19. Die Entscheidung...

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Es waren ein paar Tage vergangen. Ein paar Tage, in denen ich "versklavt" wurde. In denen ich täglich trainieren und putzen musste. In denen mich Levi noch mehr scheuchte und mich befehligte als vorher. Man konnte es sagen wie man wollte: Der Militär war hart.
Aber Levi gab echt alles ,um aus mir "Taugenichts" etwas "Sinnvolles" zu erschaffen, damit ich in seiner Welt überleben konnte. Denn, nach all den Tagen die vergangen waren, war ich nicht ein einziges Mal in meiner Welt erwacht , was mich ziemlich zum Nachdenken brachte.

Ich war ja wohl nicht etwa für immer hier gefangen ? Da würde ich doch sicher kein langes Leben haben, mit diesem Trieztyrannen an meiner Seite.
Und ausserdem fragte sich meine Familie doch sicher, wo ich eigentlich war! Die dachten sicher ich sei tot...
Nichtmal eine E-Mail könnte ich ihnen schreiben ...oder einen stinknormalen Brief. Er würde nämlich nie ankommen, weil ich immer noch nicht wusste, was hier eigentlich abging.

Nichts desto trotz war in den paar Tagen natürlich auch was anderes passiert.
Zum Beispiel Erens Anhörung, die ja zeitgleich mit meiner verlaufen war. An dem Tag war ich einfach nur unendlich froh, dass ich mit Levis Hilfe freigesprochen wurde und hatte Eren leider total vergessen. Upsi.

War natürlich nicht meine Absicht. Ich vergaß nämlich gerne mal Dinge. Levi nannte mich deswegen öfter mal "Zerstreutes Trottelweib". Das war okay für mich, denn ich war Beleidigungen ja schließlich von ihm gewöhnt. Und genau WEIL ich eben so vergesslich war und ich daraufhin das schlechteste Gewissen der Welt besaß, suchte ich am Tag nach meiner Anhörung Eren sofort auf, um mich nach ihm zu erkundigen.

Ich suchte gefühlt den halben Bezirk nach ihm ab, aber fand ihn nicht auf. Ich suchte in jeder Ecke, in jedem Gang, gefühlt unter jedem Grashalm. Letztendlich schaute ich dann auf den Männertoiletten nach. Musste komisch ausgesehen haben. Wenn mich hier einer sehen würde, der würde sich vermutlich sonst was denken .

"Was zur Hölle machst du hier?!", kam dann plötzlich eine Stimme hinter mir. Ich erschrak, weil ich so fixiert auf meine Suche war, drehte mich dann schnurstracks um und entdeckte natürlich niemand anderen, als die Putzfee höchstpersönlich. Auch Levi genannt.

"L-Levi!!! Welch Freude dich zu sehen!", sagte ich mit gespielter Ironie. Denn ihn hatte ich heute noch gar nicht angetroffen. Ich wusste nicht wieso, warum und weshalb, denn normalerweise schob er ja immer noch Wache vor meinem Zimmer, damit ich auch jaaa keinen Blödsinn verzapfte. Zum Beispiel die Titanen herzulocken, um alle hier auszulöschen... Wenn ich nur an seine damaligen Worte zurückdachte, musste ich automatisch unverständlich mit dem Kopf schütteln. Ich und Titanen herlocken... ich war froh, wenn ich denen nicht unter die Augen treten musste.

Erwartungsvoll schaute ich Levi entgegen, der mich mal wieder mit seiner Standartmimik musterte und sich wahrscheinlich fragte, was ich auf dem Männerklo verloren hatte.

"Soweit ich mich erinnern kann, warst du doch weiblicher Abstammung?! Obwohl ich mich manchmal anhand deiner Manieren frage, ob du nicht doch aus dem Reich der Höhlenmenschen gekrochen bist." Wow, er hatte ja mal wieder die beste Laune. Genervt schaute ich ihn an und sagte darauf einfach mal nichts.

"Was machst du auf der Männertoilette? Du hattest doch nicht etwa vor, hier freiwillig zu putzen?! Das wäre zumindest mal das erste Positive, was du, in all der Zeit , die du hier bist, an den Tag legen würdest", sagte er mit einem unglaubwürdigem Unterton.

Freiwillig putzen? Hatte der sie noch alle oder was ?! Und schon mal gar nicht die Männerklos! Das war ja widerlich! Die konnten ihre Sauerei mal schön selber wegmachen, aber nicht mit mir !

"Hm. Oder vielleicht bist du nicht nur vergesslich, sondern auch noch verwirrt. ODER wolltest du etwa spionieren?!" Spionieren? Wie bitte?

"WAS?! N-N-N-Nein! Das hast du jetzt völlig falsch interpretiert! Ich habe Eren gesucht!", druckste ich nervös herum und merkte, wie sich Levis Mimik in einen skeptischen Blick umwandelte.

Attack on Titan - Eine Reise zwischen zwei WeltenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt