Kapitel 62

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•Mia•

~1 Tag später~

Ich war völlig fertig. Nicht nur, dass mich die Nachricht der Polizei verzweifeln liess, nein auch der gestrige Streit mit Wincent warf mich komplett aus der Bahn. Ich wusste, dass wir uns etwas auseinander gelebt hatten in dieser Zeit. Aber dass es so schlimm war, dass wir uns bei einer solche Nachricht völlig verlieren würde hätte ich nicht gedacht. Ich dachte immer, dass unsere Liebe stark genug sein würde, egal was noch kommen würde. Bisher hatten wir es immer gemeinsam geschafft. Nur einfach dieses Mal nicht. Ich war zutiefst verletzt, enttäuscht und ich war wütend. Soll er mir doch den Buckel runterrutschen. Ich musste so viel einstecken in diesen Jahren, hab so vieles überwunden und überstanden. Und Er? Er rannte weg. Ich würde Emilia auch ohne ihn zurückkriegen. Irgendwie. Irgendwann.

Ich durfte Leon wieder zu Angela bringen. Ich hatte keinen Nerv und vor allem keine Energie. Und bevor Leon meine Frustration abkriegen würde, brachte ich ihn zu seiner Oma. Ich entschloss mich dann zu Basti ins Fitnessstudio im Nachbarort zu gehen. Ich brauchte Ablenkung und die kriegte ich bestimmt da, wo ich mich auspowern konnte. Ich nahm den Bus. Die Parkmöglichkeiten waren nicht so wahnsinnig toll, also war diese Variante die einfachste. „Hi Jan." begrüsste ich Bastis Mitarbeiter. „Ist Basti da?" fragte ich ihn, doch dieser schüttelte nur den Kopf. „Der musste ins Studio nach Hamburg." Sagte Jan. „Ach so." nickte ich leicht und verschwand dann in der Garderobe. Ich packte alles in meinen Spind und machte mich dann auf den Weg zu den Sportgeräten. Nach kurzer Zeit gesellte sich Julian, ein Stammkunde von hier, zu mir und während wir uns auspowerten und gegenseitig etwas motivierten zogen wir unser Programm durch. Nach anderthalb Stunden war ich fix und alle und stieg vom Crosstrainer runter. „Ich kann nich mehr." Murmelte ich und wischte mir mit dem Handtuch das Gesicht trocken. „Ich werd für heute Schluss machen." Sagte ich zu Julian, der nickte und dann ebenso sein Training beendete. Nachdem ich geduscht war, verabschiedete ich mich von Jan und verliess das Studio. Gerade sah ich wie mein Bus vor der Nase wegfuhr und das Wetter war nicht gerade einladend um nach Hause zu laufen. „Ach verdammt!" fluchte ich und stampfte mit dem Fuss auf den Boden. „Komm ich fahr dich heim." Hörte ich dann Julian hinter mir, der zu seinem Auto ging. Ich mochte ihn, er war nett und zuvorkommend und immer anständig zu mir. Also liess ich mich von ihm heimfahren.

„Magst du noch etwas trinken?" kam es einfach über meine Lippen, als wir vor meinem zu Hause in Julians Auto sassen. „Gerne." Nickte er und lächelte mich an. Gemeinsam mit ihm betrat ich das Haus und schmiss meine Tasche in ne Ecke. „Wo ist denn deine Familie?" fragte er mich, da er wusste, dass ich verheiratet und Mama war. „Wincent ist in München und Le... die Kinder bei Oma." Sagte ich und verschwand schnell in der Küche. Ich holte uns etwas zutrinken und bat Julian dann ins Wohnzimmer. Wir setzten uns aufs Sofa und zum Glück redete Julian einfach. Irgendwann merkte ich, wie er mich einfach nur ansah. Also drehte ich meinen Kopf in seine Richtung und erwiderte seinen Blick. „Du hörst mir gar nicht zu, kann das sein?" fragte er und schmunzelte leicht. „Es tut mir leid Julian." Sagte ich dann und strich mir übers Gesicht und verharrte einen Moment so. „Was ist los?" hakte er dann nach. Ich wusste nicht warum, aber ich begann zu reden und erzählte ihm alles. Jedes einzelne Detail. Von der Entführung und dass wir keinen einzigen Anhaltspunkt hatten oder eine Forderung kriegten. Und ich erzählte ihm auch vom Streit mit Wincent. Wie sehr wir uns distanziert hatten und dass alles so unglaublich weh tat. Ich konnte auch meine Tränen nicht zurückhalten und weinte. Ich liess es zu, dass Julian mich in den Arm nahm und mich tröstete. Es tat einfach so gut von jemandem gehalten zu werden und ich fühlte mich einfach etwas geborgen.

„Es tut mir leid." Murmelte ich dann und setzte mich wieder richtig hin. „Muss dir nicht leidtun. Alles okei." Sagte er leise. Julian sagte nicht viel, war aber einfach für mich da. Er hielt mich noch immer in seinen Armen und strich mir sanft über meinen Arm. Es fühlte sich einfach gut an und ich konnte mich einfach fallen lassen. Schon lange wurde ich nicht mehr so in den Arm genommen und ich genoss diesen Moment einfach. Den Gedanken an Wincent ob er gut in München angekommen war, oder was er gerade tat hatte ich sowieso bereits verdrängt und dachte nicht länger an meinen Mann. „Du hast es nicht verdient, so behandelt zu werden." Hörte ich dann Julians Worte und hob langsam meinen Kopf. Wir sahen uns in die Augen und ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte. Im Augenwinkel sah ich dann, wie der Blonde seine Hand langsam hob und kurz danach spürte ich eine sanfte Berührung an meiner Wange. Seine warme Hand strich mir sanft über die Wange und strich mir eine Strähne hinters Ohr. Ich schloss meine Augen und genoss diese sanfte Berührung. „Du bist eine Wahnsinns Frau." Sagte Julian dann leise und ich öffnete meine Augen. Ich sagte noch immer nichts und als er zu mir rutsche und sich meinen Lippen näherte, liess ich es einfach zu. Ich brauchte einfach diese Nähe und Zuneigung. Seit Wochen hatte ich sowas zuletzt gespürt. Als Julian mich küsste, erwiderte ich seinen Kuss sofort. Erst war es ein vorsichtiger Kuss, doch einen Augenblick später vertiefte Julian ihn, als er merkte, dass ich seine Annäherung zu liess.

Mein Kopf war komplett leer und ich liess diese Nähe zu. Ja ich genoss, diese Zuneigung die ich erhielt. Ich genoss diese Berührungen und was es in mir auslöste. Julian zog mich dann langsam auf seinen Schoss, ohne dass sich unsere Lippen voneinander trennten und liess seine Hände über meine Beine streichen. Ich vergrub meine Hände in seinen Haaren am Hinterkopf und verwickelte seine Zunge in einen leidenschaftlichen Kampf. Das Kribbeln was seine Hände und Berührungen auslösten liessen mich leise in den Kuss seufzen und ich liess auch meine Hände wandern. Dennoch löste ich mich aus dem Kuss, als ich seine Hände spürte, die er langsam unter mein Shirt schob und meine Haut berührte. Julian wollte gerade etwas sagen, als ich ihn einfach wieder stürmisch küsste und mich an ihn drückte. Er zog mir dann mein Shirt aus und übersäte meinen Oberkörper mit Küssen die wie Feuer auf meiner Haut brannten. Er schlang dann seine Arme um mich und legte mich langsam und vorsichtig aufs Sofa. Ich liess es nicht einmal zu, dass irgendein Wort zwischen uns fiel. Immer wieder verschlossen sich unsere Lippen zu einem Kuss und wir liessen uns von den Gefühlen leiten. Julians Shirt lag mittlerweile auch schon auf dem Boden und ich erfühlte seinen Körper mit meinen Händen und strich sanft über seine Haut. Er liess sich dann ganz zwischen meine Beine sinken und drängte seine Mitte an meine. Wir liessen uns vom Moment leiten und als ich seine Hände spürte die über meine Brüste strichen, entfuhr mir erneut ein leises Seufzen. „Alles okei?" fragte er dann leise, als er doch einen Moment erwischte um zu reden. Ich sagte nichts, sondern legte meine Hände an seine Jeans und öffnete den Knopf. Wir sahen uns in die Augen und ich liess meine Hand in seiner Hose verschwinden und strich über seine Erektion. Ich hörte ein Stöhnen von Julian und spürte kurz danach seine Lippen die mich gierig küssten.

Nachdem Julian und ich jedes einzelne Kleidungsstück verloren hatten, löste er sich etwas von mir und sah mich an. Ich erwiderte seinen Blick und hielt ihm stand. „Mia..." begann er, doch ich legte meinen Finger auf seine Lippen. „Hör auf zu reden." Sagte ich, drückte ihn etwas von mir weg und richtete mich mit ihm auf. Ich begann Julian wieder zu küssen und nachdem er wieder auf dem Sofa sass, liess ich mich auf seine Beine sinken. Ich löste mich nochmal kurz von ihm und sah ihm in die Augen. Julian kramte nach seinem Geldbeutel und holte ein Kondom hervor. Wieder sah er mich an, aber ohne seinen Blick zu erwidern nahm ich ihm das Kondom ab, riss es auf und rollte es ihm über. Erst danach hob ich meinen Kopf und erwiderte seinen Blick. Dann spürte ich seine Hand, die er an meinen Hinterkopf legte und mich zu sich zog und leidenschaftlich küsste. Während ich diesen Kuss genau so erwiderte, drang er in mich ein und ich schlief mit Julian.

Wir beide bleibenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt