153. Erwins Strafe.

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Immer noch ziemlich aufgewühlt war ich, nachdem Hanji mir die Hiobsbotschaft verkündet hatte. Auch war ich sehr begeistert, wie locker es die anderen aufgenommen hatten. Vieles war für sie zwar schon immer fraglich gewesen, aber sie hatten sich damit abgefunden und nie weiter hinterfragt. Das mussten auch sie jetzt alle erstmal sacken lassen.

Levi ließ sie noch mal alle wissen, dass für den Fall, sich einer verquatscht, er eigenhändig dafür sorge, dass diese Person qualvoll misshandelt werden oder im besten Falle sterben würde. Das hatte er mit solch einer Überzeugung gesagt, dass sich alle vor Angst fast in die Hosen gemacht hätten. Ganz besonders hatte er Connie und Sasha dabei angesehen. Aber vor allem Connie, da er derjenige war, dem sowas gerne mal eben auf einer Feier bei zu viel Alkohol intus rausrutschte.

Nicht wirklich beeindruckt lief er nun neben mir. Es war ihm immer noch ein Dorn im Auge, dass sie es nun alle wussten. Dennoch. Würde schon schief gehen. Um die Situation dann wieder ein wenig aufzuheitern, ging ich dann ein anderes Thema an.

"Du sag mal, über was musstest du denn mit Erwin reden? Ging es um die Strafe? Und welche wird es sein? Ist es ganz schlimm? Müssen wir Klos putzen? Ich WILL keine Klos putzen."

"Du bist viel zu neugierig", sagte Levi nur dazu.

"Aber da du es sowieso rausfinden wirst: Ich habe ihn um ein Anliegen gebeten."

Ein Anliegen? 

Ich folgte ihm mittlerweile nach draußen. Ich wusste nicht, wohin er ging, aber ich folgte ihm. Es sah so aus, als würde er Richtung Stall gehen.

"Wohin gehen wir?"

"Du meinst, wohin gehe ICH."

"Ja. Wohin gehst du?"

"Ausreiten."

"Wie jetzt?! Einfach so? Darf ich mit?"

"Das war der Plan."

"Und wieso-"

"Weil du mir sowieso gefolgt wärst. Und jetzt halt den Babbel und mach dein Pferd fertig."

Levi war manchmal echt ein komischer Kautz. Aber ich liebte es.

Zusammen machten wir unsere Pferde aufbruchbereit und ritten nun ein wenig zusammen durch die Gegend, wo ich dann noch mal auf meine Frage anhaute. Wohl nebenbei angemerkt: Zügel halten mit einer verbundenen Hand war eher semi gut.

"Was für ein Anliegen hattest du denn an Erwin?"

Levi verharrte kurz, ehe er antwortete. Ich musterte ihn gründlich, versuchte ihm förmlich seine Antwort aus seinem Körper zu ziehen. Er trug heute einen dünnen, grauen Pullover, zu seiner schwarzen Hose. War dem nicht unendlich warm da drunter? Es war Sommer. Die Zikaden, die in den Büschen saßen und fröhlich vor sich her sangen, ließen es sich so anhören, als hätten wir eine Trillion Grad hier draußen. Ich selber trug nur ein Top und eine Jeans. Meinetwegen konnte er sich ruhig obenrum ausziehen. Sah mit Sicherheit ziemlich sexy aus.

"Ich will deinen anzüglichen Gedanken ja nicht unterbrechen, aber ich werde mich in der Sache nicht wiederholen, also hör gefälligst zu."

"Eeeehm! Ja! Ich höre!" Mist, er hatte mich ertappt! Wie peinlich.

"Ich habe im Untergrund einen alten Bekannten getroffen, der sich dafür interessiert, dem Aufklärungstrupp beizutreten."

Och. Da staunte ich aber. Einen alten Bekannten, der zum Aufklärungstrupp wollte? Machte das überhaupt Sinn?

"Aber die Titanen sind doch alle ausgerottet. Glaubst du, dass Erwin ihn dann aufnehmen würde? Geschweige denn, wird der Aufklärungstrupp überhaupt noch bestehen bleiben?", fragte ich ihn.

Attack on Titan - Eine Reise zwischen zwei WeltenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt