149. Alte Bekanntschaften.

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Levi's Sicht:

Es war mitten in der Nacht. Mein Entschluss, hinunter in den Untergrund zu gehen, blieb immer noch bestehen. Zu meinem Glück, hatte sich Y/N den ganzen restlichen Tag von mir fern gehalten. Auch keiner von den anderen, stellte sich mir in den Weg. Es war wie ein Wunder. Somit gelang es mir, unauffällig das Hauptquartier zu verlassen.

Ausgestattet mit meinem 3D-Manöver Apparat und einem Messer, das ich stets bei mir trug, schlich ich hinaus. Umso mehr ich mich vom Hauptquartier entfernte, desto schneller lief ich. Letztendlich rannte ich und als ich in der Stadt angekommen war, flog ich mit meinem 3D-Manöver Apparat durch die Lüfte. Geradewegs zum Eingang, meiner alten Heimat.

Es dauerte nicht lange, ehe ich dort ankam. Den Weg kannte ich immerhin nur zu gut. Ich lief in Richtung der Treppe, die nach unten führte. Erst blieb ich vor ihr stehen und schaute hinunter.

Levi, wenn du jetzt dort runter gehst, brichst du das Gesetz, dass weißt du!

Innerlich machte sich eine Unruhe in mir breit. Zweifel stiegen in mir auf. Aber das Verlangen, noch ein letztes Mal dort hinunter zu gehen, war viel zu groß. Und dann war der erste Schritt gemacht. Und der zweite. Und der dritte.

Nun ging ich die Treppe hinunter und als ich unten angekommen war, aktivierte ich direkt meinen Apparat, um mich von einem Gebäude zum nächsten zu befördern. Bloß in der Luft halten. Ja nicht zwischen den Gassen spazieren. Somit umging ich nur unnötige Konflikte.

Meine menschliche Navigation führte mich gerade durch zu meinem alten Haus, wo ich damals mit Farlan und Isabel gelebt hatte. Warum ich gerade dorthin wollte? Ich wusste es nicht. Aber ich wusste, dass ich dorthin musste.

Als ich dort ankam, schaute ich mir das Haus von außen genauer an. Es hatte sich eigentlich kaum verändert. Es stand immer noch leer. War unbewohnt. Es stand völlig alleine und das einzige, was dort wohnte, waren die alten Erinnerungen.

Sofort schossen mir all die Bilder wieder in den Kopf. Alles, was sich hier draußen abgespielt hatte. Kurz schloss ich meine Augen, um dann entschlossen die Treppe zu betreten, zu der es rauf ins Haus führte. Nicht verwunderlich, aber dennoch überraschend, war die Tür nicht abgeschlossen. War hier bei Zeiten doch jemand gewesen und hatte hier gewohnt?

Ich umklammerte mit meiner Hand den Türgriff, verharrte einen Moment, ehe ich diesen runterdrückte und betrat dann mein altes zu Hause. 

Raum für Raum nahm ich in Betracht und ließ meine Gedanken schweifen. Egal in welchem Zimmer ich mich befand, ich sah sofort all die Bilder, all die Erinnerungen, die sich hier abgespielt hatten. Ich sah Farlan und Isabel mit mir am Esstisch sitzen. Wie Isabel versuchte, Farlan eine Kartoffel zu klauen und er genervt versuchte, sie daran zu hindern. Sie war ein sehr aufgewecktes, verrücktes Mädchen. Ich hatte sie sehr in mein Herz geschlossen. Aber so erging es mir auch mit Farlan. 

Wir hatten zusammen viel gelacht und viel durchgemacht. Wir waren eine kleine Familie, die sich bis auf den Tod unterstützte und zusammenhielt.

Im nächsten Raum, im Schlafzimmer, sah ich die beiden friedlich vor sich hin dösen. Den schnarchenden Farlan, der stets von einer genervten Isabel mit einem Kissen gepiesackt wurde, um dieses störende Geräusch zu minimieren. Und ihn dabei zu ELIminieren. Die beiden waren wirklich Chaoten. Aber ohne sie sein, wollte ich nie.

Ich setzte mich nun, nachdem ich mir jeden Raum noch mal genau angeschaut hatte, ins Esszimmer an den Tisch. An der Stuhllehne, lehnte ich mich mit dem Rücken an und lauschte der Stille. Ich fühlte mich nicht alleine. Im Gegenteil. Es fühlte sich so an, als würden die beiden gerade, in diesem Moment hier sein und mit mir zusammen an diesem Tisch sitzen.

Attack on Titan - Eine Reise zwischen zwei WeltenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt