Sirius der Lehrer
Harry und sein ganzer Jahrgang standen aufgeregt vor der Tür zum Klassenzimmer. Jeder fragte sich, wie sich Sirius Black wohl als Lehrer anstellen würde.
Sogar die Slytherins schienen nervös, obwohl sie das nicht zu zeigen versuchten. Aber Harry konnte es natürlich riechen.
Und Mimmy war egal, wie sie auf andere wirkte. Es störte sie nicht, dass man ihr ihre Aufregung ansah.
Sie stellte sich zu Harry.
„Hast du eine Ahnung, was auf uns zukommt?“
„Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, ein sehr euphorischer Sirius. Er hat so lange auf seinen Freispruch gewartet, dass er jetzt wohl völlig aus dem Häuschen ist. Remus hat da schon einiges erzählt.“
Neugierig wurde er von Ron, Hermine und Mimmy angesehen.
„Was genau hat er erzählt?“
„Ron, bist du sicher, dass du das wissen willst?“
„Sag mir nicht, er hat...?“
„Doch, er hat seine neue Freiheit mit Remus gefeiert. Und das anscheinend indem er den armen Mann die ganze Nacht durchs Bett gescheucht hat. Das hat er heute zumindest als Grund für seine Müdigkeit angegeben.“
„Ich dachte, Sirius wäre der passive Partner?“
„HERMINE!“
„Ach, Ron, jetzt stell dich nicht so an.“
Harry grinste, und auch die Slytherin konnte ein kichern nicht unterdrücken.“
„So ähnlich haben die Lehrer heute beim Frühstück auch reagiert.“
„Ach deswegen war es heute so unnatürlich laut bei euch?“
Harry nickte dem Lockenkopf zu.
„Professor McGonagall wäre vor Lachen fast vom Stuhl gefallen. Auf jeden Fall scheinen die beiden heute Nacht die Rollen getauscht zu haben. Etwas, das Remus anscheinend nicht wiederholen will.“
„Warum?“
„Mimmy, jetzt fang du nicht auch noch an.“
Das Mädchen ignorierte das Gejammer des Rothaarigen und sah weiter auffordernd zu Harry.
„Ganz einfach, Remus ist ein Alpha. Unten liegen ist bei ihm nicht.“
„Ich werde dem Mann nie wieder in die Augen sehen können.“
In dem Moment hörten alle vier hinter sich ein leises Lachen.
„Ron, so schwer es dir fallen mag, das zu glauben, aber auch Lehrer sind nur ganz gewöhnliche Menschen. Oder in meinem Fall eben Werwölfe. Auch wir verfügen über ein Privatleben.“
Ron drehte sich rasend schnell um. Er war knallrot, aber mit seiner Antwort hätte wohl keiner gerechnet.
„Das ist ja schön, aber warum bin ich der Einzige, der anscheinend nicht über dieses Glück verfügt? Jeder hat einen Partner, nur ich bin solo.“
Das laute Lachen, in das seine Freunde ausbrachen, sicherte ihnen die ganze Aufmerksamkeit der anderen Schüler.
Remus legte dem Jungen eine Hand auf die Schulter und meinte nur.
„Das ist deine eigene Schuld.“
Dann warf er noch einen Blick auf Hermine und öffnete das Klassenzimmer.
So, meine Herrschaften, hinein mit Ihnen. Sie sind sicher schon alle auf Ihren neuen Lehrer gespannt.“
Drinnen stand schon Sirius und lächelte ihnen freundlich entgegen.
Schnell setzten sich alle auf ihre Plätze und starrten nach vorne.
„Einen schönen guten Morgen. Es freut mich, dass Sie alle in unseren Unterricht gefunden haben. Wie Sie ja mittlerweile alle wissen, wird Verteidigung ab heute von zwei Lehrern unterrichtet.“
Draco raunte seinen zwei Idioten was zu, dass diese lachen ließ.
„Mr. Malfoy, ich will auch lachen, möchten Sie das nicht widerholen?“
Grimmig schüttelte der Junge den Kopf.
„Fünf Punkte Abzug von Slytherin, weil Sie Ihre Lehrer als hirnlose Tiere bezeichnet haben“m kam es ruhig von Remus.
Der Malfoy-Spross drehte sich wütend um.
„Es ist absolut niederträchtig, ein privates Gespräch zu belauschen.“
„Zum einen habe ich nicht gelauscht und zum anderen: Der Unterricht ist nicht für Privatgespräche gedacht.“
Das ließ der Blonde allerdings nicht auf sich sitzen.
„Sie haben Ihr besonderes Gehör eingesetzt um mich zu belauschen.“
Nun reichte es Neville.
„Verdammt, Malfoy, sogar ich habe gehört, was du gesagt hast. Du hast Glück, dass dir der Professor nicht auch noch Punkte abzieht, weil du über die Beziehung der beiden gelästert hast.“
Die halbe Klasse brach in Lachen aus, und Malfoy wurde blass vor Zorn.
„Gut, hätten wir das jetzt geklärt? Wenn nicht, ja, jeder, der Augen im Kopf hat, sollte sehen, dass Professor Lupin und ich in einer Beziehung leben. Wenn Sie sich darüber lustig machen wollen, dann kann ich Ihnen nur zu Ihrem kindischen Verhalten gratulieren. Was das andere betrifft, ich kenne Tiere, die haben mehr Manieren als Sie, Mr. Malfoy. Eines davon sitzt gerade auf Mr. Snapes Schulter.“
Damit deutete Sirius auf Igel, der sich gerade gemütlich putzte.
