•Wincent•
~Monate später~
Ich stand gerade am Fenster und sah auf die Münchner Innenstadt und seufzte zufrieden. Wir wohnten nun seit etwa 8 Monaten in München. Alles lief wie am Schnürchen. Privat wie auch beruflich. Ich konnte mir gerade nicht anders wünschen, denn ich hatte all das, was ich jemals wollte. Ich habe die Liebe meines Lebens gefunden, sie geheiratet und mit ihr eine Familie gegründet. Wer hätte gedacht, dass wir mal so weit kommen würden? Mia und ich hatten es nie leicht. Wir hatten immer gekämpft. Oft zusammen, oft waren wir auch Einzelkämpfer, aber schlussendlich waren wir immer wieder ein Team! Das alles begann schon vor 7 Jahren. Unsere Beziehung wurde schon sehr früh auf die Probe gestellt. Alles begann damit, dass Mia von gewissen Fans gehatet wurde. Es war also wie immer wenn ich jemanden kennengelernt hatte und die Frau dann das erste Mal an meiner Seite zu sehen war. Eigentlich nicht neues, für mich. Aber für Mia war es Neu und es war nicht einfach. Dass es jemals so weit kommen würde, dass meine Partnerin eine Stalkerin haben würde hätte ich nie im Leben gedacht. Aber genau das widerfuhr Mia. Wir, aber vor allem Mia ging Monate lang durch die Hölle und das nur weil eine Person nicht damit klar kam, dass eine andere Frau an meiner Seite war. Nur weil wahrscheinlich ein gebrochenes Herz und ein angeknackster Stolz nicht akzeptiert werden konnte.
Das alles ging soweit, dass Mia sich damals von mir getrennt hatte. Sie verliess Deutschland und sie verliess mich. Ich ging durch die Hölle, war am Boden zerstört und mein Herz war in 1000 Splitter zerbrochen. Ich funktionierte damals einfach nur noch, aber gelebt hatte ich nicht. Ich konnte nicht, nicht ohne Mia. Doch dann wurde ihre Stalkerin erwischt und Mia kam zurück nach Deutschland und auch zurück zu mir. Wir hatten Hoffnung auf Besserung, denn Mia begab sich Dank meiner Mum in Therapie und es wurde von Woche zu Woche besser. Ich zog mit meiner Freundin zusammen und alles schien perfekt. Wir entschieden uns eine Familie zu gründen, ich machte ihr einen Antrag auf der Seebrücke in Scharbeutz und ein paar Monate später war sie schwanger. Ich hätte nicht glücklicher sein können und es war einfach alles perfekt. Doch dann kam der nächste Schicksalsschlag als Mia unser Baby verlor. Wieder gingen wir durch die Hölle und dieses Mal war ich derjenige, der tiefer rutschte als es hätte sein sollen. Mia war stark, hatte gekämpft und konnte sich irgendwie über Wasser halten. Aber ich war wie ein Stein und sank auf den Grund des dunklen Ozeans aus Trauer und Schmerz. Ich griff zu Tabletten und trieb es soweit, dass ich während einem Konzert zusammenbrach und in die Klinik musste. Die Monate danach waren auch nicht einfach, wieder standen Mia und ich vor einem Trümmerhaufen, welchen wir aber als Team wieder beseitigten und Stück für Stück wieder aufbauten.
Dann wurde sie wieder schwanger. Wir heirateten im Dezember 2021 und eine Woche später kam Emilia am 17.12.2021 zur Welt. Wir waren überglücklich und stellten uns der Herausforderung, Eltern zu sein. Erneut standen wir als Team zusammen, mal mehr mal weniger und vielleicht ab und zu für einen kurzen Moment gar nicht. Aber dann wurde uns immer wieder schnell klar, dass wir nur zusammen funktionieren konnten. Plötzlich trat auch ein neuer Mann in Mias Leben. Ihr Halbbruder Sebastian. Ich traute diesem Kerl kein Stück, meine Eifersucht wurde so gross, dass ich fast die Beziehung mit Mia in den Sand gesetzt hatte. Aber eben nur fast. Ich hatte mich dann irgendwann im Griff und musste es einfach akzeptieren, dass Basti nun da war. Dennoch mochte ich ihn bis heute nicht. Im Sommer 2023 heirateten wir dann in Anwesenheit unserer liebsten und engsten Freunden in Italien am Dtrand und an diesem Tag steckte mir Mia, dass sie mit unserem zweiten Baby schwanger war.
Leon kam am 22.01.2024 zur Welt und machte unser Glück perfekt. Erneut nahmen wir uns der Herausforderung an und waren nun Eltern von zwei Kindern. Wer hätte das gedacht, dass ich das mal so hinkriegen würde? Die Freude war gross, das Glück erfüllte uns komplett und wir genossen die Zeit mit unseren Kindern. Aber wies halt so war, hielt dieses Glück nicht lange an. Der schrecklichste Tag war der 7. Januar 2025. An diesem Tag wurde damals Emilia entführt. Egal was davor war, DAS war das alles Schlimmste was uns passieren konnte. Unsere Tochter war weg und das nicht nur für ein paar Tage. 6 schreckliche Wochen lang wussten wir nicht wo unser Mäuschen war. 6 Wochen in denen wir kämpften und aufgaben, uns zusammenrafften und wieder verloren. Wir verloren uns sogar so sehr, dass Mia und ich uns gegenseitig betrogen. Ein Fehler, den wir für immer bereuen werden und nie wieder tun werden. Leon kriegte von all dem zum Glück nichts mit, er war zu klein um zu verstehen was passiert war. Als dann nach 39 langen Tagen Emilia wieder zurück war, wollte ich mein Leben komplett umkrempeln.
Nach langer Überlegung entschlossen wir uns dann vor 8 Monaten nach München zu ziehen. Weg aus dem Norden, weg von den Orten die mal unser zu Hause waren. Weg von den schrecklichen Erinnerungen von Emilias Entführung. Es war hart zu gehen und meine Familie da zu lassen. Aber es war nicht das erste Mal, dass ich weg vom Norden ging. Aber dieses Mal hatte ich meine Frau und meine Kinder dabei. Der Umzug war schnell gemacht und die Umzugsfirma machte tolle Arbeit. Wir lebten uns schnell ein und genau so schnell merkten wir, dass es die beste Entscheidung seit langem war. Mir ging es gut, Mia ging es gut und den Kindern ging es gut. Mia blühte richtig auf und genoss die dritte Schwangerschaft in vollen Zügen. Sie war nun Vollzeitmama und machte diesen Job einfach nur perfekt. Ich bewunderte sie dafür, wie sie alle Situationen schnell im Griff hatte und jede noch so kleinste Auseinandersetzung zwischen Emilia und Leon mit links schlichten konnte. Wenn ich das tat, oder jedenfalls versuchte, wurde es nur immer schlimmer und Mia musste mich aus dieser Misere retten.
Heute weckte mich Mia um 5 Uhr morgens mit der Nachricht, dass wir wohl langsam ins Krankenhaus sollten. Denn Mias Fruchtblase platze mitten in der Nacht aber auch beim dritten Mal hatten wir alles im Griff und arbeiteten zusammen als Team. Wenn wir was konnten, dann Kinder gebären. Es war Februar und in München lag Meterhoher Schnee, natürlich musste ich die Einfahrt noch frei schippen, da es in der Nacht erneut geschneit hatte. Die Sicht war auch eingeschränkt während der Fahrt ins Krankenhaus, den es begann auf halbem Weg wieder zu schneien. Ich dachte ja, dass Mia unser drittes Baby wahrscheinlich unterwegs im Auto kriegen würde, denn die Zeit wurde immer knapper und Mias Wehen immer schlimmer. Aber zum Glück schafften wir es noch ins Krankenhaus. Ab da ging alles schnell, kurz wurde ein CTG gemacht, der Muttermund kontrolliert und schon waren wir im Kreisssaal. So schnell ging es noch nie und ich wusste gar nicht wie mir geschah, als nach einer knappen Stunde, seit wir das Krankenhaus betreten hatten, ein Babygeschrei erklang und unser Baby Nummer drei auf der Welt war.
Nun stand ich da, in der Frauenklinik mitten in München und blickte zufrieden und völlig glücklich aus dem Fenster und hielt mein Kind auf dem Arm. Mein Blick fiel auf den kleinen Arm meines neugeborenen Babies und ich sah auf das Namensschild. In mir kribbelte alles und mit einem Glücksgefühl welches ich schon lange nicht mehr hatte, las ich den Namen meiner kleinsten Tochter:
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Sophie Weiß
26.02.2026 / 07:55 Uhr
Unser Glück war perfekt und Mia und ich bemühten uns, das dies ab jetzt für immer so bleiben würde. Und ich wusste, dieses Mal würden wir es hinkriegen.
The End – und dieses Mal wirklich! ❤
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Wir beide bleiben
Fiksi Penggemar!!Das ist der 4. Teil von Mia & Wincent!! 1. Teil: Was machst du nur mit mir? 2. Teil: Ich krieg nicht genug von dir 3. Teil: Ich folge deinen Schritten
