124. Die Offensive.

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Ellipse.

Sommer.

Die Luft war klar und warm.

Die Vögel zwitscherten, pickten sich ihre tägliche Mahlzeit aus dem Boden oder wuschen sich ihr Gefieder im Fluss.

Die Sonnenstrahlen brannten sich auf die Haut und sorgten somit für ein schönes Wohlgefühl.

Die Stimmung von allen war erheitert und fröhlich.

Auch von denen, die sich gerade im Training befanden und von Levi die Aufsicht bekamen.

Es kam wieder ein wenig mehr Abwechslung ins Leben. Ich war viel am Arbeiten gewesen. Nahm mir aber natürlich die Zeit, um in der Titanenwelt weiterhin Teil zu haben.

Ich reiste, obwohl es mir oft körperlich nicht gut ging, ständig zu den anderen. Levi fand das nicht wirklich gut. Er war der Meinung, dass mein körperlicher Zustand sich durch diese Strapazen verschlechtern und es irgendwann starke Nebenwirkungen mit sich bringen würde.

Konnte alles sein, aber das war mir egal. Ich brauchte einen Ausgleich zu meinem richtigen Leben. Und den fand ich nun mal hier.

Nun standen wir hier. Beziehungsweise Levi. Arme verschränkend, in einer schwarzen Hose, seinem grauen Sweatshirt und in Gurtmontur. Ich hatte mich neben ihn auf die Wiese in den Schatten gesetzt und genoss den warmen Sommerwind, der mir durch die Haare wehte.

"Ronnie. Deine Körperhaltung muss aufrechter und angespannter sein, dann kannst du besser reagieren. Lass dir das von Carlo mal zeigen", gab Levi ihm den Tipp.

"Verstanden, Hauptgefreiter", bestätigten Ronnie und Carlo. Levi und ich schauten den anderen weiterhin zu.

"Wie fühlst du dich ?!", fragte Levi mich dann, ohne den Blick auf die anderen zu verlieren.

"Gut. Warum fragst du ?"

"Du weißt genau, warum ich frage", sagte er.

"Jaja. Natürlich."

Nun drehte er ganz leicht den Kopf zu mir.

"Du mutest dir mehr zu, als du verkraften kannst. Irgendwann wirst du die Quittung für dieses Hin und Her bekommen. Wer weiß, in wie weit sich diese äußern."

"Mach dir mal keine Sorgen, es wird schon nichts passieren."

"Ich mache mir nicht umsonst Sorgen. Du bist nämlich eine Idiotin."

Ich schmunzelte. Es war schön, dass er sich so sorgte. Schon damals tat er es, was mir nie aufgefallen war. Aber er hatte Recht. Ich durfte es nicht so übertreiben.

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Man kannte dieses Gefühl. Dieses Gefühl von einem Unwohlsein, obwohl eigentlich alles gut zu sein schien. Manchmal war es ein seltsames Bauchgefühl, was sich in einem breit machte und man wusste noch nicht, warum es so war. Den ganzen Tag über begleitete mich dieses Gefühl, obwohl es mir eigentlich gut ging. Ich versuchte mir dies auch nicht anmerken zu lassen, aber Levi merkte es immer sofort, weswegen er mich auch heute darauf angesprochen hatte.

Mittlerweile dämmerte es draußen. Levi wollte schon mal langsam Richtung Zimmer dackeln, doch ich wollte noch einen Abstecher zu Pegasus machen. Levi ließ mich erst nicht gehen. Er verharrte, als ich mich von ihm verabschieden wollte.

"Pass auf dich auf", sagte er dann letzten Endes. Einen leicht irritierten Blick ließ ich ihm dann doch da. Er sprach so, als würde gleich etwas passieren. Doch was sollte schon sein ? Ich wollte doch nur zu meinem Pferd.

"Was soll denn passieren ?", fragte ich ihn deshalb noch mal.

"Man weiß nie. Und ich kenne dich. Du bringst dich gerne in Gefahr."

Attack on Titan - Eine Reise zwischen zwei WeltenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt