Aufgaben eines Ministers

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Aufgaben eines Ministers

Jetzt saß er also hier. Irgendwie wusste Sirius immer noch nicht wie es sein Patenkind geschafft hatte, ihn dazu zu überreden. Nach über einer Woche in diesem Amt kam es dem ehemaligen Rumtreiber immer noch irreal vor.
Vielleicht lag es daran das Harry einen Tag vorher fast seine Seele verloren hatte. Und trotzdem kämpfte der Junge weiter. Dieser niedliche Vampir dachte gar nicht daran sich unterkriegen zu lassen. Aus diesem Grund beschloss auch Sirius sich seinem Schicksal zu stellen. Obwohl er viel lieber gegen Todesser gekämpft hätte als in diesem verfluchten Büro zu sitzen.
Bei einer ersten Überprüfung durch Augusta Longbottom stellte sich heraus, dass Fudge die ganze Zeit einen Überwachungszauber auf seinen Räumen liegen hatte. Und daran war nicht Riddle Schuld, sondern Umbridge. So wusste die Frau immer über alles Bescheid und konnte ihren Chef „richtig“ beraten. Und der dachte natürlich, die pinke Seekuh hätte den vollen Durchblick. Ja, den hatte sie, aber anders als Fudge dachte. Dieser Trottel.

Missmutig starrte der neue Minister für Zauberei auf den Papierstapel der vor ihm lag. Er war erst einige Wochen im Amt aber schon war er am durchdrehen. Wie konnte man nur so arbeiten? Hier herrschte noch vor Tagen ein schlimmeres Durcheinander als im Schrankkoffer eines Teenagers.
Und was Fudge alles für Beschlüsse getätigt hatte. Einige Angestellte waren entlassen worden, nur weil sie muggelgeboren waren. Das alles geschah auf Anraten von Dolores Umbridge. Diese Frau hatte einfach zu viel Macht gehabt. Und Cornelius hatte ihr schön brav nach dem Mund geredet.
Aber ein Gutes hatte das Ganze. Sirius konnte einigen Leuten kündigen weil sie wirklich schlechte Arbeit geleistet hatten. Das Beste war, dass es sich bei diesen Zauberern meist um Todesser gehandelt hatte. Sie waren nur deswegen in so hohen Positionen eingesetzt worden weil sie Reinblüter waren. Und auf die war Umbridge ja ganz scharf. Sie hatte ja selber überall herumerzählt, dass sie ebenfalls eine wäre. Schwachsinn, die Alte war ein Halbblut. Und sie hatte ihrem Vater verboten die Wahrheit zu sagen. Er musste sogar in Rente gehen. Niemand sollte durch Zufall herausfinden, dass die Familie Umbridge keine alte magische Linie war. Idiotisch.

Ein leises Klopfen lenkte den Mann von seiner Wut ab.
„Ja, bitte?“
Herein kam seine Sekretärin. Lorelei White, ebenfalls in der Muggelwelt aufgewachsen, und genauso intelligent wie Hermine. Sie hatte sogar eine ähnliche Frisur.
„Was gibt es, Lorelei?“
Die junge Frau sah ihn verwirrt an.
„Mr. Malfoy steht draußen. Er hat einen Termin bei Ihnen.“ Erinnerte sie ihren Chef.
Der Minister sah auf seinen Kalender.
„Ach verflixt, dass hatte ich doch glatt wieder vergessen. Was würde ich nur ohne Sie machen?“
Lorelei lächelte.
„Vermutlich in diesem Pergamentchaos versinken.“
Nun grinste auch Sirius.
„Ja, und Sie müssten dann meine arme Leiche aus den Trümmern fischen.“
„Ach, ich bin mir sicher, Mr. Lupin würde Sie wieder ins Reich der Lebenden holen.“ Meinte die junge Frau verschmitzt.
Das war es was Sirius an Muggelgeborenen so mochte. Sie hatten nicht diese dämliche Scheu vor einem, nur weil er aus einer alten Familie kam. Genau aus diesem Grund hatte er die Frau vor ihm eingestellt. Und, weil sie wirklich gut war.
„Da könnten Sie recht haben, meine Liebe. Dann bitten Sie den Mann mal rein. Nicht das er uns noch durch die Decke geht.“
„Kann ich mir gar nicht vorstellen, Mr. Malfoy wirkte auf mich sehr nett.“
Bei dem ungläubigen Gesicht, das Sirius ihr zuwarf musste die Sekretärin wieder grinsen.
„Soll ich Kaffee machen?“ Fragte sie dann unschuldig.
„Ein starker Whiskey wäre mir fast lieber. Sie würden sich wirklich gut mit meinem Patenkind verstehen.“
Wieder lächelte Lorelei.
„Das ist nett von Ihnen, aber dennoch bekommen Sie keinen Alkohol von mir. Zumindest nicht während Ihrer Dienstzeit.“
„Und jetzt reden Sie wie Remus“, jaulte der Mann.
„Was denken Sie von wem ich diese Anweisung bekommen habe?“ Damit verließ die Frau das Büro und ließ einen sprachlosen Animagus zurück.

Kurz darauf betrat Lucius das Arbeitszimmer des Ministers. Lorelei stellte Kaffee und Kekse hin und zog sich diskret zurück.
„Guten Tag, Minister. Bitte verzeihen Sie mir die Bemerkung, aber Sie sehen jetzt schon überarbeitet aus.“
Sirius grummelte.
„Bin ich auch, das hier ist ein Albtraum. Harry hat Glück, dass er so niedlich ist, sonst würde ich ihn jetzt für diese Idee verfluchen.“
„Das hat meine Frau auch vor kurzem gesagt“, schmunzelte Lucius und goss sich etwas Milch in seinen Kaffee.
„Du siehst im Übrigen auch nicht besser aus möchte ich nur mal dazu sagen.“ Stichelte Sirius.
Der Blonde warf dem Mann vor sich einen scharfen Blick zu.
„Ich habe drei Säuglinge daheim. Welche Ausrede haben Sie?“
„Hör auf mich zu siezen, das haben wir noch nie getan. Außerdem bist du mit meiner Cousine verheiratet. Und wenn man den Worten von Harry glauben schenkt, und das tue ich, seid ihr beide gar nicht mal so übel.“
„Ich bin mir sicher, Harrys Worte waren wesentlich netter.“
Sirius nickte.
„Ja, aber ich hatte den Schock des Jahres. Ich freute mich schon so drauf, dich rauszuschmeißen. Aber nicht mal diese kleine Freude lässt man mir.“
Lucius nahm schnell einen Schluck Kaffee um sein Lachen zu verbergen.

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