•Mia•
24 Stunden später und mit kaum gewechselten Worten zwischen Wincent und mir, sass ich mit Emilia am Tisch und machte mit ihr ein einfaches Memory. Wincent hatte gerade Leon gewickelt und kam nun mit dem Kleinen runter. Ich spürte Wincents Blick auf mir und hob meinen Kopf. Doch ich erwiderte seinen Blick nur kurz und kümmerte mich wieder um Emilia. „Mama hilf mir..." forderte mich meine Tochter dann auf. „Schatz du hattest dieses Bild vorhin doch schon mal." Lächelte ich sie auffordernd an und strich ihr durch die Haare. „Hier?" fragte Emilia und tippte auf ein Kärtchen. „Oder das?" machte sie weiter und deutete auf ein anderes. „Du willst nicht mehr spielen oder?" lächelte ich sie an und Emilia liess sich gegen die Stuhllehne sinken. „Nein." Sagte sie und liess ihre Beine baumeln. Im Hintergrund hörte ich wie Leon immer mehr quengelte und Wincent ihn nicht beruhigen konnte. Ich bemerkte dann Wincent neben mir und sah zu ihm hoch. „Ich glaube Leon hat hunger." Sagte mein Mann und lächelte mich leicht an. Ich sah auf die Uhr und nickte. „Ja, wird Zeit." Sagte ich und stand auf. Ich erwiderte Wincents lächeln nicht, sondern nahm ihm schweigend Leon ab. „Schaust du auf Emilia, bitte?" fragte ich ihn anständig und verschwand dann mit Leon um ihn zu stillen.
Leon war bereits im Bett und auch für Emilia wäre es bald Zeit um schlafen zu gehen. Das Abendessen verlief eher ruhig. Wincent und ich beschäftigten uns mit Emilia, redeten mit ihr und assen zu Abend. Während ich den Abwasch machte, rannte Emilia noch etwas umher und Wincent brachte mir das restliche Geschirr vom Esstisch. „Danke." Sagte ich leise und sah ihn kurz an. Wincent blieb neben mir stehen und sah mich an. Ich merkte wie er unschlüssig war und nicht wusste, ob er die Küche wieder verlassen wollte oder mich ansprechen wollte. Er ging dann aus dem Sichtfeld meines Augenwinkels, aber nur um sich kurz danach an meinen Rücken zu schmiegen und seine Arme um mich zu legen. Ich wusste, er würde sich nicht entschuldigen für das was er zu mir gesagt hatte. Denn es war seine Meinung und daran hielt er nun mal einfach fest. Aber ich wusste, wie sehr er es hasste, wenn genau diese Stimmung zwischen uns herrschte. Ich war hin und her gerissen. Gab ich nach? Oder behielt ich meinen Sturkopf und würde ihn weiterhin so kühl behandeln? Mir fehlte seine Nähe, das konnte ich nicht abstreiten. Dennoch war ich einfach immer noch sehr verletzt drüber, was er gesagt hatte. Ich spürte wie er seine Nase an meinen Hals drückte und mir einen sanften Kuss in Nacken hauchte. Da ich meine Haare zu einem Dutt gemacht hatte, hatte Wincent natürlich freie Bahn und die nutzte er auch gleich. „Ich bring Emilia ins Bett." Sagte er dann leise und löste sich von mir, als ich leicht genickt hatte und ein leiseres „Ja ist gut." über meine Lippen kam.
Als ich in der Küche fertig war, ging ich natürlich auch noch nach oben und wünschte unserer Tochter eine gute Nacht und kuschelte noch einen kurzen Moment mit ihr. Nachdem Emilia eingeschlafen war, wollte ich nochmal kurz bei Leon vorbeischauen, doch da kam bereits Wincent aus Leons Zimmer und lächelte mich an. „Alles gut, er schläft tief und fest." Sagte er zu mir und zog die Tür etwas zu. „Gut." Nickte ich und ging in unser Schlafzimmer. Wincent folgte mir und streckte seinen Kopf durch die offene Tür. „Was machst du?" fragte er mich und sah mich an. „Ich zieh mir nur etwas bequemes an." Antwortete ich meinem Mann, während ich mich begann auszuziehen und nach meinen Leggings und meinem Shirt griff. „Oke. Ich bin unten." Sagte Wincent und verliess dann den Raum.
Fertig angezogen ging ich runter und wollte mir etwas zu knabbern und zu trinken holen als Wincent nach mir rief. „Schatz ich hab Knabbereien und Getränke hier." Hörte ich ihn. Ich blieb kurz stehen und da kam Wincent schon um die Ecke. Ich drehte meinen Kopf zu ihm und wir sahen uns in die Augen. Wincent seufzte und kam auf mich zu. „Mia es tut mir leid, dass ich dich mit meinen Worten verletzt habe." Begann er zu reden. Ich hielt seinem Blick stand, aber sagte erst nichts. „Wenn du das unbedingt versuchen willst, dann tu es. Ich steh dir ganz sicher nicht im Weg." Fuhr er fort. „Aber du stehst auch nicht hinter mir. Du glaubst nicht dran, dass ich es schaffen könnte." Sagte ich dann. „Mia das ist einfach zu viel für dich." Sagte Wincent und ich sah, wie etwas Sorge in seinen Augen aufblitzte. „Aber deine Mum hat es auch geschafft!" sagte ich dann und drehte mich weg. „Weil sie musste! Sie hatte keine andere Wahl!" sagte mein Mann, dessen Blick ich deutlich auf mir spürte. Wincent trat dann dicht an meinen Rücken heran und strich mit seinen Händen über meine Arme. „Du musst das nicht tun. Du musst nicht ein Vollzeitjob neben den Kindern haben." Sagte er und drehte mich zu sich. „Du darfst gerne für deinen Ausgleich mal etwas arbeiten gehen, aber stell dir nicht direkt so eine Herausforderung." Sagte er und suchte meinen Blick. Ich sah ihm in seine Augen, wusste, dass er das alles eigentlich nur gut meinte. Aber dennoch hatte ich mir das nun in den Kopf gesetzt, vor allem nachdem was davor war. „Ich will es aber." Sagte ich leise aber dennoch irgendwie bestimmend. Wincents Hände waren mittlerweile bei meinen angelangt und er schloss seine warmen Hände um meine. „Okei. Dann mach es." Nickte er leicht, hob meine Hände zu seinen Lippen und küsste sie sanft.
Nach dieser kleinen Unterhaltung zog mich Wincent hinter sich her zum Sofa. Er liess sich drauf sinken und zog mich mit. Für ihn war dieses Thema abgeschlossen. Anscheinend. Aber wahrscheinlich dachte er sich auch einfach seine Sache dabei und gab einfach nach und überliess mir meinen Willen. Ich wollte es versuchen und ich setzte mir in den Kopf, dass ich das einfach schaffen würde. Egal was die Anderen dagegen sagen würden. „Mia?" sagte Wincent dann zu mir und ich hob meinen Kopf und sah ihn an. „Kannst du deinen Kopf jetzt einfach mal ausschalten?" sagte er zu mir und zog mich zu sich. „Du bist komplett abwesend und total unentspannt." Hörte ich dann seine Worte und hätte ich den nächsten Streit provozieren wollen, dann hätte ich einfach ihm die Schuld dafür geben können. Aber ich wollte ja auch nicht streiten eigentlich. Ich wusste ja nun wie er über das Ganze dachte und ich wusste auch, dass ich es ihm zeigen wollte, dass ich das hinkriegen würde. Wir müssten ja nicht ständig drüber diskutieren. Ich liess es nun einfach laufen. „Mia!" sagte Wincent dann wieder und ich klärte meinen Blick. „Tschuldige..." sagte ich leise und liess mich dann gegen ihn sinken. Wincent rutschte etwas mehr ins Sofa und ich kuschelte mich an ihn ran. Und ja ich genoss seine Nähe, auch wenn wir gestern noch einen ziemlichen Streit hatten und ich ihn am liebsten zum Teufel geschickt hätte. Aber er war mein Mann und ich liebte ihn. Mit all seinen kleinen unperfekten Perfektheiten.
Sein streicheln über meinen Arm liess mich richtig entspannen und irgendwann löste diese Liebkosung ein Kribbeln in mir aus. Ich richtete mich langsam auf und sah Wincent an, der die Chipstüte auf seinem Schoss hatte und gerade etwas trank. Seine Augen wanderten zu mir und trafen auf meine. Ich richtete mich auf, legte die Chipstüte auf den Tisch und nahm Wincent sein Glas ab und stellte es ebenso auf den Tisch. Fragend sah er mich an und beobachtete jede meiner Handlungen. Ich setzte mich dann auf seinen Schoss und bevor Wincent etwas sagen konnte, beugte ich mich zu seinen Lippen und küsste ihn. Wincents Überraschung spiegelte sich im Kuss wieder, denn damit hatte er nun so gar nicht gerechnet. Ich löste mich langsam von ihm und sah ihn an. Wir schwiegen beide. Während wir uns in die Augen sahen, griff ich nach seinen Händen und legte sie an meine Hüften. Ich beugte mich wieder zu ihm und verwickelte ihn erneut in einen Kuss und rutschte nun dicht an ihn ran. Ich löste mich nur etwas von unserem Kuss und legte meine Stirn an seine. „Schlaf mit mir..." kam es flüsternd von mir und da verschloss Wincent wieder meine Lippen mit seinen zu einem Kuss und sein Griff an meinen Hüften wurde automatisch stärker.
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Wir beide bleiben
Fanfic!!Das ist der 4. Teil von Mia & Wincent!! 1. Teil: Was machst du nur mit mir? 2. Teil: Ich krieg nicht genug von dir 3. Teil: Ich folge deinen Schritten
