50. Kapitel

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Ein kühler Luftzug ließ mich wach werden. Ich blinzelte verwirrt, versuchte mich zu orientieren, wo ich war denn das war nicht mein eigenes Hotelzimmer. Doch dann fiel mein Blick auf die Hand, die um meine Taille lag.

Ich versuchte mich so gut es geht umzudrehen und blickte in das Gesicht des Lockenkopfes, denn dieser lag neben mir, tief und fest schlafend. Meine Gedanken rasten, als ich mich daran erinnerte, warum ich hier war. Aron war aus dem Club mit einem Mädchen verschwunden und hatte zudem auch noch die Zimmerkarte nicht dabei. Lando hatte mich spontan eingeladen, die Nacht bei ihm zu verbringen und wir hatten uns irgendwie ausgesprochen. Ich konnte nur noch ein paar Fetzen aus meinem Gedächtnis hervorholen.


Doch nun, wo wir nebeneinander im Bett lagen, fühlte sich die Situation anders an, als ich erwartet hatte. Lando war ruhig, seine Atmung gleichmäßig. Ich konnte die warmen Umrisse seines Körpers spüren, als ich mich ein kleines Stück zur Seite drehte. Mein Herz schlug schneller, während ich versuchte, mich aus der Umarmung zu befreien, ohne ihn zu wecken. Doch das war gar nicht so einfach, denn seine Arme waren fest um mich gelegt.

Hatten wir uns wirklich gestern hier in seiner Suite ausgesprochen? „Séra?," Lando bewegte sich, seine Stimme war rau und verschlafen, als er die Augen öffnete. Ein schüchternes Lächeln tauchte auf seinem Gesicht auf, als er mich betrachtete und erkannte in welcher Lage wir uns gerade befanden.

„Guten Morgen," sagte er mit einem leichten schüchternen Lächeln und tat seinen Arm schnell von mir runter. Sofort war das schöne Gefühl verschwunden. „Tut mir leid...ich," fing er an doch ich unterbrach ihn. „Ist schon gut. Im Schlaf macht man manchmal Sachen die man nicht bemerkt," versuchte ich der Situation zu entkommen. Eine Weile sagte niemand von uns etwas. Uns beide schien es unangenehm zu sein.

„Ich...ich gehe besser. Aron macht sich bestimmt schon Sorgen um mich," sagte ich schnell und suchte meine Hose die ich mir schnell anzog. „Ähm...okay," stammelte Lando und fuhr sich über sein Gesicht. Als ich bei der Tür ankam, stoppte ich jedoch. Ich konnte doch nicht einfach so abhauen oder? „Ähm danke noch einmal für die Nacht," sagte ich leise und machte schließlich die Tür auf.




Der Asphalt des neuen Rennens war heiß und glänzte im grellen Licht der Neonlichter, die die Strecke wie ein spektakuläres Kunstwerk umgaben. Unsere Autos glitten über die kurvenreichen Straßen, als wären sie Teil einer modernen Legende. Mein Outfit passte auch zu der Kulisse, mit meinem silbernen Helm und dem glänzenden weißen Anzug, war ich nicht zu übersehen.

Es war nicht die beste Strecke um in Gedanken zu schweifen. Nicht wenn sie neu war. Aber einfach war es nicht. Seit dieser gewissen Nacht waren meine Gedanken ganz wo anders. Nicht bei dem Rennen, sondern bei dem McLaren Fahrer der gerade vor mir fuhr. Auch wenn ich ihm dankbar bin das er mich bei sich schlafen gelassen hatte.

Seit dieser Nacht lässt mich mein Bruder nicht mehr in Ruhe und fragte ständig bei wem ich war. Ich stritt es jedoch immer wieder ab, ich hätte bei einem fremden Mädchen übernachtet das ich kennen gelernt hätte. Mir war es nicht peinlich das es eigentlich Lando war doch ich wollte nichts in die Welt setzen.

„Séra, gute Pase bis jetzt. Mach weiter so," hörte ich die Stimme von Michi, durch das Kommunikationssystem. Aber die Worte hallten nur leise in meinem Kopf. Ich sah nur Lando und mich.



Was jedoch dann passierte, war ein Schockmoment. Lando versuchte ein Überholmanöver an Yuki vorbei als sein Auto zu weit auf die Außenlinie der Kurve geriet. Der Reifen verlor kurzfristig den Kontakt zur Straße, und das Auto begann zu rutschen. Ich sah das Lando versuchte, das Fahrzeug zu stabilisieren, doch es war zu spät. Das Auto drehte sich in einem dramatischen Winkel und schlug mit der rechten Seite gegen die Streckenbarriere.

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