54. Kapitel

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Ich zog die Jacke enger um meine Schultern, während ich mit Lando die letzten Stufen zu seiner Wohnungstür hinaufstieg. Es war ein seltsames Gefühl, wieder hier in Monaco zu sein. Der Geruch nach Holzpolitur und einem Hauch von Kaffee lag in der Luft, als Lando die Tür öffnete und mich mit einer Geste einlud, einzutreten.

„Mach es dir bequem," sagte er, während er meinen Koffer in die Ecke stellte. „Willst du etwas trinken? Tee, Kaffee? Oder etwas Stärkeres nach dem langen Flug?," fragte er weiter und ich überlegte.

„Tee wäre perfekt, danke," gab ich lächelnd von mir.

Lando verschwand in die Küche, während ich mich umsah. Ganz anders wie Max hatte Lando seine Wohnung eingerichtet. Sie war heller und auch irgendwie einladender. Naja außer sein Vorhaus, das sah aus als hätte eine Bombe eingeschlagen.


Als er mit zwei dampfenden Tassen zurückkam, deutete er mir das ich mich auf das Sofa setzten konnte und das tat ich auch. „Tut mir leid für die Unordnung. Ich brauche echt noch ein Regal für meine Schuhe," sagte er etwas schüchtern doch ich grinste ihn nur an als er mir meine Tasse gab.

„Hey ich bin selbst auch unordentlich," gab ich ihm als Antwort.

Ich blies in meinen Tee und zuckte mit den Schultern. Lando sah mich etwas unbeholfen an. „Wie geht es dir in der Pause? Kurierst du dich eher aus oder gehst du weiter?," fragte mich der Brite plötzlich.

„Ich habe mal Pause gemacht aber ich werde bald wieder anfangen Gas zu geben. Mein Körper war das am Anfang echt nicht gewöhnt. Ich war voll ausgelaugt als ich mal nichts getan hatte," seufzte ich. "Ja, der Wechsel von hundert Prozent Adrenalin auf fast Null ist hart. Ich erinnere mich an meine ersten Off-Seasons. Ich wusste nicht, was ich mit mir anfangen sollte," gestand er lachend.

Ich lachte leise. "Genau das. Ich meine, ich sollte die Pause genießen, oder? Aber mein Körper und mein Kopf sind so daran gewöhnt, immer weiterzumachen. Ich weiß nicht mal, was ich mit all der Freizeit machen soll. Ich bin zwar jeden Tag auf dem Pferd aber das ist doch nicht immer eine Lösung. Naja deine Einladung kam mir daher ziemlich gelegen," gab ich zu und blickte zu dem Fahrer.

Lando nahm einen Schluck von seinem Tee und lehnte sich zurück. „Ja nachdem dich die anderen vergessen haben," warf er ein was mich zum Lachen brachte.

„Stimmt auch wieder. Was glaubst du werden sie denken? Ich meine das ich auf einmal auftauche oder dass ich naja mit dir hingehe," fragte ich ihn. „Sie werden dumme Kommentare sicherlich geben. Du kennst sie ja," kam es von ihm und ich nickte. Da hatte er recht.

„Auch wenn ich das Schickimicki nicht so gerne mag. Es ist wirklich beeindruckend hier," sagte ich mit einem leichten Lächeln.

Lando nickte zustimmend. „Ja, Monaco hat etwas Magisches. Aber auch sehr hektisch manchmal. Die ganzen Menschen, der ständige Trubel... aber ich mag es hier," grinste er und stellte seine Teetasse auf den Tisch ab.

Ich lehnte mich zurück und schloss für einen Moment die Augen. „Ich kann es verstehen. Hier fühlt man sich wie in einer anderen Welt aber ob es jemals für mich etwas wäre? Ich weiß es nicht," gestand ich ihm.

„Das dachte ich auch damals und jetzt sieh mich an. Ich sitze hier und habe nun eine eigene Wohnung in Monaco und ich fühle mich wohl," bemerkte er und ich nickte.

Ich wusste aber das dies nicht so schnell passieren würde. Dafür war mein Selbstwertgefühl einfach noch nicht gut genug. Außerdem so weit weg zu ziehen in ein anderes Land von der Familie war mir glaube ich doch am Anfang noch zu schnell und zu viel.


Plötzlich vibrierte Landos Handy auf dem Tisch vor uns. Er griff nach dem Gerät, sah kurz auf den Bildschirm und runzelte die Stirn. „Carlos?," murmelte er und nahm das Gespräch an.

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