Bucky
5 Tage.
Sie war jetzt seit 5 Tagen verschwunden.
Und ich hatte gar nichts.
Kein Anhaltspunkt, kein Hinweis und keinen Plan. Kendall und die Maximoff Zwillinge schienen wie vom Erdboden verschluckt. Den ganzen Tag hatte ich im Video Raum verbracht und mir sämtliche Überwachungsvideos der näheren Umgebung vom Tag ihres Verschwindens angesehen. Es hatte nichts gebracht. Gar nichts. Ich stand noch immer mit leeren Händen da. Resigniert und müde schaltet ich die Bildschirme aus. Meine Augen schmerzte schrecklich. Ich schleppte mich in die Küche, griff mir ein Bier und ging damit raus auf die Terrasse. Hier draußen hatte ich wenigstens für den Moment ein Gefühl von Ruhe und Frieden, während ich mein Bier trank. Doch der Frieden hielt nicht lange. Viel zu schnell kreisten meine Gedanken wieder nur um sie.
Wo war sie nur?
Ging es ihr gut?
War sie bei ihm?
Ich wusste das ich mich gerade mit der letzten Frage selbst unnötig quälte doch ich konnte nicht anders. Besonders nicht nach dem, was ich auf einem der Video Bänder vom Tag ihrer Flucht gesehen hatte. Es wurde von einer Kamera aufgenommen, die in dem Flur hing, der von ihrer Zelle wegführte. Dort war es zwar recht dunkel, aber natürlich hatte Stark die besten Hightech Kameras verbauen lassen, sodass man trotzdem ein gestochen scharfes Bild von dem hatte, was sich dort in der Dunkelheit abgespielt hatte.
Zunächst sah man Darwin der Kendall an der Hand hielt und sie regelrecht hinter sich her zu schleifen schien. Allein bei dem Anblick ballte ich die Hände unterm Tisch zu Fäusten.
Leider war das nicht alles was die Kamera eingefangen hatte. Im nächsten Augenblick packte er sie und drückte sie gegen die Wand. Sein Zeigefinger lag auf ihren Lippen, weil er ihr bedeuten wollten still zu sein. Von den anderen Aufnahmen wusste ich, das in diesem Moment Steve und Clint nur wenige Meter entfernt von ihnen waren. Hätte sie nur genauer hingesehen, dann hätte er sie mir nicht weggenommen.
Dann wäre sie noch hier, bei mir.
Doch stattdessen durfte ich dabei zusehen, wie Darwins Hand über ihre Wange glitt und dann weiter von ihrer Wange in ihr Haar. Er neigte ihren Kopf leicht nach hinten und blickte auf ihre vollen Lippen während er sich selbst mit der Zunge über seine fuhr. Er wollte sie küssen. Dieser Dreckskerl wollte sie, obwohl er wusste das sie mir gehörte. Zu sehen wie seine Hände sie berührten tat weh. Doch noch mehr schmerzte zu sehen wie sie darauf regierte. Es gefiel ihr. Sie wehrte sich dagegen, doch ich sah es ihr an, die geröteten Wangen, die geöffneten Lippen und der leicht devote Ausdruck in ihren wunderschönen dunklen Augen verrieten sie. Sie war erregt. Ich hatte die Zeichen ihrer Begierde selber oft genug in ihren schönen Gesicht gesehen. Für einen kurzen Moment schwankte sie. Sie kämpfte dagegen an, doch ein Teil in ihr wollte sich ihm hingeben.
Blinde Wut und eine brennende Eifersucht nahmen von mir Besitz als ich weiter dabei zusehen musste wie er die Hand in ihre Haare schon und leicht daran zog, sodass sie den Kopf noch weiter in den Nacken legte. Seine andere Hand lag auf ihrer Hüfte, genau da, wo das kurze Top einen Streifen ihrer perfekten weichen Haut frei gab. Er begann mit seinen Fingern kleine Kreise auf ihrer Haut zu ziehen. Am liebsten hätte ich den verfluchten Bildschirm gepackt und zertrümmert oder wenigsten das Video ausgeschaltet, doch ich konnte es nicht. Wie gebannt saß sich das und musste mit an sehen wie er sie berührte und dabei so vertraut mit ihr wirkte, dass es mir erneut einen Stich versetzte.
Sein Blick lag noch immer auf ihren Lippen und sein Körper drückte sich fest gegen ihren. Er wollte sie küssen. Natürlich wollte er das.
Aber was wollte sie?
Wollte sie ihn auch küssen?
Würde sie ihn lassen?
Erleichtert sah ich die Veränderung in ihrem Gesicht, als sie offensichtlich eine Entscheidung getroffen hatte. Zwischen ihren Augenbrauen bildete sich diese niedliche Falte, die immer zum Vorschein kam, wenn sie wütend wurde. Sie wollte ihn nicht. Offensichtlich sagte sie ihm das, doch es schien ihn nicht zu kümmern. Ganz im Gegenteil, denn anstatt endlich Abstand zwischen ihre Körper zu bringen glitt seine Hand von ihrem Haaren ihren schlanken Hals hinab als er sich vorbeugte und ihr wohl etwas zuflüsterte. Zu gerne hätte ich gewusst was es war, doch leider nehmen die Kameras keinen Ton auf.
Sie schüttelte leicht den Kopf, während sie ruhig auf ihn einredete und fuhr Datei mit ihren Fingerspitzen seinen muskulösen Unterarm entlang.
Das war an sich zwar eine unschuldige Berührung doch die Art wie sie das tat war so intim das es mehr weh tat als ich mir eingestehen wollte. In dieser beiläufig wirkenden Berührung lag so viel...Liebe.
Plötzlich waren seine beiden Hände in ihrem Gesicht und ich war mir sicher das er sie geküsst hätte, wenn sie nicht in diesem Moment etwas zu ihm zu sagen schien, dass ihn erstarrten ließ. Sein Blick veränderte sich und wurde bedrohlich, offensichtlich hatte sie ihm gerade einen Korb erteilt.
Innerlich jubelt ich und war unendlich erleichtert als im nächsten Moment Pietro im Bild erschien und Kendall unter Darwins Arm hinweg hinter ihm her eilte. Und dann waren sie mit dem verdammten Helikopter verschwunden. Von jetzt auf gleich war sie einfach verschwunden.
Wo war sie nur?
„Darf ich mich zu dir setzen?" Ich zuckte erschrocken zusammen, was nicht nur dran lag, dass ich nicht gehört hatte, dass sich jemand mir genähert hatte, sondern vor allem an der Stimme die da zu mir sprach und die ich hier absolut nicht erwartet hätte. Ungläubig blickte ich auf und sah die junge blonde Frau vor mir stehen, die eigentlich am anderen Ende der Welt sein sollte und nicht hier. Sie hatte zwei Flaschen Bier in der Hand und sah mich erwartungsvoll an. Meine Stimme klang so irritiert wie ich es innerlich war als ich sagte „Sharon?"
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The Rebell
FanfictionZwei gebrochene Seelen. Gezeichnet von den Wunden Ihrer Dämonen. Als ihre Welten kollidieren beginnt ein gefährliches Spiel aus Vertrauen, Macht und Liebe Sie ist die heimliche Tochter des berühmten Tony Stark. Er war der Winter Soldier, der jetzt...
