Eiskalte Rache Teil 1

4.8K 161 35
                                        

Eiskalte Rache Teil 1

„NEIN! HARRY!“
Severus stürzte ohne nachzudenken auf den am Boden liegenden Körper zu. Dabei verschwendete er keinen Gedanken an seine Umgebung. Und merkte dadurch auch nicht, dass der Dementor der gerade noch Harry geküsst hatte, sich zurückzog.
Schwer atmend ließ er sich neben seinen Mann auf den Boden fallen und zog den wie tot daliegenden Körper in seine Arme.
„Harry, Kitten Kleiner komm schon, gib nicht auf. Bitte, beweg dich. Du kannst mich doch nicht so einfach verlassen. Bitte!“
Immer verzweifelter kamen die Worte aus Severus. Dass ihm heiße Tränen über die Wangen liefen merkte er erst als diese auf Harrys Gesicht trafen. Aber er kümmerte sich nicht darum. Alles was den Mann interessierte war sein kleiner Gefährte.

Die Lehrer und Schüler blickten ebenfalls fassungslos auf das Bild. Die Kinder waren alle kurz vor dem Zusammenbruch. Noch nie hatte jemand von ihnen gesehen, wie ein Dementor jemandem die Seele stahl.
Dumbledore sah aus als wäre er bereit einen Mord zu begehen. Das letzte mal, dass ihn jemand so gesehen hatte, war als er Barty Crouch Junior befragte. Kein vergnügtes Blitzen in den Augen, kein Funke von Fröhlichkeit war mehr geblieben. Nur noch reine Wut.
Mit einem Schlenker seines Zauberstabes sperrte er die Seelenfresser in einen speziellen Käfig. Danach machte er mit den zivilen Zauberern, die auf Umbridges Seite standen, dasselbe.
Allerdings schien dass die pinke Pest nicht zu stören. Die Hexe lachte die ganze Zeit hysterisch. Sie genoss ihren Triumpf und konnte den Blick nicht von Harry und dessen verzweifelten Mann wenden.
„Tun Sie was Sie wollen Dumbledore. Sie haben verloren. Die Ehe der beiden ist Geschichte, sie bestand nur solange wie einer der Partner eine Seele hatte. Und die hat der Bengel nicht mehr. Jetzt gehört der Junge dem Ministerium. Wir werden seinen Körper gut gebrauchen können. Los, holt ihn!“
Den letzten Satz brüllte sie den Auroren zu. Diese setzten sich auch sofort in Bewegung. Weit kamen sie allerdings nicht.

Gerade wollte Albus dieses feige Pack, wie er sie bereits insgeheim nannte, in Ketten legen. Aber er war zu langsam.
„Sectumsempra!“ Erscholl ein Ruf.
Im nächsten Moment brach der erste der Auroren schreiend zusammen. Aus unzähligen Schnitten sprudelte das Blut. Dem ersten folgten noch weitere Zauber, alle unbekannt, aber alle mit verheerender Wirkung. Kurze Zeit später lagen alle Polizisten mit klaffenden Wunden am Boden.
Die Lehrer beeilten sich ihre Schüler vor dem grausigen Anblick abzuschirmen.
Severus hatte immer noch seinen Mann im Arm mit der freien Hand hatte er allerdings die Männer nieder gestreckt die es auf seinen Kleinen abgesehen hatten.
„Wagt es nicht ihm zu Nahe zu kommen“, fauchte er, dabei zog er Harry noch näher an sich.
„Sie haben kein Recht mehr auf den Vampir. Er ist nur noch eine leere Hülle! Die Ehe ist zu Ende! Haben Sie mir nicht zugehört?“ Die Frau in pink wütete und schrie. Fehlte nur noch, dass sie auf und ab hüpfte. Sie wollte sich ihre Beute nicht von diesem Mann wegnehmen lassen.
Severus zeigte mit seinen Stab genau auf die Frau.
„Sie haben mir das Liebste genommen, dafür nehme ich Ihr Leben.“
„Severus, nicht“, versuchte der Direktor seinen Kollegen zu stoppen.
„Warum nicht, sag es mir Albus?“ Dass er den Mann so vertraulich ansprach merkte er in dem Moment nicht mal. Und dem alten Zauberer war es auch egal.
„Ich will nicht, dass du dich auf ihr Niveau begibst. Sie dir an, was du mit den Männern gemacht hast. Ich weiß nicht, ob ich sie noch retten kann. Im Moment habe ich sie unter eine Stasis gelegt.“
„Das ist mir egal, die haben es nicht anders verdient. Mein Kleiner ist tot!“ Brüllte der verzweifelte Mann. Weitere Tränen rannen ihm über das bleiche Gesicht.
„Nein Severus, Harry lebt. Sieh doch“, damit deutete Luna, die neben dem Tränkemeister kniete, auf den Vampirkater.
Alle Blicke wandten sich dem Jungen zu.

Harry schien sich langsam zu verändern. Seine Haut wurde etwas dunkler, genau wie seine Haare. In der plötzlichen Stille hörte jeder das laute Knacken. Severus sah, das sich die Kiefer seines Mannes ebenfalls wandelten. Daher das Geräusch. Die oberen Fangzähne wurden immer länger, bis sie bis an das Kinn des Jungen reichten. Dann schlug Harry die Augen auf. Die Pupillen waren nicht mehr grün sondern leuchtend rot. Sie sahen aus wie eine Muggelampel bei Nacht.
Sonderbarerweise hatte Severus nicht den Hauch von Furcht. Er strich seinem Geliebten über den Kopf.
„Harry, wie geht es dir?“
Der Vampirkater antwortete nicht. Das war durch die Zähne auch gar nicht möglich. Aber er legte die Hand an die Wange seines Gatten. Dann richtete er sich auf, sein Blick wanderte über das Feld. Überall lagen verletzte Auroren. Schüler drängten sich dicht zusammen und Lehrer versuchten sie zu beruhigen.
In zwei Käfigen waren Dementoren und Menschen eingesperrt. Dann traf Harrys Blick auf Umbridge.
Die Frau starrte mit schreckensgeweiteten Augen zurück.
„Nein, das kann nicht sein! Du bist nur noch eine Hülle. Du hast keine Seele mehr!“
Ohne auf die Schreie der Frau zu achten katapultierte Harry sich aus den Armen seines Mannes in die Luft. Aus seinem Rücken schossen blutrote lederartige Flügel. Er breitete die Schwingen aus und fixierte Umbridge.
Die hatte mittlerweile angefangen hysterisch zu schreien und sprach einen Fluch nach dem anderen auf Harry. Und nicht die Hälfte davon war weiß-magisch. Der Junge wehrte diese allerdings mit kräftigen Flügelschlägen ab.
Im nächsten Moment stürzte er sich auf die Hexe. Aus seinen Fingernägeln waren mindestens 30 cm lange Krallen gewachsen. Mit denen schnappte er nach den Kleidern der Frau und hielt sie in einem eisernen Griff. Harry war dabei nur etwa einen halben Meter vom Boden entfernt.
Als nächstes spaltete sich sein Schwanz, so dass er nun zwei davon hatte.
Mit dem einen Teil berührte er die pinke Hexe an der Brust, den zweiten Schwanz richtete er auf die Erde. Dann begannen sowohl die Frau als auch die Schwänze zu leuchten.

SchwarzweißWo Geschichten leben. Entdecke jetzt