er dich betrügt", schrie Lexi ihn an.
„Ja, ich war wütend. Merlin gehört mir, doch ich tat das nicht."
Arthur kniff die Augen zusammen und packte ihn am Hals.
„Wie war das? Er gehört dir? Merlin ist mein Gefährte, du Bastard und du hast keinen Anspruch. Und du hast ihn verletzt", sagte er gefährlich leise.
Dann zog er Lian grob zu sich und schlug ihm die Fänge in den Hals, während seine Augen grün wie Smaragde leuchteten. Er trank in groben Zügen, während Lian gurgelte und seine Beine weg knickten.
„Du solltest dir etwas aufheben, Vampir. Denn wir wissen nicht, wie lange wir hier festsitzen", sagte Dante jetzt.
Arthur ließ ihn los, versiegelte die Wunden und ließ den schwächlichen Lian fallen, der hart aufschlug und stöhnte. Der Vampir sah auf ihn herunter und sagte zynisch
„Du hast recht, Wolf. Und du, Bastard wirst meine Ernährung sein. Das Abendessen war schon mal gut. Und wenn wir hier wieder wegkommen, wirst du als blutleere Leiche hier verrotten."
Lian wimmerte und zog sich in seine Ecke zurück. Arthur wandte sich an den nackten Mann.
„Nett, das du so um mich besorgt bist."
„Bin ich nicht. Ich verhindere nur, das du uns anfällst."
Arthur lachte leise.
„Wolfsblut? Nein danke, mir ist schon schlecht."
Dante grinste. Es war bösartig.
„Mag sein, aber Hexenblut scheint eine Delikatesse zu sein. Oder nicht?"
Arthur stürmte auf ihn zu.
„Du denkst, das ich bei Merlin trinken würde? Falsch gedacht, du Töle. Eher trinke ich dein verseuchtes Blut."
„Willst du ihn nicht deshalb zurück?", stichelte Dante „ Immer bestes Hexenblut zur Verfügung und nebenbei kannst du ihn auch noch vögeln."
Arthur griff ihn an und knallte Dante gegen die Felswand, hielt ihn am Hals.
„Nimm das zurück oder ich werde vergessen, das ich Merlin versprochen habe, dich nicht zu töten. Ich liebe ihn, egal welches Blut er hat."
„Tolle Liebe", sagte Dante verächtlich.
„Hey, Jungs. Haben wir nicht schon genug Probleme ohne das Matcho Gehabe? Ihr streitet euch wie ein Tiger um seine Beute. Das ist unwürdig. Es bleibt letztendlich Merlin überlassen, wem er seine Gunst schenkt. Ihr führt euch wie Idioten auf, hebt euch das für die grässlichen Spinnen da unten auf", rief Lexi „Hilft lieber Merlin."
Sie schüttelte den Kopf.
„Eindeutig zu viel Testosteron. Männer."
Arthur ließ ihn los und sah ihn verächtlich an.
„Wir sind noch nicht fertig, Wolf."
„Das weiß ich."
Arthur ging zu Merlin und kniete sich neben ihn. Er öffnete sein Hemd und zog es ihm vorsichtig aus, sah die hässliche OP Naht, in der wirklich Metall war. Arthur begann die einzelne Metallklammern herauszuziehen. Dante stürzte auf ihn zu.
„Was tust du? Die Wunde wird wieder aufplatzen und er verblutet."
„Nein. Ich weiß, was ich tue."
Arthur biss in seinen Arm, nachdem alle Klammern weg waren und die Wunde offen war und blutete. Er ließ sein Blut auf die Schnittwunde fließen. Mit zusehendem Auge sah der Wolf, wie sich die Wunde schloss und bald nichts mehr zu sehen war, als eine dunkle Linie.
„Morgen wird nichts mehr zu sehen sein", sagte Arthur.
Lexi hatte von anderen über Vampire gehört. Sie waren zu arrogant, sich mit anderen Wesen abzugeben. Auch schnell aggressiv, was sie an Arthur sah. Und wunderschön und attraktiv, als sie in Arthurs ebenmäßiges Gesicht sah. Er war eine Augenweide, allein schon diese wunderschönen Augen. Doch auch so arrogant wie sie es gehört hatte und anscheinend auf bösem Kriegsfuß mit dem Wolf. Sie buhlten beide um Merlin und würden nicht nachgeben. Lexi würde einen von ihnen Merlin gerne abnehmen.
„Hilf mir, ihn umzudrehen", sagte Arthur und meinte Dante, der das tat. Sie hatten ihm das Hemd jetzt ganz ausgezogen und Arthur schaute auf die Wunden der Peitsche und des Eisens. Bilder kamen hoch. Bilder in denen er in Fesseln hing und sein Rücken blutig von Alexejs Peitsche war. Glühende Eisen kannte er auch, Alexej hatte glühende Eisen geliebt.
„Was ist los?", fragte Dante. Arthur schien aus einem Traum zu erwachen, eher ein Alptraum und sah ihn an.
„Nichts."
Wieder biss er in seinen Arm und ließ sein Blut über die Wunden fließen, die sich schlossen. Auch die Verbrennungen verschwanden und Lexi sah den Vampir mit großen Augen an. Das war ja so abgefahren.
„Du bist also unverwundbar?", fragte sie ihn „Wenn dein Blut heilt, bist du nie lange verletzt."
Arthur grinste.
„Nicht ganz. Feuer und die verdammte Sonne, davon würde ich mich nicht erholen. Auch nicht, wenn du mir den Kopf abschlägst oder mir ein echtes Silberschwert in mein Herz stößt. Dann sterbe ich. Niemand ist vollkommen."
„Witzig", sagte Dante „Du bist doch schon tot."
„Das meinte er nicht, Dante. Er meinte..."
„Ja, ich weiß, was er meinte", sagte Dante „Gute Arbeit, Vampir. Danke."
Arthur sah von Merlins Rücken hoch, der schon fast wieder normal aussah.
„Ich habe es bestimmt nicht für dich getan", sagte er aggressiv „Also spar dir deine Floskeln."
Lexi verdrehte die Augen. Die beiden konnten es nicht lassen. Sie waren hier im Nirgendwo in irgendeiner anderen Dimension, die von ekligen Spinnenmonster bevölkert war und sie nicht zum Abendessen einluden. Es sei denn, sie waren das Abendessen.
Und der Vampir und der Wolf stritten sich um Merlin. Sie musterte beide und kam zu der Überzeugung, das Merlin ihr einer der beiden ruhig abgeben könnte. Sie waren beide heiß und sie würde den Hexer fragen, wo zum Teufel er solche Männer fand.
Wenn er wieder bei Bewusstsein wäre. Bis dahin musste sie verhindern, das die beiden sich gegenseitig umbrachten.
„Lasst ihn jetzt schlafen und setzt euch wenn möglich einer dort hin, der andere in die andere Richtung. Ich bin müde und möchte schlafen, ohne das ihr beide euch tötet. Also haltet die Ruhe, verdammt. Ihr helft Merlin nicht, wenn ihr ewig zankt."
Dante stand auf und sagte.
„Es ist kalt."
Er verwandelte sich und der große Wolf rollte sich nah an Merlin zusammen, um ihn zu wärmen. Sie hatten ihm wieder das Hemd angezogen. Arthur setzte sich in die Nähe des schwachen Lian und zischte.
„Wenn du abhaust, dann warten die Spinnen dort unten auf dich. Also lass deinen Arsch schön hier in der Ecke."
Lian sagte nichts. Er war schläfrig; Arthur hatte gut zugelangt. Und er hatte die Arschlochkarte.
Wenn er hier blieb, würde er Futter für den Vampir sein. Wenn er flüchten würde, Futter für die Spinnen. Und er kam ohne Merlin hier nicht weg.
Eigentlich würde er gar nicht mehr weg kommen, wenn er den Worten des Vampirs Glauben schenkte.
Es war vorbei und das machte ihm eine scheiß Angst. Hier gefangen mit Wesen, die ihn hassten und er wirklich Panik vor ihnen hatte, wenn sie nicht hinter Gitter waren und ihre Kräfte gelähmt.
Und er war enttäuscht. Denn sein Vater war geflohen, ohne nur einen Moment an ihn zu denken. Er ließ ihn einfach zurück und brachte sich in Sicherheit. Dafür hasste er ihn noch mehr und er schwor sich, das er sich noch aus dem Grab rächen würde.1. Kapitel 12. Kapitel 23. Kapitel 34. Kapitel 45. Kapitel 56. Kapitel 67. Kapitel 78. Kapitel 89. Kapitel 910. Kapitel 1011. Kapitel 1112. Kapitel 1213. Kapitel 1314. Kapitel 1415. Kapitel 1516. Kapitel 1617. Kapitel 1718. Kapitel 1819. Kapitel 1920. Kapitel 2021. Kapitel 2122. Kapitel 2223. Kapitel 2324. Kapitel 2425. Kapitel 2526. Kapitel 2627. Kapitel 2728. Kapitel 2829. Kapitel 2930. Kapitel 3031. Kapitel 3132. Kapitel 3233. Kapitel 3334. Kapitel 3435. Kapitel 3536. Kapitel 3637. Kapitel 3738. Kapitel 3839. Kapitel 3940. Kapitel 4041. Kapitel 4142. Kapitel 4243. Kapitel 4344. Kapitel 4445. Kapitel 4546. Kapitel 4647. Kapitel 4748. Kapitel 4849. Kapitel 4950. Kapitel 5051. Kapitel 5152. Kapitel 5253. Kapitel 5354. Kapitel 5455. Kapitel 5556. Kapitel 5657. Kapitel 5758. Kapitel 5859. Kapitel 5960. Kapitel 6061. Kapitel 6162. Kapitel 6263. Kapitel 6364. Kapitel 6465. Kapitel 6566. Kapitel 6667. Kapitel 6768. Kapitel 6869. Kapitel 6970. Kapitel 7071. Kapitel 7172. Kapitel 7273. Kapitel 7374. Kapitel 7475. Kapitel 7576. Kapitel 7677. Kapitel 7778. Kapitel 7879. Kapitel 7980. Kapitel 8081. Kapitel 8182. Kapitel 8283. Kapitel 8384. Kapitel 8485. Kapitel 8586. Kapitel 8687. Kapitel 8788. Kapitel 8889. Kapitel 8990. Kapitel 9091. Kapitel 9192. Kapitel 9293. Kapitel 9394. Kapitel 9495. Kapitel 9596. Kapitel 9697. Kapitel 9798. Kapitel 9899. Kapitel 99100. Kapitel 100101. Kapitel 101102. Kapitel 102
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Dunkles Schicksal
FantasíaNach dem Tod seiner Eltern, die von Vampiren getötet wurden, wird der junge spanische Graf Merlin del la Vega zum Jäger. Sein Hauptmerkmal ist ein vermögender, hoch angesehener Vampir, den er für den Mörder seiner Eltern hält. Erbittert jagt er ihn...
