164. Hanjis neue Idee.

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Nachdem Hanji alles verbunden hatte, verließ sie wieder den Raum. Ich wunderte mich im Nachhinein, dass sie überhaupt noch in der Lage dazu gewesen war. Sie schien nicht getrunken zu haben. Oder wenn, dann nur ein wenig.

Levi saß immer noch wie versteinert dort. Sein Blick fiel Richtung Boden und ich wusste beim besten Willen nicht, wie ich ihm helfen sollte. Ich versuchte dann einfach ein Gespräch aufzubauen. Vielleicht lenkte ihn das ja ab.

"Levi, warum hast-"

"Woher hattest du das Messer?!", unterbrach er mich dann. Leicht verdutzt musste ich erst mal überlegen, was ich darauf sagen sollte.

"D-Das Messer ist ehm...aus der Küche....ich wollte auch immer eins bei mir tragen, so wie du. Und Gott sei Dank war dies der Fall. Hatte nämlich keine Klingen dabei."

"Tzh. Kleine Kinder sollten nicht mit Messern spielen", sagte er nur abfällig.

"Ach, sind wir wieder zum Scherzen aufgelegt? Aber ich verstehe schon. Das ist halt eben deine Art -Danke- zu sagen.", grinste ich.

"Du bist lebensmüde", sagte er.

"Ich weiß."

Nun stand er auf, setzte sich an den Schreibtisch und widmete sich seinen Papieren. Sprachlos schaute ich ihn an.

"Das ist doch jetzt nicht dein Ernst, dass du jetzt noch arbeiten willst ?!"

"Warum nicht ?!", sagte er, ohne mich dabei anzugucken.

"Weil es spät ist, du verletzt bist und gerade dem Tod ganz knapp von der Schüppe gesprungen bist? Deswegen vielleicht."

"Tch. Mich bringt so schnell keiner um."

Ich ging zu seinem Schreibtisch und knallte meine Hände auf den Tisch. Er verharrte in seiner Bewegung und schaute mich dann genervt an.

"Lässt du das bitte sein?!"

"Hör auf damit und leg das weg!"

"Nein."

Er war wie ein kleines Kind, dem man alles tausend mal sagen musste!

"Willst du dich jetzt vor deinem Kummer verstecken und ihn in Arbeit ertrinken? Das bringts jetzt auch nicht! Renn nicht immer vor deinen Gefühlen weg und rede lieber mit jemandem darüber, der dir vielleicht helfen kann, zum Beispiel mit mir!"

WOSCH!

Nun war er es, der aufstand und seine rechte Hand auf den Tisch knallte. Erschrocken wich ich zurück. Sein Blick war ernst.

"Wäre es dir lieber, ich würde NICHT meinen Kummer in Arbeit ertrinken und still vor mich hin leiden? Möchtest du das? Aufgaben lenken mich ab und lassen es mich verdrängen. Lass mich mit deinem psychologischen Kram in Ruhe! Mir kann keiner mehr helfen, Y/N! Ich bin ein kaputter Mensch! Niemand kann mich heilen. Nicht mal du."

Okay, das hatte gesessen. Mein Herz fing an, vor Adrenalin zu pochen. Ich merkte, wie sich ein Klos in meinem Hals bildete und sich meine Augen mit Tränen füllten. Dieser Satz von ihm, traf mich schon ein wenig. Denn es war gar nicht so lange her, wo er mir genau das Gegenteil beichtete.

Ich glaubte schon, dass Levi das gerade merkte, denn er setzte sich wieder hin und wurde ruhiger.

"Tut mir leid. Das wollte ich nicht. Ich hatte mich nicht unter Kontrolle."

Er war eben doch ein kaputter Mensch, der mit Gefühlen lernen musste umzugehen.

Sollte ich jetzt meine Betroffenheit runterschlucken und ihm verzeihen oder sauer werden?

Attack on Titan - Eine Reise zwischen zwei WeltenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt