Dunkles Schicksal
Kapitel 50
Merlin betrat sein Haus, nachdem er aus der Stadt kam und dem Stalljungen sein Pferd gegeben hatte. Er fühlte sich furchtbar. Die Tatsache, das er Arthur und Lance belauscht und festgestellt hatte, das Arthur sich wohl sehr genüssliche Wochen gemacht hatte, setzte ihm sehr zu. Mehr als er sich vorgestellt hatte. Auf dem Heimweg hatte er immer wieder das Bild vor Augen, wie Arthur Sethos nahm. Umso mehr er sich bemühte, nicht daran zu denken, um so detaillierter schwirrten sie durch seinen Kopf. Auch wenn Arthur sagte, das es nur Sex war und nichts mit Liebe zu tun hatte, zog sich Merlins Herz schmerzhaft zusammen. Sich vorzustellen, das andere Arthur so intim berührten, das er nur zu gerne bereit war, andere in ihr Bett zu folgen, fand Merlin wirklich zum Kotzen. Doch schlimmer empfand Merlin, das er immer noch behauptete, das er Merlin liebte. Was für eine Liebe war das denn? Er liebte Merlin und vögelte jederzeit andere?
Merlin fühlte sich verraten und hintergangen. Ja, sicher...sie waren noch nicht wirklich zusammen gewesen, doch die Anzeichen waren doch mehr als deutlich. Und trotzdem lebte Arthur sein Leben wie eh und je und vögelte alles, was und wen er wollte. Nicht ein einziges Wort über das, was Merlin erlebt hatte. Nicht nur Arthur hatte Furchtbares erlebt, er genauso. Und was sollte jetzt diese Nummer von beleidigt sein, weil Merlin kein Vampir werden wollte. Hatte er nicht gesagt, er würde nie jemanden dazu drängen. Und doch tat er das, indem er Merlin unter Druck setzte.
Egal, er würde nie ein Vampir werden. Das war für ihn keine Alternative. Er liebte Arthur und wusste, das er eigentlich tot war. Doch für ihn kam das nicht in Frage. Wenn Merlin sich über nichts sicher war, über diese Sache schon. Alles sträubte sich in ihm, wenn er daran dachte, das zu tun. Warum? Er wusste es nicht. Vielleicht weil er nie mehr die Sonne sehen würde oder Menschen anfallen musste, um Blut zu trinken. Oder weil Vampire seine Eltern getötet hatten und er nicht solch ein Monster werden wollte. Merlin wusste es nicht, doch er war sicher, das dies alles in seinem Unterbewusstsein eine Rolle spielte.
Er seufzte auf dem Weg in den Salon. Merlin musste zugeben, das Arthur recht hatte, als er sagte, er würde moralisch gebunden sein. Was erwartete er? Er war ein Mensch und so erzogen worden. Menschen, zumindest die meisten sahen das eben anders. Sie waren dem Menschen, den sie liebten, treu. Vielleicht hatte Arthur recht, eigentlich waren sie nie zusammen und werden es jetzt auch nicht mehr sein.
Zornig und auch enttäuscht schenkte er sich einen Brandy ein. Er wollte Arthur hassen, mit all seiner Kraft hassen. Doch das war unmöglich. Selbst jetzt noch, da er sich von ihm hintergangen fühlte und nach diesem Gespräch fühlte er nichts als Enttäuschung und Traurigkeit.
Wieso musste er sich ausgerechnet in einen Vampir verlieben, der sich durch die Welt vögelte?
Obwohl er Arthur fast recht gab. Merlin konnte nicht erahnen, wie es sein würde, wenn er so alt wie Arthur wäre. Vielleicht würde er das dann auch so sehen. Im Moment konnte er sich einfach nicht vorstellen, siebenhundert Jahre zu leben. Für Sterbliche war das etwas Utopisches. Doch er wollte ihn nicht vollkommen verurteilen, da er seine Art zu leben nicht nachvollziehen konnte.
Merlin lachte sarkastisch auf. Verteidigte er ihn schon wieder? Arthur hatte ihn gerade in den Boden gestampft und er hatte nichts anderes zu tun, als ihn wieder zu verteidigen? Er war hoffnungslos verloren. Arthur könnte tun was er wollte, doch warum konnte er ihn nicht einfach hassen? Alles wäre dann einfacher.
Er setzte sich an seinen Schreibtisch, stellte das Glas auf den Tisch und starrte auf das Möbelstück. Tausend Gedanken rasten durch seinen Kopf, verursachten ein Chaos, doch ein Gedanke stach immer wieder hervor.
Es ist vorbei. Du hast alles verloren.
Er legte die Arme auf den Tisch und lies seinen Kopf darauf sinken. Merlin sehnte sich nach innerer Ruhe. Er sehnte sich danach, wieder so unbekümmert leben zu können, bevor er Arthur traf. Bevor seine Eltern starben und bevor er wusste, das es Vampire gab. Ein ganz normales Leben mit Höhen und Tiefen, Liebe und Glück. Vielleicht irgendwann einen Partner, mit dem man alt wurde und schließlich starb.
Was das so schwer? Ein normales Leben zu führen, ohne irgendwelche Wesen, die unnatürlich waren? Anscheinend schon und langsam beneidete er diese Menschen, die ohne Ahnung auf so etwas unbekümmert lebten. Was für ein scheiß Leben hatte er?
Ja, klar. Er war reich, angesehen und gutaussehend. Keine finanziellen Sorgen oder Krankheiten. Eine schöne Hazienda, eine schöne, gutherzige Schwester, ein Leben in Luxus. Etwas, für das mancher töten würde. Doch Merlin fühlte das anders.
Er hatte alles und eigentlich nichts. Jetzt, nachdem er Arthur verloren hatte...gar nichts mehr. Er wünschte, er wäre tot.
Die Tür ging auf und er hob den Kopf. Maria kam herein und sie machte ein bekümmertes Gesicht, als sie Merlin sah. In seinem Gesicht war alles zu lesen.
„Es tut mir so leid, Merlin", sagte sie leise und blieb neben ihm stehen.
Sanft fuhr sie ihm durch seine Haare und Merlin schloss seine Augen. Er brauchte jetzt die Zuneigung der schwesterlichen Liebe. Aus irgendeinem Grund wollte er ihr mitteilen, was passiert ist, obwohl das eigentlich nicht seine Art war. Vor allem nicht bei seiner Schwester. Doch inzwischen hatte sich viel verändert. Merlin wurde sich bewusst, das seine Schwester die einzige, feste Konstante in seinem Leben war. Sie hatten nur noch sich. Und Maria war eine selbstbewusste, junge Frau geworden und Merlins einzige Stütze im Moment.
„Weißt du, was er gemacht hatte?", begann er leise zu sprechen. Maria sagte nichts, gab ihm die tröstende Zuwendung, die er anscheinend jetzt brauchte. Merlin sprach weiter, sich gewiss, das sie zuhörte.
„Er hat mit Sethos geschlafen. In all der Zeit, in dem wir uns Sorgen machten, in all der Zeit, indem ich an ihn dachte und um ihn gebangt hatte, ließ er sich von anderen vögeln und umgekehrt", sagte er voller Bitterkeit „Ich hatte einen Streit belauscht zwischen ihm und Lance. Er fand das auch etwas..."
Er lachte leise, traurig und enttäuscht.
„Was bin ich nur für ein Trottel?"
„Das bist du nicht. Rede dir das nur nicht ein", sagte sie jetzt „Er ist...anders."
Merlin sah hoch zu ihr.
„Anders? Lance ist auch ein Vampir und er tut so etwas nicht."
„Merlin, das ist etwas anderes. Wir hatten keinen so furchtbaren Start wie ihr beide. Gut, wir haben noch nicht miteinander geschlafen, doch anscheinend sieht das Lance anders. Arthur ist so verschieden zu ihm wie Feuer und Wasser. Arthur ist ein Draufgänger, lebt an der Grenze zur Gefahr und geht Risiken ein. Dazu ist er bereit, seine Existenz in vollen Zügen zu leben und wir wissen beide, das Vampire Sex sehr mögen. Die Tatsache, das sie schon so lange leben, lässt sie außen vor, was unserer Moralvorstellung entspricht."
„Ja, das hat er auch gesagt. Ich glaube, du würdest wohl besser zu ihm passen."
„Nein, das ist Unsinn."
Merlin seufzte.
„Wir haben uns gestritten und schlimme Dinge gesagt. Ich bin so zornig und auch so enttäuscht. Er sagte, das ich zu eingebildet wäre, um ein Vampir zu werden. Das ich ihn verachte und ich schrie, das es so ist und ich ihn nicht wiedersehen will. Es ist vorbei."
„Ach, Merlin", sagte Maria voller Anteilnahme „Ich denke, du solltest jetzt ein wenig schlafen. Du musst mal zur Ruhe kommen. Morgen sieht es vielleicht besser aus. Komm, ich mach dir einen Tee."
Merlin bezweifelte das sehr, doch er nickte und fuhr sich durch sein Gesicht, genoss die Zuwendung von Maria. Etwas später brachte sie ihm den Tee an sein Bett und saß noch etwas bei ihm. Als Merlin endlich eingeschlafen war, ging sie leise hinaus.
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
Am nächsten Abend saß Maria in Lances unterirdischen Raum. Da sie am frühen Nachmittag aufgebrochen war, musste Lance noch in den Schatten verweilen. Doch er war froh, das sie gekommen war, denn die Zeit lief ab. Maria hatte schon bemerkt, das die menschlichen Diener sehr beschäftigt waren und die Möbel in den einzelnen Räumen abgedeckt waren.
„Ich bin froh, das du gekommen bist", sagte er und lächelte, was nicht sehr glücklich aussah.
„Was ist denn los, Lance? Wieso habe ich das Gefühl, als würdet ihr packen?"
Er seufzte.
„Weil es genau das ist. Merlin hat dir bestimmt erzählt, was für ein Fiasko gestern hier war. Arthur ist so...Ich weiß nicht. So anders. Nachdem Merlin gegangen war, sagte er, das wir Sevilla verlassen werden und das schon morgen Abend."
„Was? Wieso?"
„Er ist durch den Wind wegen Merlin. Sie hatten sich gestritten wegen..."
„Ich weiß", fiel sie ihm ins Wort „Wegen Arthurs flatterhaftem Leben. Er hat sich ja köstlich amüsiert, während wir hier bangten und uns Sorgen machten."
„Ja", nickte Lance grimmig „Das sagte ich auch und das Endergebnis war Streit. Wenn er doch wenigstens Merlin ein paar Zeilen geschrieben hätte. Aber nein, er sagte, er wollte seine Ruhe haben. Er sieht viele Dinge anders als ich, was immer wieder zu Streitereien führt. Ich fand es auch etwas seltsam, das er sich in anderen Betten amüsiert, Monate lang weg ist und es nicht für nötig hält, uns eine kurze Nachricht zu schicken. Abgesehen davon, was er Merlin antut. Er war nicht besonders angetan, das er andere vögelte. Verständlich."
Er schüttelte den Kopf.
„Ich weiß nicht, was in Arthur vorgeht. Er sagt, das er Merlin so sehr liebt. Sagt ihm das ins Gesicht und dann zieht er diese Aktion durch? Okay, wir sehen diese ganze Sexsache anders. Das ist wahr. Doch nicht Menschen, die nur eine gewisse Zeitspanne leben. Je nachdem, es ist jetzt egal. Auch ich sehe ein, das es keinen Sinn mehr hat und vielleicht ist es besser, das wir gehen."
Er setzte sich neben sie und nahm ihre Hände in seine.
„Maria, ich will, das du mit mir gehst. Ich liebe dich und möchte mit dir zusammen sein. Du musst jetzt nicht entscheiden, was die Sache angeht, mir in die Ewigkeit zu folgen. Noch haben wir Zeit, doch eines Tages musst du entscheiden. Ich möchte dich nicht verlieren."
„Ich soll mit euch ziehen? Wohin?"
„Ich weiß es nicht. Irgendwo anders...in eine andere Stadt, anderes Land. Arthur sagte nicht, wohin. Aber es ist mir egal wohin, Hauptsache, du bist bei mir. Wenn du an meiner Seite bist, würde ich selbst in der Hölle leben. Ich liebe dich, Maria und wenn du mich auch so liebst, dann komm mit mir."
Maria zog ihre Hände zurück und starrte auf den Boden. Das hier kam ziemlich überraschend. Lance war es anscheinend ernst. Sie könnten jetzt glücklich werden und endlich zusammen sein. Maria sehnte sich danach, so wie Lance auch. Sie sehnte sich nach seinen Zärtlichkeiten und auch nach körperliche Liebe mit ihm. Doch durch all diese Verwicklungen war für so etwas keine Zeit, zumal Maria erzogen wurde, sittsam zu sein, wie es sich für eine junge Adlige gehörte.
Doch...Konnte sie jetzt glücklich sein, wenn Merlin so verzweifelt war? Konnte sie ihren Bruder so einfach verlassen und ihr Leben leben? Solange sie denken konnte, war sie noch nie von Merlin getrennt gewesen. Und nach dem Tod ihrer Eltern waren sie noch enger verbunden, als jemals zuvor. Und sie hatten nur noch sich und wenn sie ging, würde Merlin einsam und allein zurückbleiben. Und vielleicht in seinem Kummer schlimme Dinge tun. Sie erinnerte sich noch gut, als er jeden Tag vollkommen betrunken war.
Ihre Entscheidung war klar und selbstverständlich. Sie brauchte nicht lange zu überlegen, denn sie konnte nicht aus ihrer Haut. Nein, sie würde Merlin nicht seinem Schicksal überlassen. Sie würde ihn jetzt nicht verlassen, jetzt da er sie dringender brauchte als jemals zuvor. Sie liebte Lance. Bei Gott, das tat sie, doch Merlin war ihre Familie, die einzige was sie noch hatte. Und sie liebte Merlin, jetzt mehr als ihr bewusst war. Sie würde ihn nie im Stich lassen. Er war ihr Bruder. Ihr Blut.
Sie schaute hoch und in Lances bittende und hoffnungsvollen Augen, in denen die Liebe stand, die er für sie empfand. Würde sie ihn jetzt auch verlieren? Er ging weg, zusammen mit Arthur und nur der Wind wusste, wohin. Jetzt war ihre Chance gekommen, ihr Leben zu leben und zu lieben. Doch sie konnte das nicht tun. Sie konnte das einfach nicht tun.
Anscheinend war es ihnen beiden bestimmt, ihre große Liebe zu verlieren und unglücklich zu werden. Doch sie gehörte zu Merlin und wenn das bedeutete, das sie Lance aufgeben musste, dann würde sie es tun. Maria wusste, sie würde nicht glücklich werden, wenn Merlin es nicht war. Sie nahm Luft und konnte Merlin verstehen, denn auch ihr Herz schmerzte.
„Nein, ich kann nicht."
„Was? Warum denn nicht, Maria? Liebst du mich nicht so wie ich dich?" Es klang verzweifelt.
„Doch", sagte sie und Tränen standen in ihren Augen „Aber ich kann Merlin nicht allein lassen. Er ist alles, was ich noch an Familie habe und ich liebe ihn. Wir waren nie getrennt, doch Merlin braucht mich jetzt und das ist wichtiger, als mein persöhnliches Glück. Ich kann ihn jetzt nicht verlassen. Ich kann nicht glücklich sein, wenn er so verzweifelt und allein ist."
„Er wird schon klar kommen. Er ist kein kleines Kind mehr", versuchte Lance zu kontern.
Sie schüttelte den Kopf und stand auf. Ihre Entscheidung war gefallen, doch sie musste jetzt gehen, bevor sie ganz die Beherrschung verlor. Lance sprang auf und riss sie in seine Arme, küsste sie stürmisch, als wollte er ihr einimpfen, mit ihm zu gehen. Leise flüsterte er in ihr Ohr.
„Bitte, Maria. Verlass mich nicht."
„Ich...Ich kann nicht", sagte sie mit erstickter Stimme „Vergiss mich nicht."
Dann riss sie sich los und stürmte nach oben. Lance rannte ihr nach und stand an der oberen Kellertür, als sie die Eingangstür aufriss.
„Maria", rief er und sie drehte sich um. Tränen rannen ihr über die Wangen, als sie sagte.
„Ich werde dich immer lieben, Lance. Leb wohl."
Dann rannte sie nach draußen, Lance bis zur Tür und blieb fluchend im Schatten stehen. Er konnte nicht hinaus, die Sonne schien warm auf die Stadt. Er musste hilflos zusehen, wie sie in die Kutsche stieg und losfuhr. Sein totes Herz schmerzte so sehr. Er hatte sie verloren. Sie würde nicht mit ihm gehen. Arthur stand an der Kellertür und schaute ihn an, als er langsam die Tür schloss.
„Was ist los?"
„Nichts", herrschte ihn Lance an, als er an ihm vorbei nach unten ging. Arthur folgte ihm.
„Rede endlich. Was ist los?"
Unten drehte sich Lance um zu ihm.
„Maria wird nicht mit mir gehen. Gratuliere, Arthur. Dein Sieg auf ganzer Linie. Hast du prima hinbekommen."
„Und warum nicht?"
„Sie will Merlin nicht allein lassen und jetzt lass mich in Ruhe."
„Du wirst es überleben", rief ihm Arthur hinterher, so das Lance stehen blieb und zu ihm zurückkam. Seine Augen dunkel im Zorn und Schmerz.
„Ich bin unsterblich, du Arsch. Natürlich werde ich es überleben", schrie er Arthur an und hob den Finger warnend, als Arthur den Mund aufmachte, um etwas zu sagen.
„Kein Wort mehr, sonst vergesse ich, das du mein Freund bist und sauge dir dein verdorbenes Vampirblut aus. Ich...will...keinen saudummen Kommentar mehr von dir hören, du Vollidiot."
Dann ging er zu seinem Zimmer und Arthur sah ihm wirklich sprachlos nach. Das war das erste Mal, in all den Jahrhunderten, das Lance ihn bedrohte und es verdammt ernst damit meinte.
Lance, der sanfte Idiot von einem Vampir. Doch anscheinend lauerte hinter dieser Vernunft und Sanftheit auch das Monster, das ein Vampir ausmachte. Und nun hatte Lance es jetzt von der Leine gelassen.
Arthur war überrascht, doch dann lächelte er traurig.
Sie waren verflucht. Beide und zur Einsamkeit verdammt.
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
Merit betrat die Veranda des Herrenhauses im Südstaaten Stil und klopfte an die Tür. Die lange Schiffsreise hatte ihr nicht sehr gut getan und sie war froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Sie liebte New Orleans und das French Quarter und freute sich, hier mit Serena und den Mädchen Spaß zu haben. Serena selbst öffnete die Tür und ein strahlendes Lächeln kam über ihre Lippen.
„Merit", rief erfreut und auch überrascht „Das nenne ich mal eine freudige Überraschung. Komm herein."
Merit nahm ihre Tasche und überquerte die Haustür, blieb im Voyer stehen.
„Verzeih mir, aber ich hatte keine Zeit mehr, meinen Besuch anzukündigen. Ich musste schnell weg."
„Dein Vater?"
Sie seufzte.
„Ja, wir hatten mal wieder Streit und er sagte mir durch die Blume, das ich packen soll. Ich sagte ihm, das ich dich sehen muss und er fing wieder mit seinen albernen Vorurteilen und mit Vampiren an. Ich sollte nicht so lange dort sein, es gibt immer Streit."
Serena umarmte sie.
„Macht nichts, wir freuen uns und für dich habe ich immer ein Plätzchen. Komm rein in den Salon. Deine Tasche kannst du ja später mit nach oben ins Gästezimmer nehmen."
Merit nickte und folgte ihr in den gemütlichen Salon. Serena machte ihr einen Drink und sich selbst und setzte sich neben Merit auf das Sofa. Es war früher Abend.
„Gott, bin ich froh, von dem Schiff herunter zu sein. Anscheinend vertrage ich das nicht so gut. Mir war tagelang schlecht", erzählte sie.
„Warum bist du nicht geflogen?", fragte Serena.
„Auf einem Besen? Über den Atlantik? Nun ja, eine Minute keine Konzentration und ich wäre Fischfutter. Ich beherrschte das nicht so gut, das ich damit über den Atlantik fliege und außerdem ist es auf so eine lange Strecke unbequem. Abgesehen davon, das ich nicht auffallen will."
Serena lachte. Natürlich konnten sie einen Besen verzaubern, so das sie fliegen konnten. Was das anging, lagen die Menschen nicht falsch. Aber selten flogen Hexen mit dem Besen, es war etwas überholt. Serena wollte sie eigentlich damit aufziehen, doch Merit nahm es anscheinend ernst.
„Das war doch Spaß. Selbst ich würde nicht über den Atlantik mit einem Besen fliegen, obwohl ich es gut beherrsche. Doch du hast recht. Es wäre doch sehr auffällig. Und gäbe den Menschen die Annahme, das Hexen tatsächlich auf einem Besen fliegen."
„Nur das wir eine Augenweide für jeden Mann sind und nicht hässlich oder Warzen haben und eine Hakennase", meinte Merit schmunzelnd „So wie Menschen sich uns immer vorstellen."
Sie lachten und Serena war sehr glücklich, ihre Freundin zu sehen. Da sie eben weit voneinander weg wohnten, war das nicht so häufig. Auch wenn Merits Magie anders war und mehr von den Romas und Sinti war, verstanden sie sich gut.
„Ich freue mich, das du hier bist. Wie lange wirst du bleiben?"
„So schnell will ich kein Schiff mehr sehen", antwortete Merit, doch sie wurde ernst.
„Ich musste dich sehen. Ich habe etwas erlebt und brauche deinen Rat. Es beschäftigt mich schon eine Weile und ich habe viel auf der Reise darüber nachgedacht. Serena erinnerst du dich an den Hexenclan Silver Lunera?"
Serena nickte. Ein Schatten legte sich über ihr Gesicht. Es gab keinen Hexenclan, der diese Geschichte nicht kannte. Sie war traurig und furchtbar zugleich. Eine Schwester, die ihren Bruder töten wollte, um an die Macht zu kommen, war selbst unter den Hexen allen Ranges unter aller Würde. Die Gesetze der Magie mussten eingehalten werden. Das war oberstes Gebot, sowie auch die Vampire Gesetze hatten. Ohne diese und eine Instanz, die darüber wachte, würde das absolute Chaos ausbrechen, vor allem in der Mytenwelt, in der alle sehr viel Macht hatten. Im Falle der Hexen gab es den Hexen Rat, der das überwachte, wie bei den Vampiren die Gilde.
Sie lebten unter Menschen und doch mussten sie im Verborgenen bleiben, denn Menschen würden sie nicht dulden, weil sie Angst hätten. Sie würden sich wehren, wie damals, als sie Hexen verbrannten. Oder einige Menschen, die Jäger waren und Vampire jagten und töteten. Einige wenige, die wussten, das es sie gab und im Geheimen ihnen schaden wollten. Sollte das jemals bekannt werden, würde es bald einen offenen Kampf gegen Menschen ausbrechen, bei dem die menschliche Rasse ausgelöscht würde. Niemand wollte so etwas wirklich, auch diejenigen nicht, die zur Mytenwelt gehörten.
Auch ihre Strafen waren furchtbar, gingen bis zum Tode oder endeten mit dem Verlust der Magie. Für eine Hexe oder Hexer war es mehr als schrecklich, die Magie mit Gewalt entzogen zu bekommen. Der Hexen Rat bestand aus drei Hexen und drei Hexer mit sehr viel Magie. Doch die Strafen, wie einer Hexe die Magie zu entziehen, konnten sie nur erreichen, wenn sie ihre Kräfte vereinten. Dann waren diese Sechs des Rates eine große Macht und gefürchtet. Trotzdem gab es wie bei den Vampiren genug Verstöße, über die gerichtet wurde und je nach Ausmaß bestraft wurde. Deshalb war der Clan der Silver Lunera in den Untergrund abgetaucht, denn diese Strafen wären furchtbar gewesen. Angriff auf einen Führer eines Clans aus machtgierigen Gründen? Darauf stand der Tod. Das wusste diese bösartige Schwester nur zu gut.
„Ja, böse Geschichte", sagte Serena ernst „ Ich denke, es gibt keine Hexe auf der Welt, die diese Geschichte nicht kennt. Und kein Clan, der das nicht als Abschreckung nimmt. Aber wie kommst du jetzt auf den Clan?"
„Angeblich existiert er nicht mehr. Meine Mutter hatte mir die Geschichte nochmal erzählt, bevor ich aufgebrochen bin. Sie sagt, das alle verschwunden sind."
„Ja, nachdem sich der Clan in zwei Hälften teilte und sich bis auf den Tod bekämpfte. Die Schwester des Anführers wurde sehr von dessen Frau verletzt und das Paar musste letztendlich fliehen, weil sie den Kampf verloren hatten. Niemand hatte sie seitdem gesehen, auch die bösartige Schwester nicht. Als hätten sie nie existiert."
„Ja, ich weiß und Mutter sagte", sprach Merit weiter „Das die Schwester ihnen angedroht hatte, ihre Kinder und Kindeskinder zu töten, um sich furchtbar an ihrem Bruder zu rächen. Glaubst du das, Serena?"
„Angeblich hatte seine Frau sie so sehr verletzt, das sie für immer entstellt war, wie man sich erzählt", antwortete Serena „Aber genau weiß das niemand. Ich habe niemanden getroffen, der das wirklich gesehen hatte. Vielleicht ist es wahr, vielleicht auch nicht. Sicher ist nur, das der Clan Silver Lunera sich gegenseitig bekämpft hat, um Macht und Führung. Es war das Recht des älteren Bruders, die Führung zu übernehmen, doch anscheinend hatte seine raffgierige Schwester andere Pläne", antwortete Serena und starrte aus dem Fenster, doch dann schaute sie Merit stirnrunzelnd an „Wie kommst du auf diesen Clan und diese Geschichte?"
Merit rieb sich nervös die Hände, bevor sie antwortete.
„Ich glaube...Ich glaube, ich habe jemanden aus diesem Clan getroffen."
Serena sah sie einen Moment sprachlos an, bevor sie sagte.
„Was? Wie kommst du denn da drauf?"
„Ich habe es gespürt, Serena. Uralte, sehr mächtige Magie."
„Wo?" Ihre Neugier war mehr als geweckt.
Merit lehnte sich zurück und nahm einen Schluck von ihrem Drink, sagte dann.
„Ich muss etwas weiter ausholen. Es war in Budapest, in einer Taverne. Ich war dort mit ein paar Freunde, als ich sie spürte. Schwach, aber sie war da. Also schaute ich mich in der Taverne um, denn ich war mir sicher, das jemand mit Magie hier war. Ich ging einmal durch die Taverne und spürte sie wieder an einem Tisch mit vier jungen, gutaussehenden Männern, die anscheinend auf der Durchreise waren, denn sie waren nicht aus Budapest. Sie sprachen englisch. Nach einer Stunde gingen drei der Männer, denn sie hatten Mädchen im Arm. Doch einer blieb zurück und ich spürte immer noch die Magie. Nicht stark, eher wie ein leichter Wind. Ich...Ich kann es nicht wirklich beschreiben. Sie war da und auch nicht, eine Andeutung davon."
Sie machte eine Pause, doch Serena drängelte.
„Und weiter?"
„Ich setzte mich an den Tisch des jungen Mannes und begann ein lockeres Gespräch. Zuerst wollte er mich abwimmeln, denn er stand nicht auf Mädchen. Eigentlich eine Schande, er war sehr gutaussehend", schmunzelte sie „Ich wollte sicher sein und fragte ihn, ob er mir seine Hand reicht. Zuerst wollte er nicht, er war sehr misstrauisch, doch dann tat er es. Mein Gott."
Serena schaute sie wie gebannt an.
„Was? Lass dir nicht jedes Wort aus der Nase ziehen."
Merit beugte sich etwas zu ihr vor.
„Serena, ich spürte uralte, mächtige Magie. Sie war so stark, das mir schwindlig wurde und ich ihn loslassen musste. Doch sie war da und auch wieder nicht. Eine Anspielung darauf und doch so stark, das mir die Sinne schwanden. Seltsam."
„Wie meinst du das?"
Merit kniff nachdenklich die Augen zusammen.
„Als wäre sie versteckt und inaktiv. Es kam mir so vor, als würde sie tief weggesperrt sein und verschleiert... versteckt. Und trotzdem spürte ich diese Macht"
„War er ein Hexer und hatte sie selbst versteckt?", fragte Serena.
„Nein, das ist ja gerade das Seltsame daran. Der Mann glaubte nicht an Magie. Er hat gelacht und gesagt, das es keine Hexen gibt und auch keine Drachen. Er glaubte nicht daran und zog es ins Lächerliche. Und doch war in ihm diese Macht, die mich vom Stuhl gehauen hätte, wenn sie frei gewesen wäre", sie sah Serena an „War dieser Clan nicht der Mächtigste, was Magie anging?"
Sie nickte.
„Ja, sehr alte, mächtige Magie. Angeblich sagte man dem Silver Lunera Clan nach, das sie alle Magiearten vereint in sich trugen. Schwarze wie weiße Magie und auch die Magie der Drachen, die schon lange nicht mehr existieren. Angeblich ist dieser Clan so alt wie die Zeit selbst gewesen und hat sich im Laufe dieser Zeit alle Magiearten angeeignet. Doch das sind Gerüchte und Vermutungen."
„Wer war er?", fragte die rothaarige Heexe nach einem Moment „Hast du nach seinem Namen gefragt?"
Merit nickte.
„Ich war mehr als neugierig. Er war Spanier, er sagte, er lebe in Sevilla. Seine Eltern wären tot und er hätte noch eine Schwester. Sein Name war Merlin del la Vega und er war adlig."
„Was?"
Serena sprang auf. Das konnte doch nicht sein, oder doch? Sethos hatte ihr erzählt, das Arthur jemanden liebt. Einen jungen Mann, der Merlin hieß und dort lebte, wo Arthur zur Zeit auch lebte. Zufall? Nein, Merlin war eher ein Name, der nicht häufig in Spanien vorkam. Und sagte Sethos nicht, das er ein Conte war? Und das ihre Beziehung unter keinem guten Stern stand?
Sie drehte sich um zu Merit, die sie schweigend ansah.
„Bist du dir sicher, Merit?"
„Was die Magie angeht, ja. Ganz sicher. Ich sagte ihm das nicht, da er das so ins Lächerliche zog. Ich vermute stark, er weiß es gar nicht, das er Magie hat. Irgendjemand hat sie tief in ihm vergraben und gebannt. Wer und warum weiß ich nicht. Meine Magie war nicht stark genug, um zu graben, aber du..."
Serena setzte sich wieder und sagte nach einem Moment.
„Ich muss dir etwas erzählen."
Und dann erzählte sie die Geschichte von Arthur und Sethos. Und auch, was Sethos über Arthurs Liebe erzählt hatte. Merit hörte schweigend zu und als sie endete.
„Ich weiß, das du einige Vampire deine Freunde nennst, obwohl wir Hexen nicht gut auf sie zu sprechen sind. Sie mögen zu sehr unser Blut. Angeblich ist es das begehrteste Blut unter Vampiren. Mein Vater sagte mir, das es für Vampire mehr als köstlich schmeckt und sie deshalb auf uns Jagd machen."
„Ja, aber Sethos nicht, auch Arthur nicht. Sie sind beide sehr nett und Arthur hatte den Mädchen gehörig den Kopf verdreht. Sie wollten ihn nicht gehen lassen, denn er ist sehr gutaussehend, attraktiv und wahnsinnig sexy."
Merit lachte.
„Ich habe dich selten von einem Mann so schwärmen gehört. Gibt es noch etwas, was du vielleicht verheimlichst?"
„Nein, ich habe nicht mit ihm geschlafen, wenn du das wissen willst, allerdings die Mädchen schon."
„Alle?", fragte sie erstaunt.
Sie nickte.
„Ja, mit allen. Vampire sind sehr...bewandert auf diesem Gebiet. Sie haben so geschwärmt und waren zu Tode betrübt, als er zurück nach Sevilla ging. Sethos holte ihn ab, das ist noch gar nicht so lange her."
Sie stand wieder auf und ging nachdenklich hin und her.
„Das kann doch nicht sein?", sagte Serena nachdenklich.
„Warum nicht? Und wenn er eine Schwester hat..."
„Dann hat sie auch Magie", vervollständigte Serena den Satz.
Merit nickte in Gedanken, sagte danach.
„Und beide haben keine Ahnung davon. Sie sind Magiewesen und wissen es nicht einmal. Ein Hexer mit so viel Macht gibt es nicht oft bei uns."
Nach einem Augenblick des Schweigens wandte sich Serena wieder an sie und sagte schmunzelnd.
„Ich glaube, das du doch bald wieder auf ein Schiff gehst. Denn ich werde dich begleiten. Ich muss mir das ansehen. Wenn du recht hast, dann sind das wirklich zwei der verschollenen Clanmitglieder der Silver Lunera. Ich kann es fast nicht glauben. Deshalb müssen wir nach Spanien."
Merit seufzte.
„Gut, aber lass mir wenigstens eine Woche, bis ich wieder auf das Schiff muss. Ich wollte hier noch einkaufen gehen und etwas Zeit mit den Mädchen verbringen."
„Gut, einverstanden", sagte Serena „Ich werde mich um die Passage auf dem Schiff kümmern."
Merit stand auf und nahm ihre Tasche.
„Wenn es dich nicht stört, möchte ich jetzt schlafen gehen. Ich habe kein Auge auf dem Schiff zugemacht, nicht wirklich. Ich bin müde."
„Sicher. Gute Nacht. Du kennst ja den Weg, wir sehen uns morgen."
Merit nickte und ging hinaus, ließ ihre Freundin nachdenklich zurück.
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
Maria kam in die Bibliothek, nachdem sie von der Stadt zurück gekommen war. Merlin saß am Schreibtisch über den Büchern, die ihm der Verwalter gebracht hatte. Er konnte sich nicht gut darauf konzentrieren, denn immer wieder schweiften seine Gedanken ab. Doch er wollte ein normales Leben führen. Er zwang sich dazu. Zumindest im Moment. Er sah auf.
„Wo warst du?"
„In der Stadt", sagte sie und kam näher. Jetzt erst sah Merlin, das sie geweint hatte. Beunruhigt stand er auf.
„Was ist denn passiert, Maria? Hast du geweint?"
„Ja, ich wollte eigentlich nicht, denn ich wusste, das du dir dann Sorgen machst, aber..."
Wieder kamen die Tränen und Merlin nahm sie besorgt in seine Arme. Dort ließ er sie einen Moment weinen, tief beunruhigt, was ihr geschehen ist. Deshalb fragte er.
„Warst du bei Lance? Hat Arthur etwas gesagt, was dich verletzt hat?"
Sie schüttelte den Kopf, denn Merlin würde in die Stadt sausen und ihm ein paar Silberpfeilen verpassen, das wusste sie.
„Nein, aber ist es mit Lance vorbei."
Er schob sie von sich und schaute sie an.
„Hat er das gesagt?" Es klang vorwurfsvoll.
„Nein, er wollte mich sehen", sie sah ihren Bruder an „Merlin, Arthur und der Clan verlassen morgen Abend die Stadt."
„Was?" Sein Herz schien sich aufzulösen.
Sie nickte wieder.
„Ja, ganz sicher. Lance wollte mit mir reden. Er fragte mich, ob ich mit ihm gehen will."
„Wohin?"
„Keine Ahnung. Er sagte, das Arthur Sevilla verlassen will und das ich mitkommen soll. Er liebt mich und möchte mich an seiner Seite."
„Was hast du gesagt?", fragte Merlin, obwohl er die Antwort schon kannte.
„Nein. Ich will dich jetzt nicht allein lassen. Eigentlich will ich dich gar nicht verlassen. Ich dachte immer, wenn du und Arthur ein Paar seid, dann könnten wir zusammen bleiben. Doch jetzt hat sich alles geändert. Ich kann nicht glücklich sein, wenn du es nicht bist."
„Du solltest mit ihm gehen", sagte Merlin ernst „Versuche du dir wenigstens dein Glück zu erhalten. Du bist eine starke, junge Frau geworden und ich weiß, das du glücklich werden wirst. Gehe mit Lance und lebe dein Leben."
Sie machte sich los und wischte die Tränen weg. Ein trotziger Ausdruck kam auf ihre Gesichtszüge.
„Nein. Ich werde nicht gehen. Verstehst du das denn nicht? Du bist mein Bruder und alles, was ich noch habe. Mit Lance kann es auch schief gehen und dann bin ich allein. Aber du wirst mich nie allein lassen."
„Nein, Maria. Das würde ich nicht. Ist das deine endgültige Entscheidung?"
Sie nickte und lächelte schwach.
„Wir sind doch das gutaussehende Geschwisterpaar. Wir werden schon noch jemanden finden, oder nicht?"
„Sicher", sagte Merlin, doch sein Lächeln war schwermütig und traurig „Es wird eine harte Zeit sein, doch wir werden es überleben. Wir müssen es überleben."
Sie nickte, doch dann reckte sie den Kopf.
„Wir werden nicht untergehen."
Merlin küsste sie auf die Wange und sie ging in ihr Zimmer. Er wusste, das sie noch weinen würde, doch sie hatte entschieden. Merlin hätte sie gehen lassen, wenigstens sie würde glücklich werden. Doch Maria würde nicht gehen.
Und Arthur? Er würde in der Welt verschwinden, ohne jegliche Spur. Vielleicht würde Merlin ihn nicht wiedersehen. Arthur war frei und er konnte tun, was er wollte. Tat er ja sowieso. Merlin setzte sich wieder an den Schreibtisch und starrte auf die Bücher, ohne sie wirklich zu sehen.
Er lächelte schwach. Das war es dann. Das war es dann mit der großen Liebe, die anscheinend nicht so groß war. Wenn Arthur jetzt ohne mit der Wimper zu zucken, Sevilla verließ, dann war es mit der Liebe nicht so ernst. Merlin hatte eher gehofft, das er sich ändert und sie vielleicht sich wieder näher kamen.
Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt und sie lag jetzt in den letzten Zügen.
Aber das Schlimmste daran war, das Merlin ihn wirklich so sehr liebte und jetzt mit der Gewissheit leben musste, das er endgültig gegangen war.
Und er wusste im Moment nicht, wie er weiterleben sollte. Der Gedanke, das Arthur nicht weit weg war, hatte ihn etwas beruhigt. Doch er würde bald weit weg sein.
Doch er musste endlich sein leben in den Griff bekommen. Das war er auch Maria schuldig. Sie waren jung, reich und gutaussehend. Und sie hatten ihr ganzes Leben noch vor sich.
Er würde stark sein, für sie beide.
So, die nächsten Kapitel. Viel Spaß und schreibt mir ein paar Zeilen. Danke. LG Pendragon100
DU LIEST GERADE
Dunkles Schicksal
FantezieNach dem Tod seiner Eltern, die von Vampiren getötet wurden, wird der junge spanische Graf Merlin del la Vega zum Jäger. Sein Hauptmerkmal ist ein vermögender, hoch angesehener Vampir, den er für den Mörder seiner Eltern hält. Erbittert jagt er ihn...
