Levi Ackermann. Wie dumm und idiotisch konntest du eigentlich sein?! Was hattest du da nur angestellt?! Das war doch völlig bescheuert.
Nachdem ich Y/N beichtete, was in mir vorging, schien sich alles in mir zu verbarrikadieren. Ich baute eine innerliche Mauer um mich auf und verhinderte somit, dass weitere positive Gefühle auf mich einprasselten. Ich wehrte sie ab, wie ein Schild, attackierend von einem scharfen Schwert. Dabei wusste ich ganz genau, wie es eigentlich wirklich war.
Zugegeben, diese Art von Gefühlen waren mir bisher fremd gewesen. Aufgewachsen in der Unterwelt, wo ich tagtäglich ums Überleben kämpfen musste. Aufgenommen und ausgebildet zu einem Soldaten, um die Menschheit vor den Titanen zu retten.
All die Opfer, die ich bringen musste. All die Opfer, die gebracht wurden. Ich hatte zu viele Menschen verloren, die mir wichtig waren. Zu viel Trauer und Leid erlebt und ertragen. Ich hatte einfach keine Zeit für positive Gefühle. Dann aber fand ich dieses Mädchen am Waldesrand. Welches mir zuerst fremd und misstrauend entgegenwirkte, entfaltete in mir nach und nach ein Gefühl, dass ich nie kennenlernen konnte. Ein positives Gefühl.
Dieses Gefühl begleitete mich dann eine ganze Zeit lang und ich überspielte es gekonnt mit meiner schroffen, kühlen und monotonen Art. Niemals würde ich der Welt zeigen wollen, dass ich auch anders fühlen konnte. Nicht mal Erwin oder Hanji kannten diese Seite an mir. Mittlerweile wussten sie es aber genauso gut und es war mir relativ egal gewesen. Sie waren meine Familie. Und dort konnte man sich öffnen.
Ja. Die Zeiten waren irreführend, aber gleichzeitig auch interessant. Wie oft musste ich diese Nervensäge schon retten und es ging mir gewaltig auf den Sack. Aber diese Zeiten hatte uns immer mehr zusammengeschweißt, ohne, dass ich dies merkte. Anfangs hatte ich sie gehasst. Ihr misstraut. Sie verachtet. Aber mittlerweile war das anders.
Ja. Ich konnte behaupten, sie wirklich ziemlich zu mögen.
Und genau deswegen hasste ich mich in dem Moment, nachdem ich ihr meine Gefühle gestand. Indem ich all meinen Mut zusammengenommen hatte, um es ihr endlich zu sagen, nachdem sie sich mal wieder in Gefahr gebracht hatte. Und was hatte ich danach getan? Ich sagte ihr, sie solle es vergessen. Ich sagte ihr, es wäre nur Unsinn, was ich redete und es wäre alles nur Schicksal und meine Bestimmung. Es hätte keine Bedeutung.
Schicksal. Das war es tatsächlich. Aber eher das Schicksal, dass uns zusammenführte, damit wir zusammen sein konnten. Man, klang das schnulzig. Diese Seite kannte ich selber nicht von mir. Aber es war nun mal ein Fakt. Ich musste es mir endlich eingestehen und es akzeptieren.
Nachdem sie dann in ihre Welt zurückreiste, wütend und enttäuscht von mir und meinen Worten, machte ich mir umso mehr Gedanken. Ich hatte ihre Gefühle verletzt. Ich hatte SIE verletzt. Das war nicht richtig von mir gewesen.
Meine Wut und meinen Frust ließ ich daraufhin an den Attrappen aus, wo mich kurze Zeit später Hanji auffand und mir eine Predigt über die -Liebe- hielt. Tzh. Liebe. Das war ein so großes und starkes Wort, mit dem ich wenig in Berührung gekommen war. Eigentlich nie. Und nun sollte ich es in die Hand nehmen? Wie sollte solch eine Entschuldigung nur aussehen? Und würde sie es mir verzeihen?
Einige Zeit war sie dann in ihrer Welt gewesen und ich musste zugeben, dass mir diese kleine Nervensäge wirklich fehlte. Doch ganz bald war sie wieder bei uns. Sie half Hanji und den anderen bei der Dekoration im Saal. Natürlich machte ich wie immer eine auffordernde Ansage, anstatt zu ihr zu gehen und mit ihr zu reden. Ihr Blick sagte nach meinem Satz alles. Sie war immer noch wütend gewesen. Zurecht. Ich schaute sie nur an und wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich wusste nicht, ob der Moment perfekt dafür war.
Sie drehte daraufhin einfach um und ging an mir vorbei. Ich drehte mich zu ihr um und schaute ihr nach. Verdammt! Wie sollte ich das nur wieder gut machen?
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Attack on Titan - Eine Reise zwischen zwei Welten
FanfictionWie aufregend wäre es, wenn man sich einfach so in seine Lieblingsserie "reinträumen" könnte? Die Zeit bleibt quasi stehen und man könnte verschiedene Welten erforschen und verrückte Dinge erleben... Du bist ein flippiges Mädchen, was nicht nur durc...