Meine Sprache blieb mir weg. Ich hatte mit allen gerechnet. Sogar mit Charles aber nicht mit ihm. Lando stand vor der Tür meines Hotelzimmers. Schnell fing ich mich wieder.
Mein Blick war kühl, meine Lippen zu einer schmalen Linie gepresst. „Was willst du?," fragte ich ihn knapp. „Du hast jemanden anderen erwartet?," konterte jedoch. „Was geht dich das an?," ich wollte nicht so scharf klingen doch der Brite treibt mich in den Wahnsinn.
„Ach und Charles erwartest du oder wie habe ich das in deinem vorherigen Satz verstehen dürfen?," seine Worte prallten an mir ab. Aua das tat weh. „Das mit Charles geht dich nichts an Lando," fing ich an doch sein Blick sagte tausende Wörter genug.
„Gut er ging mir auf die Nerven also. Kannst du jetzt verschwinden?," fragte ich so höflich wie ich nur konnte.
Dieser jedoch schluckte. „Kann ich reinkommen?," seine Worte ließen mich auflachen. „Ähm...Nein."
Was erwartete er sich bitte von mir? Das ich ihn einfach so rein lasse? „Séra, ich ... ich muss mit dir reden. Bitte," bat er doch ich ließ es mir nicht gefallen.
Ich schnaubte und stemmte eine Hand gegen den Türrahmen. „Ach, du musst mit mir reden? Nach Wochen der Funkstille? Nachdem du mich seit dieser Nacht ignoriert hast willst du mit mir reden!!," brachte ich traurig hervor.
„Ich weiß, ich habe Scheiße gebaut," er kratzte sich im Nacken.
„Wow, was für eine Erkenntnis!," ich lachte trocken und schüttelte den Kopf. „Das hättest du auch früher haben können."
Lando trat einen halben Schritt näher, und ich wich nicht zurück. Er konnte ruhig sehen das ich mich nicht einschüchtern lasse. „Séra ... ich wollte dich nicht ghosten. Es war nicht, weil mir der Kuss nichts bedeutet hat. Ich ... ich wusste nicht, was ich tun soll," seine Worte gingen mir bis ins Knochenmark.
Meine Miene verhärtete sich. „Und deshalb hast du mich ignoriert? Weil du nicht wusstest was du tun solltest? Das ist so armselig Lando," warf ich ihm an den Kopf.
Er rieb sich den Nacken. „Ja, weil ich ein verdammter Idiot bin."
Ich musterte ihn einen Moment, dann seufzte ich. „Das weiß ich bereits."
„Kann ich bitte reinkommen? Nur fünf Minuten. Dann gehe ich, wenn du es willst. Ich will das zwischen uns nur klären," bat er erneut. Ich zögerte, trat dann widerwillig zur Seite. „Fünf Minuten. Nicht länger."
Lando trat ins Zimmer. Gott sei Dank sah es nicht so aus wie immer. Ich hasste es, wenn ich besuch bekam und es war nicht aufgeräumt.
„Also?," fragte ich und verschränkte die Arme vor der Brust.
Er fuhr sich durch die Haare. „Phina...der Kuss...ich habe ihn nicht bereut, ganz im Gegenteil. Ich habe mich vor meinen Gefühlen versteckt. Das ist die Wahrheit. Ich habe dich geküsst, und es hat sich...richtig angefühlt. Zu richtig. Und das hat mir Angst gemacht."
Meine Lippen bebten für einen Moment, bevor ich sie wieder fest aufeinanderpressten. Er hatte mich Phina genannt. „Du hast mir damit wehgetan, Lando. Das ist dir hoffentlich klar. Du kannst mich nicht einfach wahllos küssen und dann mich einfach stehen lassen," er sollte sehen wie weh er mir getan hatte.
„Ich weiß. Und es tut mir leid. Ich hätte mich bei dir melden sollen. Mit dir darüber reden müssen," seine Stimme wurde leise.
Ich ließ mich auf die Bettkante sinken und sah auf meine Hände. „Weißt du, was das Schlimmste war? Nicht mal der Kuss selbst. Sondern, dass du mich danach so behandelt hast, als hätte es nie existiert. Als wäre ich egal," gestand ich ihm.
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Lights Out
Fanfiction"Frauen haben in dieser Welt nichts zu suchen." Diesen Spruch hörte Séra schon seitdem sie ein kleines Mädchen war. Doch das hielt sie nicht auf darum zu kämpfen ihren Traum wahr werden zu lassen. Die erste Frau in der Formel 1 zu werden. Das die...
