•Mia•
~3 Tage später~
..Tag 25 seit der Entführung..
Mir ging es wieder gut und ich war heute Morgen sogar auf der Arbeit. Wincent hatte alle Hände voll damit zu tun, die Medien irgendwie in Schach zu halten. Wir hatten uns gestern dazu entschieden die ganze Sache offiziell zu machen. Wincents Management hatte bereits so viele Fragen erhalten wo Wincent war. So viele Spekulationen gingen schon durch die Medien und im Social Media war auch die Hölle los. Gestern liessen wir dann in Zusammenarbeit mit Anna, seiner Managerin ein Video drehen von uns wo wir die Leute über den Vorfall informierten. Als das Video heute früh öffentlich ging, stand nichts mehr still. Seine Mailbox überquoll und sein Handy klingelte dauerhaft, mit Anrufen von Bekannten die es nun auch erfahren hatten. Gott sei Dank hatte er auch noch ein Management hinter sich stehen, welches alle Dinge, was Medientechnisch anging für ihn abfingen und sofort eindämpften. Denn wir wollten bis auf weiteres nicht weiter ausgefragt werden. Zum Glück liessen sie uns hier in Eutin in Ruhe. Bis jetzt. Ansonsten würden wir wohl ziemlich schnell 24 Stunden überwacht werden und alle Leute fortgeschickt oder kontrolliert werden. Und das wollten wir eigentlich nicht. Wir wollten hier so normal wie möglich weiter Leben. Im Café wurde ich natürlich von Gästen die mich kannten drauf angesprochen. Sie redeten mir gut zu und boten ihre Unterstützung an. Sie hatten liebe und stärkende Worte für mich bereit und machten mich damit ganz emotional. Es tat richtig gut, diese Hilfsbereitschaft zu erhalten und mittlerweile, dachte ich, dass wir schon länger damit an die Öffentlichkeit hätten gehen sollen.
„Bin wieder zu Hause." Rief ich und da kam mir ein völlig fertiger Wincent entgegen. Er liess sich geschafft auf den Stuhl sinken und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. „Was ist passiert?" fragte ich sofort und ging auf ihn zu. „Mein Schädel brummt. Ich mag keine Mails mehr lesen oder Anrufe entgegennehmen." Murmelte er und sah mich dann an. „Willst du einen Kaffee?" fragte ich ihn, doch er schüttelte seinen Kopf. „Ich geh jetzt duschen. Und dann will ich einfach mal ne Runde pennen." Sagte er und stand auf. Vor mir blieb er stehen und sah mich an. „Kann ich oben schlafen?" fragte er mich und ich nickte leicht. „Ja. Klar." Sagte ich leise und sah ihm dann hinterher wie er die Stufen hoch ging. Wincent und ich schliefen zurzeit immer noch getrennt. Er hatte mir unser Bett überlassen und er schlief auf seiner Ausziehcouch im Büro. Und die war alles andere als super bequem. Ich ging dann in die Küche und machte mir einen Kaffee. Während ich wartete sah ich aus dem Küchenfenster und sah wie Hanna mit Leon zurückkam. Sie war bereits auf unserem Grundstück, als hinter ihr ein Mann auftauchte, der anscheinend nach ihr rief, denn sie drehte sich zu ihm um. Er begann mit ihr zu reden und ging auf sie zu und Hanna gab ihm zwar Antwort, doch drehte sich mit Leon weg und kam weiter auf unser Haus zu. Ich fand das alles ganz sonderbar und stellte meine Tasse hin und ging zur Haustür und öffnete sie. „Hanna!" rief ich sofort und da sahen beide zu mir. Der Kerl drehte sich schnell weg und ging, während Hanna schnellen Schrittes zu mir kam. „Wer war das?" fragte ich sofort und nahm Leon aus dem Kinderwagen, nachdem sie im Haus waren. „Hanna!" sagte ich, als sie schwieg und da sah sie zu mir. „Nicht wichtig. Nur mein blöder Ex." Murmelte sie, nahm mir Leon wieder ab und verschwand im Haus. Etwas verwirrt, sah ich ihr nach und folgte ihr dann die Stufen hoch.
„Belästigt er dich?" fragte ich dann, als ich Hanna in Leons Zimmer gefolgt war, wo sie den Kleinen wickelte. „Ich werd schon fertig mit dem." Sagte unsere Nanny und schwieg dann. Ich musterte sie einen Moment und verliess dann wieder das Zimmer. Wir hatten schon genug um die Ohren und nun musste auch noch unsere Nanny von ihrem Ex belästigt werden? Es war alles andere als einfach für Hanna. Und ich war wirklich verwundert, dass sie immer noch bei uns war. Ich arbeitete dann am Lap Top etwas weiter, während Hanna auf Leon aufpasste und mit ihm spielte. Irgendwann kam auch Wincent wieder runter und ging zu seinem Sohn um ihn zu begrüssen. Er versuchte unabhängig von mir mit Hanna ein Gespräch aufzubauen, doch diese blockte direkt ab und verschwand auf dem Klo. „Was ist denn mit ihr los?" fragte mich Wincent und ich erzählte ihm, was ich davor beobachtet hatte und was mir Hanna erzählt hatte. Als sie zurückkam, wischte sie sich über ihren Mund und hielt ihre Hand auf dem Bauch. „Kann ich Feierabend machen? Mir ist so übel." Sagte sie und sah zwischen Wincent und mir kurz hin und her. Ich sah zu Wincent und er auch zu mir, ehe wir beide wieder zu Hanna sahen. „Hanna steckst du in Schwierigkeiten?" fragte Wincent sie dann. Sie schüttelte den Kopf und ich hatte das Gefühl als würde sie nervös werden. „Nein. Kann ich bitte nach Hause?!" fragte sie nochmal und da nickte Wincent. „Ja. Ich fahr dich heim." Sagte mein Mann dann, doch auch das lehnte sie ab. „Nein passt schon. Der Bus kommt gleich und wenn ich jetzt geh, dann schaff ich den auch noch." Sagte sie und zog sich ihre Jacke und Schuhe an. „Danke." Sagte sie dann noch, weil sie früher gehen durfte und verliess dann unser Haus.
Verwirrt sahen Wincent und ich uns an doch dann zuckte er mit seinen Schultern und setzte Leon in seinen Hochstuhl. Ich beendete dann auch etwas früher meine Arbeit und widmete mich Leon. Wincent setzte sich dann ebenso zu uns und wir verbrachten etwas Zeit mit unserem Sohn. Wincent und ich wollten an uns arbeiten, das hiess auch, dass wir wieder mehr Zeit miteinander verbringen wollten. Wir mussten uns wieder irgendwie annähern und deshalb fingen wir damit an, einfach gemeinsame Zeit mit Leon zu verbringen. Es entstanden immer wieder ein paar Gespräche und es fühlte sich viel besser an, als noch Tage davor. „Kam schon etwas Hilfreiches zurück auf das Video?" fragte ich, doch Wincent schüttelte mit dem Kopf. „Angeblich hatten ein paar irgendwelche Hinweise, aber die Polizei hat diese untersucht. Aber es war alles nur heisse Luft. Nichts brauchbares." Seufzte Wincent. „Aber das Video ist auch erst ein paar Stunden draussen, wir müssen wohl oder übel Geduld haben. Vielleicht meldet sich ja auch der Entführer dann endlich drauf." Sagte Wincent und ich nickte leicht. „Ich hab immer noch Angst um Emilia." Sagte ich leise und sah dann zu Leon. „Ich auch." Sagte Wincent ebenso leise. Ich senkte kurz meinen Blick und spürte dann eine Hand, die sich sanft auf meine legte. Ich sah zu meiner Hand und erkannte die von Wincent, welche er auf meine gelegt hatte. Langsam hob ich meinen Blick und sah in Wincents Augen. „Wir schaffen das. Egal wie es am Ende rauskommt. Wir werden wieder versuchen ein Team zu sein. Wie früher." Sagte er leise. Ich nickte und unterdrückte meine Tränen. Ich wollte nicht weinen aber nach diesen Worten, hätte ich es am liebsten getan.
Nach dem Abendessen brachten wir Leon dann ins Bett. Auch da versuchten wir wieder eine Routine reinzubringen. Und zwar, dass er immer zur gleichen Zeit wieder ins Bett kam, das Wincent und ich gemeinsam Leon zu Bett brachten und dem Kleinen einfach wieder einen etwas normalen geregelten ins Bett-geh-Rhythmus geben konnten. Auch das würde uns guttun. Ich hoffte nur, dass dies auch für unsere Ehe hilfreich werden würde. „Schauen wir zusammen einen Film?" fragte ich nach kurzem Zögern und sah Wincent an. Er begann leicht zu lächeln und nickte. „Klar." Antwortete mir Wincent. Wir holten Getränke und Popcorn und gingen dann zusammen ins Wohnzimmer. Während ich mich aufs Sofa setzte blieb Wincent stehen. „Was ist?" fragte ich ihn und sah ihn an. „Ich setz mich da nicht drauf..." sagte er und deutete aufs Sofa. „Okei." Sagte ich leise und sah Wincent zu, wie er sich den Sessel hinzog und sich dann da rauf setzte. Ich rutschte in die Ecke des Sofas um näher bei ihm zu sein und zog den Beistelltisch zu uns. Da platzierten wir die Schüssel Popcorn und unsere Getränke und sahen dann gemeinsam einen Film, den wir bei Netflix rausgesucht hatten. Ich war dann irgendwann eingeschlafen und spürte eine Bewegung die mich aufwachen liess. Wincent hatte mich gerade ins Bett gelegt, als ich ihn ansah, während er über mich gebeugt war. Wir sahen uns in die Augen und verharrten so einen Moment. Beide wussten wir nicht, was wir tun sollten. Doch gerade als ich meine Hand heben wollte um ihn im Gesicht zu berühren richtete sich Wincent auf. „Gute Nacht." Sagte er leise und verliess dann das Zimmer. Ich sah noch wie er sich durch die Haare und übers Gesicht strich und dann die Tür schloss. Ich liess mich dann langsam ins Bett sinken und starrte an die Decke und versuchte wieder einzuschlafen.
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Wir beide bleiben
Fanfiction!!Das ist der 4. Teil von Mia & Wincent!! 1. Teil: Was machst du nur mit mir? 2. Teil: Ich krieg nicht genug von dir 3. Teil: Ich folge deinen Schritten
